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Focke-Wulf 189 Im Einsatz:Der Beste


FLUGZEUG CLASSIC - epaper ⋅ Ausgabe 10/2019 vom 09.09.2019

Von Mitte 1941 an tauchte die Fw 189 vermehrt an der Ostfront auf. Der »Rahmen«, wie sie die sowjetischen Flieger bald nannten, erfüllte seine Aufgaben mit Bravour und mauserte sich zum – nicht nur deutschen – Nahaufklärer schlechthin


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Bildquelle: FLUGZEUG CLASSIC, Ausgabe 10/2019

So außergewöhnlich wie effizient: Die Fw 189 Uhu überzeugte in ihrer Einsatzrolle und erfreute sich bei den Besatzungen großer Beliebtheit. Die Alliierten hatten kein vergleichbares Flugzeug im Einsatz


Zu Kriegsbeginn flogen die Besatzungen der Nahaufklärerstaffeln die Henschel Hs 126, einen abgestrebten Hochdecker mit zwei Mann Besatzung. Wenngleich sich das Vorkriegsmuster ...

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... über Polen bewährte, trat 1940 klar zutage, dass für kommende Aufgaben die langsame, einmotorige Hs 126 durch die wesentlich leistungsfähigere Fw 189 ersetzt werden sollte.

Zwar erprobten Besatzungen der 9. Staffel (H) vom Lehrgeschwader 2 im Spätsommer 1940 einige Fw 189 A-0 im praktischen Einsatz, mit letztlich gutem Ergebnis. Bis Focke-Wulfs neuer Aufklärer jedoch in nennenswertem Umfang in den Nahaufklärerstaffeln einsatzbereit zur Verfügung stand, dauerte es noch eine ganze Weile. Im Laufe des Jahres 1941 löste man dann langsam die Hs 126 in den Nahaufklärer-Verbänden durch Fw 189 A-1 ab. Nahezu abgeschlossen war die Umrüstung jedoch erst Anfang 1942.

Äußerst beliebt
Bei Besatzungen machte sich beim Wechsel auf einen neuen Flugzeugtyp immer auch eine gewisse Spannung breit. Manch neues Einsatzmuster über-nahmen sie nur ungern. Beim Umstieg auf den Uhu herrschte jedoch durchwegs Zustimmung. Wenngleich Fw 189 und Hs 126, abgesehen vom Einsatzzweck, nichts gemeinsam hatten und der Wechsel eine große Umstellung bedeutete, brachte die »189« fast nur Vorteile: steigfreudiger, sicherer, mehr Platz, besser ausgestattet und bewaffnet … Mit dem Uhu erhielten die Nahaufklärer ein höchst taugliches Fluggerät, das sich rasch großer Beliebtheit bei den Besatzungen erfreute.

Die Besatzung der Fw 189 A-1, T1+GM, der 4.(H)/Aufklärungsgruppe 10 »Tannenberg« besteigt ihre Einsatzmaschine. Die Staffel wurde während der Kämpfe um Stalingrad aufgerieben


Ein Wart wärmt die Argus-Motoren vor, die sich – korrekt gehandhabt – als sparsam und überaus zuverlässig erwiesen


Die 6M+GH der 1.(H)/11 wird für den nächsten Einsatz klargemacht. Die Leitwerkträger wirken zwar zerbrechlich, hielten jedoch, wie der Rest des Flugzeugs, enorme Beschädigungen aus


Zweckdienlicherweise unterstanden die Nahaufklärer grundsätzlich der jeweiligen Heeresführung, für die sie taktische Nahaufklärung flogen. Um die Stäbe der Bodentruppen, darunter oftmals Panzereinheiten, möglichst rasch bezüglich der momentanen Frontlage benachrichtigen zu können, warfen die Besatzungen Meldebüchsen ab, die weißen oder farbigen Rauch abgaben.

Nach steigenden Verlusten reorganisierte man 1942 die Aufklärungsverbände, um die Einsätze effizienter zu gestalten. Die Einheiten unterstanden nun ganz den Fliegerkorps. So wurden die Nahaufklärerstaffeln der Aufklärungsgruppen (mit einem H für Heer versehen) in Nahaufklärungsgruppen (NAG, auch NAGr) zusammengefasst beziehungsweise diesen variabel unterstellt.

