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FLORIDAS Wrackparadies


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TAUCHEN - epaper ⋅ Ausgabe 50/2022 vom 08.04.2022
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Insulaner gelten häufig als eigenbrötlerisch und kreativ bis sympathisch-verschroben. Die unbeugsamen Bewohner der Florida Keys sind mit diesen Attributen reichlich gesegnet und besitzen außerdem einen ausgeprägten Sinn für Satire: 1982 erklärten sie den USA den Krieg und riefen die »Conch Republic« aus. Mit Brot bewaffnet kapitulierten sie innerhalb von 60 Sekunden bedingungslos und forderten eine Milliarde Dollar finanzielle Wiederaufbauhilfe von den Vereinigten Staaten. Grund für den Protest waren Straßenverkehrskontrollen am Highway wegen kubanischer Flüchtlinge. Die Aktion führte dazu, dass die Checks wieder aufgegeben wurden und untermauerte den Ruf der Freigeister Floridas.

»Hey, wollt Ihr zwei Kokosnüsse für zehn Dollar?« ruft Randash von seinem verrostetem Pick-up herüber. Die zerfledderte Blaue Flagge der »Conch Republic« flattert im Wind, während der drahtige Mitdreißiger mit einem ...

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... gewaltigen Buschmesser kunstvoll die Palmenfrüchte zerteilt. Für Touristen sind die Kokoswasser-Drinks eine willkommene Erfrischung – ganz nebenbei werden dadurch regelmäßig die gefährlichen Geschosse von den Palmen entfernt. Warum »Conch Republic«? »Die Zuwanderer von den Bahamas brachten ihre kulinarische Vorliebe für die Conch, die Riesen-Flügelschnecke, mit. Das britische Parlament wollte ihr Essen besteuern, worauf die Bahamians sagten, sie würden lieber 27 verschiedene Schnecken-Kochrezepte kreieren als Steuern zu zahlen, und das haben sie auch getan. Wir sind genauso unbeugsam und humorvoll und gehen relaxed und ohne Vorurteile miteinander um. Die Conch Republic ist tatsächlich ein Staat im völkerrechtlichen Sinn, und obwohl die Pässe keine offiziellen Dokumente sind, wurden weltweit mehr als 500.000 Stück ausgestellt«, lacht Randash.

Conch Republic: »Steuern? Wenn wir Geld brauchen, schmeißen wir eine Party!«

Eine Koralle pflanzen

Einmal Insulaner, immer Insulaner: Einer der Charakterköpfe gehört Roxane Boonstra von der Coral Restauration Foundation in Key Largo. Ein Leben auf dem Festland käme für die Meeresbiologin und Tauchlehrerin kaum in Frage. Die blonde US-Ameri-kanerin liebt Fische, allen voran den Nassau-Zackenbarsch. Damit es ihren Schützlingen gut geht, kümmert sie sich um alle marinen Bewohner des drittgrößten Korallenriffs der Welt: »Bis heute haben wir mehr als 120.000 Korallen auf einer Fläche von 17.500 Quadratmetern gepflanzt. Das entspricht der doppelten Fläche von Puerto Rico«, schildert Roxane Boonstra die Arbeit der Coral Foundation. Auf den Florida Keys finden sich einige der weltweit führenden Initiativen in der Korallenrestaurierung – und das ist auch bitter nötig: Seit den 1990er Jahren sind fast 40 Prozent der Korallen verschwunden, meist abgestorben wegen Krankheiten und Umweltverschmutzung. Aber auch, weil Taucher und Schnorchler die empfindlichen Organismen zerstörten. Floridas Korallenriff beherbergt heute nur noch zwei Prozent der Populationen der einst vorherrschenden Hirschhorn-und Elchhornkorallen, die es in den 1970er Jahren noch überall gab.

