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FRANZ.-POLYNESIEN DIE REPORTAGE: MARQUESAS-INSELN: Unterm Kreuz des Südens


REISE & PREISE - epaper ⋅ Ausgabe 3/2018 vom 04.07.2018

Schroffe Berge, Nebelwälder und eine urtümliche Maori-Kultur: Die wilde Schönheit der Marquesasinseln hat einst Entdecker, Maler und Schriftsteller verzaubert. Und tut das noch heute mit allen, die den Südsee-Archipel in Französisch-Polynesien erkunden–individuell beim Island Hopping oder mit dem Passagier-frachtschiff »Aranui


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Bildquelle: REISE & PREISE, Ausgabe 3/2018

Segelboote in der »Bucht der Jungfrauen « vor der Insel Fatu Hiv


Die »Aranui 5« ankert in der Bucht von Puamau auf Hiva Oa


Der Weg ins Paradies sei recht steinig, heißt es. Doch wer weiß das schon genau? Ohne Felsbrocken als Hindernisse, dafür aber definitiv ziemlich steil ist der ...

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... Weg, auf dem man in ein paar Stunden einmal quer über Fatu Hiva wandern kann. So ziemlich jeder kommt dabei ins Schwitzen. Wer einen Hut mitgebracht und sich vorher eingecremt hat, ist im Vorteil: Schatten gibt es nämlich kaum auf dem 17 Kilometer langen Marsch. So manche vorher noch elfenbeinweiße Touristenhaut errötet. Ob die Dame in ihrem bunten Pareo-Wickeltuch, die auf dem Passagierfrachtschiff »Aranui 5« im Spa arbeitet, in ihrem Sortiment an nach Tropenblumen duftenden Cremes ein Wundermittel gegen Sonnenbrand hat? Diese Frage hat Zeit bis zum Abend, wenn alle Passagiere nach einem Tag voller Erlebnisse mit dem Beiboot auf ihr schwimmendes Zuhause zurückkehren. Jetzt aber lohnt sich erst einmal wirklich jeder Schritt, denn Fatu Hiva scheint einem Abenteuerroman von Jack London entsprungen zu sein. Was natürlich kein Zufall ist: Der Schriftsteller machte bei seiner Segeltour durch die Südsee einst auch auf dieser Insel Station. Sein Schiff lag damals in der von steil aufragenden Klippen eingerahmten »Bucht der Jungfrauen « vor Anker. Für den weit gereisten Poeten aus dem Norden war es anscheinend Liebe auf den ersten Blick: »Man fühlt es fast wie einen Schmerz, so vollkommen ist die Schönheit.«

Ein Jäger wäscht sein Pferd nach einer Pirsch auf Wildschweine


Um den Angebeteten zu betören, stecken sich die Frauen auf den Marquesasinseln Blumen ins Haar.


Bergige grüne Inseln im tiefen Blau des Ozeans .

Mehr als ein Jahrhundert nach dem Besuch von Jack London ballen sich über den mehr als tausend Meter hohen Bergen von Fatu Hiva noch immer dramatisch die Wolken. Noch immer wächst an ihren Flanken dichter Nebelwald, noch immer rauschen in den Tälern neben den sprudelnden Wasserfällen auch unzählige Kokospalmen im Wind. Bis heute ist Fatu Hiva die wohl ursprünglichste der sechs bewohnten Marquesasinseln, einem abgelegenen Archipel im Südpazifik. Mehr als 1.500 Kilometer sind es bis nach Tahiti und zur Regierung Französisch-Polynesiens: Aus Versehen kommt wirklich niemand vorbei.

Deswegen freut man sich hier inzwischen über die wenigen Besucher, die sich die Zeit nehmen, um den halben Erdball nach Papeete auf Tahiti zu fliegen und dann per Flugzeug oder mit dem Dampfer noch einmal weiter zu reisen, um die Marquesas zu erkunden. Früher muss es hier dagegen ziemlich rau zugegangen sein: Die Stämme waren sich oft nicht grün, bekämpften sich erbittert, und aßen ihre Feinde gelegentlich sogar auf. Alles Menschenfresser? Nicht ganz: Zwar gab es entsprechende Opfer, doch schon damals wurden viele Berichte über die angeblich so mordlüsternen Wilden der Südsee fantasievoll ausgeschmückt.

