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Fotobücher in Schwarzweiß


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ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 12/2022 vom 16.11.2022
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Bildquelle: ColorFoto, Ausgabe 12/2022

Das Fotobuch ist neben dem Wandbild das wichtigste Präsentationsformat für Fotografen. Und nachdem der Chefredakteur 2022 zum Jahr der Schwarzweißfotografie ausgerufen hat, war die Frage nach dem Fotobuchtest in diesem Jahr schnell beantwortet: Wir testen Schwarzweiß. Im nächsten Heft folgt ein weiterer Teil mit Praxistipps zur Bildvorbereitung für den Schwarzweißdruck.

Was bestellen – und wie?

Um Missverständnissen vorzubeugen: Mit der Kategorie Schwarzweißbuch ist keine spezielle Produktlinie der Dienstleister gemeint. Für die Anbieter ist ein Fotobuch – im Gegensatz zu den Wandbildern – immer farbig. Wir haben daher unsere Bilder nach allen Regeln der Kunst für den Schwarzweißdruck vorbereitet und dann als Farbdruck geordert. In der Hoffnung, möglichst neutrale Schwarzweißbilder in unseren Büchern zu erhalten.

Das passende Format hängt von der geplanten Verwendung ab. Natürlich kommen hochwertige ...

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... Aufnahmen in größerem Format einfach besser zur Geltung. Das gilt in Schwarzweiß noch mehr als in Farbe, da das filigrane Spiel von Licht und Schatten ohne Farbe noch wesentlich wichtiger für die Bildaussage ist. Als Mindestgröße sollte man hier DIN A4 wählen, dessen exakte Abmessungen von Anbieter zu Anbieter variieren. Dieses Format haben wir deshalb auch in unserem anonymen Test geordert.

Wie bei den Wandbildern hat man auch beim Fotobuch die Wahl zwischen Digitaldruckverfahren und Belichtungen auf Fotopapier. Bei Letzterem wird lichtempfindliches Fotopapier belichtet und dann ganz klassisch im RA-4-Prozess entwickelt. Die heute verbreiteten Belichtungssysteme arbeiten dabei mit Laser oder LED-Lichtquellen. Jeweils ein roter, grüner und blauer Laserstrahl werden über Spiegel zu einem Strahl gebündelt und belichten kontinuierlich das Fotopapier. Punkte, Raster oder andere Strukturen sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Größere gleichmäßige Flächen wirken durch diese etwas weichere Wiedergabe angenehm homogen. Dafür sind Laserbelichtungen nicht ganz so gestochen scharf, Kanten immer leicht gerundet. Beim Druck wird Farbe in einem Lösungsmittel (Tinte) auf einen Träger gespritzt, und der Tintendruck bildet die Bilddatei wie am Monitor sichtbar scharf ab, jedes Detail ist zu erkennen. Welches Verfahren das passende ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Da in unserem Test von Wandbildern in COLORFOTO 10/2022 Drucke die Nase knapp vorn hatten, haben wir uns für diese Variante entschieden.

Die nächste Frage lautete: glänzend oder matt? Das ist prinzipiell Geschmackssache. Wir haben auch hier auf die Erfahrungen aus dem Test von Wandbildern zurückgegriffen und die matten – wenn möglich edelmatten – Varianten geordert. Einfach war die Auswahl dagegen beim Einband: Hardcover wirkt nicht nur hochwertiger, sondern ist auch härter im Nehmen. Wenn es ganz besonders exklusiv sein soll, können Sie bei vielen

Cewe pure: Minimalistisches Fotobuch in Schwarzweiß

Das kleinste Fotobuch von Cewe hatte uns schon im letzten Jahr fasziniert. Es gibt ein Format (15 x 15 cm), eine Ausstattung (Hardcover im Schuber), eine Dicke (22 Seiten) und eine Papiersorte (Digitaldruck auf mattem Papier mit Blauer-Engel-Zertifikat). In drei Minuten ist ein Buch erstellt und bestellt, drei Tage später liegt es fertig im Briefkasten. Das wollten wir auch in Schwarzweiß ausprobieren. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen. Das matte Papier macht sich bei fast allen Motiven gut. Die Gradationskurvenauswertungen zeigen, dass ein etwas härter abgestimmtes Bild zu einer besseren Darstellung führt. Gut, bei dem kleinen Format und der sehr matten Oberfläche verschwimmen die Siemenssterne in der Mitte etwas, trotzdem ist das Jammern auf hohem Niveau. Wer bereit ist, für ein Mini-Buch knapp 20 Euro (inklusive Versand) auszugeben, macht hier auch in Schwarzweiß nichts falsch.

