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Für Land Rover – Entdecker


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Off Road - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 08.02.2022

OFF ROAD TEST

LAND ROVER DISCOVERY SPORT D165 AWD

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Bildquelle: Off Road, Ausgabe 3/2022

❯❯ Überblick

Mit Einstiegsmodellen ist es oft so eine Sache: Meistens bekommt man nach kurzer Zeit zu spüren, dass man unten ins Regal gegriffen hat. Eines vorweg: Beim Discovery Sport ist das nicht so. Der Discovery Sport teilt sich zusammen mit dem Range Rover Evoque das Einstiegslevel in die Welt der britischen Geländewagen. In der Grundausstattung kommen beide mit Frontantrieb, optional sind sie aber auch mit Allradantrieb zu haben. Die höheren Motorisierungen werden dann – Land Rover-typisch – serienmäßig damit ausgeliefert. Wählt man die AWD-Option für den Einstiegs- Diesel D165, wird der Discovery Sport mit einem Preis von 44015 Euro zum günstigsten Allrad-Land Rover im aktuellen Produktangebot und kostet 710 Euro weniger als die AWD-Version des deutlich kompakter gezeichneten Evoque. Das SUV soll die Marken-Tugenden Offroad-Fähigkeit und ...

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... Vielseitigkeit in die Premium-Kompaktklasse transferieren. Der Namenszusatz Sport steht dabei nicht explizit für dynamische Leistungsfähigkeit, sondern vielmehr für eine leichtere und raumeffizienter dimensionierte Version des polivalenten, aber großgewachsenen Discovery. Der Wettbewerb in dem Feld der gehobenen Kompakt-SUV mit konventionellem Antrieb und einer Option auf Allrad besteht vor allem aus BMW X1, Mercedes- Benz GLB und Audi Q3. Der Land Rover bewegt sich hier preislich im oberen Drittel. Sein bisher stärkster Offroad-Konkurrent, der Jeep Compass Trailhawk, ist nur noch in der Plug-in-Hybrid-Variante verfügbar, was ihn streng genommen aus dem direkten Vergleich mit Dieselmodellen und nicht elektrifizierten Allradlern ausschließt. Wie alle seine Kontrahenten legt auch der Discovery Sport viel Wert auf ein hochwertiges Erscheinungsbild. Der Ersteindruck gelingt ihm ohne Frage. Die klare Formsprache mit wenigen, aber gut in Szene gesetzten Linien, die markentypische Leuchtengrafik und der Modellschriftzug auf der Haube kommunizieren eindeutig: Ich bin ein Land Rover. Disruptive Design-Ansätze wie bei dem ein oder anderen Premium-Hersteller gibt es hier nicht und das ist gut so. Das zeitlose und stilsichere Exterieur der britischen Geländewagen ist Tradition – der Wiedererkennungswert ein integraler Teil der Marken-DNA.

❯❯ Innenraum

UNVERKENNBAR

Auch im Interieur haben es die Briten geschafft, ihre ganz eigene und konsistente Formsprache zu entwickeln. Der Schwung der Tacho-Hutze, die Instrumententafel, der metallisierte Modellschriftzug im Pralltopf des Lenkrads: Wiedererkennungswert, wohin man sieht. In diesem Ambiente kommen beim ersten Ansitzen keine Einstiegsmodell-Zweifel auf. Vor allem im Vergleich zum Vorgänger hat der Neue nochmal einen gehörigen Sprung gemacht. Die Materialwahl wirkt erlesener, das Styling feiner – ohne dabei die Gelände- Wurzeln allzu sehr aus den Augen zu verlieren. Die Instrumententafel schließt für eine gute Übersichtlichkeit niedrig nach vorne ab, die silbernen Zierelemente um das Centerstack zitieren Geländewagen-typische Grabhandles. Der aufgeräumte und reduzierte Look im Interieur ist mit seinen wenigen Tasten nicht zuletzt das Resultat verspielter, aber raffinierter Lösungen. Die Drehregler der Klimaautomatik zum Beispiel vereinen mehrere Funktionen und ermöglichen damit eine zweite und dritte Bedienebene. Neben der Änderung der Innenraumtemperatur werden hier die Sitzheizung und auf der Beifahrerseite sogar die Gelände- Fahrmodi angewählt. Sind die Einstellungen getroffen, sitzt man auf den vollelektrischen Sitzen mit Mikrofaserbezug durchaus sehr gut. Die breite Mittelkonsole schafft genügend Spielraum für die Passagiere in der ersten Reihe. Apropos Spielraum: Raum für Anpassung bietet vor allem auch die Sitzkonfiguration im Fond. So ist die Rücksitzbank mechanisch in Längsrichtung verstellbar und mit einem Griff an die Sitzfläche umklappbar, während im Kofferraum zwei weitere Sitze eine dritte Sitz-reihe bilden können. Der Discovery Sport wird so zum 5+2-Sitzer. Vielseitigkeit: Check.

