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FOUNDATION


Streaming - epaper ⋅ Ausgabe 3/2021 vom 19.08.2021

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Bildquelle: Streaming, Ausgabe 3/2021

Hari Seldon und seine Anhänger werden in den Vault verbannt

VERFALL UND UNTERGANG DES GALAKTISCHEN IMPERIUMS

Das Wort „unverfilmbar“ wird heutzutage inflationär benutzt. Aber auf Isaac Asimovs „Foundation“- Zyklus trifft dies wirklich zu. Zwischen 1951 und 1993 veröffentlichte der russisch-amerikanische Science-Fiction-Pionier eine Trilogie, zwei Prequels und zwei Fortsetzungen. Zudem verwebte er die sieben Romane mit seinen anderen Publikationen wie „I, Robot“ zu einem großen Universum aus Dutzenden Romanen und Kurzgeschichten. Und so stellt sich für jeden, der die Geschichte um den Fall eines galaktischen Imperiums verfilmen will, erst mal eine essenzielle Frage: Wo ist der Anfang und wo das Ende? Bereits dreimal wurde vergebens nach der Antwort gesucht. 2008 versuchten sich die „Herr der Ringe“-Produzenten FÜR Bob Shaye und Michael Lynne an dem Werk, 2010 scheiterte Roland Emmerich an einer Adaption, und zuletzt warf „Westworld“-Macher Jonathan Nolan das ...

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... Handtuch. Nun hat offenbar „Batman Begins“-Autor David S. Goyer die Sci-Fi-Nuss geknackt und „Foundation“ in eine Serie verwandelt.

FANS VON: „Rom“, „Devs“, „Dune“, „Game of Thrones“

NEU! 1. Staffel ab 24.9.

„Foundation ist das größte Science-Fiction-Werk aller Zei- ten“, schwärmt Goyer über den Zyklus, der Einfluss hatte auf Werke von „Star Wars“ bis „Dune“. Dass darin bei ihm geborgt wurde, störte den 1992 verstorbenen Asimov nicht, schließlich ließ er sich selber inspirieren: von Edward Gibbons „Verfall und Untergang des römischen Imperiums“.

Ganz wie im alten Rom

Die Schilderung des Untergangs Roms inspirierte Asimov, das Ganze auf eine galaktische Ebene zu heben. In seiner Geschichte befindet sich das 20 000 Jahre in der Zukunft angelegte galaktische Imperium auf dem Höhepunkt der Macht – bis Hari Seldon (Jared Harris) auf den Plan tritt. Der geniale Mathematiker hat das Konzept der Psychohistorik entwickelt, durch die er den Fall einer Gesellschaft vorhersagen kann. Er hat errechnet, dass das Imperium vor dem Untergang steht und die Welt im Anschluss in eine 30 000 Jahre dauernde Phase der Anarchie fällt. Mit Gründung einer Foundation aus Wissenschaftlern würde sich diese aber auf 1000 Jahre verkürzen. Eine explosive Aussage, denn die seit 400 Jahren herrschende Gendynastie der Cleons will ihre Macht erhalten und versucht, Hari Seldon mundtot zu machen.

'Es ist, als hätte Terrence Malick „Star Wars“ inszeniert'

Showrunner David S. Goyer

Ein Dilemma, dessen Bezug zur Gegenwart Showrunner Goyer nicht entgangen ist. Er zieht Parallelen zum Klimawandel: „Wie bringt man jemanden dazu, etwas zu tun, wenn die Wirkung erst nach dem eigenen Tod sichtbar wird?“

Es sind komplexe Ideen und Konzepte wie diese, die Asimovs Werk zum Standardwerk der Science-Fiction-Literatur gemacht haben. Das bedeutet aber nicht, dass es auch als Serie ein Selbstgänger ist. „Es ist, als hätte Terrence Malick ,Star Wars‘ inszeniert“, fasst Goyer in „Entertainment Weekly“ das Problem zusammen. Wer an Sci-Fi denkt, sieht spektakuläre Welten, Raumschiffkämpfe und nervenzerreißende Spannungsmomente vor dem geistigen Auge. Der Foundation-Zyklus hat nichts davon. Während Adaptionen dem Motto „Show, don’t tell“ folgen müssen, wird in Asimovs Büchern das meiste über Dialoge abgewickelt. Schlimmer noch: In den Vorlagen gibt es kaum entwickelte Figuren. Weil alleine im ersten Roman ein Zeitraum von 200 Jahren abgedeckt wird, verschwinden Figuren ebenso schnell und unangekündigt, wie sie aufgetaucht sind.

