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FRISCH GEPRESST


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Audio - epaper ⋅ Ausgabe 10/2022 vom 09.09.2022

VINYL

The Jimi Hendrix Experience Are You Experienced

Rock Analogue Productions/Sieveking (Slip Case, weiß-klares Vinyl, 200g, 20-s. Booklet, Info-Zertifikat, lim. auf 20 000 Ex.)

Die Buchstabenfolge UHQR ruft Erinnerungen an die „Ultra High Quality Recordings“ hervor, mit deren sieben in Japan bei JVC gepressten Super-LPs (fünf Pop, zwei Klassik) die Mobile Fidelity Sound Labs (MFSL) HiFi-Geschichte schrieben. Mit diesem Siegel schmücken sich jetzt

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Bildquelle: Audio, Ausgabe 10/2022

Musik: 11111

Klang: 11120

Remaster: 11111

Pressqualität: 11111

Chad Kassems Analogue Productions (denen auch Classic Records gehört) beziehungsweise deren Ausgabe von Jimi Hendrix’ epochemachendem Debüt „Are You Experienced“ (1967). Musikalisch ist zu diesem Geniestreich alles gesagt, hier muss nur der Hinweis auf die US-Version sein: also ohne „Red House“, „Can You See Me“ und „Remember“, dafür mit den Hits„Hey Joe“, „The Wind Cries Mary“ ...

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... und „Purple Haze“ und deshalb wohl für die meisten Hendrix-Einsteiger attraktiver. Bernie Grundman remasterte laut Sticker das analoge US-Mastertape des in London aufgenommenen Albums, die entsprechende Hybrid-SACD stellten wir in AUDIO 2/21 vor. Auch die Klangqualität der LP geriet schlicht sensationell dynamisch und detailreich. Ein Gutteil geht auf das Konto der per Beilage umfangreich dokumentierten Pressung. Das rußfreie, milchig-weiße „Clarity“-Vinyl im „Flat Profile“ fertigte Quality Records Pressings, laut Firma nicht mehr als 1000 Stück pro Stamper. Das prächtig ausgestattete Sammlerstück kostet 239 Euro – auch das ist ultra high, aber die quality stimmt.

Pop

Paul McCartney

Musik: 11 –11111

Klang: 111 –1111

Remaster: 11110

Pressqualität: 11120

Capitol/Universal (3 LPs im Schuber, jeweils Klappcover)

Sein selbstbetiteltes Solodebüt füllte der frischgebackene Ex-Beatle Paul McCartney 1970 im Alleingang samt Sangeshilfe von Ehefrau Linda mit demohaften Songentwürfen, einer Schlagzeug-Übungseinheit und wenigen fertigen Songs, darunter der Hammer „Maybe I’m Amazed“. 1980 folgte „McCartney II“ mit viel doofer Elektronik und Stimmverfremdungen, aber auch mit dem Hit „Coming Up“. Das beste der „Name“-Trilogy war dann „Mc- Cartney III“ von 2020, als Macca noch einmal viele Register seines unfassbaren Talents zog. Den drei LPs (I, II im jüngsten Remaster, III 1:1 zur LP-Erstausgabe) liegen drei von Macca kommentierte Fotos bei. Neben der guten schwarzen gibt’s auch die „Colour Vinyl“-Ausgabe.

Pop, Singer-Songwriter

Lera Lynn

Musik: 11110

Klang: 11120

Neuproduktion Pressqualität: 11110

Icons Creating Evil Art/Rough Trade (Klappcover, Beiblatt)

Die gebürtige Texanerin Lera Lynn steckt seit ihrem Debüt „Have You Met Lera Lynn“ 2011 und ihren Auftritten in der HBO-Serie „True Detective“ in der Schublade „Americana Noir“. Nun ja, Düsternis überschattet noch immer einige ihrer Texte und Traurigkeit einige ihrer Melodien, die aber „Something More Than Love“ ganz hellsichtig beschreiben können. Mit ihrem Produzenten-Partner und Multi-Instrumentalisten Todd Lombardo hat sie hier ein eigentümlich bezauberndes Album aufgenommen, über dem ihre oft verhallte Stimme meist feenhaft schwebt. Aus dem heutigen Selfmade- Einheitsbrei ragt es jedenfalls recht weit heraus, auch weil echte Drums zu hören sind. Sehr ordentliche Fertigung.

