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Fotografieren mit Blitzlicht oder LED-Dauerlicht


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ColorFoto - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 03.08.2022
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Grafiken: Anna-Lisa Septimus

Eduard Liesegang entzündete 1861 Magnesium, um für fotografische Aufnahmen einen Lichtblitz zu erzeugen. Dieser Lichtblitz ermöglichte Belichtungen auf die damals noch sehr unempfindlichen Schichten. Dieses – auch für die Modelle äußerst gefährliche – Verfahren wurde im Laufe der Jahre weiterentwickelt und etwas entschärft. 1928 erfand Johannes Ostermeier die Blitzlichtbirne, das Zündeln mit brandgefährlichen Materialien war fortan beendet. Selbstverständlich wurde die Blitzbirne seitdem kontinuierlich weiterentwickelt, und unsere modernen Blitzgeräte sind lichtspendende Computer in einem handlichen Kameraaufsatz. Auch das sogenannte Dauerlicht wurde immer besser. Anfangs stammte es von einfachen Glühbirnen mit niedriger Lichttemperatur, erst nach und nach wurden diese Lichtquellen zu leistungsfähigen Studiolampen weiterentwickelt.

Wie das Blitzgerät besteht auch ein ...

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... Dauerlicht aus Halterung, Reflektor und Leuchtmittel. Im Profibereich hatte sich zunächst die Halogenmetalldampflampe (HMI-Licht) als Leuchtmittel etabliert; im Low-Budget-Bereich verwendete man Wolframlampen (Glühbirnentechnologie) und Kaltlichtlampen (Energiesparlampentechnologie). Mit der Entwicklung der LEDs hat sich diese Technologie weitgehend durchgesetzt.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Wie so oft, wenn zwei Optionen zur Wahl stehen, taucht sofort die Frage auf: Welches ist das bessere Verfahren – Blitzlicht oder Dauerlicht? Und wie so oft lautet die Antwort: So einfach kann man das nicht entscheiden. Für Filmer stellt sich die Frage „Blitz oder Dauerlicht“ gar nicht, sie verwenden ausschließlich Dauerlicht. Fotografen dagegen müssen eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigen, wenn es um das Thema Dauerlicht und/oder Blitzlicht geht.

Die wichtigste Frage vor dem Einkauf: Wie groß ist das größte Objekt, das ich fotografieren möchte? Von der Leuchte selbst über die Reflektoren und Lichtformer bis zum Hintergrund stellt sich diese Frage. Und damit nicht genug.

Wird in Innenräumen oder im Freien fotografiert? Welches Umgebungslicht herrscht vor Ort? Sind es bewegte oder statische Motive? Wie groß sind die zu fotografierenden Objekte? Und natürlich: Welche Bildqualität soll das Endprodukt letztlich haben. Das ist nur ein grobes Raster, viele weitere Details sind im Vorfeld zu beachten.

Der Siegeszug der Digitalkameras seit den späten 1990er-Jahren hat die Fotografie mit künstlichem Licht revolutioniert. Dafür gibt es zwei Gründe: Die sofortige Bildkontrolle und der Weißabgleich. Denn die Lichtfarbe eines Strahlers variiert mit seiner Temperatur und damit auch mit der Beleuchtungsdauer. Entsprechend kompliziert fielen die technischen Lösungen aus. Dauerlicht benötigte eine aufwendige Regulierung, um Schwankungen zu verhindern, und fiel bei den Profis in Ungnade. Der Blitz verbraucht zwar viel Energie, um genügend Licht auf den Film zu schaufeln, da die Blitzröhre sich in der ultrakurzen Zeit aber kaum erwärmt, ist die Lichtfarbe sehr konstant. Heute können wir die Lichtfarbe per Weißabgleich fast nach Belieben in der Kamera korrigieren. Dadurch lässt sich praktisch jede Lichtquelle für die Fotografie verwenden.

