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„Für mich wäre ein Finale gegen den FC Bayern etwas ganz Besonderes“


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Sport Bild Sonderheft Champions League - epaper ⋅ Ausgabe 1/2022 vom 02.09.2022

DAVID ALABA

Artikelbild für den Artikel "„Für mich wäre ein Finale gegen den FC Bayern etwas ganz Besonderes“" aus der Ausgabe 1/2022 von Sport Bild Sonderheft Champions League. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.
David Alaba feiert sein Tor zum 1:0 gegen Eintracht Frankfurt im Uefa-Supercup. Endstand: 2:0

SPORT BILD: Herr Alaba, Sie sind spanischer Meister, Champions-League-Sieger und spanischer Supercup-Gewinner – und das bereits nach Ihrer ersten Saison für Real Madrid. Ihr Wechsel scheint sich bereits ausgezahlt zu haben.

DAVID ALABA (30): Es war auf jeden Fall eine schöne und sehr erfolgreiche erste Saison für den Klub, aber natürlich auch für mich persönlich sehr spannend. Nach einer sehr langen Zeit beim FC Bayern habe ich einen neuen Schritt gewagt. Ein neues Land, eine neue Liga, ein neuer Verein. Dass das erste Jahr dann auch noch mit diesen drei Titeln gekrönt wurde, ist natürlich ein Traum.

Vom weißen Trikot Real Madrids träumen fast alle Kinder, die eine Fußball-Karriere einschlagen. War es bei Ihnen auch so?

Natürlich hat man auch als Kind und Fußballfan die Erfolge von Real Madrid mitverfolgt. Real Madrid ist schwierig in Worte zu fassen. Du kannst es aber fühlen. Wenn ich ...

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... nun durch die Straßen gehe, ob in Österreich, Deutschland oder egal wo auf der Welt, jeder weiß, was Real Madrid bedeutet.

Real hat die Königsklasse von 2026 bis 2018 bereits dreimal in Folge gewonnen. Ist die Mannschaft noch immer hungrig genug auf eine Serien-Titelverteidigung?

Real Madrid steht für Erfolg. Das Gewin- nenwollen, der Antrieb, immer ganz oben zu stehen, das liegt in der DNA dieses Vereins. Ich merke das jeden einzelnen Tag, an dem ich ins Trainingszentrum komme. Nach meinen ersten Einheiten auf dem Gelände habe ich gespürt, wie die Arbeitsweise und der Hunger nach Titeln diesen Klub antreiben. Damit meine ich nicht nur die Spieler, sondern alle Mitarbeiter im Verein. Dieses Gefühl ist regelrecht greifbar, wenn du durch das „Ciudad Real Madrid“ gehst. Bei jedem Mitarbeiter, bei jedem Spieler.

„Der Antrieb, immer ganz oben zu stehen, das liegt in der DNA dieses Vereins“

Mit Toni Rüdiger wandelt nun ein deutscher Nationalspieler seit dieser Saison durch die Gänge von Real Madrid. Wie verstehen Sie sich mit ihm?

Toni und ich kannten uns bereits aus den Spielen, die wir gegeneinander bestritten haben. Jetzt freue ich mich, dass er zu unserem Kader zählt. Toni ist ein Supertyp, mit dem ich mich auch abseits des Rasens super verstehe und auskomme.

Mit Rüdiger, Éder Militão und Ihnen hat Real Madrid nun drei hochkarätige Innenverteidiger für zwei Positionen in der Abwehr. Wie hart wird da der Konkurrenzkampf, und wem droht die Bank?

Ich glaube, diese Frage muss am Ende der Trai-ner beantworten. Wir haben mit Toni, Mili, Nacho und Jesús Spieler, die diese Position auf höchstem Niveau ausüben können. Sie sind alle Top-Verteidiger, die über ihren Job in der Abwehr hinaus dem Spiel ihren Stempel aufdrücken können. Sie müssen sich aber darauf einstellen, dass auch ich mein Bestes geben werde, um am Ende auf dem Rasen zu stehen (lacht).

Würden Sie denn auch mal wieder den Linksverteidiger geben, so dass alle drei spielen könnten? Oder ist dieses Kapitel für Sie abgeschlossen?

Was heißt abgeschlossen? Ich weiß, dass der Trainer mich auf der Innenverteidiger-Position sieht, so wie ich mich auch. Ich fühle mich in dieser Rolle einfach am wohlsten. Ich bin mir aber natürlich bewusst, dass ich die Linksverteidiger-Position jederzeit ausüben kann, und wenn es mal brennt, zur Verfügung stehen werde. Aber wie gesagt: Ich sehe mich als Innenverteidiger.

Hat Ihr Trainer Carlo Ancelotti mal zu Ihnen gesagt: Ich glaube, ich habe dich in unserer gemeinsamen Bayern-Zeit auf der falschen Position aufgestellt?

