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FMT-EXTRA: EINSTELLUNGSSACHE Variometer richtig einsetzen


FMT Extra - epaper ⋅ Ausgabe 21/2020 vom 20.03.2020

Bislang habe ich mich bei Variometern mit den banalsten Grundeinstellungen zufriedengegeben, die vom Hersteller für den Anfang empfohlen werden. Was bisher gut funktionierte. Aber es geht besser. Am Beispiel Jeti und damit kompatiblen Geräten möchte ich aufzeigen, worauf es beim Einstellen von Variometern ankommt und was die Dinger eigentlich alles können.


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Artikelbild für den Artikel "FMT-EXTRA: EINSTELLUNGSSACHE Variometer richtig einsetzen" aus der Ausgabe 21/2020 von FMT Extra. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: FMT Extra, Ausgabe 21/2020

Technische Geräte können viel oft mehr, als man denkt. Das gilt auch für die heute oft eingesetzten Varios. Das trifft im Übrigen nicht nur auf Jeti zu, denn die meisten Varios funktionieren ähnlich.

Der Luftdruck

Basis für die ...

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... Variofunktionen ist der Luftdruck, denn der wird bekanntlich geringer, wenn wir aufsteigen. Das wird gemessen und in Höhenangaben bzw. in das berühmte Piepskonzert umgewandelt. Nun ändert sich der Luftdruck aber auch durch Wetterumschwünge, also Hoch- und Tiefdruckgebiete. Wanderer müssen daher ihren Höhenmesser immer wieder mal wieder kalibrieren (z.B. an der nächsten Hütte, deren genaue Höhe man ja weiß). Das wäre für uns nur ein Problem, wenn wir uns die Höhe unseres Modells über dem Meeresspiegel ansagen lassen wollten. Da wir aber in der Regel nur an der Höhe über Grund, also über unserem Startplatz, interessiert sind, wird hier nur der Luftdruck beim Start berücksichtigt und als Wert „Null“ angenommen. Fehlmessungen wären also nur durch starke Luftdruckschwankungen während des Flugs möglich, aber in den kurzen Zeiträumen, in denen wir ein Modell ununterbrochen bewegen, passiert da wenig. Rekordflieger, die z.B. mit Solarmodellen versuchen, einen ganzen Tag lang zu fliegen, sehen das unter Umständen anders. Hier handelt es sich dann durchaus mal um 20 m Unterschied, je nach dem aktuellen Luftdruck und seinen Schwankungen. Aber der primäre Sinn des Varios, Höhengewinn oder -verlust anzuzeigen, ist davon so gut wie nicht berührt. Auf eine Ausnahme kommen wir gleich noch zu sprechen.

Vario kalibrieren?

Interessant wird das Ganze, wenn wir das Vario nutzen, um uns mit anderen Piloten abzustimmen, die im selben Bart kreisen. Sagt man sich dabei die aktuellen Höhen an, kann man einen Zusammenstoß verhindern. Dazu muss man aber am Anfang die Varios aller Teilnehmer auf den gleichen Stand bringen, also an der gleichen Stelle einschalten. Denn beim Einschalten wird der Startort bzw. die dortige Höhe vom Vario als Null angenommen.

Wer viel an Hängen fliegt und sich dort mit anderen Piloten abstimmt, der sollte berücksichtigen, dass nicht alle an der gleichen Stelle oder zur gleichen Zeit gestartet sind bzw. das Modell und damit das Vario eingeschaltet haben. Da kommen an mir bekannten Hängen schnell mal zehn Meter und mehr Unterschied allein an der Startplatzhöhe vor. Also Vorsicht und immer genügend Höhenunterschied zwischen den Modellen lassen. Hinweis: Fliegt ein Kollege mit TEK (Total Energie Kompensation), dann ist dessen Vario zwar kompen-siert, aber die Höhe stimmt mit einem nicht TEK-kompensierten Vario nicht mehr überein. Um diesen Fehler zu vermeiden, haben viele TEK-Varios einen zweiten Drucksensor nur für die korrekte Höhenmessung eingebaut, so z.B. beim GPS-Logger 3 und LinkVario Pro.

Die „richtige“ Einstellung

Beim Jeti MVario2 haben wir verschiedene Einstellmöglichkeiten. Alle kann man bequem am Sender durchführen. Die Basiseinstellungen sind normalerweise ganz gut für den Anfang, aber zumindest bei mir ist es schon mal passiert, dass beim Aufrufen eines Varios an einem neuen Modell ziemlich hirnrissige Werte im Menü angezeigt werden. Das kann passieren, wenn man es eilig hat und nicht wartet, bis alle Werte eingelesen sind. Und das erzeugt dann manchmal sehr wilde Variotöne. An ein Fliegen mit diesen Werten ist nicht zu denken. Also ran an die einzelnen Einstellungen.

