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FRISCH GEPRESST


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 9/2022 vom 12.08.2022

Ludwig van Beethoven Sinfonien Nr. 1–9; Polnisches KO, W. Rajski

Sinfonik Tacet/Sieveking (9 LPs in Schatulle, 3 Seiten von innen nach außen gepresst, achtseitiges Booklet, gef. Innenhülle)

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Bildquelle: Audio, Ausgabe 9/2022

Die einzelnen Schallplatten hat der Autor in AUDIO 7/17 und 8/18 rezensiert, jetzt veröffentlicht Tacet-Chef Andreas Spreer alle Neune in einer festen Schatulle. Der Beethoven-Sinfonien-Zyklus mit der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot unter Wojciech Rajski, aufgenommen zwischen 2005 und 2015, überzeugt interpretatorisch voll: Die sportive, energische, rhythmisch akzentuierte Spielweise tut den alten Weisen gut. Man hört dem sehr diszipliniert agierenden Orchester mit viel Freude zu, auch in der Neunten bleiben Solisten und Chor konkurrenzfähig. Für diesen strikt limitierten, handnummerierten Zyklus wählte Spreer seine im „Inspiring Tube Sound“ mit Röhrenmikrofonen gefahrenen Produktionen (die noch ...

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... puristischeren „Tube Only“-Einzel-Vinyls sind offensichtlich ausverkauft), die klanglich mit vielen Details, nuancierter Raumdarstellung und herrlicher Dynamik begeistern. Für die Finali der 5., 7. und 9. mit ihren lauten Schlusspassagen ließ Spreer das Studio Brüggemann die Rillen von innen nach außen schneiden („playing backwards“). Das sollte Schule machen, denn so muss sich das Fortissimo nicht in die engen Innenrillen quetschen, sondern kann den größeren Raum außen nutzen. Das funktioniert nur bei Automatik-Spielern nicht, läuft aber auch mit den Tangetialtonarmen des Rezensenten einwandfrei. Ein vollendetes Vergnügen.

Wolfgang Haffner Dream Band

Jazz, Fusion, Pop

Live In Concert

ACT/Edel (Doppel-LP, Klappcover, gefütterte Innenhüllen)

Deutschlands Vorzeige-Drummer Wolfgang Haffner hat mit einer Band von Bandleadern – auf dem Cover entsprechend groß aufgeführt – während der 2021er-„Jazznights“-Tour ein höchst variables Album mitschneiden lassen. Klangfarben ohne Ende und eine für heutige Verhältnisse weit gespannte Dynamik, die nicht alles hochkomprimiert herausplärrt, sondern zwischen ganz leise und Spitzenpegel fein abstuft. Weil das Septett auch nicht ständig Vollgas gibt, sondern Raum lässt für kleiner besetzte Passagen. Die beiden von Posaunist Nils Landgren und Saxer Bill Evans gesungenen Songs bringen weitere Abwechslung. Sidney Claire Meyer schnitt mit viel Sinn. Vorbildliche Pressung.

James LaBrie

Progressive Rock

Static Impulse

Music On Vinyl/Bertus (grünes Vinyl, gefütterte Innenh.)

In zeitlicher Nähe zum aktuellen Werk „Beautiful Shade Of Grey“ legt Music On Vinyl die früheren Soloalben „Impermanent Resonance“ (2013, gelb) und „Static Impulse“ (2010, grün) des kanadischen Sängers von Dream Theater neu auf, limitiert auf je 1000 Stück. Auf „Static Impulse“ lässt der ausgebildete Vokalist LaBrie seine hohe Stimme teils von den Growls von Drummer Peter Wildoer konterkarieren – mancher wird das als modern, mancher als Murks empfinden.

Die Songs schrieb LaBrie überwiegend zusammen mit Keyboarder Matt Guillory, mit dem er auch produzierte. In Abwesenheit der DT-Alphatiere singt er befreiter und gibt mehr Gas. Nicht weltbewegender, aber solider, angehärteter Prog.

