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Freie Webserver-Managementtools: Mission Control


IT Administrator - epaper ⋅ Ausgabe 9/2020 vom 31.08.2020

Webserver hosten heutzutage unternehmenskritische Applikationen und Services. Dennoch muss der Administrator nicht unbedingt tief in die Taschen des IT-Budgets greifen, um Webserver professionell zu verwalten. Vielmehr tummeln sich in diesem Umfeld gleich eine ganze Reihe von freien Werkzeugen, die ihren kommerziellen Gegenübern das Wasser reichen können. Welches Tool dann am Ende das Rennen macht, hängt nicht zuletzt von den Aufgaben des Webservers ab.


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Bildquelle: IT Administrator, Ausgabe 9/2020

Quelle: rudall30 – 123RF

Webserver bilden immer öfter das Herzstück der IT-Infrastruktur, weil sich über sie inzwischen nahezu alle ...

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... Infrastrukturkomponenten betreiben lassen. Bei deren Verwaltung haben Administratoren jedoch die Qual der Wahl, denn inzwischen existieren rund zwei Dutzend Webserver-Managementtools, die professionellen Ansprüchen genügen.

Typischerweise umfassen derlei Werkzeuge Funktionen für die Webserver-, Datenbank-, DNS-, E-Mail- und FTPVerwaltung sowie für den Zugriff auf Serverprotokolle und die Webspace- und Bandbreitennutzung.

Neben etablierten kommerziellen Werkzeugen können sich Administratoren aus einem beachtlichen Pool freier Werkzeuge bedienen. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich manch positive Überraschung, denn einige Tools können sich problemlos mit kommerziellen Klassikern wie cPanel und Plesk messen. Allerdings wird die Wahl des richtigen Werkzeugs maßgeblich vom Einsatzbereich bestimmt. Nicht jedes hier vorgestellte Programm taugt beispielsweise für die Multiserver-Verwaltung und professionelles Server-Hosting.

Ajenti

Zu den weniger bekannten Werkzeugen gehört Ajenti [1], ein leichtgewichtiges Hosting-Control-Panel, das mit einem modernen Webinterface daherkommt. Das in Python programmierte Tool dient primär der Verwaltung von Webserver-Hostings und ist grundsätzlich als freie Alternative zu kommerziellen Panels wie cPanel und Plesk konzipiert.

Ajenti verwendet ein eigenes Virtual-Private-Server-Schema (VPS), das die Delegation von administrativen Aufgaben für unterschiedliche Anwendergruppen vorsieht. Auf Grundlage dieser Rechte lassen sich virtuelle Apache-Hosts einrichten und individuelle Website-Konfigurationen mit spezifischen Content-, FTP- und MySQL-Einstellungen vornehmen. Neben einer komfortablen Nutzer-, Prozess- und Paketverwaltung erlaubt das benutzerfreundliche Interface, relevante Server und Dienste wie BIND, MySQL, OpenVPN und Samba einzurichten. Auch die Integration gängiger E-Mail-Server ist einfach.

Ajenti ist grundsätzlich in zwei Varianten verfügbar: Die Standardedition liegt aktuell in Version 2 vor und dient dem Webserver-Management eines Servers, während Ajenti V für das Web-Hosting konzipiert ist und als Plug-in für die Standardvariante daherkommt. Das Hosting-Werkzeug besitzt zusätzlich ein CLI. Die Basisfunktionen stellt Ajenti-Core bereit. Dieses ist ein modulares und erweiterbares Framework, das auch ein responsives Layout für Mobilgeräte bietet. Die API ist detailliert dokumentiert, was die Entwicklung von eigenen Erweiterungen vereinfacht.

Obwohl Ajenti sich noch in der Beta-Phase befindet, macht das Panel bereits einen sehr guten Eindruck. Das Interface ist schnell, die Benutzerführung gut gelöst. Ein weiterer Pluspunkt: Über die Plugin-Verwaltung lässt sich die Basisumgebung um weitere Module und Widgets erweitern. In der Summe ist Ajenti ein schnörkelloses Werkzeug, das überall dort eine gute Figur macht, wo eine schnelle, zuverlässige und benutzerfreundliche Managementumgebung ohne Ballast benötigt wird.