Rock

Emerson, Lake & Palmer

Musik: 11-11111Klang: 111-1111

Remaster: 11110

Pressqualität: 11110

BMG (Box-Set: 12 7“-Singles, Alt.-Cover, 16-s. Booklet)

Die Artrock-Pioniere ELP auf ihre grandiosen frühen und durchwachsenen späten LPs zu reduzieren, hieße, eine Seite dieses Trios begnadeter Musiker und Komponisten zu ignorieren. Der einzige Überlebende, Drummer und Nachlassverwalter Carl Palmer, tat daher gut daran, zwölf Veröffentlichungen der drei Granden im Kleinformat zu kompilieren. Deutsche, japanische, französische, portugiesische oder UK-Seven-Inches aus den Jahren 1971 bis 1993, von „Lucky Man/Knife Edge“ über die rare US-Promo „Father Christmas/Jerusalem/Apple Blossoms“ bis zu „Affairs/Better Day“ reicht der Reigen, jeweils auf farbigem Vinyl bei Optimal gepresst. Alternative Cover und ein Booklet runden schön ab.

Jazz

Duke Ellington & John Coltrane

Musik: 11112

Klang: 11120

Remaster: 11110

Pressqualität: 11112

WaxTime/In-Akustik (2 LPs mono/stereo, Klappc., gef. IH)

Das Gipfeltreffen von Pianist und Bigband-Pionier Duke Ellington (1899–1974) und Saxofonist John Coltrane (1926– 1967) am 26. September 1962 mag nicht zu den allerbesten Alben der Giganten zählen – dazu haben beide zu viele Ausnahmeplatten aufgenommen. Grandios bleibt es dennoch, was die beiden mit wechselnden Rhythm Sections auf die Bänder von Rudy van Gelder brachten. Ellington beschränkte sich aufs Klavier, doch WaxTime bereichert das Reissue um zwei Orchester-Versionen – und auch vom legendären Coltrane Quartet werten zwei Zugaben den Edit Value auf. Dazu die Mono- und Stereo-Fassung von Impulse A(S) 30 in einem per DMM gut gepressten Set: Was will man mehr?

Rock

Golden Earring

Musik: 11112

Klang: 11120

Remaster: 11112

Pressqualität: 11110

Music On Vinyl/Bertus (2 LPs, Klappcover, gef. Innenh.)

Klar hören wir dieses klassische Hardrock-Livealbum laut. Auch wenn dabei die Noises aus PA oder Gitarrenverstärkern, die kleinen Fehlerchen mitklingen. Dafür geht so richtig die Post ab – die niederländischen Vorzeigerocker mit Sänger Barry Hay, Bassist Rinus Gerritsen, Drummer Cesar Zuiderwijk und den Gitarristen George Kooymans und Eelco Gelling ließen 1977 in London und Winterswijk die Kuh fliegen, einige ihrer Hits dehnten sie genüsslich aus. Zum 45-jährigen Jubiläum hat Music On Vinyl eine auf 2000 Stück limitierte Ausgabe in grauem Splatter-Vinyl pressen lassen. Von den remasterten Bändern, die weniger matschig klingen als die deutschen Original-LP-Ausgaben. Ein Must-have.

Flamenco Jazz

Di Meola, McLaughlin, de Lucía

Musik: 11112

Klang: 11110

Remaster: 11112

Pressqualität: 11112

Impex/Sieveking; Ear Music/Edel (jeweils Klappcover)

Der Mitschnitt des Hochgeschwindigkeits-Ritts vom „Friday“, dem 5. Dezember 1980 geriet zum HiFi- und Akustikgitarrenhit. Jetzt tauchten die 16-Spur- Bänder des Konzerts vom Folgeabend, dem „Saturday“ aus dem Warfield Theatre in San Francisco auf. Al Di Meola, John McLaughlin und der 2014 verstorbene Paco de Lucía jagten da fast noch entspannter über die Griffbretter. Ear Music (Schnitt: Torsten Wyk, Pressung Optimal Media) und Impex (Schnitt Bernie Grundman, Pressung RTI) legen Vinylfassungen vor, beide ausgezeichnet. Die um einen Titel kürzere Fassung von Impex, die auch vom „Friday“ die ultimative LP machten, hat dynamisch und mit dem 16-Seiten-Booklet die Nase vorn.

