Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 5 Min.

FROSTIGE BARSCHE: FINDER UND FÄNGER


Blinker - epaper ⋅ Ausgabe 30/2019 vom 08.02.2019

Richtig große Winterbarsche sind die Lieblingsfische vonChristopher Chew . Wie er sie bei kalten Temperaturen mit einer Doppeltaktik fängt, verrät er hier.


Artikelbild für den Artikel "FROSTIGE BARSCHE: FINDER UND FÄNGER" aus der Ausgabe 30/2019 von Blinker. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Blinker, Ausgabe 30/2019

Doppelte Freude über einen XXL-Winterbarsch: Suchen, Finden und Fangen klappt gemeinsam noch besser und macht mehr Spaß!


Dickbarsch-Drill in der heißen Endphase. Nicht wenige Fische gehen kurz vor der Landung verloren. Gut, wenn ein Kollege mit Kescher bereitsteht.


Wenn die Temperaturen im Winter gesunken sind, ziehen große Barsche aus Flüssen in anliegende Häfen und Baggerseen. Während die Fische im Hafen etwas leichter zu lokalisieren sind, stellen ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 3,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von Blinker. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 30/2019 von AKTUELLES: DEUTSCHLAND: KAPITALE HECHTE IM ALTEN UND NEUEN JAHR. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AKTUELLES: DEUTSCHLAND: KAPITALE HECHTE IM ALTEN UND NEUEN JAHR
Titelbild der Ausgabe 30/2019 von AKTUELLES: DIE AKTUELLEN TERMINE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
AKTUELLES: DIE AKTUELLEN TERMINE
Titelbild der Ausgabe 30/2019 von DIE 7 FIESESTEN FORELLENSEE-IRRTÜMER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
DIE 7 FIESESTEN FORELLENSEE-IRRTÜMER
Titelbild der Ausgabe 30/2019 von FAKTASTISCH: REGENBOGENFORELLE. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
FAKTASTISCH: REGENBOGENFORELLE
Titelbild der Ausgabe 30/2019 von SPOON-ANGELN: FORELLEN LÖFFELN. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SPOON-ANGELN: FORELLEN LÖFFELN
Titelbild der Ausgabe 30/2019 von SPOON-ANGELN XL: EIN PAAR GRAMM EXTRA, BITTE!. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SPOON-ANGELN XL: EIN PAAR GRAMM EXTRA, BITTE!
Vorheriger Artikel
RÜCKBLICK: NEUES AUS DEN SIEBZIGERN
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel WINTERRÄUBER: FINDE DEN: FUTTERFISCH!
aus dieser Ausgabe

... uns die großen, gleichförmigen, künstlichen Seen vor eine Herausforderung: Die kritischen Großbarsche müssen gefunden und dann auch noch überredet werden. Hierfür habe ich mir eine Doppeltaktik zurechtgelegt. Sie besteht aus der Verwendung von zwei unterschiedlichen Ködern.

Die meisten Baggerseen besitzen steile Kanten, die nicht selten etwas weiter vom Ufer entfernt verlaufen. Eindeutige Strukturen, die einen Angelplatz zum offensichtlichen Hotspot machen, gibt es nicht. Um die Fische in dieser Wasserwüste zu lokalisieren, benutze ich Rasselwobbler, sogenannte Lipless-Crankbaits.

KRACHMACHER

Die schweren Köder sinken schnell zum Grund, sodass dies wenig Zeit kostet. Sobald der Köder unten angekommen ist, führe ich ihn jiggend wieder die Scharkante hinauf – gern ein gutes Stück über dem Grund. Egal, ob die Barsche tief oder flach stehen, der deutlich über Grund laufende Crankbait muss ihr Gesichtsfeld kreuzen. Legen Sie auch mal kurze Spinnpausen ein, dann schnappen die Barsche den Köder in der Absinkphase. Wenn der Grund hindernisfrei ist, können Sie den Köder auch dort absetzen. Viele meiner Barsche haben den Köder vom Boden eingeschlürft, weil sie meinten, einen Beutefisch vor sich zu haben, der sich versteckt. Ich bevorzuge Köder mit lauten Rasseln, die beim Einholen stark vibrieren. Der Lärm macht die Räuber auf den Köder aufmerksam und angriffslustig. Selbst, wenn sie nicht ganz so aktiv sind, schnappen sie oft zu – vielleicht, weil sie das Fischchen so nervt.

Der abgeschliffene Lack am Bauch des Lipless-Cranks zeigt, warum er ein so guter Suchköder ist: Die Kugeln machen enorm Lärm – und so auf sich aufmerksam.


Die Vibrationen und der spezielle Lauf des Lipless-Cranks bringen besonders aggressive Bisse. Aber es gibt mehr Aussteiger.



„WENN ICH DIE RÄUBER GEFUNDEN HABE, WECHSLE ICH RECHT ZÜGIG AUF EINEN DISKRETEN KÖDER“


Chris hat sie gefunden! Der erste Barsch hängt am Rasselwobbler. Jetzt wird die Stelle intensiv mit der zweiten Methode, dem Kickback-Rig, abgefischt.


Kickback-Rig: Finesse für Kanten

Dieses Vorfach benutzt Chris, wenn die Fische lokalisiert sind. Es sieht etwas eigentümlich aus, verheddert aber nie und ist ideal geeignet, um steile Kanten abzufischen. Sie können es, ähnlich wie ein Dropshot-Rig, sehr langsam führen. Der Köder hat aber mehr Bewegungsfreiheit und die Bissausbeute ist bei besonders trägen Fischen etwas besser. Allerdings bekommt man vorsichtige Bisse gelegentlich nicht sofort mit. Dann kann es lohnen, das Vorfach etwas zu kürzen. Experimentieren Sie mit der Haken- und Blei-Seitenarmlänge. Chris beginnt mit 60 Zentimetern fürs Vorfach und 25 Zentimetern für die kurze Blei-Schnur.