Was den Arten Blitz- und Dauerlicht gemeinsam ist: Ihre Reichweite ist beschränkt. Die Intensität jeder Lichtquelle wird mit zunehmender Distanz geringer – und zwar im Quadrat des Abstands. Das heißt: Das Licht, das eine Lichtquelle (wir gehen immer von einer punktförmigen aus) abgibt, leuchtet bei doppeltem Abstand die vierfache Fläche aus – folglich kommt pro Flächeneinheit nur noch ein Viertel der abgestrahlten Lichtmenge an.

Das gilt grundsätzlich auch für Sonnenlicht. Nur weil die Sonne im Vergleich zu unseren bescheidenen Entfernungen auf der Erde unendlich weit entfernt ist, erscheint ihre Intensität uns überall gleich.

Außerdem ist den beiden Lichtarten ein praktischer Aspekt gemeinsam: Blitzen und Dauerlicht sind bei vielen Geräten auch im Akkubetrieb möglich.

Das hat den Vorteil, dass beim Fotografieren nicht mehr so viele Kabel als Stolperfallen herumliegen. Akkubetrieb bedeutet auch, dass die Systeme gleichermaßen für die Indoor- wie für die Outdoorfotografie geeignet sind.

Manche Geräte können per Funk gesteuert werden, sogar über größere Entfernungen hinweg.

Blitztechnologie

Blitzgeräte gibt es in vielen unterschiedlichen Größen und Leistungsklassen – von der Monsterblitzanlage bis zum Winzling in Kompaktkameras.

Die Baugröße ist allerdings kein Kriterium für die Leistung, die der Blitz aufbringt. Etwas aus der Mode gekommen ist die Leitzahl „L“. Sie berechnet sich wie folgt:

Leitzahl = Blende x Entfernung Die Leitzahl ist als Zahlenwert für die Blitzleistung zu verstehen. Ähnlich der PS- oder Kilowattangabe bei Motoren.

Je größer die Leitzahl, desto stärker ist die Blitzleistung. Kleine, in die Kamera integrierte Blitze haben Leitzahlen von 6 bis 20. Bei großen Aufsteckblitzen reicht der Leitzahlbereich bis 60 und mehr. Für Studioblitzgeräte, die meist eine höhere Blitzleistung bereitstellen als Aufsteckblitzgeräte, gibt man die Blitzleistung in Wattsekunden an.

Vereinzelt werden auch sowohl die Leitzahl als auch die entsprechenden Werte in Wattsekunden genannt.

Die Hersteller punkten gern mit hohen Leitzahlen. Beim Vergleich der technischen Daten verschiedener Geräte stellt man aber manchmal fest, dass unterschiedliche ISO-Werte zugrunde liegen. Wichtig: Die offiziellen Leitzahlen gelten für eine Filmempfindlichkeit von ISO 100/21°. Mit ihrer Hilfe können Sie berechnen, wie weit das Licht bei welcher Blende reicht. Ein Blitz mit Leitzahl 45 schafft bei Blende 4 also circa 11 Meter; bei Blende 8 nicht einmal 6 Meter.

Moderne Blitzgeräte sind Elektronenblitze mit regelbarer Leistung, die Ihnen in Kombination mit der Kamera jede Rechenarbeit abnehmen. Die korrekte Lichtmenge wird entweder von der Kamera durch das Objektiv gemessen (TTL-Messung), oder das Blitzgerät selbst verfügt über einen Sensor für diesen Zweck.

Bei der TTL-Messung wird das Blitzgerät zum integralen Bestandteil des Belichtungssystems der Kamera. Dazu gehört vor allem die optimale Gewichtung von Blitz und dem vorhandenen Licht. Canon spricht in diesem Zusammenhang von E-TTL-Blitzsteuerung, Nikon von i-TTL, Sony von P-TTL.

Vergleichbares bieten auch andere Kamerasysteme. In allen Fällen werden vor der Aufnahme Messblitze ausgesandt und das vom Motiv reflektierte Licht über das Mehrfeldmesssystem der Kamera (Matrixmessung) ausgewertet.

