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Friedhofsgärtner in Nordrhein-Westfalen: Nöll: Klimawandel und Schädlinge verlangen Neues


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 2/2019 vom 12.01.2019

Delegiertenversammlung des Landesverbandes Gartenbau NRW in Bochum.


VonGabriele Friedrich

Artikelbild für den Artikel "Friedhofsgärtner in Nordrhein-Westfalen: Nöll: Klimawandel und Schädlinge verlangen Neues" aus der Ausgabe 2/2019 von TASPO. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Carsten Nöll.


Foto: Gabriele Friedrich

Im Hinblick auf neue Pflanzensortimente den Dialog mit Baumschulen und dem Zierpflanzenbau suchen, das wollen die Friedhofsgärtner in NRW. Durch den Klimawandel und auch der immer verheerenderen Schädlingssituation auf dem Friedhof würden in Zukunft vermehrt Pflanzeninnovationen gesucht, sagte Carsten Nöll in Bochum.

Benötigt würden angepasste Neuheiten sowohl für die Wechselbepflanzungsbeete als auch bei den Bodendeckern, die sich veränderten ...

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... Rahmenbedingungen gewachsen zeigen und zugleich attraktiv in Form und Farbe für die Verbraucher sind, sagte der Vorsitzende des Fachverbandes Friedhofsgärtner bei der Delegiertenversammlung des Landesverbandes Gartenbau NRW.

Das Wetter im vergangenen Jahr habe die Friedhofsgärtner enorme Anstrengungen und auch Geld gekostet. Die jahreszeitlichen Wechselbepflanzungen seien zwar alle erstellt worden, aber Schnittarbeiten und Überholungen wurden geschoben, Neuanlagen immer weiter nach hinten, sind sogar auf das Jahr 2019 gelegt worden, so Nöll.

Die Fachkräftelage sei nach wie vor unzureichend, und viele Friedhofsgärtnereien suchten händeringend nach Gesellen. Dies werde sich auch in den kommenden Jahren trotz rückläufiger Anzahl von Fachbetrieben nicht entspannen. NRW habe nicht nur die meisten friedhofsgärtnerischen Fachbetriebe, diese bilden in Deutschland mit über 270 jungen Menschen in allen drei Ausbildungsjahren auch am stärksten in Deutschland aus.

Ausbildungsinhalte anders gewichten

Dennoch reiche diese Zahl bei Weitem nicht aus, so Nöll. Wirtschaflich betrachtet könnte diese Zahl ohne Probleme um 30 Prozent höher liegen. „Wir müssen im Bereich der Ausbildung stärker auf die Veränderungen der Realität in den Betrieben eingehen und so manchen Ausbildungsinhalt anders gewichten.“ Er meint, dass in den kommenden Jahren im Gartenbau hier einiges in Bewegung kommen wird.

Mit dem Qualitätszeichen Überprüfter Fachbetrieb Friedhofsgärtnerei sind aktuell in NRW rund 110 Fachbetriebe ausgezeichnet. Diese Zahl stagniert oder ist leicht rückläufig, bedauerte Nöll. Im Fachverband gebe es durchaus auch kritische Stimmen zu diesem Projekt.

Gemeinschaftsgrabanlagen sind weiterhin beliebt und verbreiten sich auf immer mehr Friedhöfen. Nöll erläuterte, dass mit den evangelischen Landeskirchen bereits 2017 ein Mustervertrag für diese Projekte erarbeitet wurde. Danach werde nun in NRW im vereinfachten Verfahren schnell und unkompliziert genehmigt und umgesetzt. Nach wie vor sei es leider auch 2018 nicht gelungen, einen entsprechenden Vertrag mit der katholischen Kirche abzuschließen. „Wir bleiben aber dran“, versprach Nöll.

Zum Thema Schonvermögen richtete der Vorsitzende einen Appell in Richtung Politik. Weil älteren Menschen trotz positiver höchstrichterlicher Rechtsprechung die Vorsorge für eine angemessene dereinstige Grabpflege vom Sozialamt versagt werde, wenn diese Pflegewohngeld beantragen. Ihnen werde eine würdige Grabstätte, für die sie vorgesorgt haben, oft verwehrt, auch wenn sie unverschuldet im Alter in Armut geraten. „Das kann und darf nicht sein“, so Nöll. Man werde bei den in NRW regierenden Parteien nicht locker lassen. Denn die Friedhofsgärtner brauchten eine vom Land oder Bund klar formulierte Verwaltungssanweisung, welche die aktuelle Rechtsprechung berücksichtigt.

Einen weiteren Schwerpunkt der Verbandsarbeit sieht Nöll im Umgang mit den gerichtlichen Verschärfungen der Umweltzonen in den Städten. Die Dienstleistungsbetriebe in den Ballungszentren seien klar betroffen und müssten analog des Handwerkes um Ausnahmeregelungen kämpfen. Allerdings müssten sich die Friedhofsgärtnereien auch bei Neuinvestitionen stärker an diesen Gegebenheiten orientieren.