1. Mode

Diese Einstellung dient dazu, den richtigen Mode für den Variobetrieb einzustellen. Für alle modernen Varios nimmt man hier immer „Wert EX“, nur für ein JETI MVario der allerersten Generation (ein „nicht EX-Sensor“) verwendet man „Alarm JB Profi“.

2. Switch

Hier kann man das Vario bei Bedarf komplett ein- und ausschalten. Bei mir läuft das Vario immer, aber wenn der Ton nervt, hat man hier die Möglichkeit, schnellstens Stille einkehren zu lassen. Verwendet man einen 3-stufigen Schalter, lassen sich sogar verschiedene Empfindlichkeiten/Einstellungen vorwählen. Manche schalten das Vario beim Steigflug mit Motor aus, um das wilde Überschlagen des Piepstones zu vermeiden. All das kann man komfortabel mit Schaltern (z.B. Motorschalter ein, Vario aus) oder kombiniert mit Flugphasen etc. beliebig konfigurieren.

3. Totzone

Diese Einstellung kann man am ehesten mit dem Deadband von Servos vergleichen, dem Bereich also, in dem Servos bzw. das Vario ansprechen. Lässt man sie auf „0“, zeigt das Vario das geringste Sinken schon durch den bei Seglerpiloten berüchtigten Dauerbrummton an. Also auch dann schon, wenn das Modell nur mit der Geschwindigkeit sinkt, die der spezifischen Sinkrate des Modells entspricht. Da ich bislang keine Ahnung habe, wie viel exakt meine Modelle im Gleitflug sinken, habe ich diesen Wert überall auf -1 (m/sec) gestellt. Das bedeutet, dass der Ton erst bei einem Sinken größer -1 m/sec loslegt.

Der Knopf im Ohr erlaubt es, andere Piloten nicht zu nerven.


Das Gleiche gilt für das Steigen, aber da ich kein Modell kenne, das von sich aus ohne fremde Hilfe steigt (außer eines mit Antrieb), lässt man das besser auf „0“. Dann wird jedes Steigen angezeigt. Grobmotoriker stellen hier etwas mehr ein. Dann piepst es nicht gleich bei jedem kleinen Lupfer. Ein Nullschieber, defacto ja ein Steigen, das eben nicht größer sondern gleich dem Eigensinken des Modells ist, würde dann nicht als Steigen angezeigt, aber auch nicht als Sinken. Reine Geschmackssache.

So klein ist das Jeti-Vario, hier die bisherige MVario2-Version (oben). Die neueste Rev.2- Version (unten) ist funktional identisch, nur etwas anders im Design.


4. Weite

Hier können wir einstellen, bei wieviel Steigen oder Sinken der Varioton noch variiert. Stellen wir z.B. 10 m/sec Steigen ein, dann verändert sich der Piepston in Höhe und Frequenz so lange, bis die 10 m/sec Steigen erreicht sind. Nun sind 10 m/sec Steigen nicht gerade häufig, aber kommen durchaus vor. Weitaus häufiger aber geht das Steigen nur bis 5 m/sec oder weniger. Wenn wir nun das einstellen, dann können wir an Hand der Höhe und Frequenz des Piepstons, die sich nur innerhalb dieses Bereichs erhöhen, evtl. besser einschätzen, wie stark das Modell steigt. Wir haben eben dann eine feinere Unterscheidung. Würden wir auf 10 m/sec stellen, wäre der Unterschied eben auf diesen Bereich verteilt. Würden wir aber auf 1 m/sec einstellen, kann sich die Steigerung der Piepsfrequenz/-höhe nur von 0 auf 1 m/sec verteilen. Der winzigste Lupfer würde hier schon ein wildes Piepsen auslösen. Normalerweise stelle ich hier 5 m/sec ein, da sich das bewährt hat. Steigt es tatsächlich mal mehr, merke ich den Unterschied zwar nicht mehr, aber da es dann schon prächtig steigt, macht man da nicht viel falsch. An Hammertagen habe ich aber auch schon auf 10 m/sec gewechselt, da man dann doch noch besser zentrieren kann und sich der Piepston nicht gleich wie wild überschlägt. Das kann nämlich auch ganz schön (eher positiv) nerven.

