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für jeden Tag: Zuletzt war Monika bis früh um vier Uhr dauer-online. Dann zog sie den Stecker: Geschafft! „Ich hab meine Handy-Sucht besiegt“


Bild der Frau - epaper ⋅ Ausgabe 41/2018 vom 05.10.2018

Eines Tages beherrschte das Internet ihren Alltag so sehr, dass Monika Schmiderer einen digitalen Burnout erlitt. Wie es dazu kam und wie sie sich selbst von Handy und Laptop entwöhnte, erzählt die 34-Jährige hier. „Heute“, sagt sie, „bin ich zurück im wahren Leben“


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Monika Schmiderer verbrachte viel Zeit in der Natur, um gesund zu werden. „Dort sammele ich am meisten Kraft – bis heute“


Die Handys kommen am Abend in die Box. In der Frühe schreibt Monika ihre „Morgenseiten“, ein Gefühls-Tagebuch


Pro Woche meditiert Monika vierbis fünfmal


Fotos: Marion Vogel (6), Fotolia

Bei Monika Schmiderer und Ehemann ...

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... Patrick gibt’s vor dem Abendbrot ein Ritual. „Bevor wir uns an den Tisch setzen, legen wir die Handys in eine Box“, sagt die 34-Jährige. „Dann konzentrieren wir uns ganz auf uns.“

Vor ein paar Jahren war an diesen souveränen Umgang mit dem Handy nicht zu denken. 2010 war Monika Schmiderer abhängig von der digitalen Welt. „Ich war den ganzen Tag online“, erzählt sie offen im BILD der FRAU-Interview.

Alles hatte mit der Gründung der Textagentur begonnen, als sie 22 war. „Damals kam das iPhone auf den Markt, ich war hochmotiviert, stieg in alle Kanäle ein.“ 100 E-Mails kriegt sie am Tag, die sie nun auch beim Essen oder unterwegs beantworten kann. „Auch für Nachrichten von Freunden war ich nonstop erreichbar.“


„Ohne Smartphone wurde ich nervös, alles war plötzlich dringend“


YouTube und Facebook werden zur Sucht. „Mit Surfen in sozialen Netzwerken überbrückte ich jede Wartezeit, nach Feierabend schaute ich stundenlang Musikvideos. Ich rotierte zwischen Handy und Laptop.“ Bald macht es sie nervös, wenn sie das Handy vergisst. „Selbst am Wochenende schaltete ich es nicht ab. Alles fühlte sich dringend an.“

Die vielen Kommunikationskanäle werden zum Dauerstress. Immer verbunden. Und doch fühlt sich Monika Schmiderer einsam, krank, unproduktiv. „Ich war müde, dauernd unter Druck, schlief schlecht, litt unter Angst.“ Aus Beziehungen zieht sie sich immer weiter zurück, Freunde sieht sie immer seltener, das Digitale nimmt überhand.

Zwei Jahre geht das so, im Frühjahr 2010 bricht sie zusammen: „Ich saß früh um 4.20 Uhr am Couchtisch, beantwortete E-Mails – da ging nichts mehr.“ Ihr Herz rast, sie ist nervös, wie im Tunnel. „Ich spürte, dass ich die Kontrolle zurückerobern muss.“ Monika Schmiderer hat einen digitalen Burnout, ein damals neues Phänomen, für das es keine gezielte Behandlung gab. Also nimmt sie die selbst in die Hand. Sie schreibt Kunden und Freunden, dass sie sich eine Weile zurückzieht, zieht den Stecker und beginnt „medial zu entschlacken“.


„Jeder hat ein Recht darauf, auch mal nicht erreichbar zu sein“


Monika findet einen Psychotherapeuten zur Gesprächstherapie, sie sucht die Natur, meditiert, fährt ins Schweigekloster. „Statt morgens als Erstes aufs Handy zu gucken, machte ich Yoga oder schrieb per Hand auf, wie es mir geht.“ Auf täglichen Spaziergängen kommt sie sich ganz langsam selbst wieder näher. Und lernt: „Ich habe ein Recht darauf, nicht erreichbar zu sein.“

Für die Rückkehr ins Leben mit Handy und Job stellt die junge Frau sechs Monate später feste Regeln auf: Mit dem Handy wird nur telefoniert. E-Mails werden nur im Büro am Rechner beantwortet. Viele Apps auf ihrem Handy hat Monika gelöscht. Wenn sie arbeitet, ist es im Flugmodus. Monika meidet WhatsApp-Gruppen, sie trägt wieder Armbanduhr, damit sie der Blick auf die Uhrzeit nicht zur Handynutzung verführt. „ Seitdem ich mich an meine Regeln halte, schaffe ich im Job viel mehr und habe wieder Energie, Freunde zu treffen.“

Monika Schmiderer geht es heute gut. Sie bietet anderen Betroffenen Digital-Detox-Seminare an (www.switchoff.at ). Ihre Kunden? „Sind fast alles Frauen, denen es genauso geht wie mir früher.“ Monika kann helfen, weil sie weiß: „Wer ständig online ist, der verpasst das wahre Leben. Und das wird mir nie wieder passieren.“

Wahnsinn!

Mehr als 37 Stunden unserer Freizeit verbringen wir pro Woche in sozialen Netzwerken, beim Surfen oder Online-Shoppen.

Monika mit Ehemann Patrick und Leonard (1)


Monikas Digital-Detox-Regeln: „Was mir geholfen hat“

1 Smartphone-Box und handyfreie Zonen

Bei gemeinsamen Stunden, zum Entspannen oder während eines Hobbys kommt das Handy bei uns in die Box. Esstisch, Couch oder Schlafzimmer sind 100 Prozent handyfrei.

2 Fixe Online- und Offline-Zeiten

Dadurch wurde ich produktiver, klarer, freier – und hatte mehr Energie.

3 Analoge Abenteuer-Liste

Ich schrieb auf, was ich erleben oder erreichen möchte – und setzte das um! Ich lebte, statt zu liken.

4 Online-Aktivität bündeln

Ich habe auf dem Handy alle unnötigen Apps gelöscht, bei den restlichen nervige Benachrichtigungen deaktiviert. Privat und beruflich erledige ich Online-Aktivitäten möglichst nur noch am Rechner. Tipp: Testen Sie mal „WhatsApp am Desktop“ – das spart viel Smartphone-Zeit!

5 Fester Detox-Tag jede Woche

Ich gönne mir mindestens einen fixen Tag in der Woche, an dem ich das Smartphone nur zum Telefonieren nutze. Das beruhigt.

BUCH-TIPP

In ihrem Buch „SWITCH OFF und hol dir dein Leben zurück. Wie wir der digitalen Stressfalle entkommen“ erklärt Monika Schmiderer ein 14-Tage-Programm zur Handy-Entwöhnung (Knaur, 16,99 €).