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FOTOAUSSTELLUNG: Jene sichtbar machen, die im Verborgenen arbeiten


Friedhofskultur - epaper ⋅ Ausgabe 1/2019 vom 02.01.2019

Friedhofsmitarbeiter sind Gärtner, Seelsorger, Handwerker und Sargträger zugleich: eine Fotoausstellung zeigt die Menschen hinter den Kulissen des Südwestkirchhofs Stahnsdorf.


Artikelbild für den Artikel "FOTOAUSSTELLUNG: Jene sichtbar machen, die im Verborgenen arbeiten" aus der Ausgabe 1/2019 von Friedhofskultur. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Friedhofskultur, Ausgabe 1/2019

Anke Kreys Fotos sind nicht inszeniert, dennoch wirken sie manchmal wie Teile einer Inszenierung.


Morgens sind sie Landschaftspfleger, tragen die typische Arbeitskleidung; manchmal auch Schutzkleidung, etwa beim Rasenmähen. Mittags sind sie Sargträger, gekleidet im schwarzen Anzug, mit Schlips, weißem Hemd, Handschuhen und Schirmmütze. Später am Nachmittag übernehmen sie Dachdeckerarbeiten, reinigen Dachrinnen an Mausoleen oder ...

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... pflegen die Gräber; dann als Friedhofsgärtner. Mehrmals täglich schlüpfen die Friedhofsmitarbeiter auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf in eine andere „Rolle”. Die Fotografin Anke Krey hat sie über ein Jahr lang begleitet. Entstanden sind Bilder, die die facettenreiche Arbeitswelt auf einem Friedhof zeigt, jeweils betrachtet durch die Augen von Anke Krey.

„Danke für die stimmungsvollen Momente, die uns Einblicke in die sonst kaum erlebbare Kulisse des so wunderbaren Friedhofs geben…”, schrieben Besucher ins Gästebuch der Fotoausstellung, die vom 16. September bis zum 31. Oktober 2018 in der kleinen Seitenkapelle neben der im norwegischen Stil erbauten Friedhofskapelle zu sehen war. Anke Krey freut sich über ein solches Feedback, denn genau das wollte sie mit ihrem Fotoprojekt erreichen.

Sie möchte jene Menschen sichtbar machen, die sonst die meiste Zeit im Verborgenen arbeiten. Und sie möchte mit Tabuthemen wie Tod, Bestattung, Gräber und Friedhof aufräumen.

Sogar ihre eigenen Berührungsängste habe sie im Laufe dieser Arbeit weitgehend verloren. Und so bildet sie in den Fotos 15 Menschen ab, Frauen und Männer zwischen 30 und 55 Jahren, die zugleich Gärtner, Seelsorger, Handwerker und Sargträger sind. Ein Bild zeigt zum Beispiel einen Moment der Vorbereitung auf eine Trauerfeier.

In diesem Bild hat die Fotografin die letzten Minuten vor Beginn einer Trauerfeier festgehalten.


Foto: Anke Krey

Oft sind die Friedhofsmitarbeiter auch Gärtner oder Landschaftspfleger.


Foto: Anke Krey

Drei Männer arbeiten Hand in Hand: einer zündet gerade Kerzen an, der zweite reicht dem dritten eine Schale. Im Hintergrund steht der Sarg, mit opulentem Blumenschmuck bedeckt; Lilien, Rosen, vielleicht Gerbera. Das ist nicht genau zu erkennen, denn die Fotografin hat den Sarg bewusst in der Unschärfe gelassen. Die Menschen, die hier arbeiten, stehen im Vordergrund.

So ist es auf jedem Bild und damit bleibt Anke Krey auch einem ihrer Hauptthemen treu, an dem sie seit Jahren arbeitet: der Mensch. „Ich bin neugierig auf Menschen, die so ganz anders sind als ich und mit meiner Kamera kann ich ihre Welt genauer sehen”, erklärt sie ihre Motivation.

Die studierte Diplom-Kommunikationsdesignerin, geboren in Wuppertal, lebt seit 25 Jahren in Berlin und arbeitet als freiberufliche Fo- tografin. Einer der Schwerpunkte ihrer Arbeit sind derzeit beispielsweise Unternehmerporträts.


„Die Friedhofsmitarbeiter sind geerdete und gefestigte Charaktere, die alle ihren eigenen Dialog mit dem Friedhof führen.”
Anke Krey, Fotografin Berlin


Seit Jahren ist der Mensch ein fotografische Hauptthema von Anke Krey.


Blick in die Foto-Ausstellung auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf.


Fotos: Anett Kirchner

Ausstellungsort ist eine Seitenkapelle der Kapelle im norwegischen Stil.


Wann immer sie im vergangenen Jahr Zeit fand, besuchte sie in Stahnsdorf den von der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz verwalteten Friedhof; manchmal angemeldet, manchmal unangemeldet. „Bei den ersten Begegnungen waren die Mitarbeiter mir gegenüber vorsichtig und zurückhaltend”, erinnert sich Krey. So hielt sie sich bewusst im Hintergrund, hörte und vor allem schaute ihnen zu.

Im Laufe der Zeit sei ein besonderes Vertrauensverhältnis entstanden. Sie frühstückte mit den Mitarbeitern, wurde zur Weihnachtsfeier eingeladen, zeigte Fotos. Aus dem förmlichen „Sie” wurde langsam ein „Du”. Sie erlebte, dass die Arbeit auf einem Friedhof einem festen jährlichen Rhythmus folgt.

Zum Beispiel im Frühjahr werden die Zäune gesäubert und repariert, im Sommer die Sichtachse zur Friedhofskapelle gemäht, im Herbst die Bäume geschnitten. Parallel finden die Beisetzungen statt. So entstanden Fotos, die zwar nicht inszeniert wurden, dennoch manchmal wie Teile einer Inszenierung wirken.

Es sind Momente, die auf natürliche Weise verdeutlichen, in welchem Spannungsfeld zwischen Leben und Tod die Menschen hier arbeiten. „Sie sind geerdete und gefestigte Charaktere, die alle ihren eigenen Dialog mit dem Friedhof führen”, beschreibt es die Fotografin.

Die 15 Friedhofsmitarbeiter, die sie kennen lernen durfte, lieben diesen Ort, so ihr Eindruck. Und die Fotografin habe gelernt, dass es für sie ganz pragmatisch zuerst ein Job sei, der Empathie erfordere und der bisweilen Routine werde. Deshalb war es ihr auch wichtig, nicht nur traurige, ernste Fotos zu zeigen. Es gibt auch Motive zum Schmunzeln.
Anett Kirchner, Berlin


www.suedwestkirchhof.de