Umgekehrt kann man in diesem Menüpunkt auch das Sinken bzw. den zugehörigen Dauerbrummton steuern, indem man dieselben Einstellungen mit negativen Vorzeichen macht.

In beiden Fällen ist die genaue Einstellung Geschmackssache. Bei schwacher Thermik sind niedrige Steigraten in der Einstellung hilfreich, da man dann die Nuancen des Bartes feiner erkennt und somit das beste Steigen leichter finden kann. An guten Tagen spielt das weniger eine Rolle. Bei den Sinkraten könnte man genauso argumentieren, aber wer sucht schon das geringere Sinken. Am ehesten sucht man hier ganz schnell das Weite, um dieser Zone zu entkommen. Ich habe Freunde, die blenden den Sinkton komplett aus. Sie interessiert nur das Steigen und wenn sie einen Ablasser machen, werden sie nicht vom ständigen Brummton genervt. Es genügt, in der Totzone einen höheren negativen Wert einzugeben, z.B. -10. Dann fällt der Brummton auch bei stärkerem Sinken weg. Brutale Ablasser sind allerdings weitaus schneller. Meine Kameraden schalten daher das Ganze einfach ab, wenn sie loslegen. Ich persönlich höre das Brummen in diesen Fällen schon gar nicht mehr und lasse alles wie es ist.

Ein größeres Vario hätte in solch einem engen Rumpf Platznot.


Das gute alte Link-Vario (früher Wstech) wird in der neuesten Version jetzt von SM-Modellbau vertrieben.


Der GPS-Logger von SM-Modellbau ist mittlerweile schon in der dritten Generation erhältlich und hat ebenfalls ein Vario integriert. Der Test hierzu wird in einer der folgenden FMT-Ausgaben erscheinen.


Beim bereits erwähnten LinkVario Pro von SM-Modellbau kann man auch noch mehr einstellen, aber da auf der Homepage von SM-Modellbau viele gute Infos dazu zu finden sind, gehe ich hierauf an dieser Stelle nicht näher ein.

Beim Picolario 433 MHz von Renschler gibt es eine Besonderheit: Es hat eine automatische Weiten/Empfindlichkeits-Anpassung. Bei schwacher Thermik nutzt es die Empfindlichkeitseinstellung 2 m/s. Umso stärker die Thermik wird, umso unempfindlicher wird das Picolario. Man hört also den Unterschied zwischen 0,1 und 0,2 m/s, aber nicht zwischen 8,1 und 8,2 m/s. Diese Anpassung erfolgt kontinuierlich und automatisch. Das ist vor allem für echte Thermikschleicher interessant, die bei sehr schwacher Thermik eingesetzt werden oder bei stark wechselnden Verhältnissen innerhalb kurzer Zeit.

Optimale Platzierung

Ich habe mein Jeti-Vario schon an die verrücktesten Stellen und in verschiedenen Positionen irgendwo an die Rumpfwand oder auf ein Servobrett geklettet und immer gute Ergebnisse erzielt. Selbst lose in den Rumpf geschobene Jeti MVarios funktionierten einwandfrei. Das gilt nicht für alle Varios, die es auf dem Markt gibt. Vor allem die Öffnung für den Drucksensor darf bei manchen Varios nicht blockiert sein (oder es darf kein Licht einfallen). Generell vertragen Varios natürlich wegen der Messmethode keine Druckänderungen, z.B. durch sich im Rumpf stauende oder aus dem Rumpf abgesaugte Luft (Überdruck, Unterdruck). Hier können also unter Umständen schon Differenzen in der Genauigkeit entstehen. Beim MVario scheint das kein häufiges Problem zu sein. Dennoch ist es sicher kein Fehler, das Vario auf einem Brettchen oder an der Rumpfwand zu befestigen. Von Kollegen habe ich schon gehört, dass CFK-Rümpfe oder CFK-Verstärkungen durchaus manchen GPSSensoren Schwierigkeiten machen können. Die Variofunktion alleine aber sollte darunter nicht leiden.

Scale-Segler bieten meist ausreichend Platz, auch für größere Variometer.


Expandernutzung?

Das MVario hat weitere Anschlüsse, die z.B. für zusätzliche Sensoren genutzt werden können. Damit funktioniert es wie ein Expander mit zwei Anschlüssen. Auch die anderen hier genannten Varios haben weitere Anschlussmöglichkeiten für eine Reihe von Sensoren.

