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Franz Rad ziwill


Sammler Journal - epaper ⋅ Ausgabe 11/2019 vom 25.10.2019

Magischer Realismus


Der norddeutsche Maler Franz Radziwill zahlt zu den wichtigen Vertretern des Magischen Realismus in Deutschland. Erdurchlief verschiedene Schaffensphasen, so war sein Frühwerk eher expressionistisch, sein Hauptwerk magisch-realistisch und das Spatwerk wiederum eher symbolistisch gepragt.

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Bildquelle: Sammler Journal, Ausgabe 11/2019

Ausstellungsansicht © Bayerische Staatsgemäldesammlungen


Das expressionistische Frühwerk von Franz Radziwill (1895-1983) sollte für ihn während der Herrschaft des Nationalsozialismus verheerende Folgen haben. Nach der Entde - ckung und Publikation früher Malpappen in Hamburg verlor Radziwill seine ...

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... Professur an der Düsseldorfer Kunstakademie. 1937/38 wurden mehrere seiner Werke auf den Femeausstellungen „Entartete Kunst“ ge - zeigt, während er mittels regionaler Netzwerke der Kriegsmarine und der Luftwaffe trotzdem zugleich Verkaufserfolge erzielte. Radziwills Ar - beiten sind heute durchaus ge - schätzt und sowohl in nationalen als auch in internationalen renommierten Museen zu sehen.