Graukeile-undandere Druckreferenzen

Graukeile sind Hilfsmittel für die Druck- und Druckeroptimierung, und aus diesem Grund haben wir ein paar Seiten unserer Test-Fotobücher auch damit gefüllt. Die Aussagemöglichkeiten stellen wir Ihnen hier am Bespiel eines Stufengraukeils vor.

Dieser Graukeil hat 33 Graufelder, gleichmäßig abgestuft um jeweils 8 Bit. Die eingetragenen Werte von 0 bis 248 sind jeweils um 8 Bit heller als das entsprechende Graufeld. Auf die letzten hellen und die letzten dunklen Felder des Graukeils ist besonders zu achten. Wichtig zur Beurteilung der Druckqualität: 0 im dunkelsten Feld ist gerade noch zu erahnen, 8 im Feld daneben ist schon etwas deutlicher zu erkennen. Die Graufelder von 16 bis 240 sollten deutlich gegeneinander abgestuft sein. Im vorletzten Feld muss man noch 248 erkennen können. Das letzte Feld mit dem Helligkeitswert 256 ist zeichnungslos weiß. Andere Arten von Graukeilen, zum Beispiel Siemenssterne, geben Aufschluss über die Schärfe des Drucks.

Anbietern spezielle Einbände ordern, zum Beispiel Leder, Leinen oder Prägungen. Die Preise dafür gehen aber richtig ins Geld.

Goldstandard beim Binden ist die aus dem Buchdruck bekannte Klebetechnik. Sie ist günstig und bei schonender Behandlung auch haltbar, verunziert aber Panoramabilder, die über eine Doppelseite gehen. Mit der Lay-flat-Bindung bieten manche Hersteller eine Bindetechnik an, bei der keine Mittelfalz entsteht.

Gestaltet haben wir die Bücher mit dem Webfrontend des jeweiligen Dienstleisters. Zwar bieten alle eine eigene Software zur Gestaltung von Fotobüchern an, dazu muss man zum Teil aber mehrere Hundert MB große Softwarepakete installieren, von denen man zudem nicht weiß, was sie in Autostart und Registry so alles treiben. Da die Webeditoren der sechs Anbieter sehr unterschiedlich sind, beschreiben wir die Möglichkeiten nur – sie fließen aber nicht in die Gesamtbewertung ein.

Layout des Fotobuchs

Wenn Sie Bücher aufwendig gestalten wollen, kommen Sie um den Download der jeweiligen Firmen-Software kaum herum. Mehr als zwei Bilder pro Seite oder drei pro Doppelseite sollten es aber gar nicht sein, und das ist auch im Webfrontend möglich – zumindest bei Cewe und Whitewall. Die Webfrontends von Fujifilm, Ifolor, Pixum und Saal sind eher für Anwender gedacht, die mal eben ohne viel Aufwand ein Fotobuch automatisch gestalten wollen. Dazu eignen sie sich sicher gut, für aufwendiger gestaltete Alben weniger. Die einfachste Positionierungsvariante der Bilder auf der Seite ist das seitenfüllende Vollformat. In allen anderen Fällen kann man sich auch beim Positionieren auf der Seite an den klassischen Regeln der Bildgestaltung orientieren: etwa das Bild im Goldenen Schnitt der Seite positionieren. Eine symmetrische Bildverteilung wirkt ruhig und lenkt kaum vom Inhalt ab, kann aber auch langweilig sein. Der Umkehrschluss gilt ebenso: Asymmetrien erzeugen Aufmerksamkeit, können aber auch Verwirrung stiften.

