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FULMINANTES COMEBACK!


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connect - epaper ⋅ Ausgabe 7/2022 vom 03.06.2022

HONOR MAGIC 4 PRO

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Bildquelle: connect, Ausgabe 7/2022

Honor möchte in Deutschland wieder dort anknüpfen, wo das Unternehmen vor dem Huawei-Embargo aufgehört hat. Im Heimatland China gelang bereits ein rasanter Start: Während alle anderen Tophersteller wie Oppo, Vivo, Huawei und Xiaomi im ersten Quartal 2022 gegenüber dem Vorjahr Marktanteile eingebüßt haben, gelang Honor aus dem Stand ein Wachstum von fast 170 Prozent. Mit einem Marktanteil von 17 Prozent liegt der Hersteller nun knapp hinter Apple auf Platz 4.

In Deutschland soll die neue Magic-4-Reihe ebenfalls für einen starken Wiedereinstieg sorgen. Allen voran Honors neues Topprodukt, das Magic 4 Pro, das mit absoluter Vollausstattung punkten will.

Schick und edel

Schon beim Äußeren macht Honor keine Kompromisse und zeigt höchste Verarbeitungskunst. Glasrückseite und Display des Magic 4 Pro sind zu den Längsseiten hin stark gekrümmt und münden in einen zwei Millimeter dünnen, auf ...

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... Hochglanz polierten Metallrahmen. Ein echter Hingucker ist das Cyan unseres Testgeräts, eine sehr empfehlenswerte Alternative zu Schwarz.

Weiche Übergänge und der Materialmix sorgen so oder so für angenehme und hochwertige Haptik. Ober- und Unterseite des Rahmens sind obendrein plan geschliffen und beherbergen neben einem Infrarotblaster noch zwei Stereolautsprecher. Mit 79 dB reicht ihre maximale Lautstärke zwar nicht ganz an die anderer Top-Phones mit 86 dB heran; dafür ist der Klang des Magic 4 Pro aber sehr gut und ausgewogen. Vor allem die hohen Töne gibt das Phone sehr präsent wieder, und tiefe Frequenzen sacken nicht ganz so schnell und stark ab wie beim Sony Xperia IV oder Xiaomi 12 Pro. Trotz der beiden Speaker ist es Honor gelungen, das Magic 4 Pro per IP68 vor Wasser und Staub zu schützen – wie es sich in dieser Preisklasse gehört.

Die hohe Verarbeitungsqualität hat einen Nachteil: Mit 215 Gramm ist das Phone kein Fliegengewicht und rangiert eher am oberen Ende der Skala. Da das Magic 4 Pro aber trotz seiner großen Kameraeinheit optimal ausbalanciert ist und eine abgerundete Rückseite hat, liegt es sehr gut in der Hand.

Apropos Kameraeinheit: Hier hatten wir ein Déjà-vu, denn das runde Design erinnert stark an das des vor anderthalb Jahren vorgestellten Huawei Mate 40 Pro. Da aber bereits der hierzulande nicht verkaufte Vorgänger Magic 3 dieses Designelement aufwies, ist es wohl einfach eine konsequente Weiterentwicklung bestehender Designsprache. Denn Honor ist mittlerweile ein eigenständiger Hersteller, wurde die einstige Huawei-Tochter doch Ende 2020 an ein Unternehmenskonsortium mit Sitz in Shenzhen verkauft.

Honor Magic 4 Pro im Kameratest

Magische Fotomomente schafft Honor mit einem Superweitwinkel- und einem Weitwinkelmodul mit je 50 und einer Teleeinheit mit 64 Megapixeln.

