Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 3 Min.

Frankreich: Mobilität multimodal


Privatbahn Magazin - epaper ⋅ Ausgabe 6/2019 vom 21.11.2019

Die französische Staatsbahn SNCF baut ihre Internet-Applikation, die schon von 16 Millionen Kunden genutzt wird, zu einer Plattform für Informationen, Buchungsmöglichkeiten und Bezahlung für Fortbewegung mit jeder Art von Verkehrsmittel in ganz Frankreich aus. Das haben Mitte Juni SNCF-Präsident Guillaume Pepy und Alexandre Viros, der Generaldirektor der SNCF-Tochter e-voyageurs, auf einer Pressekonferenz in Paris bekannt gegeben.


Artikelbild für den Artikel "Frankreich: Mobilität multimodal" aus der Ausgabe 6/2019 von Privatbahn Magazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Privatbahn Magazin, Ausgabe 6/2019

SNCF-Präsident Guillaume Pepy (rechts) und Alexandre Viros, der Generaldirektor der SNCF-Tochter e-voyageurs, während der Pressekonferenz.


Ziel sei es, dem Nutzer die ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 10,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Privatbahn Magazin. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 6/2019 von Wohin steuert die Bahn – und wer fährt?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Wohin steuert die Bahn – und wer fährt?
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von Zukunftsbranche Bahn: Lokführer: DER grüne Transportberuf!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Zukunftsbranche Bahn: Lokführer: DER grüne Transportberuf!
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von Bitte Platz nehmen!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Bitte Platz nehmen!
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von 10 Jahre Zukunftsbranche Bahn: Nächster Halt: Karriere!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
10 Jahre Zukunftsbranche Bahn: Nächster Halt: Karriere!
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von GDL-Vorsitzender Klaus Weselsky im Interview: Personalplanung nach Bedarf!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
GDL-Vorsitzender Klaus Weselsky im Interview: Personalplanung nach Bedarf!
Titelbild der Ausgabe 6/2019 von Fachkräftesituation im Eisenbahnverkehr: Wer fährt morgen noch den Zug?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Fachkräftesituation im Eisenbahnverkehr: Wer fährt morgen noch den Zug?
Vorheriger Artikel
Schweizerische Südostbahn AG: Plus durch „Wettbewerbs-…
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel TGV Ouigo: SNCF organisiert die Konkurrenz
aus dieser Ausgabe

... Möglichkeit zu bieten, für jede Etappe seiner Reise schnell und unkompliziert die für ihn optimale Transportlösung zu finden, zu buchen, als digitale Fahrkarte im Smartphone zu speichern und alles zusammen mit einem Mal zu bezahlen. „Wir wollen dazu beitragen, immer mehr Franzosen, die für ihre Fortbe - wegung heute noch zu 82 Prozent das Auto nehmen, für die Bahn und die anderen nachhaltigen Verkehrsmittel zu gewinnen“, sagte Pepy.

Das neue Angebot wird schrittweise in dem Maße ausgebaut, wie Partner gewonnen und technisch eingebunden werden können. Bisher konnte man per Internet nur seine Fahrten mit TGVund anderen Fernzügen der SNCF buchen und bezahlen. Ab sofort kann man über die nun „L’Assistant“ genannte SNCF-Applikation auch bei verschiedenen Netzen von Taxiunternehmen und Limousinenservice-Anbietern reservieren und im Voraus bezahlen. „Heute hat jeder Anbieter seine eigene Internetplattform mit oft ganz unterschiedlichen Oberflächen, Zugangsmöglichkeiten und Zahlungs - abläufen“, sagte Alexandre Viros. „Diese Vielfalt wird für den Nutzer schnell unübersichtlich und immer komplizierter zu nutzen. Wir wollen für ihn einen One-Stop-Shop schaffen.“ Die SNCFApplikation sei „offen und neutral“, doch würden keine Preisvergleichs-Anbieter einbezogen. Im Herbst kommen bei SNCF L’Assistant die TER-Nahverkehrszüge hinzu, die sich in den 13 Regionen des Landes in der Verantwortung der jeweiligen Räte befinden. Diese Netze werden heute noch alle im Auftrag der jeweiligen Region durch die SNCF betrieben, doch im Zuge der kompletten Öffnung des Marktes 2020 können das künftig auch andere inoder ausländische Bahnunternehmen sein. Entsprechend können ab Januar 2020 auch einzelne Fernstrecken durch Konkurrenten der SNCF wie beispielsweise Thello oder Flixtrain betrieben werden, die bereits Interesse bekunden.

Von der Tiefgarage bis zum Leihfahrrad

„Die können dann natürlich auch ihr Angebot auf unsere Plattform stellen“, präzisiert Pepy. Absehbar sei schon heute, dass dort bis spätestens Jahres-ende auch der führende Limousinendienst UBER sowie der Carsharing- Service BlaBlaCars vertreten sein werden – und das Fernbusnetz BlaBla- Lines, dem die SNCF kürzlich ihr eigenes Omnibus-Netz verkauft hat. Außerdem stellt bis Jahresende auch die Firma Onepark ihr landesweites Netz von Tiefgaragen ein, sodass Autofahrer, die eine Weiterfahrt mit der Bahn oder einem anderen Verkehrsmittel planen, bereits vorab das Abstellen ihres Autos buchen können. In Kürze soll das gesamte Nahverkehrsangebot der Pariser Verkehrsbetriebe RATP und verschiedener anderer Verkehrsunternehmen der Pariser Region einbezogen werden. Hinzu kommen auch das Pariser Leihfahrradnetz und die Unternehmen, die hier im Free-Floating Elektroroller vermieten. „Doch da warten wir erst ab, welche zwei Unternehmen aus der Ausschreibung hervorgehen, die von der Stadt geplant ist, um das Chaos von heute zwölf verschiedenen Anbietern zu überwinden“, so Pepy.

Großes Interesse landesweit

Schrittweise sollen auch die Verkehrsbetriebe von Lyon, Marseille und weiteren Großstädten hinzukommen, ebenso wie die regionalen Busnetze auf dem Lande. „All diese Anbieter werden nach und nach von uns kontaktiert, als Partner gewonnen und unter Vertrag genommen“, ergänzt Alexandre Viros. „Das Interesse unter diesen potenziellen Partner ist heute schon sehr groß. Was Zeit kostet, ist vor allem die technische Verknüpfung der verschiedenen IT-Systeme.“

Einen Vorgeschmack darauf, wie man auf einer Plattform seinen Weg mit den verschiedensten Verkehrsmitteln planen, buchen und bezahlen kann, bietet heute bereits die Stadt Straßburg, wo ein entsprechender Test erfolgreich abgeschlossen wurde. Auf dieses komplette Angebot kann man ab sofort auch über die SNCF-Applikation zugreifen. SNCF-Präsident Guillaume Pepy stellt klar, dass sich die neue Internet-Applikation der Staatsbahn „mit den durch die Partner zu zahlenden Kommissionsgebühren selbst finanziert, aber keinen Gewinn erwirtschaften“ soll. Im Vordergrund stehe die „Mobilitätswende hin zur Bahn und anderen nachhaltigen Angeboten als Alternative zum Autoverkehr“. Außerdem, so ließ er durchblicken, wolle man Google oder anderen großen kommerziellen Internetplattformen zuvorkommen, die geneigt sein könnten, den öffentlichen Personennahund -fern verkehr gewinnbringend für sich auszunutzen.


FOTO: RALF KLINGSIECK