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FUSSBALL IST UNSER LEBEN!


N-Zone - epaper ⋅ Ausgabe 10/2021 vom 15.09.2021

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Bildquelle: N-Zone, Ausgabe 10/2021

Electronic Arts Vormachtstellung bezüglich FIFA kommt durch die unzähligen Lizenzen von Spielern, Ligen und Vereinen sowie dem höchst umstrittenen FUT-Modus zustande. (Quelle: EA Sports/Gamespress)

Ein kleines Vorwort vorab: Unsere Auswahl beschränkt sich auf klassische Arcade-Titel und Simulationen, Manager-Spiele wie Championship Manager, Bundesliga Manager oder Anstoss müssen auf den Zuschauerrängen Platz nehmen. Des Weiteren erhält jede Serie maximal einen Eintrag, damit nicht die Hälfte der Liste mit Ablegern von FIFA und Pro Evolution Soccer belegt ist. Und klar: Das Ganze ist natürlich sehr subjektiv. Doch genug der Vorrede, los geht’s mit unserem großen Fußballspiele-Special!

International Soccer (1983)

Kaum zu glauben: Das alte International Soccer für den Commodore 64 erschien bereits 1983 und war fünf Jahre lang das Maß aller Fußballspiele. Der Engländer Andrew Spencer programmierte den Klassiker im Alleingang und konzentrierte sich dabei auf das Wesentliche. Die Pseudo-3D-Perspektive war modernen Fußballspielen schon durchaus ähnlich, allerdings traten hier pro Mannschaft lediglich ...

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... sechs Feldspieler plus Torwart an. C64-Spieler konnten entweder zu zweit gegeneinander spielen oder den Computer in neun Schwierigkeitsgraden herausfordern.

Das Spiel punktete mit einer für die damalige Zeit sehr präzisen Steuerung und einer simplen Menüführung – man konnte innerhalb von zehn Sekunden beherzt drauflos kicken. Zudem sahen die Fußballer schön groß und trotz klobiger Grafik gut erkennbar aus. Die Computer-KI ließ sich zwar leicht aushebeln, doch dafür avancierte International Soccer umso mehr zu einem der ersten großen Multiplayer-Titel. Deshalb brauchte es weder Musik noch großartige Soundeffekte: Die tadellose Spielbarkeit machte das Spiel zum Klassiker, bei dem mangels Fouls, Abseits und gelben oder roten Karten nur das Regelwerk zu wünschen übrigließ.

Match Day (1984) & Match Day 2 (1987)

Unmittelbar nach International Soccer sollte nur ein weiteres Fußballspiel halbwegs mithalten können: Jon Ritmans Match Day für den ZX Spectrum. Es kopierte gekonnt die Vorzüge des großen Konkurrenten, nur dass die Spielfiguren aufgrund der limitierten Hardware einfarbig und sehr langsam waren.

Drei Jahre später programmierte Ritman einen Nachfolger für denselben Computer, der sich vor allem in England großer Popularität erfreut hat. Match Day 2 überraschte vor allem mit einer überraschenden Spieltiefe: Das sogenannte Kickometer ließ mehrere Schussstärken zu und die halbwegs realistische Physik ermöglichte sogar Kopfbälle. Im Gegensatz zu International Soccer konnte man obendrein eine kleine Meisterschaft austragen oder in einer Mini-Liga mit bis zu acht Mannschaften spielen. Leider entpuppten sich sämtliche Umsetzungen für andere Computer wie den C64 oder Amstrad CPC als große Enttäuschung, was dem Spiel abseits von England einen schlechten Ruf einbrachte.

Microprose Soccer (1988)

Es dauerte also eine halbe Dekade, bis International Soccer seinem Meister in Form von Microprose Soccer für den C64 begegnete. Der britische Entwickler Sensible Software legte genau wie Andrew Spencer viel Wert auf eine einwandfreie Spielbarkeit und änderte die Kameraansicht von der Seiten- zur Vogelperspektive. Obwohl man nur mit einem Feuerknopf auskommen musste, konnte man problemlos passen, schießen und mit etwas Geschick sogar kunstfertige Bananenflanken oder Fallrückzieher ausführen.

