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Frühling in Pastell


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daheim - epaper ⋅ Ausgabe 2/2022 vom 16.02.2022

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Artikelbild für den Artikel "Frühling in Pastell" aus der Ausgabe 2/2022 von daheim. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: daheim, Ausgabe 2/2022

Auf dem Weg nach Colmar ziehen sich Weinstöcke die sanft geschwungenen Hügel hinauf. Am Horizont zeichnen sich die Gipfel der Vogesen ab, ein rauschender Bach hat sich seinen Weg durch die malerische Landschaft gegraben. Hier und da tupfen Mandelbäume rosa Blütenwolken ins Bild. Sie gehören zu den ersten blühenden Obstgehölzen. Der Frühling im Elsass ist ein Traum in Pastell. Eingehüllt in den zarten, leicht süßlichen Duft ihrer Blüten, fühlt man sich auf der Weinstraße zwischen Marlenheim und Thann fast wie im Paradies.

Der Rhein bildet die östliche Grenze des Elsass, westlich liegen die Ausläufer der Vogesen. Einst waren sie und der Schwarzwald ein einziges Gebirge – bis der Rheingraben einbrach und in Jahrmillionen die Berge zerteilte. Typisch für die Region in Frankreich sind die auffälligen Rundformen vieler Berge, die „Ballons“, geschaffen durch die Kräfte der Eiszeit. Hier ...

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... entspringen Saar und Mosel, zu den größten Städten zählen Straßburg im Norden sowie Mühlhausen und Colmar im Süden.

Colmar feiert den Frühling an romantischen Kanälen

Die Fenster der schmucken Fachwerkhäuser von Colmar glänzen in der Sonne. Im Elsass gibt es wenig Regen, in Colmar herrscht ein besonders trockenes Klima. Romantische Kanäle sowie kopfsteingepflasterte Straßen führen durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört. „Klein-Venedig“ wird das Viertel um den Fluss Lauch auch genannt.

Entlang der zahlreichen Wasserläufe hängen farbige Eier aus Pappe. Ein Osterhase mit Latzhose und blauer Fliege sitzt in einem blumengeschmückten Nest am Brückengeländer. Der Frühling hat Einzug gehalten. Auf dem Place de l’Ancienne Douane, dem alten Zollplatz, feiern die Colmarer das Erwachen der Natur mit einem zweiwöchigen Ostermarkt. An den Ständen gibt es Lämmchen aus Biskuitteig sowie Spezialitäten wie pain d’épices (Gewürzbrot), Pasteten, Terrinen und Wein.

Entlang des Flusses reihen sich die bunten Hütten der Aussteller. Auch auf dem Dominikanerplatz (Place des Dominicains) steht eine Bude neben der anderen. An einigen gibt es Störche aus Stoff oder Porzellan zu kaufen. Der Storch ist das Symbol des Elsass: Entlang der Weinstraße leben zahlreiche Paare, die man mit etwas Glück auch sehen kann – auf den Wiesen, den Dächern oder in der Luft.

Zurück auf der Ferienstraße geht es weiter nach Ribeauvillé. Rote und weiße Tulpen, gelbe Narzissen und blaue Vergissmeinnicht leuchten aus den Blumenkübeln, die die Hauptstraße säumen. Hängen bleibt der Blick allerdings an einem Hausdach mit Storchennest, dessen Bewohner sich gerade gegenseitig ihr Gefieder putzen. Schräg gegenüber vom Vogelpaar lädt das Schild von Bott Frères zur Weinprobe ein. Die jahrhundertealte Weinbautradition, die Bodenvielfalt und das Mikroklima prägen die hiesigen edlen Tropfen – leicht mineralisch schmeckt der Riesling, nach Pfirsich mit einem Hauch von Aprikose.

Der Frühling im Elsass duftet nach Mandelbäumen

Rund eine halbe Stunde braucht man bis Obernai – nach Straßburg der meistbesuchte Ort im Elsass. Im Frühjahr sind auch hier die historischen Fachwerkhäuser mit bunten Ostereiern, Blumen und Hasen verziert. Der Duft der Mandelbäume liegt in der Luft.