Shipwreck Trail

Entspannt wie ein Großstadtbusfahrer steuert Captain Scott das rot-weiße Boot der Rainbow Reef Divers durch die Kanäle von Key Largo und verrät uns seine Lieblingsspots der Inselkette. »Berühmt bei Tauchern ist der National Marine Sanctuary wegen des »Shipwreck Trails« mit neun sehr gut zu betauchenden Wracks. Weltbekannt ist das 160 Meter lange Docklandungsschiff »Spiegel Grove« sowie der gewaltige Raketenträger »USS Vandenberg«. Nach der Fahrt zum Largo Northern Dry Rocks und dem obligatorischem Tauchgang zur »Christ of the Deep«-Statue fahren wir zu den aktuellen Aufzuchtspots der Coral Restauration Foundation: »Pflanzt mit uns eine Koralle und schützt die Unterwasserwelt«, fordert die Meeresbiologin Roxane Boonstra die Taucher auf und zeigt eine Methode zum Farmen von Hirschhorn-und Elchhornkolonien. Am Vormittag hatte jeder der Taucher die Gelegenheit, im Workshop am Modell an Land fingergroße Fragmente dieser Korallen am Sand zu fixieren oder Stücke mit einer Schnur an den Ästen der Coral-Trees zu fixieren. Schwebend in der nährstoff-und sonnenlichtreichen Wassersäule ist das ganze nicht mehr ganz so einfach. In einer Tiefe von rund fünf Metern wachsen die Korallenfragmente zu Kolonien heran, bis sie groß genug sind, um in sechs bis neun Monaten im Riff ausgepflanzt zu werden. Jeder dieser schwimmenden Bäume kann bis zu 100 Korallenfragmente aufnehmen. »Wir haben zur Zeit sieben Offshore-Korallenbaumschulen in Südflorida, von Carysfort Reef bis Key West, von denen die größte so groß wie zwei Fußballfelder ist.« Für die Taucher, die an zwei Stellen die Gelegenheit hatten, aktiv am Korallenschutz mitzuarbeiten, bleiben diese beiden Tauchgänge ein ganz besonderes Erlebnis.

In Key Largo ist ein Besuch bei Scuba Fun Pflicht. Anya Elis leitet nach eigenen Angaben die einzige deutsche Tauchbasis der USA: Das PADI 5 Star Dive Resort ist auch TDI Dive Center und damit nicht nur für Sporttaucher, sondern auch für Tech-Diver und Kreislauftaucher erste Anlaufstelle auf den Keys. Das marine Leben im örtlichen Pennekamp-Nationalpark, am Molasses Reef oder in Plantation Key ist überwältigend. Bei jedem Tauchgang kann man Ammenhaie, Adlerrochen, Schildkröten, grüne Muränen, Zackenbarsche und die typischen Korallenbewohner sehen. Generell dauern die Ausfahrten meist 30 bis 45 Minuten, da die Barriereriffe der Keys, anders als Saumriffe, nicht parallel zur Küste, sondern im offenen Meer liegen. An Land kann man auf Key Largo übrigens die legendäre »African Queen« bestaunen, die Humphrey Bogart im Filmklassiker steuerte.

Roadtrip über die All American Road

Sensationell ist der Roadtrip von Miami bis zu den Florida Keys. Verlässt man erstmal die achtspurigen Freeways von Floridas Metropole, geht es Richtung Keys über kleinere Two Lane Highways: Das Straßenbild prägen Pick-ups mit riesigen Ladeflächen und gewaltige US-Trucks. Die eigentliche Panoramastrecke ist der südlichste Abschnitt des »Highway 1«. Er führt über die 42 Brücken der Overseas Highways bis Key West und ist die einzige Land-und Wasserverbindung zwischen der »Conch Republic« und dem Festland – im Fall eines Hurrikans auch die einzige Fluchtroute für die Einwohner. Die Keys sind größer als vermutet, und auf der All American Road ist rund um die Uhr Betrieb. Links und rechts passiert man ähnlich aussehende Vororte mit Shopping Malls und Tankstellen. Daneben findet man Motels, typische US-Diner und Small-Towns, deren Hauptsehenswürdigkeit metergroße Segelfisch-und Marlin-Modelle sind. Kaum ein Restaurant, kaum eine Bar, die nicht mit riesigen Hai-oder Lobster-Figuren um die Gunst der vorbeifahrenden Kundschaft buhlt. Die sympathischen Bewohner der »Conch Republic« lieben anscheinend Fischdesign: Selbst die typischen US-Briefkästen stehen hier in allen nur erdenklichen Meerestierformen vor den Hauseingängen.