Farbtemperatur

Um die Zusammensetzung des weißen Lichts zu beschreiben, hat sich der Begriff der Farbtemperatur eingebürgert, gemessen in Kelvin. Je röter das Licht, desto niedriger die Farbtemperatur, je blauer desto höher. Unser Sehsystem gleicht in einem weiten Bereich Farbtemperaturverschiebungen aus. Eine graue Mauer erscheint uns immer grau, ob in der gleißenden Mittagssonne oder im Schummerlicht des Sonnenuntergangs. Der lichtempfindliche Sensor der Kamera registriert die Unterschiede dagegen sehr wohl. Deshalb führt man einen Weißabgleich durch, der die Farbtemperatur „normalisiert“. Doch wer jemals auf Film fotografiert hat, kennt das Phänomen: Die Bilder erscheinen nur bei einer Farbtemperatur von etwa 5500 Kelvin neutral weiß. Bei höherer Farbtemperatur werden sie blaustichig, bei niedriger rötlich.

Eine weitere relevante Größe ist die Blitz-Synchronzeit. Während dieser Synchronzeit wird der Verschluss ganz geöffnet. Der Blitz wird gezündet – die Belichtung erfolgt. Ist die Blitzbelichtung beendet, wird auch der Verschluss wieder geschlossen. Übliche Blitz-Synchronzeiten liegen bei Aufsteckblitzen etwa im Bereich von 1/250 bis 1/160 s.

Zwischen Synchronzeit und Leuchtdauer besteht jedoch ein wesentlicher Unterschied, wie die Tabelle „Blitz-Leuchtdauer“ am Beispiel des Modells Nikon SB 5000 zeigt. Dort ist zu sehen, dass die Leuchtdauer durch das Reduzieren der Blitzleistung kürzer wird.

Spezielle Blitztechniken und Automatismen beim Aufnehmen von schnell bewegten Objekten wären ohne diese Tatsache nicht möglich. Ist eine Bewegung schneller als die genannte Blitz-Synchronzeit von zum Beispiel 1/250 s, könnte diese nicht korrekt „geblitzt“ werden. Erst die Reduzierung der Blitzleistung ermöglicht eine Kurzzeit- und Ultrakurzzeit-Synchronisierung mit kürzerer Blitzdauer.

Neben der Blitzleistung ist die mögliche Blitzfolgezeit ein wichtiger Faktor: Wie lange dauert es, bis das Blitzgerät wieder die erforderliche Leistung für den folgenden Blitz bringt? Das hängt von der jeweiligen Stromversorgung und den Einstellungen am Blitzgerät ab.

Die Hersteller von Aufsteckblitzgeräten mit Akku/Batterien nennen Ladezeiten (für ein Canon-Blitzgerät) von 0,1 Sekunden bis 0,9 Sekunden. Bei den in die Kamera integrierten kleinen Blitzen muss man schon etwas länger Warten. Das können bis zu 5 Sekunden und mehr sein. Zum Vergleich: Ein Studioblitz mit 500 WS und Netzan- schluss braucht 0,36 bis 1,13 Sekunden bis zur erneuten Blitzbereitschaft.

Viele Blitzgeräte sind mit einem Schwenkreflektor zum indirekten Blitzen ausgestattet. Durch Kippen und Verdrehen des Blitzkopfs lässt sich so die Blitzrichtung einstellen. In Innenräumen wird der Blitzreflektor nach oben gegen die Decke gerichtet. Die Lichtreflexion an der Decke macht den Blitz zum diffusen Flächenstrahler, das Licht wird viel weicher. Allerdings nimmt auch die nutzbare Blitzleistung ab, weil das Licht nach oben und wieder nach unten eine längere Strecke zurücklegen muss. Und richtig gut funktioniert das nur bei weißen Decken. Manche Blitzgeräte haben neben dem Schwenkreflektor einen zusätzlichen Zweitreflektor.

Wesentlich flexibler wird es durch das entfesselte Blitzen. Der Blitz steckt nicht im Blitzschuh an der Kamera, sondern ist per Blitzkabel oder Funk mit der Kamera verbunden. So kann man das Licht nach Wunsch platzieren.