Passend zu diesen Erzählungen der ersten Europäer wirken die Marquesas aus der Ferne nicht wie perfekte Trauminseln, sondern eher wie abgeschottete Festungen: Schroffe Berge erheben sich direkt aus dem fischreichen, tiefblauen Ozean. Hier gibt es, anders als auf den Gesellschaftsinseln bei Tahiti, keine blendend weißen Sandstrände, keine türkisfarbenen Lagunen mit Korallenriffen, keine kostbaren schwarzen Perlen. Wer allerdings an Land geht, entdeckt, dass es sich trotzdem um Schatzinseln handelt.

Wo Paul Gauguin und Jacques Brel begraben liegen

Es war die wilde Schönheit des Archipels, die erst Entdecker, Schriftsteller und Künstler in seinen Bann zog und heute Touristen. James Cook erforschte die Region, Robert Louis Stevenson legte hier an. Dem Chansonnier Jacques Brel und dem Maler Paul Gauguin gefiel es auf den Marquesas so gut, dass sie sich sogar dauerhaft niederließen: Sie sind beide auf dem kleinen Friedhof der Insel Hiva Oa bestattet. Fans aus aller Welt gedenken ihrer Idole an den Gräbern, die von weiß blühenden Frangipani-Bäumen beschattet werden, und pilgern zu einem kleinen kommunalen Museum, das die Geschichte der Künstler erzählt.

Martialische Tanzdarbietung an einer Opferanlage auf Nuku Hiva


Der Tanz der Kannibalen

Zwar haben die europäischen Eroberer mit der Einführung des Christentums ganze Arbeit geleistet: Die ursprüngliche Maori-Kultur der Marquesas ist längst untergegangen. Doch an einigen Kultstätten kann man noch in die Vergangenheit reisen. Zum Beispiel auf Nuku Hiva, bei einer geführten Tour an der Zeremonial plattform Kamuhei. Mit Moos bewachseneTikis , steinerne Gottheiten mit übergroßen Köpfen, symbolisieren dort die wie Götter verehrten Ahnen. Über glitschige Vulkanquader geht es den Hang hinauf zu einem gigantischen Feigenbaum mit Luftwurzeln, an denen früher Menschen aufgehängt wurden, wie der Guide berichtet.

Wenn größere Gruppen den Ort besichtigen, ertönen hier überraschend ein paar Trommeln. Halbnackte Männer führen dann ein Spektakel auf, bei dem wild geschmatzt und gegrunzt wird – als Besucher läuft einem dann trotz 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ein Schauer über den Rücken. Doch die Tänzer entpuppen sich als höfliche Zeitgenossen, nicht als Kannibalen: Sie essen lieber Spanferkel aus dem Erdofen. Den serviert auf traditionelle Art ein paar Kilometer weiter die über 90-jährige Madame Yvonne in ihrem Inselrestaurant am schwarzen Strand in der Bucht von Hatiheu.

Für Gäste der »Aranui 5« ist die Tour im Programm enthalten. Individuell lässt sie sich über dasComité du Tourisme de Nuku Hiva arrangieren (je nach Gruppengröße € 42– 71/Pers., 00689-40920855, comite dutourisme.nukuhiva@gmail.com). Mietwagen gibt es bei der Pension »Moana Nui« (€ 94/Tag, pension moananui@mail.pf) und beiKohuhunui Location (€ 111/Tag, julianahkp@hotmail.fr). Yvonne Katupa tischt im »Chez Yvonne« in Hatiheu auf – nach vorheriger Anmeldung (00689-40920297, hinakonui@mail.pf).

Blick über die Bucht von Taiohae auf Nuku Hiva mit der vor Anker liegenden »Aranui 5«


Lebensmittelgescha ̈ft in Atuona auf der Insel Hiva Oa


Herman Melville, der später die berühmte Erzählung »Moby Dick« schreiben würde, desertierte höchstpersönlich von einem Walfänger-Schiff und fand auf der Insel Nuku Hiva Unterschlupf. Noch heute kann man die Felszeichnungen im Regenwald erkunden wie einst der Autor. In Taiohae, dem Hauptort der Marquesas, stehen unter den Brotfruchtbäumen auch die Verwaltungsgebäude Spalier: Bürgermeisteramt, Schule, Gendarmerie. Und natürlich etliche Kirchen, aus denen sonntags Choräle schallen.