Meerestier-und Taucher-Locations

Weiter südlich führt die Fahrt über Islamorada, die »Welthauptstadt der Sportangler«. Und auch hier ist der Highway mit zahlreichen Roadside Attractions gesäumt. Pflichtbesuch für Taucher ist das »History of Diving Museum«, das von Dr. Joe und Sally Bauer, zwei Tauchbegeisterten aus Cleveland/Ohio, gegründet wurde. Die Liebe zum Meer führte das Paar in jede Ecke der Welt. Und da die beiden Tauchfans ihre Schätze gern mit der Öffentlichkeit teilen, verfügt das Museum heute über eine der größten und umfassendsten Tauchsammlungen der Welt.

Ganz in der Nähe haben die Key Dives ihre Tauchbasis. Cortney Benson ist Operations Manager und Marine Conservation Coordinator und möchte mit uns weitere Wracks ansteuern. »Ihr könnt hier ein paar sehr gut erhaltene, künstlich versenkte Schiffe betauchen«, informiert uns Benson. Die »Eagle«, ein knapp 90 Meter langer Frachter, der in 33 Meter Tiefe auf der Seite liegt und durch einen Orkan zweigeteilt wurde, ist ein beliebter Spot. Bei der aufrecht stehenden »Spiegel Grove« ist die US-Flagge, die an Deck gehisst wurde, ein beliebter Shot bei UW-Fotografen. Mit der »Duane« und der »Bibb« gibt es zwei ehemalige Schiffe der US-Küstenwache zu erkunden. »Beim letzten Tauchgang geht es zum Alligator Reef, einem der fischreichsten Spots der Keys. Ein paar Brücken weiter solltet Ihr einen kurzen Stopp bei Robbie‘s einlegen«, so Benson. Hier kann man bis zu 2,5 Meter lange Tarpune füttern. Für vier US-Dollar bekommt man einen Eimer mit Fischresten und muss aufpassen, dass einem die zahlreichen Pelikane nicht die Karkassen abluchsen. Hin und wieder sind auch Manatees zu Besuch. Hier kann man auch Kajaks leihen und die Tour zur Geisterstadt Indian Keys starten.

Crystal River: Schnorcheln mit Dickhäutern

Wer die friedlichen, bis zu 4,5 Meter großen und liebenswerten Manatees oder Rundschwanzseekühe aus nächster Nähe erleben will, muss Crystal River auf Floridas Festland besuchen. Die Verzweigungen des Flusses werden von den Tieren vornehmlich in den Wintermonaten aufgesucht, weil sie wärmeres Wasser schätzen. Weltweit gibt es gerade einmal 5000 Manatees – etwa 1000 davon leben rund um den Crystal River. Da die Dickhäuter Pflanzenfresser sowie harmlos und zutraulich sind, kann man in den Wintermonaten bei einem Schnorchelausflug mit bis zu 200 Manatees auf Tuchfühlung gehen.

