Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 2 Min.

FRAG FRIEDA


myself - epaper ⋅ Ausgabe 10/2020 vom 16.09.2020

Die Journalistin, Buchautorin und Mutter Lisa Frieda Cossham, 40, hat eine erfrischende Art, sich dem Leben zu stellen. Für unser Heft beantwortet sie größere und kleinere Fragen.


Artikelbild für den Artikel "FRAG FRIEDA" aus der Ausgabe 10/2020 von myself. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: myself, Ausgabe 10/2020

Die Situation

Meinem Mann hat Corona psychisch ganz schön zugesetzt. Er weigert sich aber, Hilfe anzunehmen.

Im vergangenen Jahr habe ich den ersten Psychiater Bhutans interviewt. Er hat 1999 seine Arbeit aufgenommen. Anfangs hätten ihn nur wenige Menschen aufgesucht, erzählte er. ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 2,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von myself. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 10/2020 von Horoskop. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Horoskop
Titelbild der Ausgabe 10/2020 von Alles zu gewinnen!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alles zu gewinnen!
Titelbild der Ausgabe 10/2020 von Erste!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Erste!
Titelbild der Ausgabe 10/2020 von Ich liebe euch alle. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Ich liebe euch alle
Titelbild der Ausgabe 10/2020 von Neue Serie: Retro-Dating (1) SIE sucht IHN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Serie: Retro-Dating (1) SIE sucht IHN
Titelbild der Ausgabe 10/2020 von Alles anders? Super!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Alles anders? Super!
Vorheriger Artikel
Lange her?
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel Lieben, lachen, locker bleiben
aus dieser Ausgabe

Im vergangenen Jahr habe ich den ersten Psychiater Bhutans interviewt. Er hat 1999 seine Arbeit aufgenommen. Anfangs hätten ihn nur wenige Menschen aufgesucht, erzählte er. Niemand habe gewusst, worin seine Arbeit eigentlich genau bestehe. Wer ein Problem hatte, ging zum Schamanen, zum Mönch oder Astrologen. Den Menschen fiel es schwer, ihr Befinden in Worte zu fassen. Das geht angesichts der Pandemie vielen so – auch in westlichen Ländern. Schlafstörungen, Ängste, depressive Gefühle – der seelische Schaden der Corona-Zeit ist immens, das zeigen erste Umfragen und Studien. Auch Ihrem Mann hat das Virus emotional zugesetzt, und das sollte er aussprechen können. Dazu zwingen können Sie ihn aber nicht, sondern nur einladen. Psychologen raten Angehörigen nachzuhaken: Was stört ihn? Was würde er gern verändern und wie? Durch die Fragen erkennt Ihr Mann im besten Fall, dass er seine Probleme kaum allein bewältigen kann. Dass ein professioneller Rat hilfreich wäre, so wie man sich einen Anwalt nimmt, wenn man vor Gericht zieht. Sollte er uneinsichtig bleiben, schreiben Sie auf, was Sie im Zusammenleben belastet, und lesen Sie ihm den Brief vor. Berührt ihn Ihr Kummer nicht, konzentrieren Sie sich auf sich. Denn welche Konsequenzen Sie aus seiner Haltung ziehen, liegt ganz bei Ihnen.

Die Situation

Ich bin plötzlich die Vorgesetzte meiner ehemaligen Chefin. Kann das gut gehen?

Zusammenarbeit gelingt, wenn Hierarchien und Machtansprüche an Bedeutung verlieren und wir uns auf die Aufgabe konzentrieren. Nun bin ich als Autorin meine eigene Chefin, weiß aber aus den Erzählungen von Freunden und Kollegen, dass Zusammenarbeit auch viel diplomatisches Geschick erfordert. Dass Menschen selten einfach nur für etwas brennen, sondern immer auch eitel sind, Neurosen pflegen und gesehen werden wollen. Sie haben Ihre ehemalige Chefin beobachtet. Sie kennen ihre Fähigkeiten, ihre Schwächen. Gut gehen kann es, wenn sie eine selbstsichere, authentische Person ist, unprätentiös und zupackend. Schlecht stehen die Chancen, wenn sie herrisch und anmaßend aufgetreten ist, Amt und Person miteinander verschmolzen sind. Was Sie in dieser Situation tun können? Nutzen Sie die beflügelnde Motivation, die eine Beförderung mit sich bringt, und verabreden Sie sich zum Gespräch mit Ihrer Ex-Vorgesetzten. Fragen Sie sie, wie es ihr mit der Situation geht und was sie braucht, um mit der Umverteilung der Aufgaben zurechtzukommen. Fragen Sie sie auch nach ihren Erfahrungen als Chefin: Was kann sie Ihnen mitgeben? Fragen öffnen Menschen, sie machen sie nahbar. Laden Sie sie dazu ein, gemeinsam in Ihre neuen Rollen zu schlüpfen.

Wenn Sie ebenfalls ein Thema haben, das Sie umtreibt – mailen Sie an: fragfrieda@myself.de


FOTO: SIMA DEHGANI