Häufig ist ein einzelnes Blitzgerät aber ohnehin nicht die Lösung aller Probleme, weitere Blitzgeräte können zur Lichtoptimierung beitragen. Dass in einem Blitzkopf als Einstelllicht eine LED-Lampe eingebaut ist, ist mittlerweile fast Standard.

Die Anzahl von verfügbaren Blitzgeräten ist groß. Was jedoch alle Modelle eint, ist die Farbtemperatur des Blitzlichts. Sie ist dem Tageslicht sehr ähnlich und liegt bei circa 5500 Kelvin. Davon abweichende Farbtemperaturen lassen sich durch farbige Vorsätze, Streuscheiben und entsprechende Filter erreichen. Im Zeitalter der digitalen Fotografie ist es über die Bildbearbeitung oder entsprechende Kameraeinstellung kein Problem, unerwünschte Farbabweichungen per Mausklick zu korrigieren.

LED-Dauerlicht

Die andere Variante, mit Licht Motive zu beleuchten und optimal zu arrangieren, ist das Dauerlicht. Waren das früher Leuchtröhren, Halogenlampen, Glühbirnen und andere Leuchtmittel, finden immer mehr LEDs Verwendung und verdrängen ganz massiv die anderen Lichtquellen. Es werden unterschiedliche Leuchten und Strahler in verschiedenen Bauformen angeboten: klein und handlich, manche mit Aufsteckschuh. So lässt sich die Leuchte wie ein Blitz auf die Kamera stecken.

Großflächige Panels mit Hunderten kleinen LEDs bestückt. Oder ein LED-Strahler in einem Gehäuse, das aussieht wie ein Studioblitz.

Wie beim Blitzlicht wird auch das Licht von Lampen und Leuchten mit Zahlen beschrieben. Die Wattzahl gibt lediglich den Energieverbrauch einer Lampe an, ist aber keine Information über den Lichtstrom oder die Helligkeit einer Lampe. Der Lichtstrom wird in Lumen gemessen. Je größer der Lumenwert, desto heller strahlt das Leuchtmittel.

Um ein Leuchtmittel ausreichend zu beschreiben, sind also die Angabe von Watt und Lumen erforderlich (Tabelle).

Die Hersteller von Leuchtmitteln veröffentlichen dazu Tabellen der unterschiedlichen Leuchtmittel im Internet, und anhand dieser Tabellen können Sie die technischen Daten vergleichen.

Allerdings sind das lediglich Orientierungswerte, denn die unterschiedliche Bauweisen haben sehr unterschiedliche Abstrahleigenschaften zur Folge.

Während die Farbtemperatur beim Blitz gleichbleibend auf dem Wert von circa 5500 Kelvin liegt und nur durch Filter vor dem Blitz verändert werden kann, können LEDs, je nach Ausführung, die Farbtemperatur auf Kunstlicht (3200 Kelvin) oder Tageslicht (5500 Kelvin) einstellen. Sogar stufenlose Einstellungen zwischen 3000 und 9000 Kelvin sind möglich, ohne weiteres Zubehör. Bei Toplösungen kombinieren die Hersteller deswegen spektral unterschiedliche LEDs zu einer Lichtquelle. Der Farbwiedergabeindex Ra, auch CRI (Color Rendering Index) genannt, ist eine dimensionslose Information über die Qualität der Farbwiedergabe. Bei der Festlegung des CRI-Index geht man von der Annahme aus, dass die Sonne als Beleuchtung die optimale Farbwiedergabe zuwege bringt. Diesem Verhalten ordnet man den maximal möglichen Wert von 100 zu.

Wünschenswert ist, dass immer das gesamte sichtbare Farbspektrum von 380 bis 780 nm reflektiert wird. Werden alle Farben des Spektrums ohne Linien und Aussetzer wiedergegeben, spricht man von einem kontinuierlichen Spektrum der Leuchtmittel. Glühlampen, Halogenstrahler und LEDs mit kontinuierlichem Spektrum bewirken eine gute, bis sehr gute Farbwiedergabe. Die CRI-Werte reichen von 60 bis 95.

