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für jeden Tag: Geschafft! „Wir sind glücklich getrennt“


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Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 22/2018 vom 25.05.2018

Daniela und Jens Knolle waren 15 Jahre verheiratet. Doch zwei Fehlgeburten, der Kampf ums Wunschkind und finanzielle Sorgen kosten sie ihre Liebe füreinander. Hier erzählen sie, wie sie es nach der Trennung geschafft haben, wieder Freunde zu werden


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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 22/2018

Immer noch Eltern. Daniela und Jens verbringen beide viel Zeit mit Jaira


Innehalten in der Natur! Daniela tut sich selbst jetzt öfter Gutes. „Seither läuft es auch mit Jens“


Auf einer Party bei Freunden lernt Daniela (48) ihren Jens (43) kennen. „Er war ein fröhlicher, gut aussehender Mann“, erzählt sie. 1999 kommen die beiden zusammen. „Schon nach sechs Wochen ...

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... wussten wir: Das ist die große Liebe!“ Im Jahr darauf feiern sie Traumhochzeit – ganz in Weiß in einem Schlösschen in Überlingen am Bodensee.

„Die ersten Jahre waren toll“, sagt Daniela, „wir waren glücklich, viel draußen in der Natur mit unserem Golden Retriever, oft Wandern in Südtirol.“ Nur eines fehlt: ein Baby! „Wir haben es jahrelang probiert, ich wurde einfach nicht schwanger“, sagt Daniela.

Nach zwei Fehlgeburten ist sie voller Trauer, wird depressiv. Jens leidet mit ihr, flüchtet sich aber oft in Arbeit und Hobbys. „Zu Hause war es einfach nicht mehr entspannt“, sagt er. Wenn die beiden mal Zärtlichkeiten austauschen, dann nur nach Plan – in der Hoffnung, dass ein Baby entsteht. „Hinzu kamen schwere finanzielle Sorgen“, sagt Daniela. Die kaufmännische Angestellte arbeitet immer seltener, die Fehlgeburten zehren an ihr. Auch er beginnt, seinen Job als selbstständiger Werbe-Profi zu vernachlässigen. Beide haben schlaflose Nächte, beide leiden. Doch wirklich miteinander darüber sprechen, Auswege suchen – das schaffen sie einfach nicht.


JENS: „Ich kam mir vor wie ein Versager“


„Daniela war hysterisch und voller Vorwürfe“, sagt Jens, „im Job lief es mies, ein Kind konnte ich nicht zeugen – ich habe mich gefühlt wie ein Versager.“ Er kommt immer seltener nach Hause.


DANIELA: „Ich fühlte mich allein gelassen“


„Und endlich wurde ich schwanger!“ Im August 2011 bekommt Daniela ihr Töchterchen Jaira (heute 6). „Sie war unser großes Glück“, sagen beide. Doch die Nähe und Vertrautheit zwischen den beiden Elternteilen kann das Mädchen nicht zurückbringen.

Nach monatelangem Grübeln entscheidet Jens: „Das ist nicht das Leben, das ich leben will!“ Im Februar 2014 sagt er: „Ich will die Trennung.“ Daniela ist schockiert. Wieder fühlt sie nur: „Du lässt mich alleine – mit unserem zwei Jahre alten Kind!“

Weil sie selbst eine Trennung der Eltern miterlebt hat, will Daniela das ihrer Kleinen nicht antun.

Das Ex-Paar sucht Hilfe bei der Trennungsberaterin Barbara Wegmann aus Hamburg (s. Interview) . „Durch sie habe ich gelernt, dass ich nicht zurück, sondern nach vorne blicken sollte“, sagt Daniela. Wenn die Wut auf Jens überkocht, ruft sie Barbara an und lässt all den Frust heraus. Für Situationen, in denen sie traurig ist, lernt sie Glücksstrategien:

„Ich frage mich: ‚Was würde mir jetzt guttun?‘ und packe die Sache an.“ Sie tobt mit Jaira durch den Wald, macht lange Spaziergänge mit dem Hund, liest sich in Hypnose ein, weil sie sich schon lange dafür interessiert. „Mit mehr Zufriedenheit und Glück im eigenen Leben, konnte ich auch viel entspannter mit Jens umgehen“, sagt Daniela. Die anfangs quälenden Zusammentreffen werden lockerer. Beide halten bereits acht Wochen nach der Trennung Rechte und Pflichten für den Umgang mit der Tochter schriftlich fest. Besuche im Zwei-Wochen-Rhythmus pendeln sich ein.

Jens treibt wieder Sport. „Dadurch bin ich ausgeglichener“


„So entspannt war es zwischen uns ewig nicht“


Als Jens ein halbes Jahr später eine neue Frau kennenlernt, sind die Zusammentreffen erst wieder angespannt. Doch Daniela merkt schnell: „Jens ist für Jaira da, neue Frau hin oder her.“ Auch als er vorübergehend in das rund 460 Kilometer entfernte Andernach zieht, sieht Jaira ihren Papa jedes zweite Wochenende und in den Ferien.

Seit rund einem Jahr lebt Jens jetzt wieder am Bodensee. „Ich will meine Kleine aufwachsen sehen“, sagt er stolz. Daniela und er haben es geschafft, so befreundet zu sein, dass es weit über den sachlichen Austausch hinausgeht: „Wir sind zwar kein Paar mehr, aber jetzt ist es so schön und entspannt, wie seit vielen Jahren nicht mehr“, sagt Daniela. „Und das Wichtigste: Wir sind beide für unsere Tochter da.“ Die drei haben sogar Weihnachten 2017 zusammen verbracht, weil sich Jaira das gewünscht hat.

Und beide Elternteile haben sich selbst als Mensch mit ganz persönlichen Wünschen wiederentdeckt: Jens macht jetzt viel Sport im Grünen. „Das gibt mir Selbstbewusstsein für den Job. Alles läuft besser als je zuvor“, sagt er. Und Daniela hat eine Ausbildung zur Hypnose-Therapeutin begonnen, eröffnet 2019 ihre eigene kleine Praxis. „Uns geht’s wieder richtig gut.“