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FRIEDRICH II: Der doppelte König


Spiegel Geschichte - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 28.05.2019

Seit 1220 war der StauferFriedrich II. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches – und Herrscher über Sizilien. Konnte das funktionieren?


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Bildquelle: Spiegel Geschichte, Ausgabe 3/2019

Konflikt
Nach dem Tod Kaiser Heinrichs VI. stritten Welfen und Staufer um die Macht. Papst Innozenz III. hatte zunächst zum Welfen Otto IV. gehalten. 1211 schwenkte er um und unterstützte den Staufer Friedrich II. Die franzö sische Miniatur aus dem 15. Jahrhundert zeigt auf der linken Seite die Aberkennung der Krone von Otto (eine Szene, die so nie stattgefunden hat) und rechts die Kaiser -krönung Friedrichs durch Papst Honorius III. 1220.

So ein Spektakel hatte die ...

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... lombardische Stadt Cremona noch nie gesehen. Wie ein antiker Imperator feierte Kaiser Friedrich II. aus dem süddeutschen Geschlecht der Staufer seinen glanzvollen Sieg: Mit einem Elefanten zog er durch die Stadt. »Auf dessen Rücken war ein Turm aus Holz angebracht, in dem Posaunisten neben den hocherhobenen kaiserlichen Bannern standen«, berichtete ein Chronist.

Noch beeindruckender war, was der Elefant zog. Es war der reich bemalte hölzerne Fahnenwagen von Friedrichs Erzfeind, der mächtigen Stadt Mailand. Wer so einen Wagen samt Banner und Christuskreuz verlor, galt als entehrt. Genau dies war Mailand am 27. November 1237 in der Schlacht bei Cortenuova in der Lombardei passiert.

Gnadenlos kostete Friedrich den Sieg in Cremona aus, einer traditionell kaisertreuen Stadt. Die Botschaft sollte nicht nur in Italien vernommen werden, sondern auch jenseits der Alpen: im fernen deutschen Teil seines Reichs, das sich von Sizilien im Mittelmeer bis nach Holstein an der Ostsee erstreckte: Feige seien die Mailänder »vor unserem Antlitz zitternd« vom Schlachtfeld geflohen, ließ er verbreiten, ihren Wagen hätten sie ohne Verteidigung zurückgelassen. Später ließ der Kaiser das Gefährt in Rom auf einem Marmor podest aufstellen, darunter die Inschrift »Mailand zur ewigen Schmach«.

Das Spektakel lässt erahnen, wie tief die Kränkung Friedrichs gewesen sein muss – und wie groß sein Bedürfnis nach Machtdemonstration. Denn Mailand führte den lombardischen Bund an, eine Allianz wirtschaftsstarker, oberitalienischer Städte, die zum Heiligen Römischen Reich gehörten. 1167 hatten sie sich zusammengeschlossen, um sich gegen den wachsenden Machtanspruch Kaiser Friedrich Barbarossas zu behaupten. Auch Barbarossas Enkel Friedrich II. hatte sich der Bund schon mehrfach widersetzt, etwa wenn die Städte Ritter für das kaiserliche Heer stellen sollten.

Der Lombardenbund hatte in den Auseinandersetzungen eine scharfe Waffe: Er konnte die Alpenpässe sperren und damit die Verbindung zwischen den italienischen und deutschen Teilen des Reichs kappen. Solche Blockaden musste Friedrich verhindern. Wie sonst konnte der Kaiser mit schwäbischen Wurzeln, als Kind zum König von Sizilien gekrönt, sein überdehntes Reich zusammenhalten?

Bereits im Jahr 1212 hatte Friedrich erlebt, welche Gefahr von Mailand ausging. Die deutschen Fürsten hatten den damals gerade 17-jährigen Staufer zum Gegenkönig des Welfen Otto IV. gewählt, der beim Papst in Ungnade gefallen war; Friedrich wollte über die Alpen ziehen, um sich krönen zu lassen. Mailand und andere Städte Oberitaliens jedoch hielten im Thronstreit weiter zu Otto IV. Sie ließen Schiffe auf dem Po nach Friedrich durchsuchen, um dessen Machtantritt zu verhindern. Tatsächlich geriet der König in einen »heftigen Kampf« mit den Mailändern, so ein Chronist, und floh in höchster Not auf seinem ungesattelten Pferd durch den Fluss Lambro. Dafür erntete er viel Häme: Der König habe sich nasse Hosen geholt, lästerte ein Mai -länder Geschichtsschreiber. Ein anderer verspottete ihn als »Zaunkönig« unter den Monarchen: winzig und unwichtig.