Über die Frage, ob Textelemente einen Bildband bereichern oder ruinieren, kann man trefflich streiten. Hat man sich für dieses Informations- und Gestaltungselement entschieden, sollte man auch dabei auf Einheitlichkeit achten: möglichst gleiche Schrifttype, -größe undfarbe sowie Positionierung. Schwarz auf Weiß oder Weiß auf Schwarz ist fast schon zu viel des Guten. Besser ist jeweils ein dunkles oder helles Grau.

Gestaltungserfahrungen

Das Webfrontend von Cewe akzeptiert leider noch immer keine TIFs, ist ansonsten aber ziemlich vorbildlich. Die maximale Bildgröße liegt bei 100 MB – mehr bietet keiner – und alles was man sich an sinnvollen (!) Gestaltungsoptionen wünscht, ist vorhanden. Die Nutzerführung ist intuitiv und funktioniert so, wie man das gern hätte.

Im Fujifilm-Shop erfahre ich zunächst, dass hier seit Ende Juni alles neu ist und mein altes Passwort nicht mehr funktioniert. Ich muss mir ein neues ausdenken, das ist zu verschmerzen. Schon ärgerlicher ist es, dass der Shop keine Bilder mit mehr als 25 MB akzeptiert. TIF-Dateien werden in der Bildauswahl gar nicht erst angezeigt. Auch sonst hat die Web-Software ein gewisses Eigenleben. Doppelseiten lassen sich nicht beziehungsweise nur im Eigenbau anlegen. Da ich das Bild nicht über zwei Seiten ziehen kann, muss ich es auf beide Seiten hochladen und dann so anpassen, dass die Hälften zueinander passen. Ebenfalls um die Ecke gedacht: Die Bilder werden nicht hochgeladen, wenn ich sie platziere, sondern erst, wenn ich die ersten Seiten speichern will. Weiterarbeiten kann man dann erst, wenn der Upload fertig ist. Besonders tricky war die Seite mit den Rändern. Die Layout-Software zeigt beim letzten JPG nur die rote Zwischenlinie an … Ohne das Bild in der Mitte und den Verlauf außenrum. Schleierhaft, wie das passieren kann. Wir waren natürlich gespannt, was gedruckt wird. Da war alles OK. Also (zum Glück) kein WYSIWYG.

Auch Ifolor zeigt beim Upload nur die JPGs an und akzeptiert keine TIFs. Und die Bildgröße ist nicht variabel. Wir wollten eigentlich das Titelbild auf weißen Grund mit Schrift darunter setzen. Geht nicht. Die Aufnahme wird zwangsweise formatfüllend dargestellt und die Schrift integriert.

Innen geht das Layout-Thema weiter. Das Titelbild können wir kein zweites Mal für die Innenseiten verwenden. Wir müssten es unter einem anderen Namen speichern und neu hochladen … das kann es ja wohl nicht sein. Und selbst wenn „Manuell Platzieren“ gewählt wird, platziert und beschneidet die Software das Bild automatisch. Der Pixum-Shop akzeptiert Bilder bis 50 MB und ist intuitiv zu bedienen. Ein echter Kritikpunkt ist die Tatsache, dass man auch hier eine Doppelseite nur mit Tricks gestalten kann und dass die Bildpositionierung deutliche Einschränkungen hat. Da wäre etwas mehr Flexibilität schön.

Beim Speichern des fertig gestalteten Buchs hat sich der Shop dann aufgehängt – was nicht an Firefox lag, weil andere Fenster reagierten … Schwitz! … Das Buch war aber glücklicherweise im Warenkorb gelandet und musste nicht neu erstellt werden.

Dass Saal für die Gestaltung nicht aufs Frontend setzt, hatten wir schon im vergangenen Jahr bemängelt. Dass ich auch hier mein Titelbild innen nicht mehr verwenden kann, passt da ins Gesamtbild. Die starken Einschränkungen beim Layout im Frontend machen eine andere Art der Seitengestaltung fast zwingend erforderlich. Schade. Da fallen solche Kleinigkeiten wie irritierende Fehlermeldungen über angeblich leere Bildrahmen, die sich dann aber nirgends auffinden lassen, schon kaum mehr ins Gewicht.