Mehrere Varios

Wer mehrere MVarios besitzt, sollte darauf achten, im jeweiligen Modell auch immer dasselbe Vario zu verwenden. Denn jedes MVario hat eine eigene Kennung (wie auch andere Fabrikate), die im betreffenden Modellspeicher festgehalten wird. Schließt man nun versehentlich ein anderes Vario an das betreffende Modell an, werden zwar beide Varios in den Speicher gelesen, aber nach wie vor sucht er nach dem ursprünglich eingesetzten Vario. Das muss dann entfernt (gelöscht) werden, sonst verliert man den Überblick, welches Vario nun gerade aktiv ist. Leider müssen bei einem solchen Wechsel dann auch alle Parameter neu eingestellt werden. Daher mache ich mir Nummern auf meine Varios und markiere meine Modelle entsprechend. Wer nur eines hat, kann beliebig hin- und herwechseln.

Der GPS-Logger 3 und auch der UniSens-E von SM-Modellbau können sogar auf eine fixe Seriennummer eingestellt werden, sodass sie problemlos zwischen Modellen getauscht werden können. Auch bei Kopie eines Modellspeichers bleiben dann alle Telemetrie- Einstellungen und Parameter erhalten.

Das altbekannte UniSens-E von SM-Modellbau hat ebenfalls ein Vario integriert.


Das Picolario-Vario von Renschler sendet bei Bedarf mit Zusatzmodul auch auf einer eigenen Frequenz.


Fremdvarios

Das Jeti-System ist mit Variometern verschiedenster Hersteller kompatibel. Das LinkVario von WStech ist hervorragend auf Jeti abgestimmt, muss aber auch so bestellt werden. Es ist inzwischen unter dem Namen LinkVario Pro bei SM-Modellbau erhältlich und hat sehr viele Zusatzfunktionen. Im Programm von SM-Modellbau finden sich zudem weitere Alternativen zu einem normalen Vario (z.B. UniSens-E und GPS-Logger 3), die auch mit fast allen gängigen Systemen kompatibel sind.

Beim Picolario von Renschler hat man die Wahl: Entweder nutzt man es wie gewohnt über den Rückkanal oder wählt die eigenständige 433-MHz-Version mit eigenem Empfänger. Vorteil dieser Version: Wenn man neben dem Variometer auch noch weitere Telemetriedaten über den Bus sendet (weitere Sensoren wie GPS, Akkuüberwachung usw.) hat man sehr schnell größere Zeitabstände zwischen zwei Vario-Datenpaketen. Steckt man dieses Vario (oder die anderen bereits erwähnten) direkt an einen Empfänger, werden die angeschlossenen Sensoren eben nacheinander abgearbeitet. Dies führt theoretisch zu einem langsameren und nicht immer gleichen Ansprechverhalten, d.h. das Vario piepst manchmal erst, wenn man schon beinahe durch die Thermik durch ist. Durch den eigenständigen 433-MHz- Rückkanal ist dieses Ansprechverhalten immer gleich.

In meiner Praxis mit mehreren Jeti-Varios in verschieden komplexen Modellen (inclusive mehrerer weiterer angeschlossener Sensoren) und dem alten WSTech-LinkVario sind mir hier aber keine spürbaren Nachteile aufgefallen. Beim LinkVario wird übrigens darauf verwiesen, dass das Variosignal immer Priorität hat. Beim MVario von Jeti habe ich bislang keine diesbezüglichen Hinweise gefunden. Weitere Hersteller Multi-System-kompatibler Varios habe ich nicht gefunden. Möglicherweise gibt es aber noch welche, die ich noch nicht kenne.

Doppelvarios

Das Jeti-M-Vario 2 gehört zu den günstigen Varios, andere kompatible Varios sind manchmal deutlich teurer. Warum? Das liegt am Anspruch dieser Varios bzw. der technischen Umsetzung. Das Jeti MVario2 ist ein Sensor, der sich den Rückkanal mit anderen Sensoren teilt. Das ist grundsätzlich erstmal bei allen Varios so, solange sie über den Rückkanal gesendet werden. Das Jeti MVario2 bietet aber den Vorteil seiner kleinen Baugröße, dabei wird auf einen zweiten Drucksensor verzichtet. Eine TEK-Funktion lässt sich hier nicht so einfach durch Anstecken des Druckschlauches der TEK-Düse verwirklichen. Ein separater MSpeed-Sensor, der die Modellgeschwindigkeit misst, ermöglicht aber auch diese Funktion. Die TEK-Funktion wird dann intern errechnet.

