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FUERTEVENTURA: Ein Traum aus Sonne, Sand und Meer


Ratgeber Frau und Familie - epaper ⋅ Ausgabe 11/2021 vom 29.10.2021

Als ich vor vielen Jahren einen Urlaub auf Fuerteventura buchen wollte, riet die nette Dame im Reisebüro ab: „Das ist doch nichts für Sie. Da ist doch nur Sand.“ Ich buchte trotzdem – zum Glück


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Bildquelle: Ratgeber Frau und Familie, Ausgabe 11/2021

Corralejo Beach


Seitdem war ich mit meiner Familie mehr als 30-mal auf der Kanareninsel. Ich finde, Lanzarote ist hübscher, Teneriffa vielseitiger, Gomera grüner, Gran Canaria interessanter. Doch Fuerteventura hat mein Herz sofort erobert, obwohl sich an der zweitgrößten Kanareninsel die Geister scheiden: Für die einen ist sie nur eine öde Geröllwüste aus schwarzer Lava. Für die anderen (und das sind Hunderttausende Deutsche pro Jahr) ist Fuerteventura ein Traum aus Sonne, Sand und Meer mit über 50 Kilometern feinster goldgelber Strände.

Sonne tanken zu jeder Jahreszeit

Die Insel ist karg. Doch genau das gefällt mir. Die Vulkanberge, die je nach Tageslicht grau, braunrot oder schwarz aussehen, wirken angenehm ...

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... beruhigend auf mich, unddie Strände sind mit die schönsten, die ich kenne. Auf der kanarischen Insel scheint die Sonne so gut wie jeden Tag, die Winter sind mild, und die Wassertemperaturen erinnern an die heimische Badewanne. Doch wo badet man am besten? Auch da gibt es zwei Meinungen. Im windigeren Norden des „lang gestreckten Lulatschs“ (100 Kilometer lang, maximal 31 Kilometer breit) finden die einen ihre Traumbucht, die anderen schwören auf den etwas sonnigeren Süden. Im nordöstlichen Zipfel der Vulkaninsel liegt Corralejo in der Gunst der Touristen ganz weit oben. Das einstige Fischerdorf wächst von Jahr zu Jahr und ist heute Fuerteventuras turbulentestes Ferienziel. Durch den Ort zieht sich die beliebte Hauptstraße mit Boutiquen, Shoppingmalls und Cafés bis zur Fußgängerzone im alten Zentrum am Fährhafen. Am kleinen Stadtstrand mit der neu angelegten Promenade reiht sich ein Restaurant an das andere. Die Attraktion des quirligen Orts Corralejo sind die Wüste und die riesige Wanderdüne an der sieben Kilometer entfernten Playa de Corralejo, die sich wie ein Vorposten der Sahara an der Uferstraße aufbauen. Für Kinder ist es ein Riesenspaß, erst mühsam die Düne hinaufzustapfen und dann im weichen Sand herunterzukugeln. Am Strand liegt man am besten windgeschützt in einer der vielen Burgen aus Lavasteinen mit Blick auf das vorgelagerte Inselchen Lobos. Vom 127 Meter hohen Vulkan La Caldera des unbewohnten Eilands, das man in 15 Minuten mit dem Ausflugsboot ab Corralejo erreichen kann, hat man einen grandiosen Ausblick. Uns ist es in Corralejo zu trubelig. Daher wohnen wir im rund 30 Kilometer entfernten El Cotillo an der Nordwestküste. Ein afrikanisch anmutender Ort, der mit seinem alten Piratenturm aus dem 15. Jahrhundert trutzig auf einem schwarzen Felsen über der Brandung thront. An dem Torre del Tostón trifft man sich abends, wenn die Sonne tiefrot am Horizont im Meer versinkt.

Traumhaft und kilometerlang

Zwei Strände, die ebenso fantastisch wie unterschiedlich sind: Unterhalb der Steilküste beim Turm erstreckt sich der kilometerlange Sandstrand Piedra Playa. Natur pur: Wild pfeift der Wind, Gischt türmt sich über Felsen, die Wellen jagen den Strand hinauf, malen Muster in den goldgelben Sand. Ideal für Strandläufer, Surfer und Windsurfer, zum Schwimmen weniger geeignet. Aber was für ein Spaß, sich in die weiße Gischt der meterhohen Wellen zu werfen. Bei roter Fahne heißt es allerdings: Baden verboten. Das kann man hingegen wunderbar in der geschützten Lagune Playa la Concha hinter dem Ort. Hier ist das Meer ruhig, das Wasser türkisblau wie in der Karibik, der Sand strahlendweiß. In den bizarr geformten schwarzen Lavafelsen bilden sich bei Ebbe Wassertümpel, in denen meine Kinder früher mit dem Kescher kleine Fische gefangen haben, Stunden um Stunden, während wir Eltern uns gemütlich sonnen konnten.

