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FRIEDFISCH IM FLUSS: VOLLER EINSATZ FÜR EINEN BISS!


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 20/2019 vom 11.01.2019

Trübes Hochwasser und Randeis – sollte man im Winter eine Angelpause einlegen? Sicher nicht!Tobias Steinbrück weiß, wo Sie im Kalten erfolgreich auf Friedfische ansitzen.


Ich habe gelernt, mit widrigsten Umständen umzugehen, mich selbst zu motivieren und dem inneren Schweinehund Paroli zu bieten. Schlechte, nasskalte und ungemütliche Bedingungen? Hier sind Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um trotzdem Erfolg am Wasser zu haben. Ohne Angeln geht es eben nicht!

1 KURZ ANGELN

Das Angeln beschränkt sich auf kurze Trips. In Fließgewässern müssen die Fische auch im Winter aktiv bleiben, denn das Futter ...

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... treibt weg. Wer fressen will, muss sich bewegen. Es gilt also, aktiv an den Fließgewässern nach Fischen zu suchen und sie in kurzen Zeitfenstern zu fangen.

2 SCHWERE BLEIE

Um mir das Angeln zu erleichtern, nutze ich die Vorteile von schweren Bleien oder Steinen an einer Selbsthakmontage. Sie nageln die Montage auch bei starker Strömung an den Grund. Ideal ist es, wenn Gewichte über 200 Gramm zum Einsatz kommen. Durch das schwere Blei hakt sich der Fisch auf jeden Fall sicher von selbst. Ich muss also keinen schnellen Anhieb setzen. Bei gefrorenen und rutschigen Flussufern bin ich somit auf der sicheren Seite. Auf diese Weise mache ich mir das Angeln so bequem wie möglich.

Selbst ein im Sommer ungeliebter Brassen ist im Winter ein toller Fang.


3 ZIELFISCHTOLERANZ

Im Winter habe ich keine Zielfischart. Zu dieser Zeit ist es ohnehin schon schwer, einen Friedfisch zu fangen – eine Spezies gezielt zu beangeln grenzt ans Unmögliche. Ich lasse mich da viel eher überraschen. Deswegen ist es wichtig, Köder zu verwenden, die alle Friedfische mögen. Kunstmais und Miniboilies (10-15 Millimeter) werden von jeder Art gefressen. Sie halten fest am Haken und lösen sich nicht in der Strömung oder bei Kleinfischattacken.

Wer ohne Handschuhe oder einen Taschenofen ans Wasser geht, darf sich über steife Finger nicht wundern.


Ein dicker Döbel zaubert ein Lächeln ins Gesicht. Für einen Moment ist die Kälte vergessen.


4 WARM ANZIEHEN

Bequeme, winddichte und zugleich gefütterteBekleidung macht das Angeln im Winter etwas angenehmer.
Eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee sowie ein Taschenofen halten uns über die Stunden am Wasser warm.

Tobias legt sein Augenmerk auf ruhige Flussabschnitte. Abschnitte mit Buschwerk, Bereiche unter Brücken sowie Zuläufe und Altarme sind nun die Rückzugsgebiete vieler Friedfische, die genau dort Schutz finden. Wenn der Fluss leicht erhöhtes Wasser führt, sind überspülte Büsche Top-Stellen.


DER FLUSS IM WINTER

A UNTER DEN BRÜCKEN: Hier haben die Fische im Winter eine Art Dach über dem Kopf. Sie finden dort Strömungsschatten durch Pfeiler – und hin und wieder auch das ein oder andere Stück Brot von Passanten, die Enten füttern. Brücken sind nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter immer eine Top-Adresse.

B BUSCHWERK: Schafft Ruhe, natürliche Nahrung und Strömungsschatten; nebenbei auch ein sicherer Unterschlupf. Natürlich nur, solange Sie dort nicht angeln! Ganz sicher einer der heißen Plätze im Fluss.