Gummis um sieben Zentimeter Länge in grünlichen und bräunlichen Dekoren, dazu ein paar Schockfarben: Das sind Chris’ fängige Lieblingsköder.


Der schnelle Wechsel vom Lipless-Crank aufs Kickback-Rig hat aus einem müden Anstupser einen satten Biss und diesen riesigen Winterbarsch gemacht.



„SOLCHE BARSCHE BRINGEN MIT IHREN KNALLROTEN FLOSSEN ABWECHSLUNG INS WINTERGRAU!“


Ganz wichtig: Man führt den Köder sehr schnell und aggressiv. Dies führt zu sehr harten Reaktionsbissen. Häufig sind die Fische dann seitlich am Maul gehakt. Öffnen Sie daher die Rollenbremse und lassen Sie es im Drill ganz langsam angehen. Halten Sie den Fisch so lange wie möglich im Tiefen, damit er den Köder nicht an der Oberfläche abschütteln kann. Sobald er hochkommt, sollte der Kescher bereit sein. Diese Maßnahmen haben mir eine Menge an Großbarschen gerettet.

SLOW-MOTION-MONTAGE

Wenn ich die Räuber gefunden habe, wechsle ich recht zügig auf einen diskreteren Köder. Ein einfacher Einhänger erlaubt mir den schnellen Wechsel vom Crankbait zur Kickback-Montage. Gerade dann, wenn die Fische etwas schwierig sind, bekomme ich oft nur eine Attacke auf den Crank. Sobald ich aber auf meine Lieblings-Montage für Winterbarsche an Kanten wechsle, werden die Karten neu gemischt.

Mit dem Kickback-Rig kann ich steile Uferpartien in Zeitlupe abklopfen, ohne zu viel Unruhe am Angelplatz zu verbreiten. Mit dieser Montage kann man verschiedenste Weichplastikköder sehr sensibel anbieten. Insbesondere im Winter setze ich gern auf Krebsimitationen. Diese Beute kommt in den meisten Baggerseen häufig vor und macht jetzt einen großen Teil der Großbarschnahrung aus. Natürlich funktionieren auch Fischchen- oder Wurmmuster mit weicher Gummimischung.

Werfen Sie die Montage aus, lassen Sie sie bis zum Grund absinken und holen Sie das Ganze mit vielen Pausen wieder ein. Da sich kein Gewicht direkt am Köder befindet, saugen die Kapitalen das schwerelose Gummi ohne Argwohn ein. Achten Sie auf die kleinsten Zupfer. Durch das mitunter recht lange Vorfach sind die Bisse gelegentlich nicht sehr deutlich – ein kleiner Nachteil der Montage. Wenn Sie jedoch konsequent Kontakt halten, spüren Sie spätestens beim nächsten Ankurbeln einen Widerstand. Jetzt muss schnell angeschlagen werden! Die Bissausbeute ist wirklich exzellent und die Fische sitzen meist sicher.

Erst vor Kurzem wollte ich meinen Freunden Cedric und Frederic genau diese Angelei näher bringen. Die Vorfreude und Aufregung war bei uns allen riesig. Selten standen die Chancen auf einen Barsch der Halbmetermarke so gut wie jetzt – und so einen hatten die beiden noch nie gefangen. Ich war so richtig heiß darauf, meinen Kumpels die effektive Kombination zu zeigen.

Zwei Opfer eines Barsches. Die Scheren würgte der Räuber im Kescher hervor. Der zweite Krebs schmeckte ihm gar nicht.


Die Gummi-Imitation steckt tief im Maul des offensichtlichen Krebsliebhabers. Sein vernarbtes Gesicht spricht Bände.


Der Lohn des Durchhaltens in der Kälte. Die Winterbarsche sind nicht so zahlreich, aber oft richtig groß.


Doch wie so häufig wendete sich genau im falschen Moment das Wetter zum Schlechteren. Während wir montierten, fielen uns fast die Hände ab – eisiger Wind! Das Angeln gestaltete sich sehr schwer. Meist gab es nur einen Anstupser am Rasselwobbler, sodass wir erahnen konnten, dass ein Großbarsch in der Nähe sein musste. Erst die langsam geführte Kickback- Montage brachte richtige Bisse – und was für Fische! Schon am ersten Tag fing Frederic seinen ersten 50er – wir waren selig. Selbst an den darauffolgenden Tagen mit Schneefall und Temperatursturz konnten wir dank der Kombination ein paar Barsche fangen und mit 49,5 Zentimetern sogar noch einmal am halben Meter kratzen. Wir beendeten das Wochenende also hochzufrieden und ohne Erfrierungen – auch ein gewisser Erfolg.

Das Gerät für die Doppeltaktik

Für beide Angeltechniken verwendet Chris nur eine Rute. Um für mobiles Fischen Gepäck zu sparen, greift er auf eine Dropshot-Angel mit kräftigem Rückgrat zurück. Seine Standardrute ist 2,40 Meter lang und besitzt eine sensible Spitze, um Bisse am Kickback-Rig spürbar zu machen. Gleichzeitig ist sie stark genug, um schwere Lipless-Cranks auf Distanz zu bringen. Die Rolle spielt keine große Rolle, die Schnur hingegen schon. Die Scharkanten sind oft mit Muscheln bewachsen, die ein 0,06er Geflecht mit Leichtigkeit durchtrennen. Chris setzt daher auf eine abriebfeste 0,10er bis 0,12er. Die Barsche stören sich nicht daran.


FOTOS: C. CHEW