Das benachbarte Ottrott, das nächste Ziel auf der Strecke, begrüßt den Frühling ebenfalls mit einem Markt rund um die Domaine du Windeck. Das Anwesen aus dem 19. Jahrhundert liegt in einem Park im englischen Stil. Weite Rasenflächen, Brunnen und alte Bäume umgeben das Schloss. Am Stand eines Holzschuhmachers – einer der letzten im Elsass – gibt es Pantoffeln aus hellem und dunklem Holz, die mit Leder bespannt sind.

Am Place des Tilleuls in Rosheim verkauft Jean-Charles Vonville seinen Wein – einen guten Tropfen sollte man sich im Elsass nicht entgehen lassen.

„Den Rouge d’Ottrott gibt es nur bei uns im Ort“, betont der Winzer voller Stolz. Nicht die Rebsorte Pinot Noir prangt auf dem Flaschenetikett, sondern der Name des Städtchens: eine Tradition des Burgund, aus dem Benediktiner im 12. Jahrhundert die Rebe mitbrachten. Da die Weinhänge im Ort dem Rotwein vorbehalten sind, baut der Winzer seinen Weißwein in den Nachbargemeinden an, die rund um den Odilienberg liegen.

Lämmer aus Biskuitteig und Störche aus Porzellan

Schon von Weitem sieht man den lang gestreckten Bergrücken, auf dem in 760 Meter Höhe das Kloster Hohenburg thront. Ein Abstecher zur meistbesuchten Wallfahrtsstätte des Elsass lohnt sich nicht nur zu den Messen an Ostern. Als Steinskulptur mit Stab und Bibel in der Hand, wacht die Heilige Odilie, auch Odilia genannt, über dem Eingangstor.

„Die Basilika wurde Ende des 17. Jahrhunderts auf den Fundamenten der Vorgängerkirche gebaut. Papst Benedikt XVI. erhob sie zur Basilica minor, ein Ehrentitel für außergewöhnliche Kirchen“, erklärt die Klosterführerin Marie Christine Herrmann. Papst Pius XII. ernannte Odilia, die schon seit dem Mittelalter als Heilige verehrt wurde, zur Schutzpatronin des Elsass.

An die Kirche schließt sich ein großer Trakt aus rötlichem Sandstein an. Der lang gezogene Kreuzgang führt an der Kreuzkapelle vorbei und weiter zur Odilienkapelle mit dem Sarkophag der Heiligen. Auf den Bänken an der Wand suchen Pilger und Touristen Ruhe oder betrachten die Bilder, die eine der Legenden rund um das blind geborene Mädchen erzählen: Weil sie nach ihrer Taufe sehen konnte, weihte sie ihr Leben Gott und gründete im 7. Jahrhundert das Kloster Hohenburg. Wie alle nachfolgenden Äbtissinnen sorgte sie für Arme, Kranke und Sterbende.

„Der Mont Sainte-Odile ist einer der heiligsten und mystischsten Kraftplätze Europas“, erzählt Marie Christine Herrmann. Auch heute kämen noch Kranke, um ihre Genesung zu erbitten. Bei ihnen sind die kleinen Flaschen mit Quellwasser beliebt. „Mit dem Wasser soll Odilia einst einen Blinden geheilt haben.“ Die Klosterführerin zeigt in die Tiefe, zur sprudelnden Quelle – die angeblich weder bei Hitze noch bei Frost versiegt.

Vom heiligen Berg schweift der Blick in die Ferne

Am nördlichen Ende der Klosteranlage befindet sich die Sonnenuhr. Als weltweit einzigartige Besonderheit zeigt sie nicht nur die örtliche Sonnenzeit an, sondern auch die Zeiten in verschiedenen Regionen und Ländern der Erde.

Auch Bänke stehen vor der Felskante am Ende der Klosteranlage. Gegen Abend ist es hier am ruhigsten. Der Blick schweift über die elsässische Ebene bis hin zum Oberrheinischen Tiefland und zu den Höhen des Schwarzwalds. Hier am östlichen Rand der Vogesen dehnen sich die Hügel bis zum Horizont aus. Zwischen den Laubbäumen schauen die immergrünen Wipfel der Nadelbäume hervor. Die einzelnen Exemplare verschwimmen in der Ferne zu einem großen Wald.