CentOS Web Panel

Die Bezeichnung des CentOS Web Panel [2] zeigt bereits, dass es sich hierbei um ein Interface für eine CentOS-Installation handelt. Dieses webbasierte Panel kommt mit einer beeindruckenden Funktionalität daher. Grundsätzlich erlaubt das Tool, dezidierte Server und VPS zu verwalten. Ein erster Blick auf das Interface verrät, dass es sich hierbei um ein anspruchsvolles Werkzeug handelt, mit dem sich eine Fülle von webserverspezifischen Aufgaben bewältigen lassen. Es stehen verschiedenste Funktionen für das Editieren von Apache- und Tomcat-Installationen zur Verfügung.

Bild 1: Das Dashboard des CentOS Web Panel liefert die wichtigsten Statusinformationen auf einen Blick.


Das Dashboard stellt relevante Systeminformationen hinsichtlich der Serverlast, der Serverstatusinformationen, der Prozesse und Systemauslastung zur Verfügung. Ein Highlight des Web Panels sind die umfangreichen Sicherheitseinstellungen. Über den Firewall-Manager erstellen IT-Verantwortliche Regeln sowie Whiteund Blacklist-Konfigurationen. Die Entwickler des Panels vereinfachen potenziellen Anwendern den Umstieg durch die Bereitstellung verschiedener Migrationsskripte, mit denen IT-Verantwortliche beispielsweise mit minimalem Aufwand die Konfigurationen einer cPanel-Installation übernehmen können. Das CentOS Web Panel verfügt insbesondere über umfangreiche datenbankspezifische Funktionen zum Import von Datenbanken und Benutzeraccounts.

Das Panel erlaubt nicht nur die Verwaltung von Webserver-Installationen, sondern verfügt über umfangreiche Funktionen zur Steuerung der Sicherheitsfunktionen des zugrundeliegenden CentOS-Systems. Aus dem Panel heraus sind die Firewall-, Mod_Security- und OWASP-Regeln konfigurierbar und es lassen sich mit wenigen Mausklicks weitere Pakete installieren und konfigurieren. Es gibt kaum einen Aspekt, den das CentOS Web Panel nicht verwaltet. Online-Demos erlauben einen ersten Eindruck, ob die Funktionalität den Anforderungen entspricht. Für CentOS-Administratoren ist das Instrument meist das Tool der Wahl.

Cockpit

Zu den weniger bekannten Webserver-Panels gehört das Cockpit Project [3]. Der Name ist hier Programm, denn die webbasierte Benutzerschnittstelle erlaubt die einfache Verwaltung gängiger Servertypen über ein benutzerfreundliches Interface. Die Entwickler unterziehen die Umgebung nach eigenen Angaben kontinuierlich Usability-Tests, die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren. Das Ziel ist die nachhaltige Optimierung des Tools hinsichtlich eines einfachen Handlings.

Wenngleich der Fokus auf der Webserver-Administration liegt, erlaubt Cockpit auch das Management weiterer Servertypen und Multiserver-Umgebungen. Die Entwickler haben auch an Administratoren gedacht, die von unterwegs administrative Aufgaben erledigen müssen. Die GUI stellt eine spezielle Mobilvariante für den Zugriff zur Verfügung. Auch manuelle Eingriffe in die Umgebung sind möglich.

Um Administratoren das Erstellen eigener Erweiterungen so einfach wie möglich zu machen, stellen die Programmierer ein sogenanntes Starter-Kit zur Verfügung. Dieses arbeitet auf der Grundlage einer Cockpit-API und eines Template-Baukastens. Das Projekt wird seit 2013 von Red Hat gesponsort und versteht sich als interaktive Server-Administrationsschnittstelle. Die Zielsetzung des Projekts: Wichtige administrative Aufgaben müssen auch ohne die Lektüre der Dokumentation schnell erreichbar sein und sich weitgehend selbst erklären. Diesem hohen Anspruch wird die Steuerzentrale auf jeden Fall gerecht. Dabei geht die Funktionalität weit über die Webserver-Administration hinaus: Cockpit erlaubt die Multi -server-Steuerung, liefert zu jedem System einen Überblick über relevante Systeminformationen und erlaubt eine Fülle von System- und Serviceanpassungen.

Cockpit vereinfacht insbesondere weniger erfahrenen Administratoren den Einstieg, da seine Funktionalität auf das Wesentliche beschränkt ist und Einsteiger sich nicht einer unüberschaubaren Funktionsvielfalt wie beim CentOS Web Panel oder bei Webmin gegenübersehen.

Froxlor

Für Administratoren, die schlanke und leichtgewichtige Werkzeuge präferieren, bietet sich das Froxlor Management Panel [4] an. Dem Tool ist anzumerken, dass es von erfahrenen Administratoren entwickelt wurde, denn die wichtigsten Funktionen sind immer nur einen Mausklick entfernt und die Bedienung ist ausgesprochen benutzerfreundlich gestaltet. Grundsätzlich macht Froxlor überall dort eine gute Figur, wo es der Verwaltung einer Hosting-Plattform dient.

