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für jeden Tag: Nie mehr Streit ums Geld So klappt es endlich


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 42/2019 vom 11.10.2019

Nicht romantisch, aber Realität: Im Leben dreht sich ganz schön viel ums Geld. Miete, Ausgehen, Einkaufen … Kein Wunder, dass Finanzen immer wieder für Zoff sorgen, zwischen Paaren, Freunden, Geschwistern. Wie’s harmonischer geht, erklären unsere Experten


DAS LIEBESPAAR

„Man muss einander etwas gönnen können“

Daniela (40) und Gerold Metzler (48) mit Magdalena (4) und Cornelius (2) aus Wutöschingen-Horheim. Sie arbeitet in Teilzeit, er in Vollzeit

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Bildquelle: Bild der Frau, Ausgabe 42/2019

„Bei uns gibt es kein Meins und Deins. Alle Einnahmen kommen auf ein Konto, auf das beide Zugriff haben. Geld für Wirund Ich-Zeit ist immer da! Uns ist wichtig, ...

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... dass wir Ausgaben besprechen, uns vertrauen und einander etwas gönnen können – egal wer wie viel verdient.“

In der Partnerschaft …

Bei Geld hört die

Liebe auf – da ist leider etwas Wahres dran“, sagt Finanzberaterin Annika Peters (31) aus Stuttgart (www.frauenfinanzberatung.de). „Geld weckt viele Gefühle in uns: Macht, Sehnsucht nach Sicherheit, Gier oder Neid.“ Jedes zehnte Paar streitet regelmäßig über die Finanzen. „Da geht’s oft um Verlustängste“, sagt der Berliner Psychotherapeut Dr. Wolfgang Krüger. „Das Wichtigste ist, dass beide Partner die Geldverteilung als gerecht empfinden.“ Das bestätigt auch Expertin Peters: „Paare müssen sachliche, offene Gespräche darüber führen. „Für die Kosten des Alltags braucht es klare Regelungen.“

… geht’s um Gerechtigkeit

„Beide Partner sollten ihr Gehalt offenlegen“, sagt Annika Peters. „Dann besprechen sie am besten gemeinsam, wer wie viel zu den Fixkosten beitragen kann. Auch der, der nicht arbeitet und den Haushalt schmeißt, sollte eigenes Geld zur Verfügung haben. Für Rücklagen, Rentenzahlungen und schöne Kleinigkeiten im Alltag – und das Gefühl von Gerechtigkeit.“

Zwischen Freunden …

Geld verdirbt den Charakter – eine blöde Alltagsweisheit“, findet Annika Peters. „Dieses Vorurteil haben viele, darum sprechen Freunde kaum über Geld.“

„Stimmt“, sagt Dr. Krüger, „es ist das größte Tabuthema unserer Zeit. Weil wir Scham empfinden, wenn wir zu wenig haben. Und Neid befürchten, wenn wir mehr haben. Darum reagieren viele auf das Thema irritiert bis aggressiv.“ Schwierig wird es vor allem, wenn wir Geld verleihen – und nicht zurückbekommen. „Man fühlt sich tief enttäuscht, das geschenkte Vertrauen wird missbraucht.“

… sollte man offen sein

Und dann? „Ein nettes ‚Du hast es sicherlich vergessen, aber …‘ kann der erste Schritt sein“, sagt Dr. Krüger. „Werden wir immer wieder vertröstet, dürfen wir das einfordern! Rechtfertigen Sie sich nicht. Erfinden Sie keine Notlügen. Sondern sagen Sie klipp und klar in einer Ich-Botschaft: „Ich möchte das bitte nächste Woche zurückhaben, weil ich es aus dem Kopf haben möchte.“


Jedes 10. Paar zofft sich regelmäßig ums Geld*


Für 45 Prozent ist es ein möglicher Trennungsgrund, wenn der Partner nicht mit Geld umgehen kann

In der Familie …

Über Geld spricht man nicht – das ist leider die Einstellung vieler Familien“, weiß Annika Peters. „Doch gerade in der Verwandtschaft ist Geld-Verschenken oder -Verleihen ein hochemotionales Thema. Oft fühlen sich erwachsene Geschwister ungerecht behandelt, setzen Geld mit Anerkennung gleich.“ Sie rät, Familiendarlehen schriftlich zu regeln. Wichtig sei es auch, sich mit Eltern und allen Geschwistern an einen Tisch zu setzen.