BIOGRAFIE

Franz Radziwill wurde am 6. Februar 1895 als erster Sohn des Töpfermeis - ters Franz Eduard Radziwill und seiner Frau Karoline Elise, geb. Suhrendorff, in Strohhausen bei Rodenkirchen in der Wesermarsch geboren. 1896 zog die Familie nach Bremen, wo der Vater als Ofensetzer arbeitete. Von 1901 bis 1909 besuchte Radziwill die kostenfreie Volksschule („Freischule“) und ab 1909 absolvierte er eine vierjährige Maurerlehre. Da nach wurde er zum Studium an den Höheren Technischen Staatslehranstalten in der Abteilung Baugewerkschule für die Studiengänge Ar chitektur und Industrielle Formgebung zugelassen. Hier machte er Be - kanntschaft mit Künstlerkreisen aus Fi scherhude und Worpswede, insbesondere mit Otto Modersohn, den Fa milien Breling und Bontjes van Beek, Bernhard Hoetger, Fritz Ma - ckensen, Fritz Overbeck und Heinrich Vo geler. Von 1915 bis 1918 war Radziwill als Sanitätssoldat in Russland, Frankreich und Belgien tätig und bis zum Herbst befand er sich in englischer Kriegsgefangenschaft in Ma - nocourt (Somme), bevor er nach Bremen zurückkehren konnte. Er trat der Bremer Künstlervereinigung „Der grüne Regenbogen“ bei und be - gann mit druckgrafischen Arbeiten. 1919 erfolgte bereits seine erste Ausstellungsbeteiligung mit Papierarbeiten im Hamburger Salon von Ma ria Kunde. Radziwill freundete sich mit dem Hamburger Kunsthis - toriker Wilhelm Niemeyer und der Kunsthistorikerin Rosa Schapire an und knüpfte außerdem in Hamburg und Berlin Kontakte zu den Malern Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel, Max Pechstein, George Grosz und Ot to Dix. 1920 wurde er als jüngstes Mitglied in die Berliner Freie Sezession aufgenommen. Auf Empfehlung des Malers Schmidt-Rottluff hielt sich Radziwill 1921 erstmals zum Arbeiten in dem Kurort Dangast an der Nordsee auf. Er beteiligte sich an Ausstellungen in Amsterdam, Berlin, Bremen, Freiburg, Hamburg und sogar in New York. Im Jahr da - rauf erfolgten Einzelausstellungen in der Galerie Heller in Berlin, im Hamburger Kunstverein sowie in der Vereinigung für junge Kunst in Ol - denburg. Nach dem Tod seines Va - ters er warb er 1923 das Fischerhaus in Dangast an der heutigen Sielstraße. Er heiratete Johanna Ingeborg Haase (1895-1942) und wandte sich vorübergehend der Lyrik und Prosa zu. Der Künstler entfernte sich mehr und mehr vom Expressionismus und suchte nach einem neuen Realis - mus. Zu dieser Zeit begann auch seine lebenslange Freundschaft mit dem Oldenburger Nervenarzt, Autor und Kunstsammler Georg Düser. 1924 nahm Radziwill mit einer Sonderschau von 17 eigenen Gemälden neben Giorgio de Chirico, Paul Klee, Oskar Schlemmer, Otto Dix und Wassily Kandinsky an der Juryfreien Kunstschau in Berlin teil. 1925 er - folgte dann eine erste Einzelausstel lung im Oldenburger Augusteum mit 60 seiner Arbeiten. Ab nun hielt sich der Maler häufig zu Studienzwecken in den Niederlanden auf und freundete sich mit dem Kunsthändler Aaron Vecht sowie mit dem Ma ler Mattheus Josephus Lau an. Er trat in Kontakt zur Künstlervereinigung „Junges Rheinland“, insbesondere zu Theo Champion und Otto Pankok, sowie zu Heinrich Hoerle und Jankel Adler von der Gruppe progressiver Künstler. Nachdem er ein Stipendium von Hamburger Sammlern für Dresden erhalten hatte, setzte er sich die nächsten Jahre intensiv mit der Malerei der deutschen Ro - mantik, vor allem mit Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus auseinander. 1928 erhielt Radziwill die Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf für das Gemälde „Die Straße“ (1928). Ab dieser Zeit unternahm der Künstler regelmäßig Reisen nach Berlin und knüpfte auch dort kollegiale Kontakte. Von 1929 bis 1930 beteiligte sich Radziwill an der Ausstellung Neue Sachlichkeit in Amsterdam und 1931 wurde er Mitglied der revolutionären Künstlerver - einigung Novembergruppe. Im Jahr da rauf nahm er an der Wanderausstellung „Die Sieben“ mit Theo Champion, Adolf Dietrich, Hasso von Hu go, Alexander Kanoldt, Franz Lenk und Georg Schrimpf teil und begann mit dem Oldenburger Bildhauer Günther Martin zusammen zu arbeiten. Die beiden planten unter an - derem die Ausstellungsreihe „Die Gemeinschaft“. 1933 trat er in die NSDAP ein und kam in Kontakt mit der Berliner Ateliergemeinschaft Klos terstraße. Noch im gleichen Jahr er folgte die erste Ausstellung der Ge meinschaft in Berlin als Versuch ei ner Kunstopposition. Radziwill wur de zum außerordentlichen Professor an die Kunstakademie Düsseldorf für das Gebiet der Malerei berufen. 1934 fand eine Gemeinschaftsausstellung deutscher Künstler in Düsseldorf statt und der Maler beteiligte sich mit den Bildern „Die Straße“ (1928) und „Der Sender Norddeich“ (1932) an der XIX. Biennale in Venedig. Bald darauf wurde sein expressionistisches Frühwerk als „Verfallskunst“ angeprangert und die Gestapo beschlagnahmte 1935 einen Großteil seiner Bilder. Er er hielt Ausstellungsverbot und wur - de schließlich aus dem Lehramt in Düsseldorf entlassen. Als offizielle Begründung für seine Entlassung wurde „Pädagogische Unfähigkeit“ an gegeben. Da raufhin kehrte er nach Dangast zurück, ergänzte sein dortiges Haus um einen Atelierturm und nahm seine Malerei wieder auf. Von 1935 bis 1939 war Radziwill als Gast der Kriegsmarine auf Schiffsreisen zu den Karibischen Inseln, nach Brasilien, Nordafrika, Spanien, Großbritannien und Skandinavien. Während dieser Zeit übernahm er auch Auftragsarbeiten für die Marine. 