Die Hauptkamera – eine Weitwinkeleinheit – kann mit 50 oder mit 12 Megapixeln fotografieren, in der Praxis liefert die kleine Auflösung die besseren Resultate. Bei viel Licht sind die Ergebnisse ähnlich: Die mit 12 Megapixeln (1) zeigen nur in manchen Strukturen und nur in starker Vergrößerung mehr Details als die 50-MP-Aufnahmen (3). Doch angesichts ihres größeren Speicherplatzbedarfs verzichtet man dann gern auf die 50-MP-Dateien. Bei wenig Licht wächst der qualitative Abstand. Während die Qualität der 12-MP-Fotos nur wenig nachlässt (2), verlieren die 50-MP-Aufnahmen deutlich an Details (4). Zudem schießt die aggressive Nachschärfung ein Eigentor: Sie entfernt Rauschen und Artefakte nicht vollständig betont sie durch das Nachschärfen sogar zusätzlich, was den Bildeindruck unnötig verschlechtert.

■ Das Weitwinkelmodul

Dank QUAD-Sensors kann die Hauptkamera mit 50 und 12 Megapixeln fotografieren. Fotos mit reduzierter Auflösung sind denen mit 50 Megapixeln etwas überlegen, wenn sie bei viel Licht aufgenommen wurden, und deutlich besser, wenn im Dunkeln fotografiert wurde. In die Wertung gehen also die 12-MP-Fotos ein.

Bei optimalem Licht (5000 Lux) erreichen die Fotos sowohl mit 12 als auch mit 50 Megapixeln die Bestnote „ausgezeichnet“. Die 12-MP-Aufnahmen zeigen mehr Zeichnung in niedrigkontrastigen Strukturen und belegen weniger Platz, sodass die maximale Auflösung mit der Weitwinkelkamera keinen Vorteil bringt. Die Signalverarbeitung arbeitet zügellos aggressiv – insbesondere bei den 12-MP-Aufnahmen – und lässt viele Strukturen unnatürlich Aussehen. Auch bei wenig Licht (200 Lux) mindert die übertriebene Nachschärfung optisch die sonst sehr guten Ergebnisse. Trotz leichter Verluste bleiben in den Fotos mit 12 Megapixeln viele Details erhalten, das Rauschen ist noch kein Problem. Im Dunkeln (5 Lux) verschlechtern sich die 12-MP-Bilder und verdienen nur ein „ausreichend“. Die Rauschunterdrückung rechnet das Grießeln und zugleich einige echte Details weg. Insgesamt empfehlen wir für die Hauptkamera eindeutig die reduzierte Auflösung – in dieser Einstellung kommt sie trotz der Schwächen in der Dunkelheit auf die Gesamtnote „sehr gut“.

■ Zweifachzoom

Für Zweifachzooms verwendet das Smartphone die Hauptkamera. Ihre 12-MP-Aufnahmen können nur bei viel Licht mit guten Ergebnissen überzeugen. Gegenüber den Weitwinkelaufnahmen nimmt die Auflösung teils kräftig ab, doch es reicht noch für ein gutes Detailniveau. Auch die Signalverarbeitung hält sich hier erfreulicherweise zurück. Mit nachlassendem Licht kommt das Zweifachzoom schlecht zurecht und ist bereits bei wenig Licht nicht zu empfehlen.

■ Langes Tele

Ein optisches 3,5-fach-Zoom mit einem QUAD-Sensor mit 64 oder 16 Megapixeln ist eine Besonderheit. Die Fotos mit 16 Megapixeln sind in allen Lichtsituationen besser als die mit höherer Auflösung. Mit der Gesamtnote „gut“ ist das Honor-Tele derzeit eines der besten Telemodule. Bei viel Licht legt das Tele einen tollen Start hin. Die Signalverarbeitung ist zwar zu aggressiv, aber die Feinzeichnung sehr gut, und noch fehlen Rauschen und störende Artefakte. Bei wenig Licht geht das Entrauschen zulasten der Auflösung: Die Feinzeichnung nimmt ab, und die Bilder wirken etwas zu weich. Doch unterm Strich kann das Tele das gute Niveau auch bei nachlassendem Licht halten, bei Dunkelheit ist es aber nicht nutzbar.