Robert Cray

Blues, Bluesrock, Pop

Strong Persuader

Music On Vinyl/Bertus (gefütterte Innenhülle)

Mithilfe seiner Produzenten Bruce Bromberg und Dennis Walker vollbrachte Robert Cray anno 1986 das Kunststück, vom Bluesgranden zum Popstar aufzusteigen. Was Puristen natürlich als Verrat geißelten. Unbestritten verließ der ausgezeichnete Gitarrist und Sänger mit Titeln wie dem Singlehit „Right Next Door“ das Bluesterrain weit in Mainstream-Gefilde. Aber, wie dieses von MOV ganz hervorragend gefertigte Reissue beim Wiederhören unmissverständlich zeigt, mit immer noch reichlich blauem Blut, das Cray vor allem auf Seite zwei noch reichlich verströmte. Seine kompetente Begleitband verstärkten die Memphis Horns gewohnt funky. Macht einfach Laune, der „Strong Persuader“.

Hazeen

Death Metal

Sovereign Murders

Piranha Records (Klappcover, 20-s. Booklet, gef. Innenh.)

Klar ist diese Mucke nicht massentauglicher Konsens, das Cover muss man auch nicht mögen. Aber Hazeen aus Australien machen nicht den faschistoiden Dumpfbacken-Rock, der dem Genre des Death Metal so oft entströmt. Klar geht es in den brüllend growlenden Vocals von Leader Safdar Ahmed auch um Meuchelmörder, Monster und andere Schrecknisse, doch die Band gibt sich dezidiert antirassistisch. Malmende Drums, tonnenschwere Riffs und genretypisches Dröhnen werden von Zeit zu Zeit aufgelockert. Auf „Lysistrata“ ist sogar betörender weiblicher Gesang zu hören (von Susie Hurley). Ein dickes Lob geht an die Ausstattung mit dem 20-seitigen Booklet und and die erstaunlich gute Fertigung.

Delbruegge Band

Jazz

Analgoue Souls

Westpark/Indigo (Klappcover, gef. Innehülle, Voucher)

Der Kölner Saxofonist Bernd Delbruegge, der auch singt, verstärkt seine Stammband um Keyboarder Gert Kapo, Bassist (akustisch und elektrisch) Gero Gellert und Drummer Dirk Ferdinand, hier titelweise auch um die E-Gitarristen Roger Schaffrath und Buddy Sacher. Die Jungs tragen das AAA-Kürzel – hier für „Analog Instruments, Analog Recording, Analog Mastering“ tongue in cheek in die Credits. Ihre Musik zwischen Old School Fusion, Jazz, Soul und Blues lässt auch dementsprechend jeden Bierernst vermissen, sie groovt herrlich relaxt vor sich hin, handwerklich tadellos und augenzwinkernd. Der Klang, den Dirk Baldringer im Studio 25 eingefangen hat, geriet spektakulär unspektakulär. 1A-Pressung.

The Pineapple Thief

Progressive Rock

Give It Back

Kscope/Edel (bedruckte Innenhülle)

Die britische Band um Sänger und Gitarrist Bruce Soord dümpelte seit 1999 lange unter dem Radar der Prog-Gemeinde. Doch dann dockte 2016 der englische Superdrummer Gavin Harrison (inzwischen auch wieder bei Porcupine Tree) für das Album „Your Wilderness“ an – und brachte einen enormen Popularitätsschub.

Den nutzte dieTruppe, zwölf ihrer älteren Nummern komplett neu einzuspielen. Die gibt’s alle auf CD, zehn davon passten auf diese zuweilen etwas knisternde LP. Mit jenem Harrison, der die Titel auf ein neues musikalisches Level hebt. Die Produktion nimmt seinem vitalen Spiel mit etwas zu viel Kompression zwar ein wenig Dynamik, aber die Schlagzeuger-Gemeinde darf niederknien.

B.B. King

Blues

Blue Shadows

Waxtime/In-Akustik (rotes Vinyl, gefütterte Innenhülle)

Dieser Sampler enthält Aufnahmen, die der große B.B. King zwischen 1958 und 1962 für das Label Kent der Brüder Bhari in Los Angeles machte, zum Teil noch in Mono. Mit wechselnden Bands gibt es hier 18Titel zu hören, die die Blues-Palette rauf und runter marschieren. Besonders stark gerieten bläserverstärkte, treibende Nummern wie „I Stay In The Mood“ oder seelenvolle Klagelieder wie „You Know I Go For You“, in der B.B. King nicht nur seine Stimmbänder, sondern auch die Saiten seiner Gitarre Lucille trefflich traktiert. Das rote Vinyl läuft erstaunlich gut durch, doch nervt das zu enge Mittelloch, das mit einem genormten Bohrer erst geweitet werden muss. Das digitale Remastering ist ok.

