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für ein besseres Reitgefühl: Die Brückenbauer


Reiter Revue International - epaper ⋅ Ausgabe 4/2019 vom 27.03.2019

Innovative Ideen

Haben Sie schon einmal versucht, mit dem Gesäß im leichten Sitz auszuschwingen? Oder ein Liedchen im Takt der Gangarten zu singen? Klingt vielleicht absurd, kann aber im richtigen Moment den Wow-Effekt auslösen. Denn Reiten heißt, mit dem Pferd einen gemeinsamen Weg zu finden. Und dafür braucht es hin und wieder kleine Brücken.


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Ein Tätscheln an der Kruppe kann Wunder bewirken. Diese kleinen Hilfestellungen bringen manchmal den Durchbruch.


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Die Berufsreiterin aus Kirchheimbolanden in Rheinland- Pfalz bildet Pferde und Reiter bis zur schweren ...

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Die Berufsreiterin aus Kirchheimbolanden in Rheinland- Pfalz bildet Pferde und Reiter bis zur schweren Klasse aus, ist selbst bis Grand Prix erfolgreich und hat mehrere Fachbücher veröffentlicht.www.gutrothenkircherhof.de

FOTO: PRIVAT

Die Ausbilderin und Buchautorin aus dem westfälischen Langenberg gibt viele Kurse, Lehrgänge und Seminare, in denen sie die verschiedenen Bausteine der Einwirkung intensiv erläutert.www.corinna-lehmann.de


„Reiten bedeutet, sich der jeweiligen Situation anzupassen und auszuprobieren, was dem Pferd guttut. Deshalb kann ein Tipp, der heute hilft, morgen vielleicht schon nicht mehr funktionieren. Umso wichtiger ist es, ein Gefühl für sein Pferd zu entwickeln.“


Uta Gräf

Umsitzen“, heißt es normalerweise, wenn man auf dem falschen Fuß leichttrabt. In diesem Fall heißt es „Umsitzen“, um auf dem falschen Fuß leichtzutraben. Warum? Für ein besseres Reitgefühl. Denn manchmal braucht es schlicht ein paar veränderte Bewegungsmuster, um Pferd und Reiter in die Spur zu bringen.

„Es braucht die innovativen, kleinen Ideen, um Möglichkeiten zu schaffen, das richtige Sitzgefühl zu bekommen oder auch dem Pferd etwas zu vermitteln“, sagt Grand Prix- Reiterin Uta Gräf. Denn natürlich soll niemand von nun an immer auf dem falschen Fuß leichttraben. Doch die allgemeinen Richtwerte der Reitlehre, die genau definieren, wie das optimale Zusammenspiel zwischen Pferd und Reiter auszusehen hat, orientieren sich ausschließlich am Musterbeispiel. „Die Definitionen gehen immer davon aus, dass der Reiter weiß, wie sich eine korrekte Hilfengebung anfühlen muss, in Balance sitzt und im richtigen Moment gezielt einwirkt“, macht Ausbilderin Corinna Lehmann deutlich. „Ebenso setzen sie größtenteils voraus, dass die Hilfen für das Pferd verständlich sind. Es handelt sich also immer um den Idealfall.“

Begriffe und ihre Bedeutung

Aus diesem Grund sind Reitlehrer gefragt, nach rechts und links zu schauen, um Pferden und Reitern zu helfen, den richtigen Weg einzuschlagen. Es geht darum, eine Brücke zu bauen. „Kleine Tipps können helfen, damit Pferd und Reiter das Gefühl dafür bekommen, wie es richtig geht“, erklärt Lehmann. Dabei dürfe vor allem nicht übersehen werden, dass die Bausteine der Reitlehre, wie die Skala der Ausbildung, viele Aspekte eigentlich behandeln. „Vieles ist kurz und knapp in den Begriffen zusammengefasst, aber die Informationen, die eigentlich drinstecken, sind nicht sofort jedem klar“, macht Lehmann deutlich. „Man muss sich nur intensiv damit befassen und hinterfragen, was beispielsweise hinter dem Takt steckt oder wie Losgelassenheit erreicht werden kann, beziehungsweise was sie teilsweise blockiert.“ Wenn man die Hintergründe kenne, seien die Definitionen absolut zutreffend. Doch anfangs wirken sie für viele oftmals kryptisch.

Falsche Bilder im Kopf verwirren

Kein noch so gutes Lehrbuch kann allerdings den Reitlehrer ersetzen. Eine Kombination aus beidem bringt den Reiter meistens am besten voran. „Nachlesen tut gut“, sagt Corinna Lehmann und erklärt: „Wenn ich mit meinem Pferd eine neue Lektion trainieren möchte, beispielsweise Kurzkehrt, hilft es, vorab einmal nachzulesen, wie diese denn theoretisch geritten werden sollte.“ Denn viele Reiter orientieren sich größtenteils an ihren Stallkollegen. So entstünden Bilder im Kopf. Allerdings könne man diese nicht unbedingt mit einer korrekten Einwirkung verbinden, weil die Grundlagen gar nicht verstanden seien. „Die Reiter können dann auch nicht erkennen, wenn es sich falsch anfühlt“, sieht Lehmann häufig.

Dass es Reitern, wie es Pessimisten häufig sagen, heutzutage schwerer fällt, ihre Hilfen zu koordinieren, können die beiden Ausbilder nicht bestätigen. „Sobald sie gefühlt haben, wie es funktioniert, ist es für die meisten gar kein Problem mehr“, sagt Lehmann klar. Häufig müsse man nicht einmal von unten bestätigen, dass es gut ist. „Das fühlen die Reiter von selbst“, bestätigt Lehmann.

Dann haben die innovativen Hilfestellungen ihren Zweck erfüllt. „Die Reitlehre ist das Fundament, an dem man sich immer orientieren sollte“, betont Berufsreiterin Uta Gräf. „Aber häufig sorgen erst abgewandelte Hilfen und andere Einwirkungsformen für den Aha-Effekt bei einigen Reitern, die das neue Gefühl dann auf die korrekte Hilfengebung übertragen können.“