Rache
In der Schlacht bei Cortenuova erbeutete der Kaiser den Fahnenwagen Mailands und ließ ihn demonstrativ durch Cremona ziehen (Darstellung aus dem 14. Jahrhundert).

Weitblickend waren diese beiden nicht gerade, denn Friedrich sollte zu einer prägenden Figur des hohen Mittelalters werden, die andere zeitgenössische Chronisten zu extremen Urteilen kommen ließ. Wahlweise galt der Staufer als Antichrist und Messias, als verschlagen-brutal und als ungeheuer gebildet: ein »Staunen der Welt«.

Zur Symbolfigur brachte er es nördlich wie südlich der Alpen: Italienische Nationalisten erhoben Friedrich im 19. Jahrhundert zum Einiger des Landes. Er habe ganz Italien erobern wollen, »um Deutschland als Grenzprovinz zu halten«. Der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche sah in Friedrich einen frühen Atheisten, fand, er sei »ein Genie, ein Freigeist«, der zwischen Orient und Abendland vermittelte: ein großer Deutscher und erster moderner Europäer. Ein britischer Mediävist wiederum erkannte 1942 in Friedrich nur einen »Hitler des 13. Jahrhunderts«.

All diese Zuschreibungen führen in die Irre, denn sie unterstellen eine Staatlichkeit, die es zu Friedrichs Zeit ebenso wenig gab wie die Vorstellung geschlossener Nationen oder zugehöriger Kulturen. Friedrichs Reich war ein Flickenteppich aus verfeindeten Grafschaften und Herzogtümern. Er verfolgte keine Nationalpolitik, sondern versuchte, seinen Herrschaftsbereich zu sichern und rang dabei mit den Eigeninteressen deutscher ebenso wie mit jenen italienischer Adeliger und Städte wie Mailand.

Was die Aufgabe für Friedrich II. noch anspruchsvoller machte als für frühere deutsche Kaiser, war die Tatsache, dass sein Herrschaftsbereich über das Heilige Römische Reich hinausreichte. Friedrichs Vater, Kaiser Heinrich VI., hatte den Normannen 1194 das Königreich Sizilien entrissen, dank zweier Feldzüge und der Ehe mit Siziliens Königin Konstanze.

Das war Triumph und Bürde zugleich: Nun beherrschte die schwäbische Sippe neben Gebieten nördlich der Alpen sowie Oberitalien auch Unteritalien, das ein Teil des Königreichs Siziliens war; das Gebiet erstreckte sich über Kala -brien und Apulien bis zum Kirchenstaat. Doch das Heilige Römische Reich als Kaiser und deutscher König aus Sizilien zusammenzuhalten war nahezu unmöglich: Schon Heinrich musste unentwegt reisen, um Präsenz zu zeigen, riskierte mit jeder Abwesenheit aber neue Intrigen von Fürsten und Städten. Zudem drohte Ärger mit dem Papst, der sich in seinem Kirchenstaat von den Staufern im Norden und Süden eingekesselt sah.

Auf welch tönernen Füßen das Doppelkönigtum der Staufer stand, hatte sich gezeigt, als Heinrich 1197 jung gestorben war. Sein Sohn Friedrich, geboren in Apulien, war da erst drei Jahre alt. Und doch war das Kind schon seit einem Jahr deutscher König, gewählt in Abwesenheit im fernen Frankfurt, auf Druck des Vaters. Der hatte sogar eine radikale Reform angestoßen, um die Macht der Staufer zu sichern: Er wollte das Königswahlrecht abschaffen und eine Erbmonarchie wie in Frankreich einführen, war aber gescheitert.

Eskalation
Am 17. Juli 1245 setzte Papst Innozenz IV. den Kaiser auf dem Konzil von Lyon ab – ein unerhörter Vorgang, mit dem der Papst seinen Hoheits -anspruch gegenüber dem Kaiser demonstrierte (Darstellung aus der »Nuova Cronica« des Giovanni Villani aus dem 14. Jahrhundert).

Als der kleine Friedrich 1198 auch zum König von Sizilien gekrönt werden sollte, widersetzte sich der Papst, um sich aus der Umklammerung der Staufer zu lösen. Friedrich musste für seinen sizilianischen Titel den deutschen Königstitel wieder abgeben, damit ihm der Papst wohlgesinnt blieb.

