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Formel 1: „Normalerweise analysiere ich jeden Fehler“


Top Speed - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 30.01.2020

Die Formel 1 nach und vor der Saison


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Die Mercedes-Piloten dominierten auch 2019 in der Formel 1, dabei …


„Niemand dachte, auch ich nicht, dass ich Fangio schlagen könnte. Und ich habe es geschafft. Rekorde sind da, um gebrochen zu werden. Ich bin da sehr entspannt, wenn es eines Tages passieren wird. Ein Problem werde ich damit nicht haben. Es könnte einer der aktuellen oder einer der zukünftigen Piloten schaffen“, sagte Michael Schumacher in einem Gespräch mit dem britischen TV-Sender ,BBC‘ bereits 2008. Von 1994 bis 2004 gewann der Deutsche sieben Weltmeisterschaften, nach 91 Grand Prix stand er auf der höchsten Stufe des Podiums. Damit ist Schumacher der erfolgreichste Fahrer in der Formel-1-Geschichte. Nicht nur anlässlich seines 51. Geburtstages (* 3. Januar 1969), sondern in erster Linie aufgrund seines gesundheitlichen Schicksals wünschen wir Michael bestmögliche Genesung und alles erdenklich Gute.

Zurück zu 2008, exakt in diesem Jahr holte ein damals 23-Jähriger McLaren-Pilot die erste F1-WMKrone. Sein Name? Logisch, Lewis Hamilton! Seit 2013 ist der Brite offi zieller Werksfahrer bei Mercedes, gleichbedeutend mit der Entwicklung einer famosen und bis in die Gegenwart gültigen Erfolgsgeschichte. 2019 gewann Lewis Hamilton die sechste Weltmeisterschaft in der Königsklasse des Automobilsports. Damit nicht genug, denn zum sechsten Mal hintereinander feierte Mercedes AMG Petronas Motorsport neben dem Fahrer- zugleich den Konstrukteurs- Titel. „Das ist erstaunlich, sie haben dabei starke Konkurrenz gehabt. Du brauchst einen großartigen Fahrer, ein großartiges Auto und ein großartiges Team“, urteilte FIA-Präsident Jean Todt über die Sternfahrer. In der erfolgreichen Zeit von Michael Schumacher bei Ferrari arbeitete der Franzose als Chef der Scuderia. Insofern richtet sich schon jetzt der Blick auf die nächste Formel- 1-Saison 2020. Bleibt die Überlegenheit der Silberpfeile? Kann Hamilton 2020 die Rekordmarken von Schumacher verbessern? Noch hat Lewis einen WMTitel und sieben Grand-Prix-Siege weniger als Michael. Allein 2019 stand der Brite nach elf von 21 Rennen in der Mitte des Podiums und „God save the Queen“ erklang, um ihn zu ehren. „Die Punkte werden wieder auf null gesetzt. Ich glaube nicht, dass wir in der nächsten Saison zehn oder zwölf Rennsiege pro Team sehen werden“, meinte Mercedes-Motor sport chef Toto Wolff. Hamilton stellte seinen Spirit unter Beweis: „Hoffentlich bekommen wir einen echten Drei- oder Vierkampf. In der aktuellen Formel 1 gibt es viele junge Talente mit viel Potenzial, sie sind die Zukunft des Sports. Ich freue mich auf die Zukunft und mit diesen Jungs Rennen zu fahren. Wenn sie näher heranrücken, werden wir viel mehr Positionskämpfe sehen.“ Einer der von Lewis erwähnten Talente ist mit Sicherheit Charles Leclerc. Der inzwischen 22-Jährige (* 16. Oktober 1997) gewann in seinem Rookie-Jahr nicht nur zwei Läufe, er verwies als Gesamtvierter auch seinen Scuderia-Kollegen, den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel, auf den Platz nach ihm in der finalen Tabelle. „Ich bin sehr glücklich mit meiner ersten Saison. Ich habe mich gesteigert, aber auch Fehler gemacht, die am Ende einige Punkte gekostet haben. Doch normalerweise analysiere ich jeden Fehler, den ich mache, um besser zu werden und ihn nicht zu wiederholen“, resümierte der Monegasse. Sein Sieg zum Grand Prix von Italien, somit vor der Haustür der Scuderia, erwies sich für Leclerc zwar als spezielles Erlebnis, aber dennoch blieb der Ferrari-Youngster realistisch: „Natürlich ist Monza etwas, das über all meine Träume hinausging. Vor Tausenden Ferrari-Fans auf diesem Podium zu stehen, das war absolut verrückt. Diese Erfahrung werde ich nie vergessen! Andererseits habe ich noch viel zu tun, um besser zu werden. Ich werde versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren und mich zu steigern.