Das Whitewall-Frontend akzeptiert zu unserer Freude auch TIFs, der Rückschlag kam dann etwas später. Denn die TIFs unserer Testtafeln sind durch die Bank größer als 50 MB – solche Dateigrößen akzeptiert der Shop aber nicht. Und auch die Screenshots der Gradationskurven lehnte er ab, da keine Bilder hochgeladen werden können, die weniger als 700 x 700 Pixel haben. Das müsste nicht sein.

Davon abgesehen macht es Spaß, die Bücher im Whitewall-Frontend zu gestalten, weil alle relevanten Funktionen implementiert sind und sich das Tool intuitiv und flüssig bedienen lässt. Zusammen mit Cewe bietet Whitewall die beste Web-Oberfläche für die Layoutgestaltung.

Bildergebnisse

Beim Beurteilen der Bildergebnisse gilt das Gleiche wie in jedem Dienstleistertest: Vergleichen Sie die Aufnahmen auf den Seiten 65, 66 und 69 sowie die Tabelle am Ende dieses Beitrags. Das verschafft Ihnen den besten Eindruck von den Unterschieden. Natürlich haben wir die wichtigsten Punkte hier noch einmal in Prosa zusammengefasst.

Wir starten mit dem Titel, bei allen sechs Anbietern ein solides Cover. Die Oberfläche ist bei Cewe, Pixum und Whitewall ein sehr überzeugendes Seidenmatt. Noch matter ist die Saal-Oberfläche, die jedoch schon beinahe gummiert wirkt. Hier handelt es sich offensichtlich um eine Belichtung und nicht um einen Druck, denn selbst mit der Vierfachlupe ist kein Raster zu erkennen. Dafür hat das Saal-Titelbild mit zulaufenden Schatten zu kämpfen. Fujifilm kann in puncto Bildqualität mit den drei Toptiteln mithalten, macht aber durch den Hochglanz einen etwas weniger hochwertigen Eindruck. Das gilt auch für den Ifolor-Titel.

Das Titelbild hatten wir bei allen Anbietern in der Seitenmitte platziert, in den fertigen Büchern ist es immer verschoben. Bei Saal deutlich nach rechts, bei Cewe, Fujifilm, Pixum und Whitewall mal mehr, mal weniger nach links. Im Fall vom Pixum sogar in den Faltz. Ifolor hat das Bild gegen unseren Willen vollformatig dargestellt, das Verschiebeproblem stellt sich so nicht.

Auch das Innenleben aller sechs Kandidaten kann haptisch überzeugen. Die Papierstärke ist bei Saal deutlich höher als bei den Konkurrenten. Das ist beim ersten Blättern gewöhnungsbedürftig, aber dank der Lay-flat-Bindung liegen die aufgeschlagenen Seiten hier plan. Im Vergleich der fünf Exemplare mit klassischer Klebebindung stehen in der Disziplin Doppelseite Cewe, Fujifilm und Pixum vorn. Hier zeigen die doppelseitig gedruckten Bilder die wenigsten Fehler im Faltz.

Ränder selbst gestalten

In der Layoutsoftware der Hersteller und teilweise auch bei den Webfrontends haben Sie die Wahl zwischen Dutzenden von „Rahmen“ für Ihr Foto. Hier sollten Sie sich bei ernsthaften SW-Aufnahmen zurückhalten, denn das meiste ist trivial, verschnörkelt und zieht Aufmerksamkeit vom Bild ab.