„HEY LAND ROVER“

Mit diesem Kommando tritt man in die Interaktion mit dem Discovery Sport und aktiviert dessen Sprachsteuerung. Das Feature des Pivi-Pro Connected Infotainments funktioniert reibungslos, aber nicht so natürlich und intuitiv wie beim Benchmark der Klasse. Die Menüführung erfolgt ausschließlich über den zehn Zoll großen Touch-Monitor. Die Bedienhand kann komfortabel und stabilisierend auf einer abgerundeten Kante abgestützt werden: Sehr gut, Land Rover – mitgedacht. Ebenso wie beim Aufbau und der Gestaltung des Userinterface. Die Menüführung ist überdurchschnittlich intuitiv und erfreut bei Benutzung mit ihrer elegant-funktionalen Gestaltung, welche den kleinen Land Rover in der täglichen Nutzung noch hochwertiger erscheinen lässt. Die Experience ist damit, sofern man die Pivi Pro-Variante wählt, auf einem Niveau mit den Markenbrüdern, womit sich eine weitere Lücke zu den teureren Modellen schließt.

❯❯ Offroad + Allrad

KLASSEN-PRIMUS

Doch kann der kleine Bruder des Discovery auch in puncto Gelände- Features mit den Großen und seiner Konkurrenz mithalten? Was die Marktbegleiter betrifft: rhetorische Frage – Land Rover bleibt Land Rover. Betrachtet man die Hardfacts der Fahrzeuggeometrie, spielt er mit dem Jeep Compass Trailhawk in einer eigenen Liga. Die Offroad-Winkel liegen auf dem hohen Niveau des Jeep, bei Bodenfreiheit und Wattiefe hängt er den kompakten US-Boy sogar ab. Unterm Strich kann man also konstatieren: der Discovery Sport ist, zumindest auf dem Papier, das geländefähigste Premium-Kompakt-SUV mit konventionellem Antrieb. Und so in etwa dürfte das in Whitley, Coventry, auch im Konzept-Meeting entschieden worden sein. Welche Gimmicks und Features gibt man dem Sprössling also mit auf den (Gelände-)Weg an die Spitze?

EFFICIENT DRIVELINE

Logischerweise: Allradantrieb. Im Falle des Discovery Sport hört dieser auf den Namen „Efficient Driveline“. Um den Antrieb in der vielschichtigen und durchaus komplexen Welt der Land Rover- Allradantriebe einzuordnen: Es handelt sich um das einfachste permanente Allrad-System. Es passt die Antriebskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse laufend elektronisch an und sorgt so für die optimale Traktion. Im Vergleich zu dem bis zum Modellwechsel ebenfalls angebotenen Active-Driveline-System kann es die Hinterachse mitsamt der Kardanwelle nicht temporär abkuppeln, um Kraftstoff zu sparen. Dennoch: Die einfachste Variante muss keineswegs ein Nachteil sein, da mehr und aufwendigere Komponenten immer auch höhere Kosten im Falle eine Reparatur bedeuten. Und im Gelände zählt ja bekanntlich vor allem Robustheit. Nichtsdestotrotz bezahlt man permanente Allradantriebe stets auch an der Zapfsäule – Namenszusatz „Efficient“ hin oder her. Noch tiefer in die Land Rover-Gelände-Welt geht es mit den zahlreichen Offroad-Features im Discovery Sport. Aktiviert der Fahrer die Terrain Response 2 Automatik, ermittelt die Elektronik den für den Fahrbahnbelag passenden Fahrmodus. Egal ob Schotter, Schnee, oder die nasse Wiese: Man ist sicher und effizient unterwegs und fährt der Konkurrenz in Sachen Helferlein davon, denn die Fahrmodus- Automatik bietet bis dato keines der Mitbewerber-Modelle Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ist das von Land Rover patentierte „Wade Sensing“. Hier ermitteln Sensoren in den Außenspiegeln die Wassertiefe und zeigen den aktuellen Wasserstand um das Fahrzeug im Zentral-Display an. Auch wenn davon wohl nur wenige Discovery Sport-Fahrer häufig Gebrauch machen werden: Gegen Atemnot im Gelände kann man sich kaum besser rüsten.