“ Sein Teamkollege Sebastian Vettel stellte selbstkritisch fest: „Hier und da hätte ich besser sein müssen. Von mir gab es ein paar Fehler, die ich nicht hätte machen sollen. Es gibt Dinge, die ich besser kann. Damit werde ich mich beschäftigen und versuchen, 2020 besser zu sein. Unterm Strich waren wir als Team nicht so konkurrenzfähig wie gewünscht.“ Besonders negativ in Erinnerung sind natürlich die internen Plänkeleien zwischen dem Monegassen und dem Deutschen. „Wenn Ferrari wirklich das Ende der Mercedes- Dominanz herbeiführen will, dann muss Ferrari seine Piloten 2020 nicht nur ein konkurrenzfä- higes Auto hinstellen. Es muss auch gewährleistet sein, dass sich gewisse Zwischenfälle nicht wiederholen. Es ist nie schön, wenn sich Teamkollegen, wie in Brasilien, gegenseitig aus dem Rennen nehmen. Ich will nicht darüber urteilen, wer Schuld hatte. Doch unterm Strich wäre es wahrscheinlich gut, einer von beiden würde sich an Hamilton ein Beispiel nehmen und die Verantwortung für den Zwischenfall übernehmen - so wie es Hamilton nach der Kollision mit Albon getan hat“, urteilte Formel- 1-Sportchef Ross Brawn. Der heutige DTM-Chef und ehemalige Ferrari-Chauffeur Gerhard Berger äußerte sich in einem Gespräch mit ,ServusTV‘ ebenfalls zur Situation in Maranello: „Leclerc ist die Jugend, die nächste Generation. Vettel hat ganz klar erkannt, dass er mit Leclerc einen Mann im Team hat, bei dem er alle Register ziehen und seine Erfahrung spielen lassen muss, die er sich bei vier WM-Titeln gesammelt hat. 2020 wird das sicher eine harte Nummer für Sebastian, denn Charles ist schnell, ganz schön ausgeschlafen.“ Im Gegensatz zur Scuderia herrschte bei Red Bull nach dem 2019er-Saisonende wesentlich mehr Zufriedenheit, schließlich belegte Max Verstappen im WM-Gesamtklassement die dritte Position - vor Leclerc und Vettel. Außerdem gewann der Niederländer drei Grand Prix. Nicht nur, dass Max einen dieser Erfolge zum zweiten Mal hintereinander in Österreich und somit auf dem Red Bull Ring feierte, sorgte für lobende Worte seines Chefs Christian Horner: „Ja, ich glaube, das war das stärkste Jahr von Max in der Formel 1. Die Art und Weise, wie Max gefahren ist, war sehr, sehr positiv. Damit nicht genug. In punkto Boxenstopp-Zeit erzielte die Crew aus Milton Keynes einen neuen Rekord. In phantastischen 1,82 Sekunden wechselte das Team Brasilien alle vier Räder am Auto von Verstappen. Im Hinblick auf die am 15. März beginnende Formel-1-Weltmeisterschaft 2020 meinte der Oranje-Star: „Wir wissen, dass wir von Beginn an konkurrenzfähig sein müssen. Wir wollen um den Titel kämpfen. Von daher stecken wir alle Anstrengungen da hinein. Einfach wird es nicht, aber wir werden es versuchen. Wir versuchen alles, was wir können.“ Anfang Januar verlängerten Red Bull und der Niederländer ihre Zusammenarbeit bis einschließlich 2023.

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… gewann Lewis Hamilton den sechsten Weltmeistertitel, doch …


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Die erst 22-jährigen Max Verstappen und Charles Leclerc haben keine Berührungsängste


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… der Brite ist auch ein begeisterter Motorradfahrer


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Blieb nicht nur unter den eigenen Erwartungen - Sebastian Vettel Blieb nicht nur unter den eigenen Erwartungen - Sebastian Vettel


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Carlos Sainz überzeugte in der letzten Saison mit bemerkenswerten Ergebnissen