Rock

Various Artists

Musik: 11-11111

Klang: 11120

Remaster: 11110

Pressqualität: 11110

Music On Vinyl/Bertus (2 LPs im Einfachcover, gold. Vinyl)

Ein Blick aufsTracklisting genügt: „All killer, no filler“ hat Music On Vinyl auf dieser Doppel-LP gepackt, die limitiert auf 3500 Exemplare in gülden gefärbtem Vinyl jeden Altrocker nochmal headbangen oder mitgrölen lässt. 27Titel von Free bis Steppenwolf, von den Scorpions bis Survivor, von Iggy Pop bis Styx bringen jede 70/80er-Party in Schwung und ersparen so manchem Hit-Sucher den Kauf von ebensovielen Einzel-LPs. Das Beiblatt beschränkt sich auf die nötigsten Infos – aber einen gut dokumentierten Spezialisten-Sampler erwartet hier ja auch niemand. Hier sollen sich der „Heat Of The Moment“ das das „Burning Heart“ entzünden, die „Boys Back InTown“ wieder nach „Baba O’Riley“ rufen.

Gospel, Jazz, Pop

Nina Simone

Musik: 11110

Klang: 11120

Remaster: 11112

Pressqualität: 11112

Speakers Corner/Sieveking (Beiblatt, gef. Innenhülle)

Umrahmt von den zwei George-Harrison- Songs „My Sweet Lord“ und „Isn’t It A Pity“ brachte die Sängerin und Pianisten Nina Simone 1971/72 zwei vertonte Gedichte in Medleys unter. Mit Gospelchor und Off-Beat-Drive ist Seite 1 mit „… Lord/Today Is A Killer“ und Co-Vokalist Sam Waymon sehr viel zugkräftiger als die zweite, ruhigere mit „Poppy/… Pity“, die mehr von Simones ausdrucksstarker Stimme lebt. Die afroamerikanische Musikerin war Opfer rassistischer Kulturpolitik – ein klassisches Studium ihr wurde aufgrund ihrer Hautfarbe verwehrt –, und so kämpfte sie mit ihren Mitteln gegen die Diskriminierung. Die Texte liegen dem Reissue bei, das Speakers Corner rein analog hervorragend fertigen ließ.

Weltmusik

Ragawerk

Ragawerk

Musik: 11120

Klang: 11120

Neuproduktion Pressqualität: 11120

Bellaphon/Cargo (Einfachcover, ungefütterte Innenh.)

Gitarrist Max Clouth und Drummer/Elektroniker Martin Standke haben schon im Max Clouth Clan lustvoll die Vereinigung indischer Raga- und europäischer Rockmusik gefeiert – nachzuhören im fantastischen „Studio Konzert“ (Vinyl AUDIO 4/19). Mit Bassist Peter Puskas und Keyboarder Georg Boeßner sowie etlichen Gastmusikern aus diversen Kulturkreisen gehen sie noch weiter, wirken aber fokussierter, fast songorientiert. Da darf auch mal ein strammer Vierviertel-Beat die Laufrichtung bestimmen, schrauben sich indische Gesänge hoch empor, legen „westliche“ Streicher sich quer. Philipp Heck hat in den Bauer-Studios wieder einen superben Klang hinbekommen, leider knistert‘s ab und an.

Sinfonik

Franz Schubert

KLANG TIPP

Musik: 11110

Klang: 11112

Neuproduktion

Pressqualität: 11110

Klangkollektiv Wien, Remy Ballot

Gramola/Naxos (45 rpm, Einfachcover, gef. Innenhülle)

Die Musiker des Kammerorchesters Klangkollektiv Wien kamen zusammen, um Werke der Wiener Klassik „abseits jeder Routine“ zu musizieren. Ihre erste Aufnahme galt 2018 den Schubert-Sinfonien Nr. 1 und 8, aufgrund der avancierten Klangansprüche auf SACD. Bei der „Unvollendeten“ lief auch eine analoge Studer A80 mit Halbzollband mit, und davon ließ man eine 12“-Maxi mit 45 Umdrehungen schneiden: Jeder der beiden rund zwölfminütigen Sätze hat eine Plattenseite. Abgesehen von Dirigent Remy Ballots ausgeprägter Neigung zum Legato ist das eine kernig-inspirierte Darstellung, sehr schön musiziert und in differenziert-räumlichem Mischklang auf nicht ganz laufruhigem Vinyl konserviert.