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FOTOPROJEKT: Mehr Erfolg für Models – Profi-Sedcard erstellen


CHIP Foto-Video - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 02.10.2019

Die Zeiten schnöder Profilbilder sind für Models vorbei. Heute sind Sedcards vor allem eines: abwechslungsreich!

Artikelbild für den Artikel "FOTOPROJEKT: Mehr Erfolg für Models – Profi-Sedcard erstellen" aus der Ausgabe 11/2019 von CHIP Foto-Video. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: CHIP Foto-Video, Ausgabe 11/2019

Eine Sedcard (benannt nach ihrem Erfinder Sebastian Sed) gilt im Fotobusiness als Visitenkarte eines Models. Im Gegensatz zur mehrseitigen Modelmappe besteht eine Sedcard lediglich aus einer Vorder- und Rückseite und soll dem Kunden einen guten ersten Eindruck von der Vielseitigkeit und Wandelbarkeit des Models vermitteln. Dabei sind die Zeiten passé, in denen ein Model vor allem aufgrund der äußerlichen Erscheinung gebucht wurde. Stattdessen zählen neben Konfektionsgröße, Haarfarbe und ...

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... Schuhgröße zunehmend auch die Persönlichkeit und Ausstrahlung auf den Bildern. Wurden früher Models einfach in einem weißen Top oder T-Shirt von allen vier Seiten abgelichtet, so ist heute beim Erstellen von Sedcards Vielseitigkeit in jeder Hinsicht gefragt. Dies hat auch die Ansprüche an die Fotografen enorm gesteigert. Konnten diese sich früher noch auf klassische Studioporträts mit fester Lichtsetzung konzentrieren, so möchten Models heute zusätzlich neue, spannende Hintergründe und Szenerien in die Sedcard aufnehmen. Je genauer Sie mit Ihrem Model also Bilder, Motive und Formate absprechen, desto eher entspricht das spätere Ergebnis auch den jeweiligen Wünschen.

Ebenfalls hilfreich sind einige Bildvorlagen von Fotoplattformen wie Pinterest oder Instagram, an denen Sie sich bei der Planung der Sedcard orientieren können. Kopieren Sie jedoch nicht einfach Bilder, sondern nutzen Sie sie als Inspiration und Gedankenstütze

Heutzutage müssen Models auch mit ihrer Persönlichkeit punkten.

Ganz allgemein ist eine Sedcard (oder Comp Card von engl. composite = zusammengesetzt) eine Art fotografisches Großprojekt. Planen Sie also genügend Zeit für die Durchführung ein. Ein guter Richtwert ist dabei etwa ein halber Tag pro Szene. So können Sie sich ohne Zeitdruck vor Ort die schönsten Motive aussuchen, in Ruhe unterschiedliche Outfits ausprobieren und gemeinsam die besten Posen für Ihr Model ausarbeiten.

Natürlichkeit siegt

Die Zeiten von zu viel Make-up sind vorbei, Natürlichkeit ist heutzutage Trumpf. Um diese Haltung noch stärker zu betonen, sollten Sie auch Porträts bei natürlichem Tageslicht mit in die Sedcard aufnehmen.

Vorderseite vom Feinsten

Auf der Vorderseite der Sedcard prangt oft ein klassisches Porträt oder Halbporträt. Setzen Sie daher beim Fotografieren auch gezielt solche Anschnitte ein, um später das perfekte Bild dafür auswählen zu können.

Das Besondere betonen

Nutzen Sie vor Ort beispielsweise Fensterscheiben oder sonstige spiegelnde Flächen, um Ihren Bildern etwas Besonderes zu verleihen. Filmregisseure nutzen diese Technik oft.

DAS SAGT DAS MODEL

„Ich wollte eine vielseitige Sedcard, die ich sowohl bei Model- als auch bei Moderatoren-Castings dem Kunden übergeben kann. Die Bilder sollen vor allem meine Persönlichkeit zeigen, wie ich vor der Kamera wirke und wie ich den Betrachter ansprechen kann. Das interessiert Kunden heute mehr als klassische Posen oder die perfekten Modelmaße.“

Egal, wie spannend Sie Ihre Szenerien auch gewählt haben, oftmals ist es von Vorteil, mit dem Studioporträt anzufangen. In dieser von Ihnen kontrollierten Umgebung können sich Fotograf und Model aneinander gewöhnen – und starten so ganz entspannt in den Tag. Einmal aufeinander eingestimmt, können Sie die experimentelleren Orte wie eine schicke Dachterrasse, ein modernes Foyer oder einen ruhigen Stadtpark ausprobieren.