Auf Nuku Hiva leben inzwischen die meisten der knapp 10.000 Marquesianer, hier gibt es die beste Infrastruktur. Auf Fatu Hiva geht es dagegen noch immer deutlich ruhiger zu. Nur wenig mehr als 500 Insulaner schlagen sich hier als Selbstversorger durch – sie haben kleine Gärten, züchten Schweine und gehen zum Fischen. Bis heute gibt es keine Landepiste auf der bergigen Insel. Besuch kommt also nur sehr selten und wenn dann übers Meer: In den Buchten vor den beiden Dörfern Hanavave und Omoa klimpern die Seile der Segelboote gegen die Masten, wenn hier Weltumsegler für ein paar Tage Anker werfen und kiloweise frische Tropenfrüchte kaufen. Alle drei Wochen indes herrscht Betrieb auf Fatu Hiva. Dann schaut die »Aranui 5« vorbei: Der weiße Dampfer ist für Fatu Hiva und seine Bewohner die wichtigste Verbindung zur Außenwelt.

Mit dem Frachtschiff sind Einheimische und Touristen unterwegs

Denn alles, was es auf den Marquesasinseln nicht gibt, bringt dieses Frachtschiff. 5.000 Kilometer lang ist die 14-tägige Tour der »Aranui 5« von Papeete auf Tahiti und zurück. An Bord lagert, was die Leute heutzutage eben auch zum Leben brauchen – also Autoreifen und Benzin, Bier und Tiefkühlhähnchen, Kleider und Schulhefte. Der vordere Teil des Schiffs ist reserviert für die Frachtcontainer und allerlei Stückgut, hinten dürfen Passagiere mitfahren. Gäste aus Übersee buchen große Außenkabinen mit Balkon oder Staterooms mit Bullauge, Backpacker eine Liege in der VieroderAchtbettkabine. Für Einheimische, die nur von Insel zu Insel reisen, steht ein großer Schlafsaal zur Verfügung. Hier darf man sich als Ausländer leider nicht einbuchen. Doch weil die Inselverwaltung ein Schnellboot betreibt, das zwischen den Inseln verkehrt, ist auf den Marquesas trotzdem ein individuelles Island Hopping möglich.

Noch immer wird die exakte Route der »Aranui« von der gebunkerten Fracht bestimmt, doch ist sie inzwischen auch ein echtes, komfortables Kreuzfahrtschiff. Es gibt diverse Bars, etliche Lounges, einen kleinen Pool und sogar ein Spa. Unverändert ist die relaxte Atmosphäre: Auf einen Dresscode legt man keinen Wert, und mit dem Personal kommt man schnell ins Gespräch. Wenn kein Manöver ansteht, darf man Kapitän Faaora Faraire jederzeit auf der Brücke besuchen. Star der Crew ist aber Mahalo: Der Seebär mit dem komplett tätowierten Gesicht war früher einmal Kranführer. Doch inzwischen ist der Mann, Sohn des letzten Königs von Nuku Hiva, vor allem eins: ein begnadeter Erzähler.

Die uralte Tradition, seinen Körper mit mal geheimen, mal leicht zu erkennenden Motiven zu schmücken, hatten die Missionare einst verboten. Noch in den 50er-Jahren wagte es kaum jemand, sich tätowieren zu lassen. Doch heute besinnt man sich auf den Inseln wieder auf das reiche kulturelle Erbe und Tattoos erleben eine Renaissance. Mehr über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Marquesas erfährt man von Mahalo übrigens am besten abends bei ein paar PullenHinano -Bier. Doch vorher muss man noch schnell den Koffer füllen: Kunsthandwerker verkaufen Schnitzereien und bemalten Rindenbaststoff

Der fruchtbare vulkanische Boden macht die Marquesas außerdem zu einem Laboratorium der Aromen. Allen voran Fatu Hiva: Das berühmte, nach Tiaré-Blüten duftende Monoi-Öl wird hier noch traditionell von Hand aus frischen Kokosnüssen hergestellt. Um ihren Angebeteten zu betören, stecken sich die Damen außerdem das PflanzenbouquetUmu Hei ins schwarze Haar. Die Aromen von Sandelholzpulver, geraspeltem Ingwer, Ananas und Vetiver-Wurzeln sind mit den Blüten von Jasmin und Ylang-Ylang eine unwiderstehliche Kombination. Dieses Lockmittel funktioniert auch bei weit gereisten Touristen: Wer einmal den Duft der Südsee geschnuppert hat, will nie wieder weg.