C KEHRSTRÖMUNGEN UND FLUSSKURVEN: Vor allem Döbel haben eine Schwäche für diese Einstände. Oft stehen sie entweder in der ausgespülten Außenkurve oder dicht an der Kehrströmung an der Innenkurve. Dort lauern sie auf Futter.

D STRÖMUNGSARME BEREICHE UND BUCHTEN: In vielen Flüssen finden Sie beruhigte Bereiche, in denen die Strömung durch Veränderungen im Flussbett weniger stark ausfällt. Kleine Buchten oder Auswuchtungen am Ufer können solche Stellen sein. Dort stapeln sich vor allem im Winter Friedfische aller Art.

E ALTARME: Diese Flussableger haben direkten Zugang zum Hauptstrom, werden selbst aber nicht durchströmt. Meist sind sie schwer zugänglich und stark zugewuchert mit Bäumen und Sträuchern. Für die Fische sind diese Stellen im Winter ideal, um Energie zu sparen. Hier sollten Ihre Montagen liegen.

Eine kleine Bucht ohne Strömung mit überhängendem Buschwerk: ein toller Rückzugsort für dicke Fische.


Monofile Schnüre haben im Vergleich zu Geflecht im Winter deutliche Vorteile.


5 MONO BEVORZUGEN

Dicke und zugleich abriebfeste monofile Schnüre frieren zum einen nicht so schnell wie geflochtene Schnüre auf der Rolle fest. Zum anderen verzeihen sie es auch, wenn sich treibendes Geäst und Eiskanten im strömungsarmen Uferbereich an ihnen scheuern.

Zum Anfüttern knetet Tobias das Futter einfach um sein Noppenblei.


6 LECKERE KLEINIGKEITEN

Schnelle Attraktion am Futterplatz ist bei dem widrigen, kalten Wetter und den daraus folgenden Kurztrips enorm wichtig. Ein würziges Grundfutter, das ich um das Noppenblei („Tractor Lead“) knete, ist ideal. Als Bonus gebe ich noch etwas Hanfsamen und ein paar Maiskörner oder zerkleinerte Boilies zu. Verwenden Sie aber nicht zu viele grobe Partikel, ansonsten klebt der Futterball nicht mehr vernünftig am Blei und alles verteilt sich schon während des Wurfes im Wasser. Dadurch laufen Sie Gefahr, die Fische vom eigentlichen Angelplatz wegzulocken. Die Schwierigkeit besteht darin, das Futter so feucht wie nötig und so trocken wie möglich zu machen. Gerade so, dass die Strömung es unter Wasser vom Blei löst, es aber nicht während des Wurfes abfällt. Das Blei liegt also im Herzen der Futterkugel und der Hakenköder als Leckerli direkt daneben. Auf weiteres Futter verzichte ich. Die Fische sollen nicht gesättigt werden, was im Winter schnell passierten kann. Viel mehr hoffe ich auf einen einzigen Biss. Der erfolgt eher, wenn ich die Fische so nah wie möglich an den Hakenköder locke.

Ein kleiner Boilie und ein Fake-Maiskorn werden von jedem Friedfisch gefressen.


Das Angeln an ausweglos erscheinenden Wintertagen ist eine große Herausforderung – eine Art Königsdisziplin im Friedfischangeln. Es geht nicht darum, was wir fangen, sondern viel mehr darum, dass wir überhaupt etwas fangen. Zu Hause hinter dem warmen Ofen wird es definitiv nichts. Ich hatte im letzten Winter tolle Döbel und stattliche Brassen inklusive kalter Nasenspitze. Ganz ohne Angeln geht es eben nicht!

Ein sensibler Hanger signalisiert in Verbindung mit einem elektronischen Bissanzeiger jeden Zupfer.


FOTOS: T. STEINBRÜCK, ILLUSTRATION: B. GIERTH

FOTOS: T. STEINBRÜCK