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FLUGHAFEN ROM-FIUMICINO: STARKE CHINA- CONNECTION


Aero International - epaper ⋅ Ausgabe 50/2019 vom 05.04.2019

Rom Fiumicino ist der größte Flughafen Italiens. Der Airport baut seine Anlagen aus und legt insbesondere auf den Langstrecken kräftig zu


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Rom-Fiumicino ist wichtigstes Drehkreuz Italiens. Hier starten Flüge in alle Welt


FOTO: CARLOS ENAMORADO/AIRTEAMIMAGES

Der Verkehr wird auf drei Start- und Landebahnen abgewickelt


Mit rund 2,8 Millionen Einwohnern gehört Rom nicht zu den größten Städten der Welt. Aber einer der schönsten und geschichtsträchtigsten Orte ist die Metropole am Tiber ganz sicher – und in jedem Jahr das Ziel von Millionen Touristen und Geschäftsreisenden. Einer der Hauptverkehrsknotenpunkte ist ...

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... der Flughafen, 32 Kilometer westlich der Stadt in unmittelbarer Nähe des Mittelmeers gelegen. Vom Rom Fiumicino Leonardo da Vinci International Airport, wie der Flughafen in der Langform heißt, starten und landen die meisten der internationalen Flüge der Stadt.

Eröffnet wurde der Airport Anfang der sechziger Jahre. Und das gleich zwei Mal: Die erste Eröffnung fand am 20. August 1960 statt, als Staatspräsident Giovanni Gronchi mit einer Convair CV-440 auf dem Flughafen landete. Damit ging der Airport formal in Betrieb. Rechtzeitig vor Beginn der olympischen Sommerspiele, was ein wichtiges Ziel bei der Planung und dem Bau des Airports darstellte. Für den regulären Linienbetrieb war der Airport zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht bereit. Von einigen Charterflügen abgesehen, wurde der Luftverkehr in Rom weiter über den Flughafen Ciampino Giovan Battista Pastine abgewickelt. Das änderte sich am 15. Januar 1961. Nachdem zuvor die Fluggesellschafen auf den neuen Airport umgezogen waren, landete an diesem Tag eine Lockheed Constellation der US-Fluggesellschaft TWA – und eröffnete damit den regulären Betrieb des Flughafens.

Ciampino, seit 1916 in Betrieb und bis dahin Hauptflughafen der Stadt, war nun der zweigrößte Airport Roms. Der Flughafen ist auch heute noch in Betrieb und bietet vor allem Low-Cost-Flüge von Ryanair und Wizz Air an. Daneben gibt es in der Metropole mit Rom Urbe noch einen dritten Flughafen, der vor allem der Allgemeinen Luftfahrt dient

Gebaut wurde der internationale Großflughafen Roms in den fünfziger Jahren auf der „grünen Wiese“ weit außerhalb der City im Bereich der kleinen Stadt Fiumicino. Der Boden ist geschichtsträchtig. Nicht weit entfernt vom Airport befand sich in der Antike der Hafen der römischen Metropole. Beim Bau des Flughafen wurden fünf antike Schiffe im Boden entdeckt.

DREHKREUZ FÜR LANGSTRECKEN

Heute bedient der Airport einen Einzugsbereich von rund 32 Millionen Menschen. Inhaber ist Aeroporti di Roma (ADR). Das Unternehmen betreibt auch den Flughafen Ciampino und gehört zum italienischen Infrastrukturkonzern Atlantia. ADR versteht beide Flughäfen heute als Airport-System, das 2018 zusammen rund 49 Millionen Passagiere abfertigte

