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Fokus Nachfolge: UND NUN ZU DEN FINANZEN…


creditshelf - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 24.05.2019

Viel Zündstoff in einer Nachfolge bietet die Einigung auf einen Kaufpreis. Hier treffen zwei Interessenlagen aufeinander: Der Übernehmer möchte einen möglichst geringen Kaufpreis zahlen. Der Übergeber auf der anderen Seite will sein Unternehmen nicht „zum Schleuderpreis“ abgeben. Schließlich geht es ja um das eigene Lebenswerk, in das viel Zeit, Leidenschaft und Geld investiert wurde. Handelt es sich zudem noch um eine altersbedingte Übergabe, möchte auch die eigene Altersvorsorge bedacht werden. Wir können beide Seiten verstehen! Lesen Sie hier von den verschiedenen Verfahren einer Unternehmensbewertung und den Möglichkeiten, sich das nötige Kapital zu beschaffen.

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Welche Verfahren der Unternehmensbewertung gibt es?

Laut aktuellem Nachfolgereport des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) fordern 42 Prozent der Alt-Inhaber einen überhöhten Kaufpreis. Dieser muss unter Einbeziehung sämtlicher Aspekte des Unternehmens korrekt sowie transparent berechnet werden – holen Sie sich hierfür im Idealfall einen erfahrenen Berater an die Seite. Welche Methoden es gibt, den „realen“ Kaufpreis festzulegen, haben wir Ihnen hier in einer Übersicht dargestellt. Es existiert kein einheitliches Verfahren sondern unterschiedliche, die je nach Zweck, Unternehmensgröße und vorhandenem Datenmaterial – und oft auch in Kombination – angewendet werden.

Ertragsorientierte Verfahren
…legen den Fokus auf das Potential eines Unternehmens, zukünftig Gewinne zu erwirtschaften.
• Ertragswertverfahren: Der Ertragswert errechnet sich aus dem bereinigten Betriebsergebnis der letzten drei bis fünf Jahre. Der Käufer will im Rahmen dieses Verfahrens wissen, ob die erwirtschafteten Gewinne eine angemessene Verzinsung darstellen und die Erträge ausreichend für das Leisten von Zins- und Tilgungszahlungen sowie das Tätigen von Investitionen sind.
• Discounted-Cash-Flow-Methode: Dieses Verfahren rückt nicht den zukünftigen Gewinn, sondern den freien Cash-Flow in den Vordergrund. Letzterer zeigt den eigenerwirtschafteten Betrag an, der auch wirklich für Investitionen, Tilgungen oder drohende Liquiditätsengpässe zur Verfügung steht, und hat damit eine verlässlichere Aussagekraft als der Ertragswert.

Substanzwertorientierte Verfahren
…basieren auf den aktuellen Marktwerten der vorrangig materiellen Unternehmensgegenstände und eignen sich damit vor allem für Unternehmen, die über ein besonders hohes Anlagevermögen verfügen.
• Substanzwert-Verfahren: Der Substanzwert gibt an, welchen Betrag man zum Zeitpunkt der Unternehmensbewertung aufwenden müsste, um ein Unternehmen mit gleicher Ausstattung aufzubauen. Dieser wird ermittelt, indem man die Marktwerte der im Unternehmen vorhandenen Vermögensgegenstände aufsummiert und die Verbindlichkeiten abzieht.
• Liquidationsverfahren: lohnen sich nur, wenn der absolute Mindestwert des Unternehmens bestimmt werden soll. Er errechnet sich aus der Summe des kompletten Unternehmensbestands, wenn man diesen zu den üblichen Marktpreisen verkaufen würde, abzüglich der Verbindlichkeiten und zuzüglich der Forderungen.

Vergleichsorientierte Verfahren
…sind lediglich für eine erste grobe Schätzung geeignet. Dabei werden substantiell und strukturell vergleichbare Unternehmen herangezogen, deren Verkauf oder Zukauf zeitnah stattfand. Es handelt sich bei den berechneten Werten allerdings nur um typische Durchschnittswerte (EBIT bzw. Umsatz).

„Emotionen verleiten Alt-Inhaber oft zu überhöhten Verkaufspreisen. Anerkannte Methoden der Unternehmensbewertung liefern objektive Werte.“Simon Leopold, Geschäftsführer und Unternehmensberater, ABG Consulting-Partner GmbH & Co. KG

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Für Geschäftsführer, die ein zur Übergabe bereitstehendes Unternehmen zukaufen wollen und Kapital benötigen, lohnt sich eine Anfrage auf unserer digitalen Plattform. Hinter creditshelf steht ein Netzwerk von institutionellen Investoren sowie Family Offices, die viel Potential in Mittelstandskrediten sehen.“Dr. Tim Thabe, Gründungspartner und Vorstand, creditshelf Aktiengesellschaft

Welche Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung gibt es für Übernehmer?

Versetzen wir uns nun in die Rolle des Übernehmers. Dieser hat die Herausforderung, die Finanzierung des Kaufpreises zu stemmen und versucht daher, einen möglichst geringen Kaufpreis auszuhandeln. Hinzu kommt, dass er in seinem Finanzierungskonzept neben dem Kaufpreis auch Beratungskosten, Steuern sowie Mittel für den langfristigen Fortbestand des Unternehmens einkalkulieren muss. Geht man nach den aktuellen Zahlen des DIHK, hat rund jeder zweite Nachfolger Schwierigkeiten, sich das nötige Kapital zu beschaffen.

Ganz wichtig: Im Idealfall stehen rund 15 bis 20 Prozent des Kaufpreises in Form von Eigenkapital zur Verfügung. Neben Eigenkapital können Nachfolger auch Fremdkapital, das sogenannte Mezzanine-Kapital, eine Mischform, sowie weitere alternative Lösungen nutzen. Einen Auszug verschiedener Möglichkeiten und Quellen stellen wir hier kurz vor:
• Beteiligungskapital: wird entweder in Form einer offenen oder stillen Beteiligung ohne die üblichen Sicherheiten bereitgestellt.
• Zuschüsse: werden von Bund, Ländern, Kommunen und der EU im Rahmen zahlreicher Förderprogramme gewährt und sind unter www.foerderdatenbank.de aufgeführt.
• Bankdarlehen: werden sowohl für das Beschaffen von Investitions- als auch von Betriebsmitteln genutzt. Hierunter dienen Investitionskredite für die Finanzierung des Kaufpreises, Betriebsmittelkredite für die laufenden Ausgaben.
• Private Darlehen: stammen beispielsweise von der Familie, Bekannten, Kunden, Geschäftspartnern und privaten Anlegern.
• Bürgschaften: sind hilfreich, wenn man für die Gewährung von Darlehen nicht die nötigen Sicherheiten vorweisen kann. Bürgschaftsbanken treten an der Stelle ein und übernehmen gegenüber dem Kreditgeber Ausfallbürgschaften für bis zu maximal 80 Prozent des Kredits und bis zu einem Höchstbetrag von 1,25 Mio. EUR.
• Verkäuferdarlehen: In diesem Fall wird ein Teil der Kaufpreisverbindlichkeiten in ein Darlehen des Übergebers umgewandelt, der somit einen Teil des Kaufpreises erst zu einem späteren Zeitpunkt erhält.
• Förderdarlehen: sind öffentlich geförderte, zinsgünstige Kredite von der KfW und den Förderbanken der Länder.
• Alternative Finanzierungslösungen: Stille Reserven im Unternehmen, zum Beispiel in Form von Maschinen, und die daran gebundenen finanziellen Mittel können über das Sale & Lease Back-Verfahren freigesetzt werden.

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