Varios, die anders arbeiten (mit einer eigenen Übertragungsschiene, z.B. Picolario von Renschler), können demgemäß das Signal wesentlich öfter übertragen, was eine empfindlichere, feinere Datenübertragung ermöglicht. Hinzu kommen oft auch deutlich erweiterte Einstellmöglichkeiten und Zusatzfunktionen.

So sieht eine optionale TEK-Düse aus.


Es gibt wie erwähnt auch Doppelvarios, also solche mit zwei Drucksensoren, die es erlauben, das Eigensinken des Modells und Höhenänderungen durch Ruderbewegungen auszugleichen.

Varios mit zwei Sensoren machen besonders beim Einsatz einer TEK-Düse Sinn. Der Drucksensor, an dem die TEK-Düse zur Kompensation der Knüppelthermik angeschlossen ist, hat nun eine geschwindigkeitsabhängige Höhenansage. Wenn man dann einen zweiten Sensor einbaut, der nur die Höhe berechnet, ist auch der Höhenmesser immer exakt.

Gute Varios haben Drucksensoren eingebaut, die im 2-3 cm Bereich rauschen und sind daher bei schwacher Thermik Drucksensoren, die 20-30 cm Eigenrauschen haben, vorzuziehen. Die hier genannten Varios liegen in der Praxis diesbezüglich aber durchaus auf einem vergleichbaren Level.

Es muss natürlich nicht unbedingt teuer sein: Der UniSens-E von SM-Modellbau ist kein eigenständiges Vario, sondern ein Multisensor für Elektroantriebe. Es ist aber auch ein Vario integriert, das im Rahmen der Modellpflege im Laufe der Jahre laut Hersteller immer bessere Drucksensoren erhalten hat. Aktuell ist in der Version V3 der gleiche Drucksensor verbaut, der auch im LinkVario Pro und GPS-Logger 3 ein sehr präzises Vario mit einem Rauschen im cm-Bereich ermöglicht. Den neuen GPSLogger 3 mit seinen vielgestaltigen Möglichkeiten teste ich gerade und werde ausführlich darüber berichten.

Persönlich bin ich bislang mit dem aktuellen Jeti-Vario völlig zufrieden, denn, wie erwähnt, hat es seit längerem (die erste Version war da nicht ganz so gut) eine auch mit teureren Varios durchaus vergleichbare Empfindlichkeit, lediglich die direkte Kombination mit einer TEK-Düse ist eingeschränkt - aber nachrüstbar. Man kann es sogar in drei Empfindlichkeitsstufen vorprogrammieren (alles am Sender, Grundeinstellung ist „medium“), was Sinn macht, wenn man von vorneherein bestimmte Vorstellungen hat, wie empfindlich ein Vario reagieren soll. Außerdem ist es über die Geräteübersicht des Senders ganz bequem programmierbar. Es bietet sogar eine Funktion, mit der man den Elektroflugregler bei Erreichen einer bestimmten Höhe abschalten kann, wie es z.B. bei der Wettbewerbsklasse F5J gefordert ist. Dafür muss unter www.jetimodel. com die Software „MVario2 V. FX.XX“ heruntergeladen werden. Diese Firmware blockiert die normalen Telemetriefunktionen und funktioniert dann als reiner Höhenlimiter. Und noch mehr geht: Auch der Jeti Duplex REX Assist Empfänger bietet nun ein optionales Vario (SW Feature zum Freischalten) an. Der Sensor (und damit das Vario) ist bereits im Empfänger integriert. Ein Trend, den man auch bei anderen Herstellern mehr und mehr sieht.

Fazit

Die Entscheidung fällt wie immer nach persönlichen Vorlieben und Anforderungen. Großseglerpiloten, die eine TEK-Düse wollen, werden wohl zu den meist teureren Doppel-Varios greifen. Für alle anderen Modelle dürften aber kleine, kompakte Varios völlig ausreichen. Technisch sind die hier erwähnten ohnehin alle auf dem neuesten Stand. Wer die Wahl hat, hat also auch hier die Qual. So ist die Welt nun mal!

Bezugsquellen

Jeti MVario2: www.hacker-motor.com

Picolario: www.picolario.de

LinkVario, GPS-Logger, UniSens-E etc.: www.sm-modellbau.de

Mit einem GPS-Sensor und der passenden Software kann man den Flugweg (hier Seiser Alm) betrachten. Wer genau hinschaut, erkennt zwei ziemlich brutale Thermikbärte (ca. 10 m/sec), die das Modell in kürzester Zeit auf eine gute Höhe brachten.