Aufgrund der zunehmenden Stärke der Alliierten an allen Fronten rüsteten Staffeln auf wesentlich schnellere, ebenfalls mit Kameras bestückte Aufklärerversionen der Jagdmaschinen Focke-Wulf Fw 190 und Messerschmitt Bf 109 um. So etwa die im Oktober 1942 neu entstandene 1. und 2. Staffel der NAG 13, die aus der 1.(H)23 beziehungsweise der 4.(H)13 hervorgingen, die vormals Fw 189 an der Ostfront flogen. Ihr Einsatzgebiet war nun Saint-Brieuc, etwa 120 Kilometer östlich von Brest.

Schwerpunkt Ostfront
Der Einsatzschwerpunkt der Fw 189 lag klar an der Ostfront, wo im September 1942 etwa 175 Exemplare des Focke-Wulf-Typs in Dienst standen. Die sowjetischen Flieger gaben dem markanten, deutschen Flugzeug bald den förmlich treffenden Spitznamen»Rama « (Rahmen).

Das »Glashaus« der Fw 189 A bot hervorragende Sichtverhältnisse, wenngleich die schrägen Frontscheiben unter Umständen zu unangenehmen Reflexionen neigten. Die Hauptinstrumente lagen im oben angebrachten Gerätebrett, was dem Piloten sowie dem Beobachter ein freies Sichtfeld verschaffte


Der stark verglaste Rumpf bot einer dreiköpfigen Besatzung Platz und ermöglichte bei Jägerangriffen ein enges Zusammenspiel


Die Lichtbildausrüstung einer Fw 189 A

Schematische Darstellung der Lichtbildanlage aus dem Flugzeug-Handbuch der Fw 189 A


Wie sowjetische Jagdflieger bald herausfanden, stellte der fliegende »Rahmen « durchaus keine leichte Beute dar. Zwar konnte die Fw 189 mit schnellen einmotorigen Jägern keinesfalls mithalten, doch ließ sich die voll kunstflugtaugliche Zweimot sehr eng kurven – überraschend eng für so manchen gegnerischen Jagdflieger, dem der wendige Aufklärer nur allzu leicht aus dem Visier glitt. Zumal der Angreifer wiederum selbst leicht ins Visier der Bordschützen oder des Piloten mit seinen beiden starr in den Flächen montierten MG 17 geraten konnte. Eine Fw 189 im Tiefflug, die Ausweichmanöver fliegt und schießt, galt daher als harter Gegner und deren Abschuss als hohe Anerkennung für den Jagdflieger. Griffen mehrere Feindjäger eine Fw 189 an, wurde es auch für eine versierte Fw-189-Besatzung sehr brenzlig. Dann konnte den drei Besatzungsmitgliedern im Uhu immer noch die überaus stabile Konstruktion der Fw 189 beistehen, die erhebliche Beschussschäden verkraftete.

So manche Fw 189 kehrte stark lädiert zurück, so am 19. Mai 1942, als zwei MiG-3-Jäger einen »Rahmen« in 4000 Meter Höhe angriffen und dabei erhebliche Treffer im linken Leitwerkträger sowie im Motor landeten. Auch kam aus der Fw 189 kein Abwehrfeuer mehr. Plötzlich riss angeblich der beschossene Motor komplett ab und rauschte in die Tiefe. Die Jäger ließen von der offensichtlich vernichteten deutschen Maschine ab, die sich mit dem zweiten Argus-Motor weiter leidlich in der Luft hielt. Tatsächlich schaffte es ihr Pilot, den extrem beschädigten »Vogel« auf einem vorgelagerten Flugfeld notzulanden, wobei das linke Fahrwerk einknickte und weitere Schäden bewirkte.

War die Munition verschossen, kam es auch vor, dass Feindjäger den zähen Aufklärer rammten, um ihn so vom Himmel zu holen.

Ein weiterer Kriegsschauplatz für die Fw 189 tat sich in Nordafrika auf. Allerdings blieb es bei wenigen, unter anderem mit Sandfiltern ausgerüsteten Fw 189 A/Trop, die für Rommels Afrikakorps wertvolle gegnerische Einblicke sammelte. Auch eine Reihe britischer Jagdflieger musste die Erfahrung machen, dass es nicht so einfach war, einen dieser merkwürdigen deutschen Aufklärer abzuschießen.

Neben der Hauptaufgabe der Feindaufklärung, wozu auch die Lenkung des Artilleriefeuers gehörte, flogen Fw 189, mit vier 50-kg-Bomben bestückt, als leichte Kampfflugzeuge. Beim Kampf gegen Partisanen und deren gut getarnte Lager zum Beispiel erzielten Fw-189-Besatzungen mit ihren langsam kurvenden Maschinen große Erfolge.