■ Das Superweitwinkelmodul

Wie die Weitwinkelkamera steht auch das Superweitwinkelmodul mit zwei Auflösungen zur Wahl: 12 und 50 Megapixel. Insgesamt setzt sich wieder die reduzierte Auflösung mit der Gesamtnote „befriedigend“ durch. Wirklich überzeugen kann die Superweitwinkelkamera aber nur bei viel Licht. Dann liefern die 12-MP-Bilder detailreiche Aufnahmen auf sehr gutem Niveau. Schon bei wenig Licht geht die Feinzeichnung der 12-MP-Aufnahmen sichtbar zurück, sodass die Verwendung dieser Kamera kaum noch empfehlenswert ist.

■ Fazit

Das Honor Magic 4 Pro hat drei Kameras mit 50 und 64 Megapixeln, doch stets sollte man mit der reduzierten Auflösung arbeiten. Mit 12 Megapixeln zeigt die Hauptkamera eine sehr gute Gesamtleistung und erhält bei viel Licht sogar die Wertung „ausgezeichnet“ – obwohl die Signalverarbeitung viel zu aggressiv vorgeht und die Weitwinkeleinheit im Dunkeln schwächelt. Als Zweifachzoom ist die Weitwinkelkamera nur bei viel Licht gut. Doch mit dem optischen 3,5-fach-Zoom steht eine attraktive Alternative bereit: Das Tele schießt nämlich bei viel Licht „sehr gute“ und bei wenig Licht „gute“ Fotos. Das Superweitwinkelmodul ist nur bei viel Licht „sehr gut“ – davon hätten wir mehr erwartet.

Wadim Herdt

1 2

Als Zweifachzoom überzeugt die Weitwinkelkamera nur bei viel Licht mit guten Ergebnissen (1). Neben der guten Feinzeichnung fällt die Signalabstimmung auf, die natürlicher wirkt als die der anderen Module, aber auch natürlicher als in den bei wenig Licht mit dem Zweifachzoom aufgenommenen Bildern. Somit eignet sich das Zweifachzoom bei viel Licht gut für Porträts. Für weiter entfernte Motive eignet sich das Telemodul besser – wiederum im 16-MP-Modus. Zwar greift bei diesem die Signalverarbeitung stärker und nicht nur zum Guten in die Bilder ein, doch bei viel Licht ist die Zeichnung sehr gut (3). Die Details lassen bei weniger Licht nach (4), bleiben aber noch auf gutem Niveau. Das Superweitwinkelmodul (2) liefert nur bei viel Licht und mit 12 Megapixeln eine sehr gute Bildqualität – wenn auch mit überzogener Signalverarbeitung.

Blickfang mit 3D-Gesichts-Scan

Zurück zum Magic 4 Pro: Eine Wucht ist das Display auf der Front, das sich über satte 6,8 Zoll erstreckt. Damit spielt das Panel größentechnisch in der Oberliga. Qualitativ gehört das OLED des Magic 4 Pro zu den besten im Markt. Es übertrumpft sogar das von S22 Ultra, Xiaomi 12 Pro und Oppo Find X5 Pro. Nur dem Panel des Sony Xperia IV muss es sich geschlagen geben.

Dank der gebogenen Längsseiten und somit sehr schmalen Displayränder nimmt man bei der Nutzung visuell fast nur Display wahr. Surfen und Videos gucken ist somit ziemlich immersiv. Für ein feines Bild sorgen die 1312 x 2848 Pixel des OLEDs und für flüssiges Scrolling eine Bildwiederholrate 120 Hertz. Das LTPO-Panel passt dabei die Aktualisierungsrate dynamisch an die wiedergegebenen Inhalten an. Großen Einfluss auf die Akkulaufzeit scheint das nicht zu haben, wie wir später noch sehen werden.

Unter und im Screen sitzen zwei Elemente, die das Magic 4 Pro in puncto Sicherheit zu einem der besten Android-Phones auf dem Markt machen: eine Frontkamera mit 3D-Gesichtsentsperrung und ein Ultraschall-Fingerprintsensor. Dieser stammt von Qualcomm und generiert mithilfe der Ultraschallwellen ein dreidimensionales Abbild aller Riefen eines Fingers, was deutlich akkurater und sicherer ist als ein optischer Scan. Außerdem ist der Ultraschallsensor weniger störanfällig, sodass sich das Phone sogar mit nassen Fingern entsperren lässt.

