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Freigeister


Siegessäule - epaper ⋅ Ausgabe 9/2021 vom 26.08.2021

AUSSTELLUNGEN

Foto: Das „Fleischmann-Kollektiv“: Mockridge, Perbrandt, Marquardt (v. l. n. r.)

Fleischmann. Mockridge – Perbrandt – Marquardt, 26.08.–30.10., Di–Fr 11:00–18:00, Sa 12:00–18:00 sowie nach Vereinbarung, Galerie Deschler Mehr Infos unter: deschler-berlin.de

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Fünf Jahre, um ein Projekt zu verwirklichen, sind eine lange Zeit. Wer war dabei die treibende Kraft? Sven Marquardt: Die gemeinsame Arbeit an „Fleischmann“ war noch im Entstehungsjahr 2016 abgeschlossen. Nicholas war damals die treibende Kraft für diese freie Arbeit. Dann waren wir zu ...

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... dritt. Im Anschluss sind wir wieder sehr unterschiedliche Wege gegangen, hatten uns und das Ziel auch mal kurzzeitig verloren, haben uns wiedergefunden auf einem Lockdown-Winterspaziergang 2020/21. Ausstellungen kosten immer einen Haufen Geld. Der Initiative der Galerie Deschler und Neustart Kultur ist es zu verdanken, dass wir nun gemeinsam das Projekt in die Zielgrade bringen können.

Nicholas Mockridge: In unseren Produktionszeitraum fielen eine Pandemie und der Tod von Volker. Wir haben uns gegenseitig Kraft gegeben, aber auch Raum gelassen für Sorgen und Zweifel. Während eines langen Spaziergangs vor ein paar Monaten einigten wir uns auf die Galerie Deschler als Partner.

Fassbinders exzessives Künstlerleben und seine Kunst sind extrem kontrovers aufgenommen worden. Wäre eine Figur wie er in der heutigen Zeit noch möglich?

SM: Freigeister wird es immer geben! Kunst muss frei sein und jedes Jahrzehnt ist durch einen anderen Zeitgeist geprägt. Mich persönlich hat das Werk Fassbinders irgendwie auch mein ganzes Leben begleitet. NM: Ein Leben für die Kunst muss grundsätzlich immer möglich sein. Die Widerstände sind bestimmt mal größer oder kleiner, aber Kunst lebt ja nicht nur von der Empörung oder dem Skandal.

Was inspiriert Sie am jeweils anderen?

SM: Unsere Zusammenarbeit an diesem Projekt bot auch eine Menge an Reibefläche durch Gegensätze. Und Gegensätzlichkeit empfinde ich als eine ebenso starke, durchaus kreative Kraft. Respekt vor der Arbeit des anderen, und damit natürlich im Umgang miteinander, war stets auch unsere Devise. NM: An Esther schätze ich, wie früh sie Mode geschaffen hat, die nicht nur für Mann und Frau gedacht war. Sie ist damit in Deutschland eine Vorreiterin. An Sven inspiriert mich, wie gut er Menschen und Situationen lesen kann, wie sehr er die Kunst der Fotografie liebt und wie wissensdurstig er bleibt.

Hat das Trio während des Schaffensprozesses auch solche „rauschhaften Extreme“ erlebt wie die, für die Fassbinder und Spengler berühmt waren?

SM: Klarheit ist seit etlichen Jahren mein Rausch. Das war auch 2016 schon so. NM: Am Set gab es Tee.

Wie kam es zu dem Namen „Fleischmann“?

SM: Erst mal war „Fleischmann“ nur der Arbeitstitel. Ein Fantasiebegriff, der für mich ebenso für Spenglers Dämonen stehen kann, mit denen er wohl ein Leben lang kämpfte. Der Geächtete. Der Außenseiter. Der Besessene. Und eben auch der gefeierte Schauspieler und Bühnenstar.

Wie sehr schmerzt es, dass Volker Spengler die Ausstellung nicht mehr erleben kann?

SM: Abschiede schmerzen immer, aber die Endlichkeit aller Dinge lehrt uns auch immer wieder aufs Neue: jeden Moment des Lebens zu schätzen. Während der Zusammenarbeit mit Volker Spengler haben wir wohl alle drei ganz deutlich gespürt, dass seine besten Lebensjahre hinter ihm lagen. Volker starb im Februar 2020. Wir waren alle drei auf der Trauerfeier in Berlin-Charlottenburg, um ihm damit die letzte Ehre zu erweisen.

NM: Wir sind froh, dass wir mit Volker Zeit verbringen konnten. Er war ein einzigartiger Mensch, furchteinflößend und liebevoll. Es war ein langer Abschied und ein Stück von ihm ist in den Bildern.