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Für das Gemein- und Familienwohl


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Camping, Cars & Caravans - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 12.10.2021

BLICKPUNKT

Harald Striewski Stiftung

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Der Unternehmer und Visionär Harald Striewski hat sichergestellt, dass sein Lebenswerk in seinem Sinne fortgeführt wird. Die Gründung der gemeinnützigen Stiftung war seit Jahren sein Herzenswunsch.

Harald Striewski hat etwas getan, das in der Caravaning-Branche bislang einmalig ist: Der Gründer und Chef der Hobby-Unternehmensgruppe, sie besteht aus verschiedenen Unternehmen, darunter Hobby und Fendt, hat seine bisher im Familienbesitz befindlichen Anteile in zwei Stiftungen umgewandelt. Es sei ihm ein Herzenswunsch gewesen, dass er sein Lebenswerk bewahrt wisse und könne sich nun seinem Hobby widmen, sagt er in einem Gespräch mit Chefredakteur Raymond Eckl. Dieser konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und fragte nach: Welchem Hobby? Beide lachten.

Aber sie waren sich einig, dass nunmehr der Caravan, der ja schon so oft totgesagt war, ein sicheres Fortbestehen in Deutschland haben würde, denn das sei ja der Sinn einer Stiftung: Bewahrung von Werten.

Mit der Gründung einer Stiftung ist Harald Striewski in Deutschland aber nicht alleine, denn in den vergangenen Jahren nahm die Anzahl an Stiftungen hierzulande kontinuierlich zu. Im Durchschnitt wächst die Zahl der Stiftungen in Deutschland um drei Prozent jährlich, sagt der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Gut 92 Prozent davon seien gemeinnützigen Zwecken gewidmet, rund acht Prozent privatnützigen Zwecken zugeordnet.

Stiftung ist also nicht gleich Stiftung. Es gibt verschiedene Arten von Stiftungen. Die wohl bekannteste ist die gemeinnützige Stiftung. Hier bringt der Stifter sein Vermögen unwiderruflich ein, um sich langfristig für einen gemeinnützigen Zweck zu engagieren. Die Stiftung legt dieses Vermögen an und unterstützt aus ihren Erträgen und sonstigen Mitteln wie

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Die Firmenzentralen in Fockbek und Mertingen. Statt Gewinnerzielung verschreiben sich Stiftungen dem Unternehmenszweck, den Mitarbeitenden und der Gesellschaft im Allgemeinen ? das nennt sich Verantwortungseigentum.

etwa Spenden gemeinnützige Projekte, erklärt der Bundesverband Deutscher Stiftungen. Die gemeinnützige Stiftung kann in der Regel selbst Trägerin von Rechten und Pflichten sein, also eigenständig Verträge schließen oder als eigenständige, juristische Person auftreten.

Durch ihre Verpflichtung, dem Gemeinwohl zu dienen, genießt sie steuerliche Erleichterungen.

Anders sieht das in der Regel bei einer Familienstiftung aus. Sie ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Anwendungsform der rechtsfähigen Stiftung des Privatrechts. Viele Familienstiftungen unterstützen zwar auch gemeinnützige Projekte, sie verfolgen aber per Definition in erster Linie wirtschaftliche Zwecke zum Wohle einer Familie und sollen das Vermögen langfristig und über Generationen hinweg zusammenhalten. Da Familienstiftungen nicht gemeinnützig sind, genießen sie (zumeist) keine Steuererleichterungen.

Zugleich bieten sie bei entsprechender Ausgestaltung aber einen gewissen Schutz (Asset Protection) vor Gläubigern.

Soweit zur Theorie. Harald Striewski hat sich beider Varianten bedient und zum einen die Familienstiftung Harald Striewski gegründet, wie auch die gemeinnützige Harald Striewski Stiftung. Zukünftig befinden sich einerseits Hobby mit dem Tochterunternehmen Fendt und andererseits die Verwaltungsgesellschaft Striewski KG und deren Tochterunternehmen Formlight GmbH und Rendsburger Feuerverzinkerei GmbH im Vermögen der Familienstiftung Harald Striewski und der gemeinnützigen Harald Striewski Stiftung. Beide werden von den bisherigen Geschäftsführern weiterhin geleitet. Zum ersten Vorstand der neu gegründeten Stiftungen sind Pierre Gilgenast (Vorsitz) und Anke Bumann bestellt. Beide sind langjährige, enge Vertraute und Wegbegleiter von Harald Striewski. Harald Striewski selbst wird den Vorsitz der Stiftungsbeiräte übernehmen, Sohn Michael Striewski ist Beiratsmitglied.

Die Stiftungsgründung und die Übertragung der Gesellschaftsanteile hat also keinen Einfluss auf die Struktur und Geschäftstätigkeit der operativen Gesellschaften, die somit ihren erfolgreichen Kurs fortsetzen können. Die Hobby Unternehmensgruppe erwirtschaftet derzeit mit mehr als 2.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 500

Millionen Euro jährlich. Hobby in Fockbek gehört zu den bedeutendsten Arbeitgebern in Schleswig-Holstein, Fendt ist im Raum Donauwörth nicht unbedeutend.

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Harald Striewski freut sich, das operative Geschäft beruhigt seinen Geschäftsführern und Mitarbeitern von Fendt (oben) und Hobby (unten) zu überlassen und sich jetzt ? mit 85 Jahren ? etwas mehr Freizeit zu gönnen. Über seine Stiftungsarbeit bleibt er seinem Unternehmen und Lebenswerk treu verbunden.

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