Floridas Highlights

Der Sunshine State Florida ist ein Reiseziel der Superlative. Nicht nur die Florida Keys sind eine Reise wert. Traumstrände zwischen Miami und Daytona Beach, Sumpflandschaften mit Alligatoren in den Everglades und der Manatee-Top Spot Crystal River – dazu Disney World, die Universal-Film-Studios und das sensationelle Kennedy Space Center. Unbedingt sollte man ein paar Tage im wunderschönen Miami Beach am Southbeach einplanen, in einem der vielen, teils einfachen und recht günstigen Art-Deco-Hotels übernachten und den rund 1000 historische Gebäude umfassenden »Art Deco District« erkunden. Die pastellfarbenen Häuser aus den 1930er und 1940er Jahren waren und sind eine beliebte Filmund Fotokulisse – weltbekannt durch die 1980er TV-Serie »Miami Vice«. 14 Kilometer weißer Sandstrand, großer Beachwalk, was will man mehr? Wenn man in Florida unterwegs ist, sollte man auf jeden Fall eine Airboat-Tour durch die Everglades machen: Auf einer Fläche von der Größe Balis erstreckt sich das Naturschutzgebiet, das von Alligatoren, Pantern und Tigerpythons als bedrohlicher Bioinvasor besiedelt wird. Zwischenstopp in Fort Myers, wo man die Häuser von Edison und Autopionier Ford besuchen kann, sowie in der Tampa Bay Area. Dann gibt es noch Disney World sowie die Universal Film Studios in Orlando, für die man mehrere Tage einplanen sollte. Unbedingt besuchen sollte man den legendären US Car-und Harley Davidson-Strand Daytona Beach mit dem berühmten Speedway. Pflichtbesuch in Florida ist das Kennedy Space Center: eine Multimedia-High-Tech-Show. Mehr als ein Museum! Ein riesiger, aktiver Weltraumhafen auf Cape Canaveral. Anfang November 2021 startete hier die SpaceX-Rakete zur ISS: Saturn V, Atlantis Spaceship, Astronauten-Training – mindestens zwei Tage dafür einplanen. Hier sieht man keine Modelle, sondern echte Raketen. Ein Zwischenstopp an der South Beach und Fort Lauderdale ist auch noch zu empfehlen, bevor man den Mietwagen am Flughafen in Miami abgibt. Und sich nach der Rückkehr zuhause dann mal kräftig in den Arm kneifen und fragen, ob man das alles tatsächlich in zwei Wochen erlebt hat.

Turtle Hospital und Seven Mile

Bridge Wir passieren weitere Brücken Richtung Marathon, und langsam wird der Verkehr beschaulicher. Am beliebten Ferienort wartet neben den Tauchausfahrten mit dem »Turtle Hospital« ein Must-See der Tour. Das Schildkröten-Krankenhaus ist weltweit das einzige seiner Art. Schiffsschrauben-Verletzungen, Hai-Attacken, Umweltverschmutzungen und Krankheiten sorgen dafür, dass die OP-Räume häufig in Betrieb sind. Seit 1986 werden hier Meeresschildkröten medizinisch behandelt und aufgepäppelt, um sie nach Möglichkeit wieder ins offene Meer zu entlassen. Alte, kranke und blinde Schildkröten finden im Turtle Hospital ein sicheres Zuhause. Bei geführten Touren dürfen Besucher den Mitarbeitern über die Schulter schauen und mehr über die Pflege und den Schutz der Meeresbewohner lernen. Auf dem Weg passiert man das Dolphin Research Center auf Grassy Key, das als Location für den ersten »Flipper«-Film von 1963 bekannt ist.

Der beeindruckendste Abschnitt der Tour folgt mit der Seven Mile Bridge. Die mit rund elf Kilometern längste Brücke des Highways bietet einen unvergesslichen Ausblick: An einigen Stellen hat man das Gefühl, geradewegs über das türkisgrüne Wasser zu fahren. Sobald man Big Pine Key und die Lower Keys passiert, ticken die Uhren spürbar langsamer. Im Key Deer Wildlife Refuge leben mehrere Hundert der kleinen, vom Aussterben bedrohten Key-Weißwedelhirsche.

»Wieso gibt es hier eigentlich so viele Wracks?« frage ich Wayne von Captain Hook‘s Tauchbasis in Big Pine. »Grund sind weniger die Hurricanes, sondern die Floridastraße: eine seit dem Beginn der europäischen Kolonisierung stark genutzte Schifffahrtsstraße. Die Korallenriffe haben dafür gesorgt, dass es viele Schiffbrüche gab. Die Relikte der »North America«, die seit 1842 in knapp fünf Meter Tiefe liegt, und der »Adelaide Baker«, die 1889 kenterte und auf sieben Meter Tiefe sank, kann man von Big Pine und Marathon aus betauchen und sogar schnorchelnd erreichen.« Flugzeugfans können an der Marineflugstation Key West auf der Insel Boca Chica Key Jagdflugzeuge beobachten.