Ansonsten lebte das Spiel von kleinen Details wie Regentropfen, die bei schlechtem Wetter auf den Rasen prasselten und das Grätschen erschwerte. Selbst eindrucksvolle Gewittereffekte waren schon an Bord. Auch sonst war Microprose Soccer vollgepackt mit tollen Features: Eine grafisch gewitzt umgesetzte Replay-Funktion wiederholte eure erfolgreichen Torschüsse, man konnte ähnlich wie in Match Day 2 sowohl eine Liga als auch eine Weltmeisterschaft nebst Gruppen- und K.O.-Phase absolvieren und Martin Galways elektronische Titelmelodie sorgte endlich für einen anständigen Ton in einem Fußballspiel.

Abschließend überraschte Sensible Software mit einem coolen Bonusmodus namens Six-A-Side-Soccer: Hier spielte man in einer kleinen Halle und mit deutlich weniger Spielern, wodurch das Spielgeschehen noch einmal eine ganze Ecke schneller ablief. Der Modus orientierte sich an der amerikanischen Major Indoor Soccer League, einer ehemaligen Hallenfußball-Liga. Man trat deshalb mit US-Mannschaften aus Städten wie etwa Reno oder Baltimore an.

Emlyn Hughes International Soccer (1988)

Gleich beim Start von Audiogenics Emlyn Hughes International Soccer wurde man von den vielen Optionen des Startmenüs erschlagen, die sogar das Editieren der Mannschaften und einzelnen Spielernamen erlaubten.

Das Spiel selbst erinnerte grafisch auf den ersten Blick an International Soccer, war jedoch um ein Vielfaches komplexer und vielleicht die erste anständige Fußballsimulation überhaupt. Dank der ausgefeilten Steuerung war das Passen und Schießen mit verschiedenen Schusswinkeln möglich und die Kicker drehten sich im Lauf schneller herum als aus dem Stand heraus. Wer all diese Finessen beherrschte, wurde mit einer hohen Spielgeschwindigkeit und zahlreichen Taktikmöglichkeiten belohnt.

Erwähnenswert: Emlyn Hughes International Soccer war das erste Fußballspiel, das sowohl auf alten 8-Bit-Systemen wie dem C64 als auch auf 16-Bit-Computern wie dem Amiga oder dem Atari ST ordentlich Spaß machte. Letztere waren grafisch obendrein deutlich aufwendiger als die C64-Fassung.

Kick Off (1989) & Kick Off 2 (1990)

Und plötzlich klebte der Ball nicht mehr am Fuß der Spielfiguren! Der Brite Dino Dini krempelte mit seinem Überraschungshit Kick Off sämtliche zuvor erschienen Fußballspiele um, erhöhte massiv die Spielgeschwindigkeit, addierte ein Radar (das nur echte Profis während der Hektik im Blick behielten) und vergaß auch Kleinigkeiten wie einen Schiedsrichter oder das Verteilen von gelben beziehungsweise roten Karten nicht.

Kick Off galt als das erste wirklich ausgereifte Fußballspiel für Amiga und Atari ST. Es war schwer zu erlernen, aber nach dem Meistern der Steuerung umso befriedigender zu spielen. So musste man zum Annehmen eines Passes den Feuerknopf frühzeitig gedrückt halten, um den Ball zu stoppen und anschließend in eine beliebige Richtung zu kicken.

Der Erfolg führte sogar zu einer kleinen Serie: Es folgte zunächst ein Addon namens Extra Time, danach veröffentlichte Publisher Anco den Arcade-Manager-Hybriden Player Manager und abschließend das glorreiche Kick Off 2. Dieser Nachfolger glänzte mit vielen neuen Features, darunter angeschnittene Bälle oder das Regulieren der Spielgeschwindigkeit, damit Einsteiger besser die Steuerung lernen konnten. Alle weiteren Nachfolger sowie die 2016 für PS4 und 2017 für den PC erschienene Neuauflage Kick Off Revival konnten leider nicht an frühere Glanzzeiten anknüpfen.