❯❯ Fahrverhalten

KOMFORTABSTIMMUNG

Aber nicht nur Wasserdurchfahrten gestaltet der Land Rover komfortabel und sicher, auch auf der Straße geht es entspannt zu, denn der 163 PS starke Reihenvierzylinder-Diesel drängt nicht unmittelbar zur sportlichen Gangart. Die gesamte Abstimmung von Motor, Getriebe und Fahrwerk ist klar auf der komfortorientierten Seite anzusiedeln. So nimmt sich der Discovery Sport im Vergleich zur Konkurrenz für den Standardsprint auf 100 km/h knapp eine Sekunde mehr Zeit und setzt Eingaben am Lenkrad zwar präzise, aber nicht zwingend direkt angebunden um – die klassische Geländewagen- Attitüde in modern. Die einzigen Komfort-Abstriche muss der Fahrer bei der Getriebeabstimmung machen. Trotz aktueller 9-Gang- Automatik schafft man es, dem Landy sporadisch ein leichtes Ruck en beim Anfahren oder im Schubbetrieb zu entlocken. Es passiert selten, aber es kommt vor und konterkariert dann den bis dahin aufgebauten hochwertigen Gesamteindruck. Positiv anzumerken ist in jedem Fall die Konfiguration als Mild-Hybrid. Der Riemen- Startergenerator wird mittels Lithium-Ionen-Akku über ein 48-Volt- Bordnetz versorgt und supportet immer dann, wenn zum Halten der Geschwindigkeit kleine Beschleunigungskräfte nötig sind oder bei höheren Lasten Unterstützung erforderlich wird.

IM ALLTAG

Trotz 48-V-Support fällt der Verbrauch im Vergleich zur Werksangabe (5,5 Liter) etwas zu hoch aus. Die 7,4 Liter Diesel sind akzeptabel, aber nicht herausragend. Die automatische Aktivierung der Park-Distance-Control ist essen - ziell für den Einparkvorgang, löst aber an Ampeln beim Heranfahren an das Vorderfahrzeug zu sensibel aus. Hier wäre eine höher gesetzte Aktivierungsschwelle wünschenswert. Sehr gut ausgeführt ist die optionale 360°-Grad-Ansicht der Surround-Kameras. Sie erleichtert das Einparken immens und spendet Vertrauen. Steht der Land Rover, erwartet man beim Öffnen der Kofferraum-Klappe eine elektrische Hilfe. Nicht weil man selbst zu bequem ist, sondern weil das hohe Niveau des Discovery Sport so ein Feature erwarten lässt. Erhältlich ist die Funktion allerdings erst ab dem Topmodell „SE“. Unerwartet nützlich und sehr schön implementiert sind hingegen die Pendelroutenvorschläge des Navigationssystems. Bereits nach wenigen Metern schlägt der Landy intelligent bekannte Routen vor und unterstreicht damit sein Image als vielseitiger Begleiter auf allen Wegen. ■

T | | Andreas Milkutat F | | Oliver Sold

FAZIT

Land Rover Discovery Sport

Die richtige Dosis Land Rover. Obwohl der Discovery Sport ein Einstiegsmodell ist, vermittelt er Land Rover-Tugenden wie die Großen. Er taugt damit sowohl als Einstiegsdroge in das breit gefächerte Produktportfolio der Briten als auch als charaktervoller Daily für alle, die mit ihrem SUV etwas mehr vorhaben als nur unter der Woche Einkaufen und samstags in die Waschstraße. Offroad im Kompakt-SUV mit Diesel-Reichweite? Land Rover Discovery Sport.

Plus – Minus

+ Auch als Einstiegsmodell ein echter Land Rover (Design, Funktion, Wahrnehmung)

+ Die besten Offroad-Features der Klasse (konventioneller Antrieb)

+ Mut zur Kreativität (Hauben- Airbag, Doppelfunktion Drehregler Klima, Kamera in Dachantenne)

– Parksensor-Automatik zu sensibel

– Getriebe neigt sporadisch zu leichten Schaltrucken im Anfahrund Schubbetrieb

– Kein Verbrauchs-Wunder, für permanenten Allrad akzeptabel