Wichtig ist natürlich, dass Ihr Model mit der Sedcard beim Kunden auffällt. Daher sollten Sie unbedingt auch eine außergewöhnliche Location als Rahmen für ein paar Bilder einbauen, wie etwa eine schicke Bar oder eine moderne Hotellobby (wie bei uns das Ruby Lilly Hotel & Bar München). Vielleicht hat jemand aus Ihrem Bekanntenkreis Kontakte zu solch exklusiven Fotoszenerien.

Bei einer Sedcard zählt vor allem Vielseitigkeit.

Sind alle Bilder gemacht, geht es an das Aussortieren und Bewerten der Aufnahmen. Dabei gilt es, eine erste Vorauswahl zu treffen, die letztendliche Entscheidung liegt jedoch immer bei Ihrem Model.

Steht die Auswahl fest, geht es an das Erstellen der Sedcard. Dabei wird neben dem Namen des Models ein besonders aussagekräftiges Porträt ganzseitig auf die Vorderseite gedruckt. Auf der Rückseite platzieren Sie zwei bis sechs Bilder, die das Model in unterschiedlichen Posen und Situationen zeigen. Auch sollten verschiedene Gesichtsausdrücke von ernst bis fröhlich zu sehen sein. Da auch bei der Sedcard der erste Eindruck zählt, sollten Sie beim Druck ebenfalls auf Qualität achten. Festes Papier und ein hochauflösender Drucker sind Pflicht!

1. Dokument erstellen

Öffnen Sie zunächst Adobe Photoshop und klicken Sie auf »Datei | Neu«. Im aufgehenden Fenster wechseln Sie über den Reiter »Druck« zu den verschiedenen DIN-Formaten. Wählen Sie hier das DIN-A5-Format, stellen Sie eine Auflösung von 300 Pixel pro Zoll ein und klicken Sie auf »Erstellen«.

2. Mitte der Sedcard freihalten

Erstellen Sie in der Mitte der Karte mit dem »Auswahlrechteck«-Werkzeug über die gesamte Länge eine etwa zwei Zentimeter breite Auswahl. Nun wählen Sie »Ebene | neue Füllebene | Farbfläche« und stellen als Farbe weiß ein. In die so entstandene weiße Fläche bauen Sie später Ihren Text ein.

3. Bilder platzieren

Ziehen Sie per Drag & Drop Ihr erstes Bild in die Datei. Drücken Sie [Strg]+[T], um in den »Transformieren«-Modus zu gelangen. Hier lassen sich »Größe« und »Position« per Maus verändern. Bestätigen Sie mit [Enter] und laden Sie das nächste Bild ein. Die Farbfläche aus Schritt 2 muss immer obenauf liegen.

4. Weiße Ränder erstellen

Um ein Bild zuzuschneiden, wählen Sie es aus, nehmen wiederum das »Auswahlrechteck «-Werkzeug und markieren den überstehenden Bereich des Bildes, den Sie wegschneiden möchten. Anschließend klicken Sie bei gedrückter [↑]-Taste auf das Ebenenmaskensymbol.

5. Textfeld einfügen

Wählen Sie nun das »Textwerkzeug« und erstellen Sie im freigehaltenen Bereich in der Mitte der Sedcard einen neuen Textrahmen. In ihn tragen Sie anschließend alle wichtigen Daten des Models ein. Dazu gehören beispielsweise Name, Alter, Größe, Konfektionsgröße und die Kontaktdaten.

6. Als JPEG und PDF speichern

Oft muss Ihr Model die Sedcard in gedruckter oder auch in digitaler Form per Mail beim Kunden abgeben. Speichern Sie daher Ihre Datei einmal als hochaufgelöstes JPEG und einmal als PDF. Die Vorgabe [PDF/X-3:2002] liefert dabei einen guten Kompromiss aus Dateigröße und Bildqualität.

Bilderauswahl

Bei großen Bildermengen eignet sich für eine Vorauswahl meist ein Bewertungssystem mit Sternen. So verschaffen Sie sich in kurzer Zeit einen Überblick und filtern schnell die besten Bilder heraus.

Öffnen Sie dazu in Adobe Bridge oder Adobe Lightroom den entsprechenden Bilderordner und sortieren Sie zunächst alle Aufnahmen aus, die nicht richtig belichtet sind, unscharf aussehen oder auf denen das Model nicht vorteilhaft wirkt.

Anschließend klicken Sie sich mit den Pfeiltasten durch die Bilder und vergeben dabei mit den Tasten [1], [2] und [3] Ihre Sterne-Bewertung. Was die Zahlen bedeuten, bleibt Ihnen überlassen. So könnte beispielsweise ein Stern kennzeichnen: „benötigt Nachbearbeitung“, zwei Sterne stehen für „engere Wahl“, und drei Sterne verweisen auf „Favorit“.

Am Ende filtern Sie nach allen Bildern mit drei Sternen und schicken diese Vorauswahl über Dienste wie picdrop.com oder wetransfer.com an Ihr Model.


FOTOS : SEBASTIAN SONNTAG