Nach dem Tod der Mutter wenig später wurde der Kindkönig vollends zum Spielball der Politik. Sowohl der Papst als auch ehemalige deutsche Heerführer aus dem Gefolge Heinrichs VI., die in Süditalien Karriere gemacht hatten, erhoben Ansprüche auf die Vormundschaft für den Waisenknaben. Jahrelang bekriegten sich die Parteien mit wechselnden Erfolgen. Dieses Dreiecksspiel prägte Friedrichs Herrschaft: hier sein sizilianisches Erbe, dort die fernen deutschen Wurzeln. Und dazwischen der Papst, der seine Macht und den Kirchenstaat ausbauen wollte.

Friedrich, mit 14 mündiger Herrscher und 1212 wieder zum deutschen König gekrönt, reagierte fein abgestuft auf diese Dreifachbelastung. Die deutschen Gebiete besuchte er nur selten: Nach seiner Kaiserkrönung 1220 kehrte er nach Italien zurück und reiste erst 1235/36 noch einmal über die Alpen nach Norden. Als »Kind aus Apulien« nahm man ihn dort anfangs als Fremden wahr. Seine häufige Ab -wesenheit glich er mit Milde und Privilegien an die Fürsten aus. »Edelmütig« und »freigebig«, sei der Monarch, schwärmte der Sänger Walther von der Vogelweide, selbst Profiteur von Friedrichs Wohltaten.

Bei seinem zweiten Besuch beeindruckte der Kaiser, nach einem Kreuzzug auch König von Jerusalem, die Deutschen mit orientalischem Prunk – und wirkte so wieder wie ein Fremder: Er brachte Kamele, Affen und Geparden mit, betreut von Arabern und Äthiopiern. Seine treuesten Kämpfer waren muslimische Sarazenen aus Sizilien. Das passte zu dem Gerücht, der Kaiser habe einige Jahre zuvor einen mysteriösen Mörder aus dem Orient geschickt, um den Herzog von Bayern erdolchen zu lassen.

Diesen zweiten Besuch auf deutschem Boden empfand er als »persönliches Opfer«. Das geliebte Italien hatte er nur verlassen, weil seine Herrschaft aus der Ferne über die nördlichen Reichsteile gescheitert war – und weil er seinen Sohn Heinrich bestrafen musste. Der war in Deutschland geblieben und längst Mitkönig. Heinrich wollte aber nicht nur Befehlsempfänger seines Vaters sein, sondern eigenständig regieren. Er forderte die Fürsten heraus, die sein Vater begünstigte, und rebellierte schließlich offen gegen den Kaiser. Friedrich entmachtete seinen Sohn, verschleppte ihn nach Italien, wo er ihn jahrelang unter Arrest stellte – und so womöglich in den Suizid trieb, wie einige Chronisten vermuten.

Eine solche Strafexpedition war in Deutschland eine Ausnahme, in Italien griffen die Staufer hingegen seit je hart durch. Schon Friedrichs Vater hatte dem Anführer einer Verschwörung eine glühende Krone auf den Kopf nageln lassen. Friedrich selbst scheute sich nicht, missliebige Kardinäle auf hoher See zu kidnappen. Sein Land überzog er mit einer Kette wuchtiger Kastelle. Gleichzeitig versuchte er aber auch, seine Macht klug mit Gesetzen zu sichern – und tat dies mit Akribie.

Mit den Konstitutionen von Melfi schuf der Kaiser 1231 »das erste moderne Gesetzbuch Europas seit der Spätantike«, so Historiker Olaf Rader. Das Werk, noch jahrhundertelang gültig, regelte den Alltag bis ins Kleinste: von Strafen »für jene, die Goldmünzen abschaben«, bis hin zum Verbot von Absprachen zwischen Ärzten und Apothekern, um Patienten zu schützen. Der Kaiser nutzte die Gesetze auch, um die Ambitionen des Papstes Gregor IX. einzudämmen. Der wollte die Macht der Staufer brechen – und das Kaisertum dem Papsttum grundsätzlich unterordnen.