… an alle denken

„Viele Eltern neigen dazu, Kindern alles zu geben, auch wenn sie selbst im Alter dann keine finanziellen Sicherheiten mehr hätten. Darum sollten Kinder gut gemeinte Geldzuwendungen im Sinne der Eltern hinterfragen.“

DIE FREUNDINNEN

„Vertrauen ist die Basis“

Laura Lang (32), Reiseverkehrskauffrau aus Münster, und Katja Weidlich (35), Immobilienkauffrau aus Hamburg

Laura: „Wir waren letztes Jahr gemeinsam in Island, wollten eine Tour buchen, aber ich hatte nicht genug Bargeld dabei. Katja hat mir dann ohne Zögern 120 Euro geliehen. Ich hätte es andersrum genauso gemacht.“

Katja: „Manchen Freunden würde ich nie Geld leihen, weil sie so einen chaotischen Lebensstil haben. Laura aber vertraue ich.“

Im Job …

Fühlen wir uns unterbezahlt, fühlen wir uns auch nicht wertgeschätzt“, sagt Expertin Peters. „Trauen Sie sich, Ihr Gehalt neu zu verhandeln – sonst wächst die Frustration und die Motivation nimmt ab!“ Wie mach ich das am besten? „Gute Vorbereitung auf das Gespräch mit dem Chef ist das A und O.“

… hilft Mut

„Überzeugen Sie nicht im Vergleich mit Arbeitskollegen, sondern durch die eigene Leistung. Schreiben Sie auf, was Sie umgesetzt haben, warum Sie unverzichtbar sind, in welchen Punkten Ihre Tätigkeiten die im Vertrag festgehaltenen überschreiten.“

DIE KOLLEGEN

„Übers Gehalt zu sprechen ist tabu“

Darja Ring (32), stellvertretende Storemanagerin aus Lübeck, und Tom Krause (34), Storemanager aus Schwerin (arbeiten für denselben Textilhersteller)

Darja: „Meine Kollegin fragte neulich, was ich verdiene. Ich habe ihr ehrlich gesagt, dass ich das nicht sagen möchte, für mich ist das ein Tabu. Sie hat das akzeptiert, unserem Verhältnis hat das nicht geschadet.“

Tom: „Als Storemanager habe ich Einblick in sämtliche Lohnzettel. Bei uns kriegt jeder – egal in welcher Position – jährlich automatisch eine Gehaltserhöhung. Das ist wertschätzend und sorgt für ein gutes Betriebsklima.“

In der Wohngemeinschaft …

Geld ist hier Mittel zum Zweck“, sagt die Finanzexpertin. „Da geht es seltener um Emotionales, sondern es gibt Streit, wenn sich jemand nicht an die Abmachungen hält.“

… braucht man klare Regeln

Darum besser genau besprechen, wie man z. B. Miete und Nebenkosten teilt. „Gut ist auch eine klar geregelte WG-Kasse, mit der gemeinsam genutzte Dinge wie Öl, Salz, Zucker und Klopapier gekauft werden. Monatlich abrechnen, Mehrzahlungen ausgleichen. Klappt das nicht, darf man es klar, höflich und fair einfordern.“

DIE WG-MITBEWOHNER

„Eine Ausgaben-App schützt vor Zoff“

David Schiemann (28), Lehramtsstudent, und Lukas Bambach (29), Junior Product Manager aus Berlin

„Miete und Heizkosten zahlt bei uns jeder nach Quadratmetern, andere Nebenkosten teilen wir 50/50. Gemeinsame Ausgaben für Essen und Putzmittel oder Lieferdienst-Abende sammeln wir in einer App (Anm. der Red.: die App heißt ‚Splitwise‘), die für uns ausrechnet, wer wem wie viel schuldet. Das macht alles einfacher und verhindert lästige Diskussionen.“


Texte: Sira Huwiler-Flamm, Sarah Büker; Fotos: dpa, Patrick Piel (3), Privat (2)