Wer den Kopf etwas dreht, kann Ottrott ausmachen. Weiter westlich liegt Obernai. Innehalten, ausruhen, durchatmen – das Hier und Jetzt zählt, die Gedanken kommen zur Ruhe. Vor dem inneren Auge erscheint Odilia, wie sie vor mehr als einem Jahrtausend in die Ferne blickte, eins mit sich und der Welt.

TIPPS FÜR DAS ELSASS

DIE REGION

Die beiden Départements des Elsass Haut-Rhin und Bas-Rhin bilden seit 2021 die Europäische Gebietskörperschaft Elsass mit einem speziellen, in Frankreich einzigartigen Status. Es ist die französische Region, die am weitesten vom Meer und seinen Einflüssen entfernt ist. Dank der Lage im Oberrheintal ist es warm und sonnig.

ANREISE

Über Karlsruhe, Mannheim oder Stuttgart fahren täglich mehrere Züge aus Deutschland nach Straßburg. Mit dem Auto erreicht man das Elsass aus Norden, Süden und Osten über die A 8 bzw. die A 5. www.bahn.de

ÜBERNACHTEN

In Ottrott befindet sich das Wellness-Hotel Hostellerie des Châteaux & Spa. Abends wird ein mehrgängiges Menü serviert, gewürzt mit Kräutermischungen der Hausherrin (DZ ab 149 Euro). Im Kloster Hohenburg übernachtet man im Hôtel Mont Sainte-Odile in einzigartiger Lage und frühstückt mit den Pilgern (DZ ab 79 €). www.hostellerie-chateaux.fr www.mont-sainte-odile.com/hotellerie

ESSEN & TRINKEN

Kurz vor Colmar und mitten im Grünen liegt das Restaurant Au Pont de la Fecht. Hier gibt es einfache, aber köstliche regionale Gerichte wie Sauerkraut, Hähnchen in Riesling und Quiche Lorraine. Hechtklöße und raffinierte Menüs isst man im L’Ami Fritz in Ottrott. Die im Elsass beliebten Flammkuchen hat das La Soupe à Mémé in Obernai auf der Karte. restaurantpontdelafecht.eatbu.com www.amifritz.com/de/ www.lacourdememe.com

ELSÄSSER WEINSTRASSE

Die Weinstraße verläuft auf rund 170 Kilometern entlang der elsässischen Ebene und den Vogesen. Von Marlenheim nach Thann gibt es auch einen Radweg (Véloroute du vignoble d‘Alsace). www.weinstrasse.alsace

CHÂTEAU DU HAUT-KŒNIGSBOURG

Mächtig und stolz thront die Burg Hohkönigsburg auf einem der Gipfel des Elsass. Die gut erhaltene Anlage gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Frankreichs. www.haut-koenigsbourg.fr

LIGNE MAGINOT

Die Maginot-Linie, eine französische Bunkeranlage zur Grenzverteidigung, mit dem Fort de Schoenenbourg, stammt aus den 1930er-Jahren. Besonders eindrucksvoll ist die Führung durch den unterirdischen Hauptgang mit einem geheimen Notausgang, Befehlsstand und Kampfbunker. www.lignemaginot.com

OSTERMÄRKTE

In Colmar gibt es gleich auf zwei Plätzen der Altstadt Ostermärkte. An einem Wochenende im Frühling findet der Ostermarkt in Ottrott statt. Den Frühling „Le Printemps d’Alsace“ erlebt man auch bei zahlreichen Veranstaltungen und der geschmückten Innenstadt von Obernai. www.printemps-colmar.com www.obernai.fr

KONTAKT: Région Grand Est 1 Place Adrien Zeller 67070 Straßburg Tel. 00 33/3 88 15 68 67 www.grandest.fr/de/tourismus Visit Alsace contact@visit.alsace www.visit.alsace/de