INFO Franz.-Polynesien auf S. 12

Star der Crew auf der »Aranui 5«: Seebär »Mahalo« mit seinem komplett tätowierten Gesicht ist ein begnadeter Geschichtenerzähler

INFO Franz.-Polynesien

Fläche: 4.167 qkm.Einwohner: 288.000.Hauptstadt: Papeete (133.000 Einw.).Religion: Christen 100 %.Zeitverschiebung: Marquesas: -11,30 Std., im Winter -10,30 Std.Netzspannung: 220 Volt, kein Adapter nötig

EINREISE

Reisepass. Kein Visum erforderlich bei Aufenthalten von bis zu 90 Tagen. Gelegentlich muss man das Rückflugticket vorzeigen. Die USA verlangen für den Transit eine Einreisegenehmigung (https://esta.cbp.dhs.gov).

GELD

Währung ist der Zentrale Pazifische Franc (CFP). € 1 = 119 CFP (Stand 6/2018). Es gibt auch auf den Marquesasinseln einige Geldautomaten. Kreditkartenzahlung ist häufig möglich, nicht aber in allen Familienunterkünften – besser also bereits auf Tahiti Bargeld besorgen.

GESUNDHEIT

Keine Impfvorschriften, nur Standardschutz gegen Tetanus, Polio, Diphterie. Es gibt auf den bewohnten Inseln Erste-Hilfe-Stationen, große Kliniken nur auf Tahiti. Pflicht ist eine Auslandreisekrankenversicherung.

BESTE REISEZEIT

Das Klima ist ganzjährig tropisch-heiß mit durchschnittlich 28 °C und hoher Luftfeuchtigkeit. Kürzere Regenschauer gibt es das ganze Jahr. Wer die Ferienzeiten in Europa meidet (Juli, August und Weihnachten/Neujahr sind Hauptsaison für Franz.-Polynesien), kann bei Flügen viel Geld sparen.

SPRACHE

Landessprache ist Französisch, mit Englisch kommt man kaum weiter.

HANDY & INTERNET

Die Vorwahl von Französisch-Polynesien ist 00689. Eine lokale SIM-Karte vonVini oderVodafone gibt es in Papeete (z. B. Starterpack mit 2 GB Daten, 30 Min. lokale und 30 Min. internationale Telefonate € 42). WLAN ist auf den Marquesasinseln extrem langsam

GEOGRAFIE

Die zu Franz.-Polynesien gehörigen Marquesasinseln liegen unterhalb des Äquators im Südpazifik und sind die Gipfel einer unterseeischen Gebirgskette.