1937 zierte ein Porträt des Künstlers aus der Hand von Otto Dix aus dem Jahr 1928 die Stirnwand der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ mit der Unterschrift „Kulturbolschewist Radziwill, wie kann man sich so ma len lassen?“ Es folgte die Be schlagnahmung von über 50 Hauptwerken des Malers zusammen mit 275 druck grafischen Blättern, von de nen 244 heute leider als zerstört gelten. Radziwill weigerte sich da - raufhin an der NS-Ausstellung „100 Jahre Deutsche Kunst“ in München teilzunehmen. 1938 wurden einige seiner ex pressionistischen Frühwerke auf der Berliner Ausstellung „Entartete Kunst“ präsentiert, doch die „Reichskammer der Bildenden Küns - te“ untersagte ihm fortan Einzelausstellungen und kontrollierte seine Ar beit in Dangast. Von 1939 bis 1941 war er als Sanitätssoldat an der „Westfront“, im Rheinland, in Holland, Belgien und Frankreich tätig, wurde jedoch bald aus Altersgrün den vom Wehrdienst befreit und konn te nach Dangast zurückkehren. Ab 1942 leis tete Radziwill Ersatzdienst bei der Luftschutzpolizei in Wilhelmshaven und bei der Feuerwehr in Dangast und Varel. Nachdem seine Frau Johanna 1942 nach ei ner Krankheit starb, wandte sich der Maler vermehrt religiösen Bildthemen zu. 1944/45 war er in der Maschinenfabrik Heinen in Varel und als Feuerwehrmann in Wilhelmshaven tätig. Er geriet in Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein, konnte aber zurück nach Dangast fliehen. 1946 erfolgte eine erste um fangreiche Nachkriegsausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Landesmuseum und Radziwill be - teiligte sich an einer Ausstellung im Hamburger Kaufhaus Alsterhaus, bei der drei seiner Bilder durch einen An schlag verunstaltet wurden. 1947 heiratete er die Autorin Anna Inge Rauer-Riechelmann (1906-1990), die noch im selben Jahr ihre gemein - same Tochter Konstanze zur Welt brachte. 1949 erhielt er im Entnazifizierungsverfahren die Einstufung „entlastet“ und ab 1950 begab er sich auf Reisen in die DDR, wo er Kontakt mit Künstlerkollegen wie George Grosz, Otto Griebel, Otto Na - gel sowie mit dem Dichter Berthold Brecht aufnahm. 1952 fand eine Einzelausstellung in Gosslar statt und es entstanden auch Auftragsarbeiten zum Thema Deichbau und Landgewinnung für das Wasserwirtschaftsamt Wilhelmshaven. Radziwill engagierte sich eifrig für den Na - tur- und Landschaftsschutz in und um Dangast und war langjährig eh - renamtlich als Vo gelschutzwart im Wattenmeergebiet am Jadebusen (heute Nationalpark Wattenmeer) tä tig. Anlässlich seines 60. Geburtstags fand 1955 ei ne Jubiläumsausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Schloss statt, die bis 1956 noch in 17 weiteren deutschen Städten gezeigt wurde. 1957 folgte eine Ausstellung im Essener Folkwang Mu seum mit 120 seiner Arbeiten so - wie eine Re trospektive mit 76 Ge - mälden in der Berliner Nationalgalerie (DDR). 1959 wurde Radziwill Mitglied der internationalen Künstlergemeinschaft CIAFMA (Centre International de l’Actualité Fantastique et Magique) in Brüssel. Im Jahr da - rauf gab es eine weitere Ausstellung zum 65. Ge burtstag im Oldenburger Stadtmuseum. In den Jahren 1963 und 1964 er hielt Radziwill den Rompreis der Deutschen Akademie, war als Ehrengast der Villa Massimo in Rom und un ternahm Studienreisen durch Italien und Griechenland. 1968 wurden auf einer Einzelausstellung in der Kölner Galerie Baukunst 186 seiner Ar beiten gezeigt. Zu jener Zeit be gann auch die Zu - sammenarbeit Radziwills mit dem Mailänder Galeristen und Kunsthis - toriker Emilio Bertonati. 1970 erfolgte eine umfassende Retrospektive in der Kunsthalle Bremen anlässlich des 75. Ge burtstags des Künstlers und er er hielt den Großen Niedersächsischen Staatspreis. Im Jahr da - rauf verlieh man ihm das große Verdienstkreuz zum Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. 1972 musste Radziwill aufgrund eines Augenleidens die Malerei aufgeben. 1975 fand dann zum 80. Geburtstag ei ne Retrospektive im Oldenburger Schloss statt, die noch fünf weitere Stationen hatte. Der Maler verschenkte fünf seiner Spitzenwerke aus den Jahren 1929 bis 1961 an das Land Niedersachsen. 1978 ernannte man Radziwill zum Ehrenbürger der Stadt Va rel und seines Geburtsortes Strohhausen/Rodenkirchen. Der Bür germeister von Bremen erwarb Radziwills Werk „Die Klage Bremens“ aus dem Jahr 1946, das die zerstörte Hansestadt nach dem Zweiten Weltkrieg darstellt. Das Bild hängt heute im Bremer Rathaus. Zum 85. Ge burtstag erhielt der Künstler eine Eintragung in das Goldene Buch der Stadt Oldenburg und 1981 veranstaltete dann die Neue Ge sellschaft für Bildende Kunst (NGBK) in Berlin die zu Lebzeiten größte Ausstellung mit insgesamt 431 Arbeiten Radziwills in der staatlichen Kunsthalle. Die wichtigsten Bilder dieser Ausstellung wurden 1982 erneut im Landesmuseum Ol - denburg und im Kunstverein Hannover präsentiert. Franz Radziwill starb am 12. August 1983 in einem Wilhelmshavener Krankenhaus.