Highlight Key West

Die südlichste und letzte Insel der Florida Keys ist Key West – gleichzeitig ist sie auch die bekannteste und schönste Insel. Mit »Smathers« und »Higgs Beach« findet man hier auch zwei richtig schöne Strände. Ernest Hemingway sowie der ehemalige US-Präsident Harry Truman hatten hier einst ihre Wohnsitze. In Key West steuern wir die Southpoint Divers in Old Town an. Direkt vor den Keys liegt der Höhepunkt der Tour: Der Anblick des Raketenträgers

»USS Vandenberg« mit der riesigen Radarantenne ist mit seiner Tiefe von 13 bis 37 Metern spektakulär – die perfekte Wrack-Tour für Sporttaucher. Mit der »Squid«, Key Wests erstem Charterboot mit Elektromotoren, bieten die Honest Eco Sustainable Nature Tours vierstündige Delfinbeobachtungen und Schnorcheltouren an. Gäste können wilde Delfine beim Spielen, Schlafen, Jagen und Paaren im ruhigen, türkisfarbenen Wasser von Key West beobachten und anschließend an einem ruhigen Ort schnorcheln.

Hühner, Hemingway, Hochprozentiges

Die Old Town und der Key West Historic District sind voll von wunderschönen, weißen Cottages und Villen mit Mansarden, Giebeln und großen Veranden. Überall gackern und watscheln Hähne, Hühner und Küken frei durch die Gegend: Ein strenges Vogelschutzgesetz hat die »Key-West Chicken« und ihre Eier unter Schutz gestellt. Neben der Ramba-Zamba-Meile Duval Street, die sich kerzengerade von der Nord-bis zur Südküste zieht, oder dem Mallory Square ist die schönste Ecke der Hafenrundgang entlang des Historic Seaport. Der Beachwalk mit frei zugänglichem Yachthafen mit leutseligen Kapitänen, Bars mit Meerblick, viel Livemusik und hungrigen Tarpunen, die vor den Restaurants gefüttert werden, ist ein Erlebnis. »Come as you are« prangt auf den Kennzeichen, und die Devise »One Human Family« gilt besonders für die große LGBTQ-Community der Keys. Der »Southernmost Point of the Continental USA« (90 Miles to Cuba) steht natürlich auch auf der To-do-Liste der Key-West-Besucher. Dabei ist die lange Schlange vor dem unscheinbaren Felsen das eigentlich spektakuläre Motiv.

Der Einfluss Kubas ist von Miami bis Key West deutlich zu spüren: Zigarrenshops, kubanische Musik, Cuban Sandwiches, Karibik-Rum – kein Wunder, dass Amerikas berühmtester Schriftsteller diese kleine Insel für zehn Jahre zu seiner Heimat machte. Nicht nur Katzenfans müssen sein ehemaliges Wohnhaus in der Whitehead Street besuchen. Um die 70 Stubentiger – ganz genau weiß das niemand – leben in dem Anwesen. Im Garten neben seiner Villa gibt es sogar einen Friedhof für die Kuscheltiere. Angeblich stammen sie ursprünglich alle von einem Tier ab, das der Schriftsteller vom Kapitän eines Segelschiffs geschenkt bekam und »Snow White« taufte. Die Nachkommen Hemingways haben »Papa’s Pilar Rum« (»Pilar« war der Name seines Schiffs) auf den Markt gebracht. Must-eat: Der Key Lime Pie ist der leckerste Zitronenkuchen der Welt!

Die Florida Keys sind eine wunderschöne Inselkette voller Charakterköpfe, die wie die Insel selbst sind: sympathisch verschroben, aufrecht und unbeugsam wie das Bonmot des Generalsekretärs der »Conch Republic«: »Wir glauben nicht an Steuern. Wenn wir Geld brauchen, schmeißen wir eine Party!«

Reiseinfo: FLORIDA / USA

ANREISE: von Frankfurt/Main nach Miami. Weiter mit dem Mietwagen.