Die bestenUnterkünfte in allen Preisklassen

Auf den sechs bewohnten Marquesas gibt es nur zwei Hotels und ein paar kleine Pensionen. Aufgrundder abgelegenen Lage ist das Preisniveau hoch. Schon einfache Zimmer kosten ab € 70, ein Bungalow mit Meeresblick über € 200.
Nuku Hiva •Günstig – für lokale Verhältnisse – ist die Pension »Moana Nui« in Taiohae (00689-40-920330, www.marquises.pf/pages tour/page17.htm, EZ/DZ € 59/91 ÜF, € 90/154 HP).
• Zentral im Ortskern von Taiohae liegt die Pension »Mave Mai« mit kleinen Zimmern mit Klimaanlage. Nutzung der Küche möglich (00689-40-920810, www.pension-mave mai.com, EZ/DZ € 76/92 ÜF).
•• Geschmackvoll eingerichtete Bungalows mit Blick aufs Meer und den Ort Taiohae bietet die »Keika Keikahanui Pearl Lodge« (00689-40-920710, www.pearlodge.com, EZ/DZ ab € 239, Frühstück € 25, Halbpension € 67).
Fatu Hiva •Ein Bungalow und zwei Zimmer in einem tropischen Garten: Das ist die nette Pension »Chez Lionel« (00689-40-928184, www.fb.com/pg/PensionChezLionel, HP ab € 59/Pers.).
Hiva Oa •Acht Zimmer bietet das »Relais Moehau« nahe dem Gauguin-Museum (00689-40-927269, www.relaismoehau.pf, EZ/DZ ab € 67/106 ÜF, € 109/189 HP).
•Mit einem Pool und sechs netten Bungalows punktet die Pension »Temetiu Village« (00689-40-927060, www.temetiuvillage.com, Bungalow ab € 76, Frühstück € 9, Abendessen € 25).
••Die »Hanakee Pearl Lodge« offeriert Komfort und eine tolle Lage: 14 Bungalows und ein Pool thronen über der Atuona-Bucht (00689-40-927587, www.pear lodge.com, Bung. ab € 239, Frühstück € 25, Halbpension € 67).
Tahuata •Im Örtchen Vaitahu versteckt sich die einfache Pension »Amatea«, von der man die »Insel der Düfte« erkundet (00689-40-929284, pensionamatea@gmail.com, EZ/DZ € 67 HP, € 84 VP).
Ua Huka •Eine kleine Unterkunft mit Familienanschluss ist die Pension »Rêve Marquisien« in Vaipaee (00689-40-926184, revemarqui sien@mail.pf, EZ/DZ ab € 67/84, € 113/155 HP); Gratistransfer vom Flughafen.
Ua Pou •Ein Stelzenhaus im Dorf Hakahau wurde zur »Pension Pukue’e« – die Gastgeber bieten zwei Zimmer (00689-40-925083, www.pensionpukuee.com, EZ/DZ € 84/Pers. ÜF, € 106/Pers. HP).
•Zwischen Strand und Busch liegen die geräumigen Bungalows der Pension »Hakamoui Plage« (00689-40-925328, EZ/DZ € 80/Pers. HP).

Auf den Marquesas unterwegs

Frachtschiff-Kreuzfahrt: Die 14-tägige Reise mit der »Aranui 5« führt von Tahiti zu allen sechs bewohnten Marquesasinseln. Stopps gibt es auch an den Atollen Fakarava, Rangiroa sowie Bora Bora. Das Passagierfrachtschiff mit seinen acht Decks ist komfortabel wie ein klassisches Kreuzfahrtschiff, bietet Spa, Fitnesscenter, Plunge Pool, Bars, Lounges und Restaurant. Preis: € 4.000/Pers. in einer Doppelkabine mit Bullauge inkl. VP und Ausflugsprogramm, im Schlafsaalbett € 2.500. Wer möchte, kann auch von Tahiti nach Nuku Hiva fliegen und – bei Verfügbarkeit – für nur sieben Tage zusteigen. Auf jeder Reise ist mindestens ein deutschsprachiger Guide mit an Bord. Die Touren sind buchbar im Reisebüro in Deutschland. Weitere Infos: 00689-40-426242, www.aranui.com.

REISE UND PREISE on Tour

Fürs Smartphone: QR-App downloaden, Code abfotografieren und Info-PDF aufs Handy herunterladen.


Eine Reise auf der »Aranui 5« ist durchaus komfortabel. Das Frachtschiff hat auch geräumige Kabinen mit Balkon


Fotos: Helge Bendl

Wer sparen will, bucht sich in einer Mehrbettkabine ein


Auf eigene Faust: Wer selbst organisiert von Insel zu Insel hüpfen will, sollte Französisch-Kenntnisse, Spontaneität und Organisationstalent mitbringen: Die Kommunikation aus der Ferne ist oft nicht sehr ergiebig, oft ergibt sich manches erst vor Ort.Inlandflug:Air Tahiti fliegt täglich von Papeete auf die Inseln. Der Trip mit dem kleinen Propellerflugzeug nach Nuku Hiva dauert 3:45 Std. (ab € 591 return inkl. 23 kg Freigepäck).Air Tahiti verbindet Nuku Hiva ebenfalls mit den Inseln Hiva Oa, Ua Huka und Ua Pou, die auch unterei-nander verknüpft sind, allerdings nicht täglich (www.airtahiti.com/ download-schedule). In der Regel günstiger als die Buchung einzelner Flüge ist der »Marquesas Air Pass« (2 Inseln ab € 756, 4 Inseln ab € 861 inkl. 23 kg Gepäck). Weil es keine regulären Shuttle-Services gibt, sollte man sich an der Landepiste abholen lassen. Die »Keikahanui Pearl Lodge« auf Nuku Hiva verlangt für Hin-und Rücktransfer € 72, die »Hanakee Pearl Lodge« auf Hiva Oa € 37.

