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Für den GaLaBau begeistern


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 41/2018 vom 13.10.2018

Der GaLaBau hat, gemessen an anderen Branchen und auch an anderen grünen Ausbildungsberufen, verhältnismäßig wenig Nachwuchssorgen. Wie das Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (AuGaLa) junge Leute vom Job überzeugen möchte, erfuhr die TASPO von Thomas Wiemer, Referent für Nachwuchswerbung und Weiterbildung beim AuGaLa. VonHeike Hoppe

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Thomas Wiemer, AuGaLa-Referent für Nachwuchswerbung und Weiterbildung.


Foto: AuGaLa

TASPO: Seit Jahren steigen die Zahlen der Auszubildenden im GaLaBau stetig. Wird es 2018 gegenüber 2017 wieder ein Plus geben? Sind schon Zahlen bekannt?
Thomas ...

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... Wiemer: Die Ausbildungsquote im gewerblichen GaLaBau lag 2017 bei 8,4 Prozent. Die Zahl der Auszubildenden stieg im Jahr 2017 um 1,4 Prozent gegenüber 2016. Insgesamt 6.699 junge Menschen ließen sich in gewerblichen Garten- und Landschaftsbau-Betrieben zum „Gärtner/in Fachrichtung Gartenund Landschaftsbau“, kurz Landschaftsgärtner, ausbilden. Ein Jahr zuvor waren es 6.606 Auszubildende. Eine genaue Angabe über die Gesamtanzahl der Auszubildenden im gewerblichen und nicht gewerblichen GaLaBau für 2018 wird durch das Statistische Bundesamt erst im Herbst 2019 veröffentlicht. Aber auf Grundlage der verfügbaren Zahlen und Daten und einer guten Konjunkturlage ist mit einer mindestens gleichbleibenden Anzahl von Auszubildenden und neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen zu rechnen.

TASPO: Auf welchem Kanal erreicht Au-GaLa die meisten Interessenten sowohl von Unternehmensseite als auch bei den Jugendlichen?
Thomas Wiemer: Von der klassischen Pressearbeit über Printprodukte, Online-Kanäle und digitale soziale Medien bis zu den persönlichen Ansprachen auf Berufemessen, durch Wettbewerbe und Schulbesuche: Beim AuGaLa stehen alle Maßnahmen immer wieder auf dem Prüfstand. Denn wie sich die jugendliche Zielgruppe verändert, so verändern sich auch die Medien und Maßnahmen. Da gilt es, schnell zu reagieren und offen für Neues zu bleiben. Das eine Erfolgsmedium, die eine Maßnahme, die den Nachwuchs sichert, die gibt es seit langem nicht mehr. Es ist ein Mix aus klassischen und modernen Maßnahmen; dabei bieten die digitalen Medien den Vorteil, dass sich die Resonanz fast in Echtzeit messen lässt und sich die Stellschrauben direkt drehen lassen. Dafür gibt es im AuGaLa seit Anfang 2018 eine spezialisierte Referentin für Online-Marketing.

Aber auch die Nachwuchswerbeprojekte, die die 19 Referentinnen und Referenten für Nachwuchswerbung (RFN) in den zwölf dem Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) angeschlossenen Landesverbänden umsetzten, werden ausgewertet. Schulbesuche, Messen, Berufsbörsen, Arbeitsagentur-/ BiZ-Kontakte, Gartenschauen, Weiterbildungen … die RFN bringen die zentral von Bad Honnef aus konzipierten Medien und Maßnahmen in die Regionen. Ob per Face-to-Face, Print oder Digital: Basis bei alldem ist eine einheitliche Werbekampagne, auf die wir und die GaLaBau-Unternehmen bundesweit zurückgreifen können. Sie ist ein Muss, um Wiedererkennung für unsere von kleinen und mittelständischen Betrieben geprägte Branche schaffen zu können. Zumal die Konkurrenz von Unternehmen anderer Wirtschaftszweige in den letzten Jahren immer stärker gestiegen ist.

Eines ist sicher: Ohne das bereits 1977 mit dem Sozialpartner Industriegewerkschaft Bauen–Agrar–Umwelt (IG BAU) gebildete Ausbildungsförderwerk AuGa-La wäre diese professionelle Förderung der landschaftsgärtnerischen Fachrichtung, die Sicherung und Unterstützung der Nachwuchskräfte und der ausbildenden Betriebe nicht möglich.

TASPO: Thema Auszubildende mit Migrationshintergrund – gibt es Erfahrungswerte und/oder ein Resümee?
Thomas Wiemer: Der BGL startete sein Willkommenslotsen-Projekt im Juli 2016. Seitdem stehen GaLaBau-Betrieben über das gesamte Bundesgebiet Willkommenslotsen für Fragen der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Gefördert wird das Projekt über das Programm Willkommenslotsen des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Neben den sechs geförderten BGL-Willkommenslotsen steht den GaLaBau-Betrieben in NRW bei der Deula Westfalen-Lippe in Warendorf ein eigener Willkommenslotse zur Verfügung. Auch in Sachsen ist eine lokale Lösung über den Landesverband organisiert. Beispielhaft sind zwei aktuelle Resümees der Willkommenslotsinnen aus Bayern und Hamburg (siehe Kasten ).