(lacht) Nein, nein. Ich weiß selbst, dass ich mich als Spieler ja über die Jahre auf diese Rolle hin entwickeln musste. Und ich glaube, wenn man rückblickend die Spiele sieht, die ich gerade mit Franck Ribéry im Duo auf der linken Außenbahn absolviert habe, dann habe ich das auch als Linksverteidiger – sagen wir mal – ganz gut gemacht. Für mich war das eine tolle Zeit, eine wichtige Erfahrung und hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Jetzt bin ich älter und vielleicht auch gereifter, um die Verantwortung in einer zentraleren Position zu übernehmen.

Robert Lewandowski ist diesen Sommer zum FC Barcelona gewechselt. Wird es für Sie komisch, in den Clásicos gegen Ihren Ex-Kollegen zu verteidigen?

Das ist eine sehr gute Frage. Wir haben wirklich einen sehr langen Zeitraum gemeinsam beim FC Bayern erlebt. Ich habe das Zusammenspiel wirklich genossen und geliebt. Und dass Lewy zu den besten Stürmern der Welt gehört, ist auch kein Geheimnis. Umso spannender werden unsere Duelle auf dem Rasen. Ich kann ehrlich sagen: Ich freue mich darauf, auch wenn die Spiele beiden sicher alles abverlangen werden.

Haben Sie das Wechsel-Theater von Lewandowski ein wenig schmunzelnd verfolgt? Immerhin hatte er mit Pini Zahavi denselben Agenten wie Sie bei Ihrem Wechsel zu Real, der ebenfalls nicht ganz geräuschlos vonstattenging.

„Ich weiß, was ich Bayern zu verdanken habe. Das weiß Robert auch“

Natürlich habe ich es auch mitbekomm e n . Ich weiß natürlich, dass so etwas irgendwie ja zum Business gehört, speziell wenn es um eine Spieler-Qualität geht, zur der Lewandowski definitiv gehört. Ich kann nur für mich sprechen: Mir persönlich war es bei meinem Wechsel immer wichtig, dem FC Bayern den Respekt entgegenzubringen, den dieser Klub und seine Fans verdienen. Denn ich weiß, was ich Bayern zu verdanken habe. Das weiß Robert auch, und ich denke, da ist jetzt auch alles gut zwischen ihm und dem Verein.

Zuletzt hatte Sportvorstand Hasan Salihamidzic öffentlich eingestanden, einen Fehler gemacht zu haben, als der Klub Ihnen für Ihre Entscheidung, beim FC Bayern zu bleiben, ein Ultimatum stellte. Hat Sie diese Aussage gefreut?

Diese Aussage habe ich natürlich registriert. Ich bin aber nicht jemand, der unbedingt zurückschaut, sondern ich blicke lieber in die Zukunft. Aus mei-ner Sicht gab es nie böses Blut zwischen dem FC Bayern und mir. Für mich ist alles gut. Diese 13 Jahre, die ich beim FC Bayern erlebte, habe ich genossen. Nun war es aber für mich an der Zeit, eine neue Herausforderung zu suchen. Ich glaube, das haben am Ende alle Seiten verstanden.

Der FC Bayern hat sich mit Sadio Mané, den Amsterdamern Ryan Gravenberch und Nousuns sair Mazraoui, Mathys Tel sowie Matthijs de Ligt verstärkt. Haben Sie über die Transfer-Aktivitäten Ihres Ex-Klubs gestaunt?

Der FC Bayern gehört zu den besten Vereinen auf dieser Welt. Der Klub steht genauso wie Real Madrid für Erfolg. Darum ist es auch nicht überraschend, dass sie für dieses Streben nach Titeln auch die Transfer-Politik ausrichten. Die Neuverpflichtungen zeigen, dass der FC Bayern im Kampf um den Champions-League-Sieg auch diese Saison ein gewichtiges Wörtchen mitreden will und wird. Bayern will den bestmöglichen Kader für den größtmöglichen Erfolg. Dementsprechend haben sie gehandelt. Bayern zählt für mich zu den Topfavoriten auf den Champions-League-Sieg.

Wen haben Sie noch auf dem Zettel, der Real Madrid die Titelverteidigung in der Königsklasse schwermachen könnte?

Wenn man unter den Topklubs Europas durch die Reihen geht, hat sich viel getan in diesem Sommer. Gerade die Engländer mit Manchester City oder der FC Liverpool werden eine große Rolle spielen. Aber auch der FC Barcelona hat viel auf dem Transfermarkt bewegt, um diese Saison wieder mit zu den Favoriten zu gehören. Ich rechne mit einer sehr, sehr spannenden Champions-League-Saison.

Darwin Núñez zu Liverpool, Erling Haaland zu Manchester City und Lewandowski zu Bar- celona. Können diese Mittelstürmer-Transfers den Ausschlag im Kampf um den Champions-League-Titel geben?