Nur eine sehr lose Adaption

Um dieses Problem zu lösen, ist es für Goyer unumgänglich, die Romane nicht als Bibel, sondern als „Choose Your Own Adventure“-Puzzle zu betrachten. Dass der 55-Jährige dies gemacht hat, zeigt bereits die Besetzung. So kommt der u. a. von Lee Pace und Terrence Mann gespielte Cleon­Herrscher, der sich in regelmäßigen Abständen neu klonen lässt, in keinem der „Foundation“­Bücher vor.

Auffällig ist auch der Geschlechterwandel einiger Figuren. So ist die von Lou Llobell gespielte Gaal Dornick, die in Hari Seldons Fußstapfen treten soll, in den Büchern ebenso ein Mann wie Salvor Hardin (Leah Harvey) und Eto Demerzel. Die Finnin Laura Birn übernimmt in der Apple­Serie die Rolle, der in den Romanen eine besondere Bedeutung zufällt. Dort ist Demerzel das Alter Ego des Roboters Daneel Olivaw, der von Menschen nicht mehr unterscheidbar ist. Als Demerzel ist er die rechte Hand von Kaiser Cleon I. – ein Name, der rein zufällig ein Anagramm des englisches Wortes „Clone“ darstellt – und manipuliert Hari Seldon.

Episch wie „Game of Thrones“?

Dass für Seldon kein Geringerer als der gerade für seine „Chernobyl“­Rolle gefeierte Jared Harris besetzt wurde, weckt ebenso großes Vertrauen in die Serie wie der erste Trailer. Die vor Spezialeffekten, visuellen Einfällen und aufregenden Kameraeinstellungen nur so strotzenden Bilder zeigen, dass Apple für die Serie jede Menge Geld in die Hand genommen hat –Gerüchte sprechen von sechzig Millionen Dollar allein für die ersten zehn Folgen. Allerdings werden die vielen verschiedenen Welten nicht nur am Computer erschaffen. Für die erste Staffel reiste die Produktion kreuz und quer durch Europa: von Irland über Island nach Berlin, auf die Kanarischen Inseln bis nach Malta, wo die für „Troja“ und „Captain Philipps“ genutzten Tanks halfen, eine Wasserwelt – vermutlich Terminus – zu erschaffen.

Die Ambitionen von „Foundation“ zeigen sich auch in den Plänen, die David S. Goyer auf lange Sicht hat. Er hat sich weniger eine Science­Fiction­Serie als ein Fantasy­Epos zum Vorbild genommen, wie er in Malta verriet: „In den letzten Jahren hat sich die Art, wie wir Geschichten konsumieren, verändert. ,Game of Thrones‘ hat den Weg für gigantische, romanartig erzählte Serien bereitet. Deshalb können wir mit ,Foundation‘ hoffentlich auch unsere Geschichte über achtzig Folgen erzählen, anstatt alles in einen Film von zwei bis drei Stunden zu quetschen.“ Dass ein solcher finanzieller Aufwand bei Apple aus der Portokasse zu stemmen ist, dürfte sicher hilfreich sein.

Rüdiger Meyer

SERIENFACTS

USA 2021 D Jared Harris, Lee Pace, Lou Llobell, Laura Birn, Leah Harvey, Terrence Mann, T’Nia Miller B David S. Goyer, Josh Friedman 10 Episoden à ca. 60 Min.

*PROGNOSE: Die ersten Bilder versprechen viel, aber alles kommt auf die Geschichte an

Sci -Fi-König Isaac Asimov

Mit drei Jahren kam der Sohn jüdischer Eltern aus Russland nach New York. 1939 machte er mit neunzehn Jahren seinen Abschluss in Chemie an der Columbia-Universität, doch seine Leidenschaft galt bereits seit Kindheitstagen der Science-Fiction. 1958 gab er schließlich die Biochemie-Professur an der Uni Boston auf, um sich ganz auf das Schreiben zu konzentrieren – da hatte er bereits über ein Dutzend Romane verfasst. Für die zwischen 1951 und 1953 erschienene „Foundation“-Trilogie erhielt er 1966 den Hugo Award als beste Reihe aller Zeiten – im gleichen Jahr, als auch Frank Herbert für das von „Foundation“ inspirierte „Dune“ prämiert wurde.