Der Flughafen Fiumicino ist dabei Drehkreuz und Hauptflughafen für den Linienverkehr und die Langstrecken, während Ciampino als Airport für den Low-Cost Verkehr und die Kurier- und Expressdienste verstanden wird. In den Jahrzehnten seit der Eröffnung ist das Verkehrsaufkommen in Fiumicino langfristig gesehen kontinuierlich gewachsen und der Flughafen konnte durch den Besuch vieler Größen aus Politik, Film und Sport zahlreiche Sternstunden erleben. Aber es gab auch viele Tiefpunkte, wozu die terroristischen Anschläge auf den Flughafen zählen. So am 17. Dezember 1973, als palästinensische Terroristen erst Handgranaten in eine Boeing 707 der Fluggesellschaft Pan Am warfen und dann eine 737 von Lufthansa nach Kuwait entführten. Ein anderer Anschlag fand am 27. Dezember 1985 statt. Ein weiterer Tiefpunkt ereignete sich am 7. Mai 2015, als es zu einem Großbrand im Terminal 3 kam, der den Flugbetrieb auf Wochen einschränkte.

Seit Jahrzehnten heißt der Flughafen Touristen, Geschäftsreisende und zahlreiche Promis aus Politik, Film und Kunst willkommen


Innen präsentiert sich der Airport zeitgemäß mit transparenten, geschwungenen Formen


Ein wichtiger Zeitpunkt in der Geschichte des Flughafens war der Juli 1997. In diesem Monat wurde mit der Privatisierung des Flughafens begonnen. Bis 2000 war der Verkauf und damit der Rückzug des Staats aus dem Flughafen abgeschlossen.

Die Entwicklung des Airports ist eng mit der Geschichte der Fluggesellschaft Alitalia verbunden, die in Fiumicino ihr hauptsäch- liches Drehkreuz betreibt. 1998 verlagerte die Airline einen Großteil der Flüge auf den Flughafen Mailand Malpensa, um zehn Jahre später die Langstreckenflüge wieder nach Rom zu verlagern. Nur zwei Destinationen, Tokio und New York, werden von beiden Flughäfen aus bedient.

INTERVIEW: UGO DE CAROLIS, CEO DES FLUGHAFENS ROM-FIUMICINO


„LANGSTRECKEN WACHSEN STARK“


AERO: In welchen Bereichen sehen Sie Möglichkeiten, Ihr Geschäft auszubauen?
UGO DE CAROLIS: Wir arbeiten stark daran, unsere Verbindungen in den Fernen Osten auszubauen. Hier ist der Verkehr um fast 15 Prozent im Vergleich zu 2017 gewachsen. Darüber hinaus gibt es viele Langstreckenverbindungen, die wachsen. Der Verkehr mit Südamerika hat um 24 Prozent zugenommen, und mit den USA um 16 Prozent. Das sind sehr interessante Zahlen, die bestätigen, dass wir auf einem guten Weg sind.

Was für kurzfristige Projekte haben Sie? Diese konzentrieren sich auf Bereiche, die unmittelbar den Passagieren dienen. So sollen die Schengen-Passagiere am alten Pier denselben Service wie die Non-Schengen Fluggäste am Pier E bekommen.

Was planen Sie im Bereich der Luftfracht? Das ist ein Markt, auf den wir sehr stark setzen. Wir haben einen Umschlag von mehr als 200 000 Tonnen erreicht und das Aufkommen wird weiter um über zehn Prozent in diesem Jahr wachsen. Wir konzentrieren uns unter anderem auf den Pharmazie-Bereich, der in der Region um Rom sehr stark vertreten ist.

Aerolineas Argentinas bedient Fiumicino mit Airbus A340


Der Tower ist Arbeitsplatz der Lotsen und markantes Wahrzeichen des Airports


Mit 75 nationalen und internationalen Verbindungen ist Alitalia nicht die einzige Airline, die in Fiumicino ein Drehkreuz hat. Seit 2014 unterhält die Fluggesellschaft Vueling ihre größte Basis nach Barcelona in Rom. Die Airline hat acht Maschinen hier stationiert und fliegt auf 41 Verbindungen. Auch Norwegian betreibt eine Basis in Fiumicino und bietet unter anderem vier interkontinentale Flüge nach New York, San Francisco, Los Angeles und Boston mit 787 an. Besonders das Angebot der Flüge nach China ist stark. In Rom Fiumicino starten zehn Direktflüge in die Volksrepublik. Regelmäßig sind auf dem Flughafen Maschinen von Air China, Hainan und China Airlines zu sehen.