Für die Gesichtserkennung wird kein zweidimensionales Foto erzeugt, sondern mittels ToF-Sensor ein 3D-Bild der Gesichtskonturen. Damit lässt sich das Gerät sogar bei schlechten Lichtverhältnissen entsperren, und die Sicherheit ist natürlich ebenfalls noch einmal höher. Mit dem Gesichtsscan lassen sich beispielsweise auch Zahlungen freigeben oder Apps schützen.

Auf viele Sicherheitsfunktionen ausgelegt ist auch Honors Nutzeroberfläche Magic UI 6, die auf dem aktuellen Android 12 basiert. Sie ist wie bei Xiaomi, Samsung und Oppo eher bunt gehalten und hat viele Funktionen. So lässt sich ein abgesicherter separater Bereich oder ein verschlüsselter Tresor einrichten, in dem man Fotos, Videos und Dateien ablegen kann. Auf Wunsch schützt man auch Apps per PIN.

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Neu ist der per KI geschützte Anruf. Hierbei soll der beim Telefonieren nach außen dringende Schall reduziert werden, damit Umstehende keine Details des Telefonats mithören können. Honor nutzt dafür die Knochenschallübertragung und gibt nur bestimmte Frequenzen über die Hörmuschel wieder. In unserem Praxistest war der Effekt allerdings überschaubar und vergleichbar mit einem Telefonat bei reduzierter Lautstärke.

Praktisch ist noch die Seitenleiste mit Schnellzugriffen auf die wichtigsten Apps und Funktionen. Ein Desktop-Modus ermöglicht zudem Arbeiten am Monitor mit einer Windows-ähnlichen Oberfläche.

Maximaler WLAN-Speed

Die dafür notwendige Verbindung zum Bildschirm stellt man via USB-C-Anschluss her, der DisplayPort unterstützt. Im Labor haben wir einen mittleren Datendurchsatz von rund 260 Mbit/s gemessen. Bei Geräten mit 3.2-Gen-1-Standard liegt dieser Wert im Mittelfeld – Oppo schafft beim Find X5 Pro satte 405 Mbit/s.

Um die Konnektivität ist es generell aber sehr gut bestellt: So verbaut Honor Dual-SIM, wobei man entweder zwei Nano-SIMs nutzt oder alternativ eine eSIM aktiviert. Auf der Überholspur fährt das Magic 4 Pro in Sachen WLAN-Speed. Hier erreicht man bis zu 1660 Mbit/s im Download, und mit Abstand zum Router sind immer noch stattliche 466 Mbit/s drin – in der Oberklasse ist beides bisher unerreichte Spitze. Und das, obwohl Honor auf den noch schnelleren E-Zusatz beim Wi-Fi 6 verzichtet. Bluetooth ist mit dem aktuellsten 5.2-Standard am Start. Zur Musikübertragung stehen dem Magic 4 Pro HiRes-Audiocodecs wie aptX HD und LDAC zur Verfügung.

Für die entsprechende Oberklasse-Systemleistung sorgt der High-End-Chipsatz Snapdragon 8 Gen 1 zusammen mit 8 GB RAM. Die Bedienung funktioniert damit flüssig, und selbst mit grafikintensiven Spielen oder Multitasking hat das Magic 4 Pro absolut keine Schwierigkeiten. Speicher ist mit 232 GB ebenfalls genügend vorhanden, er ist aber nicht per SD-Karte erweiterbar.

Laufzeit könnte noch länger sein

Kommen wir zur harten Währung, den Messdaten aus dem Labor. Gut bis sehr gut schlagen sich die Empfangseigenschaften des Magic 4 Pro im LTE- und GSM-Netz. Beim LTE-Empfang fehlt zur nächstbesseren Note noch eine etwas höhere Strahlungsleistung bei 800 MHz. Ein gutes Hörbild liefert auch die Telefonieakustik. Sie kann mit einer klaren Verständlichkeit und effektiver Geräuschunterdrückung punkten. Um zur Spitzengruppe aufzuschließen, fehlt es der Lautstärke in Empfangsrichtung an ein paar Dezibel.