Franz Radziwill, Grodenstraße nach Varelerhafen, 1938, Öl auf Leinwand auf Holz, 72 x 97 cm


Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Mo derne Kunst in der Pinakothek der Moderne Mün chen, 2018 mit Unterstützung der Theo Wormland-Stiftung aus Privatbesitz erworben; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Franz Radziwill, Gewittrige Landschaft, um 1925 (verso Landschaft mit drei schwarzen Schemen), Öl auf Leinwand auf Holz, 77 x 82 cm


Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Mo derne Kunst in der Pinakothek der Moderne Mün chen, Leihgabe aus Privatbesitz; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Franz Radziwil, Landschaft mit drei schwarzen Schemen, 1920/21 (verso Gewittrige Landschaft), Öl auf Leinwand auf Holz, 77 x 82 cm


Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Mo derne Kunst in der Pinakothek der Moderne Mün chen, Leihgabe aus Privatbesitz; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Franz Radziwill, Muschelkalkmühle in Varelerhafen, 1937, Öl auf Leinwand auf Sperrholz, 53,5 x 90,7 cm


Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Mo derne Kunst in der Pinakothek der Moderne Mün chen, Leihgabe aus Privatbesitz; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

AUSSTELLUNG

Die Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne in München stellt eine Neuerwerbung der Klassischen Moderne vor, die den Bereich der Neuen Sachlichkeit substanziell erweitert. Die „Grodenstraße nach Varelerhafen“ von Franz Radziwill wurde 2018 als erstes Werk des Künstlers von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an gekauft. Die Landschaft entstand im Jahr 1938, als die Verflechtung Radziwills in die nationalsozia - listischen Netzwerke der Kunst besonders ambivalent war. Dieses Werk ist ein hervorragendes Beispiel für Radziwills atmosphärische Landschaftsmalerei der 1920er- und 1930er-Jahre. Zugleich verdeutlicht die expressive Farbigkeit des Gemäldes die Anfänge des Künstlers im Hamburger „Brücke“-Umfeld. Diese in Ausstellungen bislang kaum ge - zeigten expressionistischen Wurzeln Radziwills werden in der konzentrierten Sammlungspräsentation zu - dem durch eine außergewöhnliche Leihgabe vor Augen geführt. Das Frühwerk „Landschaft mit drei schwarzen Schemen“ von 1920/21 wurde bislang noch nie öffentlich ausgestellt. Die Darstellung befindet sich auf der Rückseite des bekannten neusachlichen Gemäldes „Gewittrige Landschaft“ von 1925. Die erstmalig doppelseitige Präsentation der Leinwand lenkt den Blick auf die Epochenschwelle um 1920. Wie kaum ein anderes Werk verdeutlicht dieses Gemälde den markanten Übergang vom Spätexpressionismus zur Neuen Sachlichkeit. Darüber hinaus beinhaltet das Bild durch seine au ßergewöhnliche Farbigkeit auch ein Bekenntnis zur expressionistischen Moderne. Die Ausstellung verdeutlicht anhand von nur fünf Ge - mälden Kontinuitäten und Brüche im Werk und Leben von Franz Radziwill. In der von Richtungsstreits ge - prägten Kunstpolitik des Nationalsozialismus suchte Radziwill seinen persönlichen Weg zwischen Annäherung, Anerkennung, Rückzug und Kritik.

Ausstellung:
„Franz Radziwill. Zwei Seiten eines Künstlers“, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne, München. Bis 31. Dezember

Karl Schmidt-Rottluff, Parkweg (Parkecke in Dangast), 1910, Öl auf Leinwand, 83,5 x 75,5 cm


Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München; © VG Bild-Kunst, Bonn 2019


Foto: Margarita Platis