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Für die Liebe ist es nie zu spät


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Frau im Spiegel - epaper ⋅ Ausgabe 43/2022 vom 19.10.2022

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Bildquelle: Frau im Spiegel, Ausgabe 43/2022

BELIEBT & ERFOLGREICH Mary Roos war schon mit acht Jahren ein Kinderstar. Die Fans lieben ihre Herzlichkeit

Der Kamin und die Kerzen brennen, Croissants, selbstgekochte Marmelade, französischer Käse und frisch gebrühter Kaffee stehen bereit.MaryRoos,73, liebt es, zu frühstücken. Ihr Haus im Hamburger Nordosten ist an Gemütlichkeit kaum zu überbieten. Eigentlich wollte die Schlager-Ikone („Nur die Liebe lässt uns leben“), als sie sich Anfang 2020 von der musikalischen Bühne verabschiedete, ihr Leben als Rentnerin genießen. Doch von Ruhe kann nicht die Rede sein. Ihr Terminkalender ist randvoll. Mit dem bekennenden „Schlager-Hasser“ WolfgangTrepper,61, füllt sie mit dem inzwischen zweiten Teil ihres Kabarett-Programms „Mehr Nutten, mehr Koks – scheiß auf die Erdbeeren!“ die größten Hallen. Das Publikum lacht Tränen über Wortwitz und Beleidigungen. Doch das ist alles nur gespielt. Ernster wird Mary Roos dagegen in ihrer gerade erschienenen ...

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... Autobiografie „Aufrecht geh’n“, die sie Sohn 36, aus ihrer Ehe mit († 2020) gewidmet hat. Mit FRAU IM SPIEGEL sprach die gebürtige Bingerin über ihr Single-Leben, was sie glücklich macht und einen unerfüllten Wunsch.

„Ich hätte so gern ein Enkelkind“

Sie wollten nie Ihre Autobiografie schreiben. Wie kam es zu Ihrem Sinneswandel?

Ich bin seit 65 Jahren in meinem Beruf und bekam viele Anfragen für eine Biografie. Ich habe immer abgelehnt. Eines Tages traf ich meine Kollegin Pe Werner und fragte sie, ob sie Lust hätte, mein Leben aufzuzeichnen. Mit allen Höhen, aber auch Tiefen. Pe hat das fantastisch gemacht. Wir haben zehn Monate an dem Buch gearbeitet, haben viel gelacht, aber auch geweint.

Sie haben das Buch Ihrem Sohn gewidmet. Was bedeutet Julian für Sie?

Julian ist die Liebe meines Lebens und mein größtes Geschenk. Obwohl er als Kind oft ganz furchtbar war. Er hat sich öfter im Supermarkt vor Wut auf den Boden geworfen und gebrüllt. Da habe ich dann gesagt: ‚Das ist nicht mein Kind!‘ In der Schule war meist der Klassenclown. Ich verbrachte gefühlt mehr Zeit bei Lehrergesprächen als auf der Bühne. Heute können Julian und ich über diese Anekdoten lachen.

Was nervt Sie auch mal an Julian ?

Julian gibt zu viel Geld aus. Das hat er von seinem Vater. Ich war immer das Gegenteil. Ich habe mein Geld schon als junge Frau gut angelegt und somit heute keine finanziellen Sorgen.

Sie sind schon länger Single. Vermissen Sie die Zweisamkeit?

Ich komme auch ohne Mann wunderbar durchs Leben. Aber ich würde mich nicht verschließen, wenn noch mal der Blitz bei mir einschlagen sollte. Für die Liebe ist es nie zu spät. Die Liebe ist der beste Kompass. Er zeigt uns immer die richtige Richtung. Ich glaube fest daran, dass noch etwas in meinem Leben passiert. Gerade wenn ich am wenigsten damit rechne.

Was erwarten Sie von einem Mann?

Ein Mann muss mit mir lachen können, Spaß am Leben und an gutem Essen haben. Außerdem sollte er auch gern in seiner eigenen Wohnung sein. Ich möchte nicht mehr mit einem Mann zusammenziehen. Wenigstens nicht in den ersten zehn Jahren!

Wären Sie gern Großmutter?

Das ist tatsächlich ein großer Wunsch von mir. Ich würde so gern noch mein Enkelkind erleben. Ich glaube, ich wäre eine Super-Oma. Doch ich möchte Julian nicht unter Druck setzen.

In Ihrem Buch bekommt Moderatorin Frauke Ludowig ihr Fett weg, weil sie Sie mit gerade mal 50 Jahren im Fernsehen „Schlager-Oma“ nannte...

Das musste einfach sein, weil sie mich sehr gekränkt und verletzt hat. Das Ganze ist schon 23 Jahre her. Trotzdem habe ich über die Jahrzehnte immer mal wieder darüber nachgedacht, wie eine Frau so gemein über eine andere Frau reden kann. Ich finde diese Stutenbissigkeit furchtbar, frauenfeindlich und unnötig.

Von Wolfgang Trepper werden Sie in Ihren Bühnen-Shows aber auch pausenlos beleidigt. Stört Sie das nicht?

Nein, das ist ja Teil unseres Programms. Und es läuft wie geschmiert. Wir hatten schon mehr als 200 000 Besucher. Die Leute quietschen vor Vergnügen. Übrigens kontere ich auch. Der Trepper kriegt so Einiges auf den Deckel.

WasmachtSieprivatglücklich?

Ich habe in der Corona-Zeit mein Haus renovieren lassen und mein Nest noch schöner und kuscheliger gemacht. Vieles habe ich auch selbst erledigt. Ich besitze drei Bohrmaschinen und könnte einen kleinen Laden für Handwerkerzubehör aufmachen. In meinem nächsten Leben werde ich sicher Handwerkerin.

Was sind Ihre drei Dinge für die berühmte einsame Insel?

Ein Glätteisen für meine von Natur aus welligen Haare, Kaffee, eine gute Matratze und ein Radio. Also vier Dinge.

Welche Gedanken beschäftigen Sie beim Einschlafen?

Oft ist es die Frage, ob ich noch mal an den Kühlschrank gehen und mir etwas zu essen machen soll? Wenn ich Appetit habe, brate ich mir auch um drei Uhr morgens Kartoffelpuffer.

Mit welchen Gedanken wachen Sie auf?

Ich bedanke mich jeden Morgen bei dem da oben, dass meine Familie und ich gesund sind. Ich bin ein gläubiger Mensch und besuche oft Kirchen. Auch der Tod ist kein Tabu-Thema für mich.

Stimmt es, dass Herr Trepper Ihre Trauerrede halten soll?

Ja, das möchte ich tatsächlich per Testament festlegen. Meine letzte Vorstellung soll lustig werden. Freunde, Kollegen und meine Familie sollen unter freiem Himmel auf mein Wohl trinken. Dann kann Wolfgang mich auch gern weiter die „Helene Fischer der Bronzezeit“ nennen. Außerdem soll der Trepper mit meiner Urne unter dem Arm aus einem Flugzeug springen und mich in alle Winde zerstreuen. Das wird sicher ein Spaß! ◼

CLAUDIA WILLRUTH