Viele Videofunktionen auch für Profis

Normaler Videomodus

Aufnahme mit integrierter LUT

LOG-Aufnahme, nachbearbeitet

■ Besonderes Augenmerk legt Honor bei der Kameraausstattung auf die Videofunktionen. Als eines der ersten Phones liefert das Magic 4 Pro 4K 60 fps bei 10-Bit-Farbtiefe. Und das auch noch mit einem flachen LOG-Farbprofil, was ambitionierten Nutzern eine sehr gute Grundlage zur Farbnachbearbeitung (Grading) verschafft. Hier an ein ansprechendes Bild zu kommen, ist jedoch aufwendig und bedarf einer professionellen Schnittsoftware. Zudem liefert der Modus ein recht weiches Bild. Wem der Aufwand zu hoch ist, greift einfach auf Honors vorgefertigte LUTs zurück, die den Clips wie Filter verschiedene Farbstimmungen verpassen. Dabei entstehen jedoch teilweise unschöne Farbsäume. Für HDR-Videos ist ebenfalls maximal 4K-Auflösung wählbar und sorgt für hellere Schatten. Am unkompliziertesten ist der normale Videomodus, der unserer Meinung die beste Bildqualität liefert. Kontraste und Farben sind knackig abgestimmt, nur die Sättigung könnte noch etwas geringer ausfallen.

Doppelte Power mit zweimal 100 Watt

■ Rasant geht‘s beim Magic 4 Pro in Sachen Ladeleistung zu: Honor packt nämlich ein starkes 100-Watt-Netzteil in den Lieferumfang. Momentan lädt nur Xiaomis 12 Pro mit 120 Watt noch fixer. Bislang unerreicht sind hingegen die 100 Watt, die Honor auch kabellos mit dem separat erhältlichen Wireless Charger Stand (99 Euro) ins Phone drückt. Spitzenreiter war bislang das Xiaomi Mi 11 Ultra mit 67 Watt. Die Herausforderung ist dabei, dass sich der Akku nicht zu stark erwärmt, was seine Lebenszeit beeinträchtigen würde. Ein im Ladeständer integrierter Lüfter sorgt deswegen für ein angenehmes Ladeklima. Außerdem hat Honor den Widerstand der Ladespule reduziert und spezielle Materialien zur Wärmeableitung verbaut.

Was am Ende zählt, ist die Ladezeit: Der 4600-mAh-Akku soll innerhalb von 15 Minuten auf 50 Prozent gebracht werden. Unser Test konnte das nicht verifizieren, aber die in dieser Zeit erreichten 40 Prozent sind in Sachen Wireless Charging auch schon hervorragend. Für die 50 Prozent muss man sich nur weitere fünf Minuten gedulden.

Verbesserungsbedarf besteht bei der Akkulaufzeit. Mit 8:41 Stunden im Laufzeittest ist sie zwar gut, für ein Topgerät dieser Preisklasse aber zu kurz. Xiaomi holt zum Beispiel beim 12 Pro mit derselben Akkukapazität noch 1,5 Stunden mehr raus. Es ist wahrscheinlich dieser Umstand, der dem Gerät einen der vorderen Plätze in der Bestenliste verwehrt. Nichtsdestotrotz: Das Magic 4 Pro macht sehr viel richtig und ist das bislang am besten ausgestattete Smartphone 2022. Es beschert Honor einen starken Wiedereinstieg in den deutschen Markt, und wir sind gespannt, was der Hersteller in den kommenden Monaten noch abliefert.

Lennart Holtkemper

Displaymessung

Die Blickwinkelstabilität des OLED-Displays ist hervorragend. Gleiches gilt für die Helligkeit, die im Outdoor-Boost sogar 913 Candela erreicht. Die Kontrastwerte in Innenräumen und bei Sonneneinstrahlung erzielen ebenfalls Bestwerte und sorgen da wie dort für erstklassige Ablesbarkeit.