Friedrich reagierte darauf mit einer Mischung aus Argumenten und Gewalt. »Italien ist mein Erbe. Das weiß die ganze Welt«, schrieb er 1236 beschwichtigend an Gregor – kurz bevor er den Papst mit seinem Feldzug gegen die mit dem Kirchenoberhaupt verbündete Stadt Mailand tief verärgerte. Nach dem Feldzug legte Friedrich noch einen drauf und bezeichnete sich selbst als »Herrn der Welt«, dem Mailand gefälligst zu gehorchen habe. Wenig später überspannte er den Bogen vollends. Sein Sohn Enzio wurde König der reichen Insel Sardinien, die auch der Papst beanspruchte. Gregor habe mit »höchster Entrüstung« reagiert und »unverhohlen« auf Rache gesonnen, so ein Chronist: Der gegenseitige Hass habe nun »wie eine vernachlässigte Wunde giftigen Eiter« produziert.

1239 exkommunizierte der Papst Friedrich und bereitete argumentativ die Absetzung des »sogenannten Kaisers« vor. Friedrich suchte die Solidarität von Europas Monarchen gegen diesen »brüllenden Löwen«, dem er Amtsmissbrauch und Häresie vorwarf. Mit immer dunkleren Metaphern steigerte sich der Streit, bis Gregor den Kaiser schließlich als apokalyptische »Bestie aus dem Meer« verdammte, die »mit eisernen Zähnen« die Welt zermalmen wolle.

Das wirkte in einer Zeit, in der viele Menschen an den nahenden Weltuntergang glaubten. Ein populärer Theologe hatte für das Jahr 1260 die Ankunft des Antichrists berechnet, nach dessen Niederlage eine himmlische Ära anbräche. So schien es fast konsequent, als Gregors Nachfolger Innozenz IV. den Kaiser 1245 absetzte. Es war ein unerhörter Vorgang: Selbst Heinrich IV., der berühmte Bußgänger von Canossa, war bei seiner Absetzung 1076 nur König gewesen.

Friedrich allerdings trat keinen Bußgang an, auch wenn er damit in Kauf nahm, dass seine Macht bröckelte. In Oberitalien begehrten die Städte wieder auf, Parma fügte Friedrich eine derbe Niederlage zu, die Parmaer, so ein Chronist, erbeuteten »den ganzen kaiserlichen Schatz«: Edelsteine, Gold, ja selbst die Krone sollen verloren gegangen sein. Nördlich der Alpen forderte derweil ein deutscher Gegenkönig den abgesetzten Kaiser heraus.

Als Friedrich 1250 überraschend starb, schilderten papstnahe Chronisten das genüsslich als Strafe Gottes: Der Staufer sei ohne letzte Ölung und unter schrecklichen Qualen gestorben, hieß es, »mit Schaum vor dem Mund« und »gewaltig Schreie herausbrüllend«. Seine Leiche habe furchtbar gestunken, Zeichen für ein sündhaftes Leben. Und doch standen die päpstlichen Interpreten vor einem Problem: Der vermeintliche Antichrist war zehn Jahre früher verstorben als berechnet – und die Welt lag nicht in Trümmern.

In Italien sah man den Kaiser dennoch lange negativ; in Dantes »Göttlicher Komödie«, um 1320 vollendet, drohten ihm Höllenstrafen, hier wirkte wohl die päpstliche Propaganda nach. Die Deutschen aber verklärten den Staufer zum Mythos. Bis ins 16. Jahrhundert hielt sich die Legende, der Kaiser verberge sich in den Ruinen der Thüringer Kyffhäuserburg. Erst danach ersetzte Friedrich I. Barbarossa seinen Enkel Friedrich II. in dieser Sage, vermutlich weil der zu Lebzeiten weit mehr Zeit auf deutschem Boden verbracht hatte.

Aber auch in Italien lebte der Kaiser wundersam weiter. Der Bettler Giovanni de Coclearia gab sich 1261 am Ätna als der wiedergekehrte Friedrich II. aus. Weitere Hochstapler folgten, inspiriert von einer Weissagung, nach der »Friedrich lebt und doch nicht lebt«. Am erfolgreichsten war 1284 Diet rich Holzschuh, der im rheinischen Neuss einen Hofstaat um sich scharte, samt Kanzler, Marschall und Kämmerer, und fleißig Kaiser-Urkunden ausstellte.

Das Schicksal dieser falschen Friedriche ähnelte sich in Italien und Deutschland frappierend: Giovanni de Coclearia endete in Messina am Galgen, Dietrich Holzschuh verbrannte auf einem Scheiterhaufen vor Wetzlar.