Stattdessen sollte lieber ein Rahmen das Motiv abgrenzen, in guten Fällen auch das Motiv unterstützen. Als Faustregel gilt, dass ein Zehntel der längsten Bildkante eine geeignete Rahmenbreite abgibt. Vor allem helle Motive profitieren, wenn sie durch einen dunklen Rahmen vom Hintergrund abgetrennt werden. Weiße Ränder eignen sich vor allem für dunkle Motive und wenn ein dunkler Buchhintergrund gewählt wurde. Es kann aber durchaus manchmal sinnvoll sein, auf die Rahmenauswahl des Dienstleisters komplett zu verzichten und den Fotos in Photoshop den passenden Rahmen zu geben. Der kann ebenfalls schwarz, grau oder weiß sein. Wir können den Rand aber auch als Gradienten von Weiß nach Schwarz verlaufen lassen oder ihn gar mit einem eigenen Motiv hinterlegen oder eine dünne Linie zwischen Motiv und Rand bunt einfärben. Lassen Sie sich von den Beispielen inspirieren und probieren Sie aus, was Ihre Bildaussage am besten unterstützt. Und wenn keine Version besser ist als das Ausgangsbild, lassen Sie den Rahmen einfach weg. Nicht jedes Motiv profitiert davon.

Vier Oberflächen sind wie angedacht matt. Die von Fujifilm und Ifolor glänzen etwas stärker als die anderen und reflektieren bei nicht optimaler Beleuchtung ein wenig. Auf der anderen Seite macht das kartonstarke Papier von Saal den mattesten Eindruck, was dem Porträt deutlich besser steht als detailreichen Landschaften. Insgesamt sind alle Papiere gut und angenehm. Bei unseren Testbildern ist dann jedoch Schluss mit den Gemeinsamkeiten, hier hat jeder der sechs Anbieter seine Stärken und Schwächen.

Ihre Neutralität müssen alle Papiere anhand der Graukarte beweisen, und dabei gehen Whitewall, Fujifilm und Ifolor schon mit einem Handicap ins Rennen: Ihr Papierweiß ist doch ein Stück von echtem Weiß entfernt, und dadurch können die Lichter ein wenig schmutzig aussehen. Bei Cewe, Pixum und Saal hat Weiß den Namen dagegen verdient. Den neutralsten Eindruck macht das Papier von Saal. Bei Pixum und Cewe wirken die hellen Grautöne leicht kühl. Dennoch hat das Grau nirgendwo einen echten Farbstich, es wirkt aber auf dem leicht gelblichen Träger bei Fujifilm, Ifolor und Whitewall etwas zu warm.

Am Siemensstern beurteilen wir die Schwarzweißkanten, und da hat Whitewall die Nase vorn. Beim Blick auf die Farbfelder zeigt sich, dass Whitewall und Saal die saubersten Farbkanten darstellen, Fujifilm zieht dagegen die deutlichsten künstlichen Linien ins Bild. Cewe, Ifolor und Pixum legen dagegen eine helle Fläche unter eine schwarz geschriebene Überschrift.

Die Gleichmäßigkeit der Flächen beurteilen wir an dem großen, weich verlaufenden Graufeld. Das sieht bei Fujifilm schon mit bloßem Auge streifig aus, und bei Saal ist es eine Körnung, die den Eindruck einer einheitlichen Fläche stört. Unterm Strich holt sich Whitewall mit dem feinsten Raster die höchste Punktzahl.

Mit der besten Darstellung im runden Graukeil punkten Whitewall, Ifolor und Fujifilm. Hier ist die 1 im zweitdunkelsten Feld zu lesen, bei Cewe und Pixum erst zwei Stufen heller die 3, und bei Saal ist selbst diese eher zu erahnen. Besser sieht es in den Lichtern aus, hier ist die 11 bei allen Kandidaten gut lesbar.