„… weil ich keine Highlights verpassen möchte.“


Leclerc und Verstappen sind beide erst 22 Jahre jung. Am 7. Januar brannten auf der Geburtstags- Torte von Lewis Hamilton immerhin schon 35 Kerzen. Können Charles und Max den Briten 2020 noch mehr Paroli bieten? „Obwohl ich schon etwas älter bin als sie, fühle ich mich zum Glück so, als könnte ich es immer noch mit diesen Jungs aufnehmen“, offenbarte der Racer aus der englischen Grafschaft Hertfordshire. Kurz vor dem Weihnachtsfest offenbarte Ferrari die Vertragsverlängerung mit Leclerc bis einschließlich 2024.
Auch in den Teams hinter den „Big Three“ gab es in der letzten Saison einige Akteure, die mit ihren fahrerischen Leistungen durchaus überzeugten. Einer davon ist zweifellos Carlos Sainz. Der Spanier gilt als das beste Beispiel in dieser Beziehung. In Saõ Paulo erlebte er mit Rang drei seine erste Champagner-Zeremonie in der Königsklasse. „In diesem Jahr habe ich einen gewaltigen Schritt gemacht. Ich bin gewillt, darauf aufzubauen. Ich möchte so weitermachen, um ein noch stärkerer Fahrer zu werden“, erklärte der McLaren-Pilot. Teamchef Andreas Seidl honorierte die gewachsene Performance des 25-jährigen Madrilenen: „Carlos war während der gesamten Saison sowohl im Qualifying als auch im Rennen dabei. Das Ergebnis sieht man an der Anzahl der Punkte, die er gewonnen hat. Was Carlos in den letzten Rennen zeigte, bestätigt nur, dass er in Zukunft der Richtige für uns ist.“ Nicht zuletzt aufgrund der Resultate von Sainz belegte McLaren als „Best of Rest 2019 die vierte Position in der WMTeamwertung. Genau dieses Ziel hat Racing Point 2020 im Visier. „Sie werden alle daran arbeiten, sich zu verbessern. Dadurch wird es umso schwieriger sein, noch mehr aufzuholen. Dennoch denke ich, Podestplätze und Team- Rang vier sollten für uns das Ziel in der nächsten Saison sein“, sagte Sergio Perez. Der Mexikaner gehört seit 2011 zum Aufgebot der Formel 1. Seitdem erlebte Perez acht Pokal-Rituale als direkt Beteiligter. Was ihm noch fehlt, ist ein Sieg. Nach seinem F1-Comeback, Anfang vorigen Jahres hat Robert Kubica diesen ausgewählten Kreis wieder verlassen, jedoch nur als Stammpilot, denn Alfa Romeo verpflichtete den gebürtigen Krakauer als offiziellen Ersatzfahrer.

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Segio Perez will 2020 um Podiumsplätze kämpfeSegio Perez will 2020 um Podiumsplätze kämpfen


„ICH FÜHLTE MICH WIE EIN FORMEL-1-FAHRER UND GENOSS ES SEHR …“


„Mich hat seine Rückkehr in die Formel 1 sehr gefreut. Robert hat es den Zweiflern bewiesen, dass er selbst mit so einer Verletzung einen Rennwagen fahren und kämpfen kann. Hätte er damals nicht diesen sehr unglücklichen Unfall gehabt, er hätte Weltmeister werden können“, stellte Mercedes- Motorsportchef Toto Wolff fest. Zur Erinnerung: Kubica verunglückte im Februar 2011 bei einer Rallye-Veranstaltung in Italien schwer. Dabei zog sich der Pole eine schwere Handverletzung sowie zahlreiche Arm- und Beinbrüche zu. Mit einem Hubschrauber wurde er in eine Klinik gebracht und sofort notoperiert. Kubica fiel damals verletzungsbedingt für die gesamte Saison aus. Last but not least: Am 9. Dezember 2019 tauschten Lewis Hamilton in Valencia ihre Arbeitsgeräte (siehe „Top Speed“ Januar/2020, Seiten 14 und 15). „Ich fühlte mich wie ein Formel-1-Fahrer und genoss es sehr. Die Formel 1 ist überirdisch, surreal“, urteilte der neunfache Motorrad-Weltmeister nach seiner Ausfahrt im F1-Mercedes. Zu seinem möglichen Wechsel in das Cockpit des Silberpfeils meinte der Italiener scherzhaft: „Lewis sagte mir, dass ich noch Zeit habe. Leider sitzt mir das Alter im Nacken. Aber wenn Bottas mit der Yamaha neben Viñales fahren wollte, wäre das für mich in Ordnung. Wir hätten dann zwei Paarungen, Hamilton/Rossi in der Formel 1 und Bottas/Viñales in der MotoGP. Wenige Tage nach dem Treffen dieser beiden Ausnahmekönner wählten die Formel- 1-Teamchefs und seine Kollegen, mit Ausnahme von Ferrari-Crewchief Mattia Binotto, den Fahrer des Jahres 2019. Lewis Hamilton gewann dieses Votum von beiden Seiten zu Recht und mehr als verdient!

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Valentino Rossi bleibt in der MotoGP - Lewis Hamilton will seinen Formel-1-Titel verteidigen


Fotos: motorsportpressebild.de (7), motogp.com (1)

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