Froxlor verfügt über eine Kunden- und Benutzerverwaltung, erlaubt das Management von Domains, Zertifikaten, IP-Adressen und Ports sowie von Hosting-Plänen. Über die Systemkonfiguration lassen sich Einstellungen von Web-, DNS-, E-Mailund FTP-Server vornehmen. Abhängig vom verwendeten Webserver – Froxlor unterstützt den Apache 2, lighttpd und nginx – stehen umfangreiche Konfigurationsformulare zur Verfügung, mit denen IT-Verantwortliche beispielsweise die Konfigurationsverzeichnisse, den Protokolltyp und das Log-Level anpassen können. Über das Webinterface sind zudem Modifikationen an den PHP-Einstellungen möglich. Des Weiteren stehen verschiedene Hilfs-programme für die Datenbankprüfung und den SMTP-Test zur Verfügung.

Bild 2: Die GUI von Cockpit ist für die einfache Handhabung der Webserververwaltung optimiert.


Obwohl Froxlor bereits auf über eine Dekade Entwicklungszeit zurückblicken kann, dürfte es vielen bislang bei der Suche nach einem geeigneten Werkzeug entgangen sein. Das mag auch an der vergleichsweise geringen Manpower des Projekts liegen: Michael Kaufmann als Lead Developer und Robert Förster als Package Maintainer zeichnen sich für das Projekt verantwortlich. Die beiden haben verschiedene interessante Zusatzfunktionen implementiert, beispielsweise eine interaktive Darstellung der verschiedenen Traffic-Arten.

Die meisten Funktionen sind über die Froxlor-API ansprechbar. Froxlor ist auch für das MySQL-Management einsetzbar. Die Software punktet durch ihre klar umrissene Funktionalität. Getreu dem Motto "Weniger ist mehr" macht sie bei der Verwaltung einer Hosting-Plattform eine gute Figur.

ISPConfig

Das Akronym ISPConfig [5] steht für "Internet Service Provider Configuration". Damit ist der Anwendungsbereich dieses Werkzeugs bereits spezifiziert: Es handelt sich um ein typisches Webhosting-Control-Panel, das gängige Linux-Distributionen unterstützt. ISPConfig wird im niedersächsischen Lüneburg entwickelt und unterliegt wie alle anderen hier vorgestellten Werkzeuge einer Open-Source-Lizenz. Die Entwickler verdienen ihr Geld mit kostenpflichtigen Zusatzmodulen, die den Funktionsumfang der Anwendung in verschiedenen Bereichen erweitern.

ISPConfig erlaubt die Verwaltung von einem oder mehreren Servern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen physischen Server oder eine virtuelle Maschine handelt. Das Panel ist übersichtlich strukturiert und erlaubt das bequeme Anlegen von Kunden und Websites. Das Tool unterstützt gängige Server wie Apache, Nginx, Postfix, Dovecot, Courier, MySQL, PureFTPD, Bind et cetera. ISPConfig kennt vier Zugriffsebenen, sodass Benutzer als Administratoren, Reseller, Kunden oder E-Mail-Benutzer fungieren können.

Als echtes Highlight von ISPConfig sind die Add-ons zu bewerten: Die Entwickler offerieren kommerzielle Erweiterungen für das Billing, die Migration und einen Malwarescanner. Mit der kostengünstigen Billing-Software können Hosting-Dienstleister aus der Umgebung heraus abrechnen. Diese beinhaltet eine Buchhaltung und eine Rechnungstellung. Das Migration-Toolkit erlaubt die Migration von Plesk, Plesk Onyx, cPanel und Confixx. Zusätzlich schützt ISPProtect die Umgebung vor Malware.

Der Funktionsumfang ist ausreichend, um mehrere Server eines Unternehmens effizient zu verwalten. Unternehmen, die Anpassungen und zeitnahen Support benötigen, profitieren von günstigen Supportangeboten und einer Erreichbarkeit des Supports zu normalen Bürozeiten. Ein weiterer Pluspunkt ist die intensive Diskussion in den englisch- und deutschsprachigen Foren zur Nutzung des Panels.