Corralejo hat sich zum zweitgrößten Touristenort auf Fuerteventura entwickelt


El Cotillo – ein kleines Fischerdorf mit einem charmanten Hafen und ein paar Restaurants


Der Torre del Tostón in El Cotillo ist ein Wehrturm aus dem 18. Jahrhundert


Am Ende des Strandtages kehren wir meist im „Azzurro“ hinter der Lagune ein – zum Beispiel um auf der Terrasse des strahlend weißen Hauses einen Barraquito (Espresso mit gesüßter Kondensmilch und Likör 43) zu trinken. Schmeckt wie eine Trüffelpraline. Oder wir bestellen Papas arrugadas, die kleinen schrumpligen in Salzwasser gekochten ungeschälten Kartoffeln. Dazu wird Mojo, die typische kanarische Soße in Grün und Rot, serviert. Queso fresco, milder Ziegenfrischkäse, ist eine weitere Inselspezialität. Mein Lieblingsgericht ist Pulpo a la Gallega, zarter lauwarmer Tintenfisch mit Olivenöl, Paprika und körnigem Meersalz gewürzt. Wunderbar essen kann man auch im 20 Minuten entfernten Villaverde im urigen Restaurante Mahoh. In dem restaurierten Bauerngehöft aus dem 19. Jahrhundert befindet sich nicht nur ein rustikales Grillrestaurant, in dem die Steaks über offenem Feuer gebrutzelt werden, sondern auch ein traumhaft schönes Landhotel im altkanarischen Stil. Neun Zimmer mit alten Bauernmöbeln, inmitten eines großen Parks mit Palmen und riesigen Kakteen.

Surfer City nennt sich der zwischen Cotillo und Corralejo liegende Ort Lajares. Er ist Treffpunkt der jungen Wellenreiter aus aller Welt, obwohl der Ort selbst gar nicht am Meer liegt. Aber hier gibt es hippe Cafés, kleine Lokale und jeden Samstag einen beliebten Kunsthandwerkermarkt, auf dem man mit einer Ziege, dem Insellogo, bedruckte T-Shirts, Schmuck, recycelte Taschen aus Luftmatratzen, Naturkosmetik und andere ungewöhnliche Dinge erstehen kann. Auch Puerto del Rosario lohnt inzwischen einen Besuch, denn die Inselhauptstadt hat sich in den vergangenen Jahren mächtig aufgehübscht. Zahlreiche Kunstobjekte säumen die Strandpromenade. Eine Fußgängerzone lädt zum Shoppen ein, und am Stadtstrand, der Playa Chica, kann man im Schatten der Kreuzfahrtschiffe in erstaunlich klarem Wasser baden.

Surfanfänger treffen sich am Strand Piedra Playa von El Cotillo


Im Restaurant Azzurro Chill out werden die Gäste mit Gerichten im mediterranen Stil verwöhnt


Der Süden mit der Halbinsel Jandia ist karger als der Norden, eine riesige Mondlandschaft, aber die meisten Ferienanlagen an der Costa Calma liegen in üppig blühenden Gärten voller Bougainvilleen, Palmen und Tamarisken. Ein wenig südlicher, unterhalb vom Hotel Melia Gorriones, liegt die unter Naturschutz stehende Playa Barca. Regelmäßig bildet sich bei Flut eine vier Kilometer lange Lagune, ein ideales Surfrevier für Anfänger und Kiter. Toll anzusehen, wenn die Surfer mit ihren bunten Segeln oder Kite-Drachen über das flache Wasser flitzen. Ruhig sind die Strandabschnitte Playa Esquinzo beim Robinson Club und die Playa Butihondo.