Willy DeVille

Soul, Swamprock, Caribbean, Latin

Miracle

Music On Vinyl/Bertus (Textbeilage, gefütterte Innenh.)

Nach sechs Alben mit seiner Band Mink DeVille brachte William Paul Borsay jr. (1950–2009) alias Willy DeVille 1987 sein Solodebüt „Miracle“, das ihm Mark Knopfler produzierte. Der Dire-Straits-Boss verstreute dezenten Gitarrenzauber, brachte seinen Keyboarder Guy Fletcher mit und lud auch Chet Atkins sowie Totos Superdrummer Jeff Porcaro mit ins Studio. DeVille schrieb fast alles selbst, einzig „Could You Would You“ coverte er von Van Morrison. Seine Truppe spielte die DeVille-typische Mischung aus Rock, Tex-Mex, Cajun, Carribean und Latin, der Sänger knödelte gewohnt cool, Vicki Brown erweichte Steine im Background.

Dieses glänzend neu aufbereitete Album wird mit dem Alter immer besser.

Schandmaul

Mittelalter-Rock

Knüppel aus dem Sack

Napalm Records (Klappcover, bedruckte Innenhülle)

Aufgemerkt, Mägdelein und Burschen, hier kömmet ein ergetzlich Stück Musika. Die Münchner Truppe Schandmaul, seit 23 Jahren auf der Walz, holt mit ihrem elften Album„Knüppel aus dem Sack“ noch mal alle Zutaten ihrer Kunst aus demselben. Kräftig geknüppeltes Rock-Instrumentarium trifft auf Dudelsack, Pfeifen, Flöten und Drehleier, explizite Texte auf frühneuzeitliches Vokabular. Die vier Spielmänner und zwei Spielfrauen lassen es meist tüchtig krachen. Sänger Thomas Lindner geriert sich mit seinem typischen Organ wahrlich als Schandmaul, doch etwa in „Niamh“ brüllt er nicht nur Floskeln. Der stramm komprimierte Sound wurde auf recyceltes Vinyl gepresst. Frohgemuth anzuhören.

John Williams

Konzert

Violinkonzert Nr. 2

Anne-Sophie Mutter, Violine, Boston SO, John Williams

Deutsche Grammophon/Universal (Klappcover, gef. IH)

Der greise US-amerikanische Filmkomponist schrieb Deutschlands Violin-Star Anne-Sophie Mutter sein zweites, viersätziges Violinkonzert in die Finger. Die flitzen immer noch bewunderswert virtuos durch die anspruchsvolle, rhythmisch komplexe Partitur. Williams verkniff sich allen salbadernden Kitsch, der dritte Satz „Dactyls“ ragt heraus. Klar ist das keine nervtötende Neutönerei, selten kommt das groß besetzte Orchester auch mal bombastisch, doch meist geht es tief unter die Hochglanzoberfläche. Traditionell: ja, langweilig: nein! Und so ein A-Dur-Akkord zum Schluss kann auch schön sein. Die DG hat uns ja jüngst nicht gerade mit gutem Vinyl verwöhnt, doch dieses hier ist exzellent gefertigt.

VINYLDREHER AUS DEM HOHEN NORDEN

Der Kieler Hersteller Elac bringt mit dem Miracord 80 einen Nachfolger für den Miracord 90. Er kommt mit einem 10-Zoll-Tonarm aus Carbon, der Plattenteller wiegt 5,6 Kilogramm. Ein echter Hingucker. Klingt er auch?

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EINSTEIGER AUS JAPAN

Hersteller Final aus Japan ist bekannt für seine hochwertigen Premium-Kopfhörer im oberen Preissegment. Mit dem UX3000 kommt nun ein drahtloser Over-Ear-Hörer mit ANC im unteren Preissegment. Wir sind gespannt.

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FLAGGSCHIFF AUS KANADA

Die Persona 9H ist das Flaggschiff der Persona-Reihe von Paradigm. Ausgestattet mit Hoch- und Mitteltonmembranen aus Beryllium soll die Box ein unerwartetes Maß an Detailgenauigkeit, Tiefe und Dynamik liefern. Wir werden diese Aussage genau überprüfen.