Das ist David Alaba

David Alaba, geboren am 24. Juni 1992 in Wien, startete seine Profi-Karriere 2008 bei Austria Wien, von wo aus er 2009 in die Reserve des FC Bayern und 2010 in die Bundesliga-Mannschaft des Rekordmeisters wechselte. Dort gewann der Österreicher zehnmal die Meisterschaft, sechsmal den DFB-Pokal und zweimal die Champions League, je zweimal den Uefa-Supercup und die Klub-WM. Nach seinem Wechsel zu Real Madrid 2021 wurde er einmal spanischer Meister, spanischer Supercup-Gewinner und erneut Champions-League-Sieger. Der zweimalige österreichische Sportler des Jahres machte bislang 94 Länderspiele (14 Tore).

Dass gerade die Mittelstürmer auf diesem höchsten Niveau den entscheidenden, kleinen Unterschied machen können, beweist der Fußball immer wieder. Wenn man die genannten Spieler anschaut, ist jeder von Ihnen Weltklasse. Typen wie sie findet man nicht oft. Ich bin daher froh, dass wir mit Karim Benzema den aktuell besten Stürmer der Welt in unserer Mannschaft haben.

Was genau macht Benzema so besonders?

Karim ist ein Spieler, der aus der kleinsten Chance ein Tor erzielen kann. Mit der Art und Weise, wie er Fußball spielt, führt er die Mannschaft an. Er ist ein echter Leader, auf und abseits des Platzes. Ich sehe ihn täglich. So wie er im Training arbeitet, wirkt das inspirierend auf alle Mitspieler. Er ist morgens einer der Ersten im Trainingszentrum und nach den Einheiten einer der Letzten, der nach Hause geht. Obwohl Karim im Klub-Fußball alles gewonnen hat, arbeitet er weiter unheimlich hart an sich, um weiterhin der Beste zu sein. Das sind alles Dinge, die zeigen, dass der Erfolg nicht von ungefähr kommt, und darum ist Karim dafür ein Vorbild.

Bayern hat keinen klassischen Mittelstürmer mehr, dafür mit Mané einen in der Offensive überall einsetzbaren Weltstar geholt. Sie spielten zuletzt im Champions-League-Finale gegen ihn, als er noch das Trikot von Liverpool trug. Wie finden Sie ihn?

Sadio ist ebenso wie Karim Benzema ein Unterschiedsspieler, der den Erfolg einer Mannschaft direkt beeinflussen kann. Seine Top-Qualität hat er über Jahre hinweg konstant beim FC Liverpool bewiesen, und ich bin überzeugt, dass er das nun genauso beim FC Bayern tun wird. Auch er suchte noch mal eine neue Herausforderung. Sich neue Ziele zu stecken treibt ei- nen noch mal zusätzlich an. Der FC Bayern wird von Sadio sehr profitieren.

Ein Stürmer ist am Ende doch nicht gewechselt: Sind Sie eigentlich ein wenig traurig, dass sich Kylian Mbappé am Ende doch gegen Real Madrid und für einen Verbleib bei Paris Saint-Germain entschieden hat?

Über Kylians Qualitäten gibt es keine zwei Meinungen. Er ist ein Spieler, wie es kaum einen zweiten auf der Welt gibt. Aber er ist ein Spieler von PSG. Mein Fokus liegt auf uns.

„Mbappé ist ein Spieler, wie es kaum einen zweiten auf der Welt gibt“

Ein B u ndesliga-Spieler, der immer wieder mit Real Madrid in Verbindung gebracht wird, ist der Dortmunder Jude Bellingham. Sehen Sie in ihm das Potenzial, um langfristig das Erbe von Toni Kroos und Luka Modric im Mittelfeld der Königlichen anzutreten?

Was Bellingham als Spieler betrifft, kann ich sagen, dass er zu den größten Mittelfeld-Talenten weltweit zählt. Und das in seinen jungen Jahren! Mit gerade mal 19 geht er der Mannschaft voran, versteckt sich nicht und entscheidet bereits Partien mit seiner Spielweise. Zu Bellinghams Qualitäten kann ich nur sagen: top!

Das Champions-League-Finale findet 2023 in Istanbul statt: Wünschen Sie sich ein Endspiel mit Real Madrid gegen Ihren Ex- Klub? Oder würden Sie dem FC Bayern mit diesem neuen Kader lieber aus dem Weg gehen?

Der FC Bayern gehört zu den besten Vereinen der Welt, und die besten Mannschaften gehören ins Finale. Für mich persönlich wäre ein Finale gegen den FC Bayern etwas ganz Besonderes. Unser Ziel bei Real Madrid ist es auf jeden Fall, am 10. Juni im Endspiel in Istanbul zu stehen.