einfach ••einfache Mittelklasse •••gehobene Mittelklasse ••••anspruchsvoll

NEBENKOSTENDas kostet der Urlaub Mindestausgaben bei einfachen bis mittleren Ansprüchen inkl. ½ DoppelzimmerTagesetat € 150

Schiff: Einheimische dürfen mit der »Aranui 5« im Unterdeck von Insel zu Insel reisen, für Touristen ist das – offiziell – nicht erlaubt. Das staatliche Motorboot »Te Ata O Hiva« fährt dafür dienstags von Hiva Oa nach Fatu Hiva und zurück (3 Std., € 34/Strecke), donnerstags von Hiva Oa nach Tahuata und zurück (40 Min., € 21/Strecke), sowie freitags von Hiva Oa nach Tahuata, von dort nach Fatu Hiva (4 Std., € 29/Strecke), und wieder zurück (00689-40-927307, www.codim.pf). Oft kann man auch bei Fischern oder Segeljachten mitfahren – am Hafen fragen!

Auf den Inseln: Man geht zu Fuß, hüpft auf die Pritsche eines vorbeifahrenden Geländewagens oder bucht eine organisierte Tour mit Guide. Autos mieten kann man auch, doch günstig ist das nicht: in Nuku Hiva z. B. beiKohuhunui Location (€ 111/Tag, julianahkp@hotmail.fr) und bei der »Pension Mave Mai« (€ 113/Tag, pension-mavemai@mail.pf).

Essen & Trinken

Fast alle Familienpensionen und die beiden Hotels auf den Marquesasinseln bieten ihren Gästen Frühstück und Abendessen, denn Alternativen gibt es in den Dörfern meist nicht. Serviert wird oftPoisson cru (roher, mit Kokosmilch und Limetten marinierter Fisch). Vom Herd oder (viel besser!) dem Erdofen kommt geschmortes Fleisch, dazu gibt es Süßkartoffeln, Kochbananen, das Wurzelgemüse Taro oder Brotfrucht – und Früchte zum Nachtisch.
Auf der Hauptinsel Nuku Hiva im Ort in Taiohae hat man eine kleine Auswahl an Snack-Bars (z. B. »Chez Célina« und »Chez Henri« am Kai), wo man tagsüber für € 8,50–17 lokale Spezialitäten wie Ziege in Kokosmilch oder Schwein in Austernsoße erhält. Chinesisch inspirierte Küche serviert »Chez Germain«, ein mobiler Verkaufswagen (Roulotte ) auf dem Parkplatz vor derEpicerie Kamake . Wer für ein Mittags-Sandwich Baguette und Camembert sucht, findet die Zutaten vielerorts in Tante-Emma-Läden. Die lokal geernteten Früchte (Bananen, Kokosnüsse, je nach Saison auch Avocados und Mangos) sind günstig, sonst ist alles schnell doppelt so teuer wie in Deutschland.