Ein Kriegsberichterstatter in der relativ geräumigen Kabine. Oben ist der B-Stand zu sehen


Der Beobachter konnte direkt neben dem Piloten sitzen


Der Heckschütze der T1+GM an seinem MG 15, Kaliber 7,92 Millimeter. Die Waffe war in einer um 360 Grad drehbaren Lafette gelagert


Testpilot Eric Brown: »Exzellent«

Die Fw 189 ließ sich relativ einfach fliegen und stellte an den durchschnittlichen Flugzeugführer keine großen Anforderungen. Einmal in 3000 Meter Marschflughöhe, gestaltete sich der Flug mit dieser außergewöhnlichen Maschine als überaus entspannt. Dies durfte auch der britische Testpilot Eric »Winkle« Brown nach dem Krieg erfahren, als er eine Fw 189 als Reisemaschine nutzte.

Von der Sicht nach vorne zeigte sich der routinierte Flieger allerdings etwas enttäuscht, hier hatte er sich von dem Aufklärer doch mehr erwartet. Zwar genoss die Besatzung in der Fw 189 aufgrund der extremen Verglasung ausgezeichnete Sichtverhältnisse, doch konnten die unterschiedlich schräg gestellten Plexiglasscheiben im Frontbereich des Aufklärers mitunter für störende Reflexionen sorgen und dadurch die Sicht nach vorne beeinträchtigen. Die Wendigkeit der relativ großen Zweimot mit einer Spannweite von immerhin 18,4 Metern erstaunte und begeisterte Brown dagegen.

Selbst im insgesamt unproblematischen Einmotorenflug blieb die Fw 189 noch bemerkenswert wendig. Zeigte der Fahrtmesser wenigstens 160 km/h an, war auch einmotorig ein Durchstarten mit dem Uhu möglich. Da die Fw-189-Besatzungen vorwiegend in geringen Höhen operierten, konnte es in be-wegter Luft schon mal recht bockig zugehen. Die Fw 189 meisterte derartige Einsatzbedingungen und lag zum Wohle guter Lichtbilder auch dann noch stabil in der Luft.

Beim Landeanflug standen laut Flugzeughandbuch 180 km/h und beim Einschweben 150 km/h auf der Anzeige. Bei 110 km/h setzte sich die Focke-Wulf Fw 189 auf die Bahn – am besten in Dreipunktlage, da die Maschine beim Aufsetzen mit dem Hauptfahrwerk zum Springen neigte. Eric Brown hätte den deutschen Aufklärer gerne noch weiter geflogen und stieg nur wegen des mangelnden Transportvolumens auf eine Siebel Si 204 um.

Herbe Verluste
Mit der zunehmenden Überlegenheit der sowjetischen Luftstreitkräfte nahmen auch die Verluste an Flugzeugen und Besatzungen stetig zu. Während der Kämpfe um Stalingrad 1942/43 lag die Verlustrate bei 25 Prozent. Selbst mit starkem Jagdschutz blieben die Aufklärungsmissionen der Fw-189-Besatzun-gen eine äußerst gefährliche Angelegenheit, auch, da der »Rahmen« höchste Abschusspriorität beim sowjetischen Gegner »genoss«. Natürlich hatte zudem die stetig wachsende Flugabwehr vom Boden aus einen großen Anteil an den Fw-189-Verlusten. In neun von zehn Einsätzen kam eine Besatzung mit Treffern der sowjetischen Flak in ihrem Uhu zurück – wenn sie wiederkehrte.

Dennoch absolvierten viele erfahrene Piloten, Beobachter und Bordschützen mehrere Hundert Missionen auf der zähen Fw 189. 1943 konnte etwa die 1.(H)/AufklGr 21 in der NAG 9 auf der Krim ihren 2000. Einsatz feiern. Doch gut ausgebildete Flugzeugführer fehlten und neue, rasch geschulte, unerfahrene Piloten kehrten oftmals bereits nach nur wenigen Einsätzen nicht mehr zurück. Als Konsequenz zog man die langsamen Fw 189 ab Herbst 1943 Zug um Zug aus dem Einsatz und ersetzte sie durch Bf 109 oder Fw 190, teilweise auch zweimotorige Bf 110. Zudem bildete man Fw-189-Beobachter eiligst zu Flugzeugführern aus, um dann einmotorige Aufklärer fliegen zu können, wobei sich folglich ebenfalls hohe Verluste ergaben.