AUTOFAHREN IN DEN USA: Generell gilt, dass rechts abbiegen erlaubt ist, auch wenn die Ampel auf Rot steht. In der Regel liegt die Geschwindigkeitsgrenze in den östlichen Bundesstaaten bei 70 mph (113 km/h). Auf den Highways sind es meist 55 mph. Wenn man vor Miami im 8-Lane Freeway unterwegs ist, bitte beachten: Die acht Spuren verstehen sich eher als eigene Spuren – es gibt kein links oder rechts, überholt wird überall. Die HOV Lane (auch Carpool Lane genannt) darf nur von Fahrzeugen befahren werden, in denen mindestens zwei (HOV 2) oder drei (HOV 3) Insassen sitzen. Sobald man sich beim Autofahren in den USA außerhalb der Städte befindet, werden Highways, Freeways und Interstates nur noch mit ihrer Nummer und der dazugehörigen Himmelsrichtung (North, East, South, West) angegeben. In den USA sind die meisten Städte im Schachbrettmuster angelegt.

TAUCHEN: Üblich sind 2-Tank Dives.

• Key Largo: Rainbow Reef Divers (www.rainbowreef.com) und Scuba Fun (www.scuba-fun.com)

• Islamorada: Key Dives (www.keydives.com)

• Big Pine: Captain Hook‘s Tauchbasis (www.captainhooks.com)

• Key West: Southpoint Divers (www.southpointdivers.com)

DIVING MUSEUM, TURTLE HOSPITAL:

• Key Largo: Coral Restauration (www.coralrestoration.org)

• Islamorada: History of Diving Museum (divingmuseum.org), Robbie’s Marina (www.Robbies.com)

• Marathon: Turtle Hospital (www.turtlehospital.org)

• Key West: Ernest Hemingway Home and Museum (hemingwayhome.com), Truman Haus (www.trumanlittlewhitehouse.org), Mel Fisher-Museum (www.melfisher.org), Delfin Watching mit den Honest Eco Sustainable Nature Tours (www.honesteco.org)

KLIMA: Im Sunshine State Florida scheint die Sonne an mehr als 300 Tagen im Jahr. Die beste Reisezeit ist zwischen Ende November und Mai – perfekt zum Überwintern! Die Keys sind übrigens die einzige frostfreie Region in Florida. Es gibt zwei unterschiedliche Wetterperioden: Feucht, heiß und schwül von Juni bis Oktober, trockener und kühler von November bis Mai. Des Weiteren befindet sich Key West inmitten der atlantischen Hurrikanzone. Launisch präsentiert sich das Wetter manchmal im Herbst. Dann kann es nach sommerlichem Sonnenschein innerhalb von Minuten wie aus Kübeln gießen – was auch für schlechte Unterwasser-Sichtweiten sorgen kann.

UNTERKUNFTSTIPPS:

• Key Largo: Kona Kai Resort, wunderschönes, von Künstlern gestaltetes Resort mit Pool und eigenem Strand (www.konakairesort.com)

• Marathon: Faro Blanco Resort & Yacht Club (www.faroblancoresort.com)

• Key West: The Gates Hotel Key West (www.gateshotelkeywest.com)

RESTAURANTTIPPS:

• Key Largo: Pilot House (www.pilothousemarina.com), Key Largo Conchhouse (www.keylargoconchhouse.com)

• Marathon: Lighthouse Grill (www.lighthousegrill.com), Keys Fisheries (www.keysfisheries.com)

• Key West: Half Shell Raw Bar, urig am Yachthafen (www.halfshellrawbar.com), Sloppy Joe’s (www.sloppyjoes.com), Top-Restaurant-Tipp: Bistro 245 at Opal Key Resort (opalkeywest.com/bistro-245)

TELEFONIEREN: am besten mit Holafly-USA-SIM-Karte mit schnellem Datenvolumen und 4G-Netzabdeckung. Keine Roaminggebühren, sondern US-Internetverbindung auf der Reise sowie gratis eingehende Anrufe von Rufnummern in den USA (https://bit.ly/3hEjFDK).

TAUCHREISEVERANSTALTER: Nautilus Tauchreisen, www.nautilus-tauchreisen.de

WEITERE INFOS: Florida Keys (www.flakeys.de), Visit Florida (www.visitflorida.com)