TASPO: Welche Rolle spielt der Landschaftsgärtner-Cup für das AuGaLa?
Thomas Wiemer: Er ist ein wichtiger, sehr erfolgreicher Baustein der Image- und Nachwuchswerbung der Landschaftsgärtner. Das Zweierteam, das auf einer Bundesgartenschau oder (in den geraden Jahren) der GaLaBau-Messe das Finale gewinnt, sichert sich die – AuGaLa-finanzierte – Teilnahme an der Berufeweltmeisterschaft, den „World Skills“.

Die großen Erfolge der jungen Landschaftsgärtnerinnen und Landschaftsgärtner bei diesen Weltmeisterschaften zeugen vom hohen Ausbildungs- und Wettbewerbsstandard in Deutschland. Die Meilensteine der letzten Jahre: Japan 2007 Silbermedaille, Kanada 2009 Weltmeister, Großbritannien 2011 „Medallion for Excellence“ (Erreichen der anspruchsvollen 500-Punkte-Marke), Deutschland 2013 Vizeweltmeister, Brasilien 2015 und in Vereinigte Arabische Emirate 2017 „Medallion for Excellence“.

2019 gehen die Bayern Julian Maier und Niklas Stadlmayr für Deutschland in Russland ins Rennen – bei den „WorldSkills Kazan 2019“.

Willkommenslotsinnen

Theresia Hirschbeck , Willkommenslotsin Region Bayern, erklärt: „Sowohl Firmen als auch Geflüchtete haben großes Interesse an einer Ausbildung. Obwohl Betrieb und Bewerber oft gut zueinander passen, kommt eine Ausbildung jedoch nicht immer zustande, denn einige Landkreise legen ihren Ermessensspielraum sehr strikt aus und erlauben Personen aus Herkunftsländern mit einer Anerkennungsquote unter 50 Prozent nur in Ausnahmefällen die Ausbildung. Andere Landkreise stellen dagegen in nahezu allen Fällen eine Ausbildungserlaubnis aus.

Da eine Ausbildung mittelfristig den Aufenthalt in Deutschland sichert, sind Personen aus Herkunftsländern wie Afghanistan oder Pakistan oft besonders motiviert. Aus Angst vor Abschiebung haben sie in den vergangenen Jahren teilweise mit unzureichenden Sprachkenntnissen versucht, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Da sie im Praktischen häufig sehr talentiert sind, haben sich einige Firmen darauf eingelassen.

Trotz inzwischen deutlich verbesserter Sprachkenntnisse stehen die Berufsschulen vor Herausforderungen. Sie gehen damit um, indem sie zusätzlichen Deutschunterricht für Geflüchtete/Migranten anbieten. Zum Teil gibt es auch Paten-Systeme (ein leistungsstarker Auszubildender kümmert sich um einen leistungsschwachen). Außerdem besteht die Möglichkeit, das zweite Lehrjahr freiwillig zu wiederholen.

Ein großer Teil unserer GaLaBau-Azubis kommt jedoch nicht aus den Top 5-Herkunftsländern (Syrien, Eritrea, Iran, Irak, Somalia) und wartet noch darauf, dass das Asylverfahren endgültig entschieden wird. Diese Menschen sind meist auf die Hilfe Ehrenamtlicher angewiesen. Für diese Personengruppe ist die bundesweite Initiative „VerA“ des Senior Experten Services (SES) von großem Vorteil. Bei VerA werden Azubis ehrenamtlichen Senior-Experten als Ausbildungsbegleiter zur Seite gestellt.“

Özge Acar , Willkommenslotsin der Region Hamburg, ergänzt: „Auch von den Betrieben aus Hamburg und Schleswig-Holstein kommen positive Rückmeldungen. Meistens sind Flüchtlinge bei der Arbeit sehr engagiert und erfolgreich, aber sie haben Schwierigkeiten in der Schule. Daher stellen viele der Flüchtlinge einen Antrag für ausbildungsbegleitende Hilfen (abH). Außerdem gibt es in Hamburg die Möglichkeit, durch das Projekt „Grünes Ausbildungsnetzwerk Hamburg“ (Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg in Zusammenarbeit mit der Jan und Helga Baumann Stiftung) weitere Hilfe anzubieten.

Natürlich gab es auch ein paar Abbrüche. Einer der Abbrecher hat bei der gleichen Firma als Hilfskraft weitergearbeitet. Ein anderer wollte lieber in einer anderen Branche arbeiten. Von daher kann ich sagen, dass der Grund für die Abbrüche meistens die Schwierigkeiten in der Schule sind, aber auch Schwierigkeiten bei der Integration an dem sozialen Umfeld. Außerdem muss ich sagen, dass es von Seiten der Betriebe sehr beeindruckend ist, welch großes Engagement sie für diese Thematik zeigen.(hh)