Speziell auf Tageslicht getrimmte Leuchtmittel erreichen mittlerweile Werte von 100. Hochwertige LED-Lösungen kombinieren dazu unterschiedliche LEDs zu einer Lichtquelle.

Das ist aber nur mit entsprechendem Aufwand möglich und hat deutliche Auswirkungen auf den Preis. Dagegen sind Leuchtmittel, die Farben mit Lücken im Spektrum abbilden (diskontinuierliches Spektrum) mit weniger Aufwand zu produzieren und entsprechend billiger. Das bedeutet, dass manche Farben aus dem Spektrum gar nicht oder nicht korrekt wiedergegeben werden.

LED-Dauerlicht hat gegenüber Fotolampen und Halogenstrahlern aus vergangener Zeit den Vorteil, dass keine Aufwärmzeit mehr zu beachten ist.

LEDs sind unmittelbar nach dem Einschalten betriebsbereit, und die eingestellte Farbtemperatur ist von Beginn an wirksam. Nach langer Einschaltdauer erwärmen sich LED-Leuchtmittel wesentlich weniger als andere Leuchtmittel. Die am Halogenstrahler verbrannten Finger sind Geschichte.

Die Lebensdauer von LEDs ist im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln enorm lang und ihr Stromverbrauch relativ gering. Ein seriöser Vergleich des Stromverbrauchs von LED-Leuchten und Blitz ist jedoch nicht möglich; er hängt zu stark von der individuellen Arbeitsweise ab.

Gestalten mit Licht

Fotografen gestalten mit Licht: Da ist es sinnvoll, reichlich davon zur Verfügung zu haben. Blitzgeräte bringen hohe Lichtleistungen. Ob es um die maximale Tiefenschärfe, das Aufhellen von Schatten bei Gegenlichtaufnahmen, das Reduzieren von Kontrast, oder das Einfrieren von bewegten Objekten geht – mit einem Blitzlicht ist da alles möglich.

Die Lichtmengen der LEDs können da noch nicht ganz mithalten. LEDs liefern geringere Lichtmengen von relativ weichem, diffusem Licht. Allerdings eröffnet das Dauerlicht die Möglichkeit, Licht und Motiv nach Sicht einzurichten. Schatten, Lichter, Kontrast und Reflexe bei der Aufnahme lassen sich nach Bedarf ganz gezielt steuern, unter Zuhilfenahme unterschiedlicher Hilfsmittel. Normalerweise fotografiert man dann mit längeren Belichtungszeiten, mit größeren Blendenöffnungen und mit geringerer Tiefenschärfe. Auch ein Mix aus beiden Lichtarten kann für die Ausleuchtung bestimmter Motive sehr reizvoll sein.

Zum Schluss betrachten wir noch einmal eine Gemeinsamkeit von Blitz und Dauerlicht: Sie sind formbar. Wir können beide Lichtarten so verändern, wie wir es gern hätten. Schon die Anzahl der Möglichkeiten, eine einfache Kugel ins Bild zu setzen, geht dabei ins Unendliche. Erstaunlich klein ist dagegen die Zahl der Faktoren, die für das Modellieren eines Gegenstands mit Licht wirklich von Bedeutung sind, nämlich:

• Anzahl der Lichtquellen

• Position der Lichtquellen

• Steuerung von Kontrast und Streulicht Beginnen wir mit der Position des Lichts: Auch beim Einsatz mehrerer Lichtquellen ist das die erste Frage, denn nie sind alle Lichter gleich. Ein einzelnes Hauptlicht kommt unseren Sehgewohnheiten sehr entgegen. Ob Sonne, Lampe oder Fenster – ein Hauptlicht ist uns vertraut, alles andere schafft nur Verwirrung. Auch dass ein Hauptlicht von oben, bestenfalls noch von der Seite zu kommen hat, diktiert unser Erfahrungsschatz.

Bei der Art der Lichtquelle lautet die Frage: Punktlicht oder Flächenstrahler?