EIN TERMINAL WURDE AUSGEBAUT

Wer von Rom Fiumicino zu einem Flug startet, kann den Airport mit dem Pkw, dem Bus oder auf der Schiene erreichen. Ein Bahnhof befindet sich im Flughafen.

Wie andere große Flughäfen auch wird Fiumicino kontinuierlich ausgebaut. Eine ganz Reihe von Veränderungen wurde 2016 abgeschlossen. Dazu gehört der Bau des neuen Pier E mit dem Ausbau des Terminals 3. Es wurden 22 neue Gates errichtet und zwei Pisten erneuert.

Der Hauptteil der Fluggäste sind Touristen. Der Anteil der Geschäftsreisenden liegt bei 15 Prozent. Abgewickelt wird der Passagierverkehr gegenwärtig in den Terminals 1 und 3. Am Flughafen gibt es noch die Abfluggebäude 2 und 5, die aber geschlossen sind. Der Flughafen hat 315 Check-in-Schalter und 86 Gates.

Terminal 1 wird von Alitalia genutzt. Weitere Fluggesellschaften hier sind Air Europa, Air France, Air Baltic und Air Malta. Das Abfluggebäude 3 ist das größte am Airport. Hier sind die meisten Airlines angesiedelt. Dazu gehören zum Beispiel Aeroflot, Air India, British Airways, China Airlines, Delta Air Lines, Emirates, Finnair, Korean Air, Lufthansa, Singapore Airlines und United Airlines. Von Pier B und D im Terminal 1 starten die Schengen-Flüge. Vom Pier E des Terminals 3 starten die Non-Schengen Flüge. Dazu gehört ein Satellit, von dem aus insbesondere die Flüge nach Israel und in die USA sowie weitere Langstreckenverbindungen abgewickelt werden. Am Pier E können auch Flugzeuge vom Typ Airbus A380 andocken.

Der Flughafen ist derzeit mit drei Start- und Landebahnen ausgestattet. Die „16R/34L“ und „16L/34R“ sind in Nord West-Richtung ausgerichtet. Dazu kommt die „07/25“ in West-Ost-Richtung. Parallel zur „16L/34R“ gibt es die „16C/34C“, die als Taxiway fungiert, bei Bedarf – zum Beispiel Wartungsarbeiten an der benachbarten Piste – aber als Start- und Landebahn verwendet werden kann. Für die nahe Zukunft plant der Flughafen den Bau einer vierten Startbahn, die eine Länge von 3420 Meter haben soll. Die Piste wird als „16CL/34CR“ bezeichnet und soll im Norden parallel zur „16L/34 R“ entstehen. Der Bau wird über 500 Millionen Euro kosten. „Wir befinden uns derzeit in der Genehmigungphase“, erläutert Ugo de Carolis, CEO des Flughafens. „Es gibt aber noch kein Datum für die Eröffnung.“

Vor den Terminals in der Nähe des Bahnhofs soll eine neue Business-City entstehen. Geplant sind sieben Gebäude mit 77 000 Quadratmetern Bürofläche. 5200 Quadratmeter Konferenzräume und 2000 Parkplät-

ze sollen gebaut werden. Zum neuen Geschäftsareal werden 41 000 Quadratmeter Grünflächen gehören. Das Projekt befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase. Es soll 190 Millionen Euro kosten und zwischen 2022 und 2023 fertiggestellt sein.

Natürlich fliegt auch Emirates die italienische Metropole an. Fluggerät ist der Airbus A380


Alitalia ist Platzhirsch in Rom. Der Flag Carrier Italiens betreibt hier ein Drehkreuz


DIE FAKTEN


FOTOS: GOOGLE EARTH, MARCO MINARI (2), FLUGHAFEN ROM

FOTOS: MATTEO BUONA, MARCO MINARI (3)