Auch in unseren beiden Testbildern Porträt und Landschaft untersuchen wir Details wie Dynamik oder Lichterund Schattenzeichnung. Aber es geht dabei natürlich auch um den visuellen Gesamteindruck, den wir zu dritt diskutieren und beurteilen: Beim Porträt von Heidi patzt der Klassenprimus Whitewall, denn das Gesicht wird deutlich zu hell abgebildet und wirkt zweidimensional. Bei Ifolor fehlt in einigen Mitteltönen die Struktur, und auch das wirkt unnatürlich. Saal schafft da eine gute Balance, wirkt aber insgesamt etwas zu düster. Den besten Eindruck hinterlässt Heidi bei Cewe und Pixum gefolgt von Fujifilm. Bei Fujifilm stören ein paar feine Streifen. Ganz anders im Landschaftsfach. In dieser Kategorie kann Whitewall nicht nur mit der besten Schattenzeichnung überzeugen – gut zu sehen im Schattenhang rechts oben im Bild. Whitewall zeigt auch aufgrund des besonders feinen Rasters in den Details der Äste die lebendigste Darstellung. Mitteltöne könnten teilweise etwas dunkler sein, Saal sollte insgesamt etwas heller sein. Cewe und Pixum übertreiben dagegen beim Kontrast.

Praktisch durchgängig ist bei Pixum und Cewe der Kontrast etwas zu hoch und bei Saal ein wenig zu niedrig. Das Saal-Fotobuch fällt insgesamt etwas dunkel aus. Bei Whitewall erscheinen oft Lichter und Mitteltöne zu hell im Druck – doch was bedeutet das für die Bildaufbereitung? Wir haben auf einer Doppelseite ein anderes Porträt zusammen mit der jeweiligen Gradationskurve abgedruckt. Bei Cewe, Pixum und Whitewall sah dieses Porträt ohne Helligkeits- und Kontrastanpassung am besten aus. Saal profitiert von einer leichten Aufsteilung der Gradationskurve, Fujifilm und Ifolor von einer etwas helleren Einstellung ohne die Kurve steiler zu machen. Allerdings darf man das eben nicht verallgemeinern. Es gilt leider nur für genau dieses Porträt, da von Bild zu Bild die Unterschiede in der Signalverarbeitung je nach Dienstleister doch größer sein können, als wir angenommen hatten.

FAZIT

Die beiden seidenmatten Bücher von Fujifilm und Ifolor sind deutlich günstiger als die übrigen Testkandidaten. Unser Kauftipp Preis/Leistung geht an Ifolor. Wer ein mattes Buch möchte, findet in diesem Test das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bei Cewe. Pixum verliert nur wegen des leicht verrutschten Cover-Bilds zwei Punkte. Sonst gibt es praktisch keine Unterschiede zu Cewe. Den Testsieg holt Whitewall trotz überraschender Schwächen in einigen Lichterpartien. Unterm Strich haben wir von allen sechs Anbietern qualitativ hochwertige Schwarzweiß-Fotobücher erhalten, die ihr Geld wert waren. Die Unterschiede in Qualität und Preis waren deutlich kleiner als im Wandbild-Test vor zwei Monaten.

Reinhard Merz und Erich Baier

Porträts

Natürlich Bei den Porträts sind unsere Ansprüche besonders hoch. Die Darstellung soll natürlich sein und weder mit einem absurden Weichzeichner 20 Lebensjahre auslöschen noch jedes Detail überzogen kontrastreich überbetonen. Am Ende liegen visuell Cewe und Pixum vor Fujifilm, wobei Cewe und Pixum etwas weicher arbeiten sollten. Whitewall druckt dieses Porträt viel zu hell.

Grauwerte und Farben

Schon allein die Auswahl der Betrachtungslichtquelle ist Anlass zu völlig unterschiedlichen Aussagen über Farbe und Tonwert. Jede Lichtquelle gaukelt unserem Gehirn andere Farben und Tonwerte vor.

Bei Diskussionen über Farben und Tonwerte von verschiedenen Papieren gerät man sprachlich schnell in den Bereich der Lyrik. Zu subjektiv sind die Beschreibungen und Betrachtungsvarianten, als dass man eine standardisierte Sprache fände. Die präzise optische Beurteilung von Drucken oder Belichtungen erfordert Erfahrung und ist Sache von Profis.