KeyHelp

Die Erfurter Keyweb AG hat mit KeyHelp [6] ein webbasiertes Interface für Linux-Server entwickelt, dessen Stärken die einfache Bedienung und die Unterstützung unbegrenzt vieler Domains sind. Das Tool ist für Ubuntu- und Debian-Server konzipiert und stellt typische Funktionen für die Domain-, Server- und Benutzerverwaltung zur Verfügung. Wie bei solchen Tools üblich, stellt ein Dashboard die relevanten Umgebungsinformationen beim Einloggen bereit.

Besonders hervorzuheben sind die Statusfunktionen und die Tools. KeyHelp liefert zu relevanten Prozessen detaillierte Zustandsinformationen, außerdem integriert das Werkzeug verschiedene Hilfsprogramme, die beispielsweise den Zugriff auf die Datenbank erlauben. KeyHelp verfügt außerdem über verschiedene Sicherheitsfunktionen, kann Wartungsintervalle ausführen und bearbeiten sowie Datensicherungen mit der integrierten Backup-Funktion generieren.

KeyHelp stellt eine One-Click-Installation zur Verfügung, mit der sich populäre Webapplikationen wie WordPress, Joomla! oder OpenCart mit minimalem Aufwand auf Webservern in Betrieb nehmen lassen. Die Administration vereinfacht sich dank der Cron-Job-Unterstützung: Aus dem Panel heraus lassen sich wiederkehrende Aufgaben anlegen.

Eine weitere Besonderheit trägt die Bezeichnung "White-Label". Diese Funktion erlaubt die Anpassung des Webinterfaces. Unternehmen können die Schnittstelle mit geringem Aufwand an das eigene Corporate Design anpassen. Für das Zusammenspiel mit bestehenden Enterprise-Applikationen steht die KeyHelp-API zur Verfügung. Für den Einsatz spricht zu guter Letzt die stetige Weiterentwicklung, eine gelungene Dokumentation und eine aktive Community.

Bild 3: ISPConfig deckt alle Basisfunktionen ab und punktet durch kommerzielle Add-ons, hier Module genannt.


Sentora

Unser nächstes Webserver-Administrationswerkzeug ist Sentora [7], das aus ZPanel hervorgegangen ist. Dieses Tool ist laut Angaben der Entwickler für den Einsatz in kleinen bis mittelgroßen Infrastrukturen konzipiert. Das Ziel ist die Vereinfachung der Webserver-Administration. Sentora unterstützt gängige Server, insbesondere Apache, ProFTPd, MySQL, MariaDB, Postfix und Dovecots. Die Entwickler bieten kommerziellen Support an.

Die Besonderheit von Sentora ist die modulare Architektur: Die Grundfunktionalität lässt sich um zusätzliche Add-ons erweitern, die primär die Sentora-Community entwickelt. Dazu befindet sich eine Add-on-Plattform in Vorbereitung. Dabei ist davon auszugehen, dass die Erweiterungen teils einer Open-Source-Lizenz unterliegen und teilweise auch als kommerzielles Produkt angeboten werden.

Sentora ist ein vergleichsweise junges Projekt und besitzt daher ein modernes Interface. Das Panel bietet alle wichtigen Funktionen, wie sie auch die anderen hier vorgestellten Tools bieten. Neben der Webserverkonfiguration erlaubt die Standardvariante, Datenbank- und EMail-Server zu administrieren. Aus dem Panel heraus lassen sich MySQL-Datenbanken und MySQL-Benutzer erzeugen, für die MySQL-Datenbankadministration greift Sentora allerdings auf phpMy-Admin zurück.

Die Stärken des Tools liegen neben der Webserver-Administration im DNS-Management. Unter "Domain Management" stehen ein DNS-Manager und die Domainverwaltung zur Verfügung. Sentora unterstützt Multiserverumgebungen – dezidierte und virtuelle gleichermaßen – und verfügt über Resellerfunktionen, über die sich Kunden anlegen und verwalten lassen. Für jeden Kunden sind spezifische Umgebungen mithilfe des Paketmanagers möglich. Einen weiteren Pluspunkt stellen die umfangreichen E-Mail-Funktionen für das Anlegen von Benutzern, Mailinglisten, Postfächern und Forwarding-Einstellungen dar.

Vesta Control Panel

Auch das Vesta Control Panel [8], kurz VestaCP, gehört zu den eher weniger bekannten Werkzeugen. Dieses Tool ist von Seiten der Entwickler bewusst auf Einfachheit und Reduziertheit ausgelegt. Dank seiner übersichtlichen Oberfläche ist VestaCP einfach zu bedienen, ist aber dennoch hinsichtlich seiner Grundfunktionalitäten mit anderen hier vorgestellten Tools vergleichbar: Es unterstützt die Administration von Web-, DNS-, FTP-, Datenbank- und E-Mail-Servern.