Hohe Wellen und starke Brise

Jandia ist der älteste Ferienort auf Fuerteventura. Legendär und bekannt von Postkarten ist der wilde Strand von Cofete. Zum Strandwandern perfekt, zum Baden zu gefährlich. Der Weg dorthin wie zu der ebenso einsamen Playa de Barlovento ist beschwerlich. Von Morro Jable geht es über die Berge an die Westseite zum Teil über eine Piste – nur mit Jeep oder Vierradantrieb, das letzte Stück zu Fuß. Doch auch wenn die Strändelocken, für einen Nur-Strand-Urlaub ist Fuerte eigentlich zu schade. In den oasenartigen Dörfern im Landesinnern entpuppt sich die Kanareninsel als bizarre Vulkanschönheit mit etlichen grünen Flecken. Inzwischen hat die Inselregierung begriffen, dass man dem drohenden Verfall der Orte im Landesinnern entgegenwirken muss. So versucht man nun, einen Turismo rural (ländlichen Tourismus) aufzubauen. Viele dieser Orte wurden restauriert –jahrhundertealte Windmühlen mit großem Aufwand wiederhergestellt. Wie zum Beispiel die Mühle von Antigua. Weiß gekalkt, mit neuen Flügeln steht sie, umgeben von Palmen und Kakteen, am Ortstrand. Früher wurden in den Windmühlen geröstete Maiskörner für das Gofio-Mehl gemahlen. Eine Inselspezialität, die man in den unzähligen Strandrestaurants kaum finden wird – jedoch in Orten wie Betancuria und Pajara, die vom Massentourismus unberührt geblieben sind und in denen zum Teil noch die Landwirtschaft das tägliche Leben bestimmt. Auf den rotbraunen Feldern, die die riesige Ebene überziehen, bauen die Majoreros, wie die Einheimischen genannt werden, faustgroße Tomaten, aber auch Gemüse und Hülsenfrüchte an.

Beliebt zum Flanieren ist die neu angelegte Hafenpromenade in der Hauptstadt Puerto del Rosario


In den runden Windmühlen auf Fuerteventura wurde früher Gofio, eine typische kanarische Mehlspezialität aus Gerste, gemahlen


Der Strand von Cofete – wegen der hohen Wellen und der starken Strömung zum Baden nicht geeignet


Längst erloschene Vulkankrater

Wer die Insel mit ihrer wilden Romantik und den mächtigen Vulkankegeln zu Fuß entdecken will, kann sich geführten Wandertouren anschließen, zum Beispiel einer Vulkanwanderung im Norden. Man passiert dabei fünf Krater und genießt ein berauschendes Panorama. Höhepunkt: der Blick in einen etwa 70 Meter tiefen Superkrater, den Calderón Hondo. Spannend ist auch der Trip von Vega de Rio Palmas ins Fischerdörfchen Ajuy. Bevor man die mit Palmen bestandene Oase verlässt, sollte man noch schnell einen Blick in die Wallfahrtskapelle werfen, in der sich das aus weißem Alabaster geschnitzte Bild der Schutzpatronin der Insel, der Virgin de lan Peña, befindet. Dann der langsame Abstieg über riesige ausgewaschene Felsblöcke. Und inmitten der Felsen immer wieder kleine, malerische Teiche, von Palmen umgeben. Weiter geht’s durch ein ausgetrocknetes Flussbett nach Ajuy. Was für ein Kontrast: vorn das blaugrün schimmernde Meer, hinten die schneeweißen Häuser und dazwischen ein riesiger schwarz glitzernder Sandstrand. Wer gern klettert, sollte den Hexenberg besteigen. Der Montaña de Tindaya war für die Guanchen (die Ureinwohner) eine heilige Opferstätte. Heute ist es ein ockerfarbener, kahler Felsklotz, 397Meter hoch und durch seine exponierte Lage nicht zu übersehen.

Der historische Ort Betancuria gilt als schönster Ort Fuerteventuras


Ein Vulkan wie aus dem Bilderbuch: der Calderón Hondo (278 m). Von der Kraterkante blickt man in ein tiefes, kreisrundes Loch


Ajuy an der schroffen Westküste von Fuerteventura lockt mit urigen Fischrestaurants und einem Naturstrand mit bunten Booten


Der Montaña de Tindaya – ein Vulkanberg, den die Altkanaren als heilig verehrten


Gut zu wissen

Die Vulkaninsel Fuerteventura liegt vor der afrikanischen Küste im Atlantik, etwa fünf Flugstunden von Deutschland entfernt.

Anreise: Direktflüge von mehreren deutschen Flughäfen mit Condor, Eurowings, Easyjet, Ryanair.

Klima: Der Nähe zu Afrika hat die Insel ihr angenehmes Urlaubsklima zu verdanken. Es ist ganzjährig warm, und es weht stets ein kühlender Wind. Es regnet nur selten, die Temperaturen schwanken zwischen 27 Grad im August und 18 Grad im Januar. Die Kanaren werden auch Inseln des ewigen Frühlings genannt.

Zeit: Auf Fuerteventura ist es eine Stunde früher als in Deutschland.

Spezialitäten: Vieja (Papageienfisch), Papas arrugadas (kleine, in Schale gekochte Kartoffeln mit würziger grüner oder roter Soße), Puchero (Gemüseeintopf mit Kichererbsen), Queso fresco (Ziegenfrischkäse), Cabrito (Zicklein).

Souvenirs: Ron con Miel (leckerer Honiglikör) sowie Aloe-Vera-Produkte.