Fw 189 A-1 der 2.(H)/Aufklärungsgruppe 13 in Smolensk 1942 mit Wintertarnanstrich Zeichnung H. Ringlstetter/ Aviaticus


Bodenpersonal beim Einhängen einer 50-kg-Bombe am ETC 50 unter der linken Fläche einer Fw 189 A


Entspannte Stimmung herrscht an der V7+1J, einer Fw 189 A der 1.(H)/32, in Finnland 1943. Der Aufklärer war bis vor Kurzem noch mit einem provisorischen Wintertarnanstrich versehen


Foto Archiv SA-Kuva

Anfang April 1944 verfügte die im Mittelabschnitt der Ostfront kämpfende Luftflotte 6 noch über 42 einsatzfähige Fw 189 in vier Nahaufklärungsgruppen.

Nachtaktiv
Aufgrund der gegnerischen Luftüberlegenheit verlegte man Mitte 1943 vielfach die mit Fw 189 geflogenen Aufklärungsmissionen in den Schutz der Dunkelheit, wofür die Flugzeuge eine spezielle Ausstattung erhielten. Mit den zur Zielerhellung mitgeführten Leuchtbomben gingen die Besatzungen sparsam um, da sie auch in etwa die Position der Fw 189 verrieten und die Flak entsprechend reagierte.

Noch am 2. Mai 1945 schossen USSoldaten bei Tag eine Fw 189 der 13.(H)/14 der NAG 4 ab, während sie eine zweite »189« verfehlten. Alle drei Besatzungsmitglieder kamen beim Absturz des Uhu ums Leben. Es handelte sich wohl um einen Verlegungs-oder sonstigen Flug, da die Einheit schon seit Oktober 1944 nur mehr in der Nacht ihre Aufklärungsmissionen absolvierte.

Gemeinsam mit anderen an sich zur Jagd untauglichen Flugzeugen kamen bei den Nachtjagdgeschwadern 5 und 100 im Jahr 1944 Fw 189 A zum Einsatz. 30 der vormaligen Nahaufklärer erhielten eine funkmesstechnische Ausrüstung in Form eines FuG 212 C Lichtenstein, dessen Antennenanlage aus dem verglasten Bug ragte. Als Bewaffnung baute man in den B-Stand auf dem Rumpfrücken ein schräg nach vorne/ oben feuerndes MG 151/15 oder 151/ 20 ein (»schräge Musik«), wie sie sich in gängigen Nachtjägern der Typen Bf 110 und Ju 88 bereits bewährte. Angesetzt waren diese Behelfsnachtjäger vor allem auf langsame sowjetische Doppeldecker, die nervenraubende nächtliche Störangriffe an der Front flogen.

Überwiegend kam die Fw 189 zwar als Aufklärungs-und leichtes Kampfflugzeug zum Einatz, in geringem Umfang jedoch auch als Verwundetentransporter sowie Schul-und Kurierflugzeug. Insbesondere als Reisemaschine erfreute sich die Fw 189 aufgrund ihrer besonderen Auslegung großer Beliebtheit. So flog etwa Feldmarschall Kesselring in Nordafrika eine speziell modifizierte Fw-189A-1/U2, und auch Focke-Wulfs Technischer Direktor, Kurt Tank, nutzte die Fw 189 sehr gerne für Betriebsflüge. Erst spät ließ er sich mit Blick auf die zunehmende alliierte Bedrohung durch Jäger vom Fliegen der bei Focke-Wulf auch »Eule« genannten Maschine teilweise abbringen und flog die »189« nur mehr bei Nacht.

Außer der deutschen Luftwaffe setzten auch die verbündeten Luftstreitkräfte von Ungarn, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei den deutschen Aufklärer mit Erfolg ein.

Behelfs-Nachtjäger Fw 189 A des NJG 100 mit FuG 212 C-1 Lichtenstein und Flammendämpfer. Aus dem ehemaligen Abwehrstand auf dem Rumpfrücken ragt der Lauf eines schräg installierten MG 151 (»schräge Musik«)


Eine Fw 189 A der in Finnland eingesetzten 1.(H)/32 mit individuellem Sichtschutzanstrich


Wehrhaft und tödlich für so manchen Angreifer: eine Fw 189 A-2 der 2.(H)/31 mit den späten Ausführungen der Abwehrstände mit MG 81 beziehungsweise MG 81 Z (Zwilling) an der Ostfront 1943. Andere Maschinen verfügten in beiden Ständen über MG 81 Z


Bisher erschienen (Auswahl):

FC 02/2019: Messerschmitt Bf 110

FC 04/2019: Northrop P-61

FC 06/2019: DFS 230

FC 08/2019: Iljuschin Il-2


Fotos, soweit nicht anders angegeben, Sammlung Herbert Ringlstetter