Das Highlight dieses Tools ist zweifelsohne die Integration des sogenannten "Softaculous Auto Installers", mit dem auch weniger erfahrene Administratoren sich aus einem Pool von mehr als 400 Web applikationen bedienen können. Mit wenigen Mausklicks sind Anwendungen wie WordPress, Moodle & Co. auf den verwalteten Webservern installiert.

Doch auch für ambitionierte Administratoren hat VestaCP interessante Funktionen zu bieten. Für das Anpassen der webserverspezifischen Funktionen stehen für Apache und Nginx verschiedene Templates bereit, die zusätzliche Einstellungen und Konfigurationsmöglichkeiten in das Control Panel integrieren. Gleiches ist bei den DNS-Einstellungen möglich.

Für das Monitoring von Web-, FTP-, Datenbank- und E-Mail-Servern stellt VestaCP verschiedene grafische Darstellungen zur Verfügung. Ein webbasierter Dateimanager erlaubt den einfachen Datentransfer. Und manch Administrator wird sich freuen, dass bei diesem Panel eine CLI zur Verfügung steht.

Webmin

Der Klassiker unter den freien Webserver-Managementtools ist zweifelsohne Webmin (Web-Administration) [9]. Seit 1997 entwickelt Jamie Cameron das webbasierte Control Panel für die Linux-Systemadministration. Dabei leistet Webmin viel mehr als nur die Webserveradministration, sondern kann nahezu jeden Aspekt eines Linux-Systems steuern. Der Fokus von Webmin liegt in der Benutzer- und Gruppenverwaltung sowie der Steuerung von Apache- und DNS-Servern. Als eines der ersten Werkzeuge machte es die manuelle Bearbeitung von typischen Unix-basierten Konfigurationsdateien wie "/etc/passwd" überflüssig. Zwischenzeitlich gab es auch eine Win - dows-Variante, doch die wurde aufgrund verschiedener funktionaler Schwächen eingestellt. Webmin erlaubte schon früh die Remote-Systemverwaltung.

Dem betagten Werkzeug ist seine lange Entwicklungszeit anzumerken: Hier findet sich absolut kein modernes Web- oder Responsive Design, sondern schlichte Funktionalität. Im Grund hat sich die Webschnittstelle in den vergangenen Jahren nicht verändert. Administratoren, die sich daran nicht stören, erhalten ein vorzügliches Werkzeug, das weitreichende Eingriffe in die Systemkonfiguration ermöglicht.

Neben dem Kernprodukt Webmin sind im Laufe der Jahre weitere Werkezeuge nach einem ähnlichen Ansatz entstanden: Virtualmin, Cloudmin und Usermin. Für das Management von virtuellen Hosts ist Virtualmin zuständig, Cloudmin ist eine UI, die auf Webmin aufsetzt und der Verwaltung von virtuellen Maschinen dient – insbesondere von Xen-, KVM- und Open - VZ-Instanzen. Mit Usermin können Administratoren ihren Benutzern eigene Konfigurations- und Gestaltungsmöglichkeiten einräumen, etwa eigene Module zu installieren. Cloudmin und Virtualmin sind auch in kommerziellen Varianten verfügbar. Aufgrund seiner enormen Funktionsvielfalt eignet sich Webmin primär für routinierte Administratoren, die mit diesem Werkzeug alle administrativen Aufgaben über ein zentrales Tool erledigen wollen.

Fazit

Wer sich die Lizenzgebühren für kommerzielle Control Panel wie cPanel und Plesk sparen möchte, kann sich aus einem breiten Angebot frei verfügbarer Instrumente bedienen. Dabei ist es nicht notwendig, zwangsläufig auf Funktionalität, Flexibilität und Leistungsfähigkeit zu verzichten. Im Gegenteil: Von den hier vorgestellten Werkzeugen genügen CentOS Web Panel und Webmin professionellen Ansprüchen. KeyHelp und ISPConfig machen ebenfalls eine hervorragende Figur – hier muss der Anwendungsbereich die Wahl bestimmen. Wer es gerne schick und funktional reduziert mag, ist mit Cockpit und Froxlor bestens bedient. (jp)

Link-Codes

[1] Ajenti k9z41
[2] CentOS Web Panel k9z42
[3] Cockpit k9z43
[4] Froxlor k9z44
[5] ISPConfig k9z45
[6] KeyHelp k9z46
[7] Sentora k9z47
[8] Vesta Control Panel k9z48
[9] Webmin eapc2