Besser ist es, mit Zahlen und Messwerten zu arbeiten: Messungen dieser Art können mit Densitometern durchgeführt werden. Hinter einem Rot-, Grün- und einem Blaufilter werden die densitometrischen Dichtewerte erfasst. Das Ergebnis ist jeweils ein Dichtewert für jede Farbe, und der Fachmann kann daraus auf die farbliche Zusammensetzung eines Messpunkts schließen. Heute verfügen wir über Spektralphotometer, die umfangreichere Messmöglichkeiten bieten. Je nach der verwendeten Software ermöglichen diese Geräte eine universelle Verwendung bei den verschiedenen Messaufgaben. Es können wahlweise colorimetrische, spektrale und densitometrische Werte abgefragt werden.

Dichtewerte Dmin bis Dmax

Die densitometrische Dichte dD lässt sich mit einem Densitometer messen, man bezeichnet sie als Aufsichts-, Auflicht- oder Reflexionsdichtemessung. Der Dichtewert ist umso größer, je weniger Licht die Oberfläche reflektiert. Weiße oder helle Flächen haben also eine geringe Dichte.

Dunkle bis schwarze Flächen liefern hohe Dichtewerte. Als Maximaldichte (Dmax) wird der höchste erreichbare Dichtewert bezeichnet. Matte Papiere erreichen aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit Maximaldichten von 1,20 bis 1,60. Die üblichen Tintendruckpapiere und auch Fine-Art-Papiere mit verschiedenen, nicht matten Oberflächen, bringen es auf Maximaldichten zwischen 1,80 und 2,40.

Farbwerte L aboder L*a*b* (beide Schreibweisen sind gebräuchlich)

Die Lab-Messwerte werden mit einem Spektralphotometer ermittelt. Lab-Werte ermöglichen, die Farben in Zahlen zu beschreiben. Dieser Farbraum gepaart mit den rechnerischen Zusammenhängen ist ein Modell der menschlichen Wahrnehmung von Farben. Das vereinfacht den Umgang mit den recht komplizierten Rechenvorgängen erheblich. Abweichungen in Helligkeit und Farbe sind auf Anhieb an Zahlenwerten zu erkennen.

Die Werte L*, a*, b* informieren über: Luminanz L* ist die Helligkeitsachse von 0 (Schwarz) bis 100 (Weiß). Farbkomponente a* ist die Achse von -a (Grün) nach +a (Rot). Von -128 bis 127. Farbkomponente b* ist die Achse von -b (Blau) nach +b (Gelb). Von -128 bis 127.

Das im L*a*b*-Farbraum festgelegte Weiß hat den Wert:

L* = 100

a* = 0

b* = 0

Messwerte von sieben FotobüchernGemessen mit Eye-One Pro, Color Port sowie X-Rite-Auflichtdensitometer Modell 811. Nullpunkt ist das Target des Messgeräts.

Messung mittlere Dichte und mittleres LabIm mittleren Dichtebereich wird das mittlere Grau unterschiedlich wiedergegeben. Whitewall liefert mit Abstand das hellste mittlere Grau (L = 65,79). Die anderen Hersteller erreichen Werte von etwa L = 53 bis 57. Der theoretisch optimale Wert ist L = 50.

Messung Maximaldichte und Maximal-LabDie höchste Maximaldichte von 1,96 zeigt Ifocolor. Der L-Wert von 8,86 ist dem Schwarzwert (0) sehr nah, Cewe, Cewe Pur und Pixum erzeugen wesentlich geringere Maximaldichten, etwa zwischen dD 1,20 und dD 1,3. Alle Papiere lassen im maximalen Dichtebereich keine starken Farbabweichungen erkennen.

Auffälligkeiten im DetailDie Messwerte von Pixum und Cewe sind fast gleich. Das spricht für eine Produktion der Pixum-Bücher durch Cewe. Fujifilm irritiert mit Streifenbildung, sie ist eigentlich für Laserbelichtung typisch. Ifolor hat hinter die dunklen Sechskant-Messfelder (Bildvergleich unten) einen weißen Streifen gelegt. Einen ähnlichen Effekt sehen Sie auf Seite 65 mit dem weißen Streifen hinter dem Schriftzug oben bei Cewe, Ifolor und Pixum.