Ohne entsprechende Vorsätze ist jede Blitzlampe zunächst einmal ein Punktstrahler mit gerichtetem Licht und harten Schatten. Um einen Flächenstrahler daraus zu machen, ist ein Diffusor nötig, der das Licht streut. Ein Diffusor ist durchscheinend, aber nicht durchsichtig. Ein praktisches Beispiel dafür ist Milchglas. Wenn Sie das etwa 20 Zentimeter vor eine Lichtquelle (zum Beispiel Glühbirne) halten, wird es in der Mitte heller erscheinen als in den Ecken. Bewegen Sie es aber ein Stück weiter weg, ist es bald gleichmäßig hell erleuchtet. Das ist das Prinzip der Lichtdiffusion. Auf der anderen Seite ist dann nicht mehr die kleine Lampe die Lichtquelle, sondern die wesentlich größere Milchglasscheibe. Ihr Licht ist weniger intensiv und viel weicher, die Schatten haben weiche Ränder. Drei Faktoren bestimmen dabei den Grad der Diffusion:

• Die Dicke des Materials. Dickeres Material streut stärker, allerdings schluckt es auch viel mehr Licht.

• Der Abstand von der Lichtquelle zum Diffusor. Mit zunehmendem Abstand wächst auch die Diffusionsfläche.

• Das Größenverhältnis von Diffusionsfläche (= diffuser Lichtquelle) und Objekt. Neben den tatsächlichen Größen spielt hier der Abstand die entscheidende Rolle – je näher der Diffusor am Objekt ist, desto weicher wird das Licht.

Der zweite Weg zum Flächenlicht ist ein Reflektor. Das Prinzip ist ähnlich:

Die leuchtende Fläche wird vergrößert, die Schatten damit abgesoftet. Reflektiertes Licht ist nicht so gezielt zu steuern wie diffuses, dafür unkomplizierter in der Anwendung. Fast überall gibt es helle Flächen, die sich als Reflektor eignen, und durch geschicktes Platzieren der Lampen erhalten Sie ohne Aufwand wunderbar weiches Licht. Ein eigener Reflektor macht unabhängig von den räumlichen Gegebenheiten.

Blitzanlagen beinhalten zu diesem Zweck Reflexschirme, die angeblitzt werden. Ein paar zusätzliche Styroporplatten in verschiedenen Größen kosten im Baumarkt fast gar nichts und leisten unschätzbare Dienste.

Diffuses Licht sorgt für gute Zeichnung im Motiv, wirkt in seiner Gleichmäßigkeit aber auch schnell langweilig. Ein Spot bringt es dagegen auf den Punkt und malt einen scharf begrenzten Lichtkreis auf das Motiv. Natürlich gibt es nicht nur Fläche oder Punkt; mit geeigneten Lichtformern ist jedes denkbare Zwischenstadium zu realisieren.

Am einfachsten ist es, das Licht gleich an der Quelle zu konzentrieren. Dafür ist ein Lichttubus zuständig. Er hat vorne nur eine schmale Öffnung, durch die Licht austreten kann. So entsteht ein kleiner Lichthof mit vergleichsweise scharfem Übergang zwischen Hell und Dunkel. Mit all diesen Zutaten gilt es, ein wohliges Licht zu kreieren. Fast alle Aufbauten profitieren dabei von mehr als einer Lichtquelle – unabhängig davon, ob Sie das mit Blitzgeräten oder LED-Leuchten tun.

Fazit

LEDs lösen Blitze immer häufiger ab, da ihre Handhabung einfacher ist. Der Fotograf kann die Wirkung des Lichts bei LED-Leuchten direkt sehen. Bei Studioblitzen hilft zwar das Einstelllicht, die Lichtwirkung abzuschätzen.

Aber auch das ist nur eine Annäherung. Umgekehrt liefert der Blitz aber mehr Helligkeit. Wer richtig leistungsstarke LED-Lampen mit einer guten Farbwiedergabe einsetzen will, muss schnell einen vierstelligen Betrag dafür investieren.

Reinhard Merz / Erich Baier