Gut informiert von A bis Z

HIGHLIGHTS UND AKTIVITÄTEN Nuku Hiva: Das kleine MuseumHa’e Enana zeigt kulturhistorische Objekte (Eintritt frei). Sehenswert ist die mit Schnitzereien verzierte Kathedrale Notre-Dame. Im Inselinneren verstecken sich ein 350 m hoher Wasserfall und zahlreiche archäologische Stätten. Geführte Tagestouren (€126/zwei Pers.) bietet z. B. die Pension »Mave Mai«.
Hiva Oa: Auf der Insel verstecken sich monumentaleTiki -Figuren, doch die Besucher wandeln vor allem auf den Spuren von Paul Gauguin und Jacquel Brel. Auf dem Friedhof von Atuona liegen ihre Gräber, kleine kommunale Museen (Eintritt: € 4,20 bzw. 5) erzählen ihre Geschichte und zeigen einige Werke. Exkursionen (halber Tag € 34/Pers., ganzer Tag € 71/Pers. inkl. Mittagessen) organisieren die Pensionen. Geführte Ausritte bietet dieHauma Ranch (€ 59/Pers., 00689-40-927057, hamauranch @mail.pf).
Ua Pou: Die Insel hat spektakuläre Berge und zahlreiche archäologische Stätten. Holzschnitzer verkaufen Kunsthandwerk, am Strand findet man seltene »Blumensteine« aus Trachyt.
Ua Huka: Inmitten der kargen Natur sprießt in einem Arboretum (Eintritt frei) die tropische Pracht zahlreicher Obstbäume, es gibt auch drei kleine Museen. Die Pension »Rêve Marquisien « organisiert Inseltouren (€ 84/Pers.) sowie Ausritte (€ 67/Pers.).
Fatu Hiva: Bei einer 17-km-Tour kann man die Insel zu Fuß queren. Wanderungen führen zu Wasserfällen und an einsame Strände. Hergestellt werdentapa (bemalter Rindenbaststoff) und Duftöle.
Segeltouren: Auf der 43-Fuß-Jacht »Kaveka«, die vor Hiva Oa vor Anker liegt, kann man für € 61/Pers. in einer von drei Kabinen übernachten. Oder mit den Besitzern auf Segeltour gehen, für eine oder zwei Wochen (zusätzlich € 210/Tag für 1–2 Pers. inkl. VP, 00689-87255071,
www.bateaudhoteskaveka.emonsite. com). Möglich ist das auch mit einem größeren Katamaran: Die »Moemoea Nui« zu chartern kostet € 650/Tag (4 Kabinen, max. 6 Pers.) plus € 40/Pers./Tag für Verpflegung (00689-87707404, www.marquisescroisiere. com).

SICHERHEIT
Gefährlich sind nur die Strömungen im Meer und die giftigen Steinfische: Die Marquesasinseln sind eine ausgesprochen sichere Reiseregion. Aufpassen sollte man dagegen auf Tahiti im Zentrum von Papeete. Hier ist die Hafenregion nachts kein gutes Pflaster.

REISEVERANSTALTER
Eine Veranstalterauswahl finden Sie auf Seite 89.

AUSKÜNFTE
Ein »Travel Planner« vonTahiti Tourisme (04101-6968802, www.tahiti-tourisme.de) listet alle offiziellen Unterkünfte auf den Marquesas auf.

REISEFÜHRER
»Südsee«, DuMont Reise-Handbuch 2017, € 26,99.

DAS KOSTET DER FLUG

Air France fliegt in 27 Std. ab neun deutschen Airports via Paris und Los Angeles nach Französisch-Polynesien (ab € 1.727). Wer 31 bis 35 Stunden für die Anreise einkal -kuliert, kommt mitSingapore Airlines undAir Tahiti Nui ab € 1.330 über Singapur und Auckland nach Papeete.

Flug ab € 1.330

Preise ermittelt über World-of-Flights.de

Perfekt planen REISE-PREISE.DE –Reisespecials, Urlaubsplaner, Meta-Preisvergleiche für alle Reisen, Aktuelles vom Tage

Handverlesene Pauschalreisen

BeiKarawane (07141-28480, www.karawane.de) ist eine 7-tägige Reise von Tahiti nach Nuku Hiva und Hiva Oa ab € 2.286 buchbar. Inklusive sind Inlandflüge, Halbpension und Ausflugsprogramm.

Sechs Übernachtungen mit Halbpension, zwei Inseln, Airport-Transfers und vier Tagestouren: Die Hotels »Keikahanui Pearl Lodge« auf Nuku Hiva und »Hanakee Pearl Lodge« auf Hiva Oa haben ein Paket geschnürt, mit dem man eine Woche lang auf den Marquesas unterwegs ist (ab € 1.157/Pers. bei zwei Gästen, ohne Flüge, 00689-40-920710, www.pearlodge.com).

Frachtschiffreisen mit der »Aranui 5« werden von verschiedenen Veranstaltern angeboten und sind übers Reisebüro buchbar.

Windrose Finest Travel (030-2017210, www.wind rose.de) hat neben einer Gruppenreise mit der »Aranui« die 16-tägige individuelle Luxusreise »Zauber der Südsee « quer durch Französisch-Polynesien im Angebot (ab € 10.790, inkl.: Fernflüge, 13 Übernachtungen, Ausflüge sowie viertägige Katamaran-Kreuzfahrt).


Fotos: Helge Bendl, Umomos/Shutterstock, murray.balcomp/Stockimo/Alamy Stock Photo

Fotos: Helge Bendl