Nintendo World Cup (1990)

Nintendo World Cup ist vermutlich das ungewöhnlichste Fußballspiel in diesem Artikel: Es erschien ausschließlich für das Nintendo Entertainment System und basierte auf dem japanischen Modul Nekketsu Koko Dodgeball-bu: Soccer-hen von Technos Japan. Dort traten mehrere High- School-Mannschaften gegeneinander an, deren Gemütszustand während der Halbzeitpausen in Form von kleinen Comic-Sequenzen persifliert wurde.

Leider wurde ein Großteil der lustigen Präsentation für die amerikanisch-europäische Version gestrichen. Auch tauschte Nintendo die High-School-Schüler gegen gewöhnliche Nationalmannschaften aus. Zum Glück blieb der eigentliche Spielablauf unangetastet, sodass man nach wie vor Special Moves in Form von übertrieben starken Torschüssen zelebrieren und man seine Gegner nach Belieben foulen durfte. Ebenfalls ungewöhnlich: Man übernahm nur die Kontrolle eines Mittelfeldspielers anstatt einer kompletten Mannschaft, gleichwohl man seinen computergesteuerten Kameraden Befehle erteilen konnte. Oder man schnappte sich ein paar Freunde und versuchte sich am revolutionären Vier-Spieler-Modus, der aufgrund seiner ruppigen Art selbst Fußball-Muffel ansprach. Dafür wurde seinerzeit die schwache Technik kritisiert, die das Spiel mit ständig flackernden Figuren bestrafte.

Super Soccer (1991)

Super Soccer ist ein gutes und zugleich etwas trauriges Beispiel dafür, wie rasant sich Fußballspiele im Laufe der 1990er-Jahre weiterentwickelten. Während die ursprüngliche Version für die PC Engine wenige Besonderheiten bot, wurde die Umsetzung für das Super Nintendo von der Fachpresse mit sehr hohen Wertungen bedacht und vor allem für ihre eindrucksvolle 3D-Grafik gelobt. Denn Entwickler Human Entertainment zauberte dank des Mode-7-Grafikmodus des SNES eindrucksvolle Bilder auf die Mattscheibe.

Die Kamera befand sich mitten auf dem Spielfeld und bewegte sich gradlinig zwischen den beiden Toren. Im Vergleich zu anderen Fußball-Titeln fühlt man sich hier viel näher am Spielgeschehen – Super Soccer mauserte sich zu einem wichtigen Pionier der dreidimensionalen Fußballspiele.

Leider entpuppte es sich darüber hinaus als ein etwas austauschbares Gekicke und verlor schnell an Reiz. Die Konsequenz: Der 1993 nur in Japan erschienene Nachfolger Super Formation Soccer 2 kam in Import-Tests von Magazinen wie der Video Games deutlich schlechter weg. In der Zwischenzeit waren einfach andere gute Fußballspiele wie Striker oder das erste FIFA Soccer erschienen.

Sensible Soccer (1992) & Sensible World of Soccer (1994)

Wer noch nie etwas von Sensible Soccer gehört hat, der wird beim Anblick der krümeligen Grafik bestimmt den Kopf schütteln: Das soll ein gutes Fußballspiel sein? Aber hallo! Und vielleicht sogar das Beste seiner Art …

Erneut schlugen die Jungs von Sensible Software zu: Sie nahmen Kick Off als Blaupause, vergrößerten den Bildausschnitt und kehrten die Steuerung des Klassikers regelrecht um, weshalb man beispielsweise für das Passen kurz und für das Schießen lang auf den Feuerknopf drücken musste.

Überhaupt war die sensationelle Spielbarkeit der Star von Sensible Soccer: Erstmals hatte man das Gefühl, all die Tricks wie Fallrückzieher, Kopfball oder Bananenflanken wie selbstverständlich auszuführen, anstatt vorher stundenlang eine komplizierte Steuerungsmechanik erlernen zu müssen. Allein das Anschneiden von Schüssen funktionierte so gut wie in keinem anderen Fußballspiel zuvor.

Es folgten zahlreiche verbesserte Versionen, die beispielsweise Fouls mit gelben oder roten Karten bestraften. 1994 krönte Sensible Software sein eigenes Meisterwerk und veröffentlichte mit Sensible World of Soccer (SWOS) die ultimative Mischung aus Arcade-Fußball und Manager. Selbst heute wird Sensible Soccer noch von vielen Fans begeistert gespielt und erhält regelmäßige Fan-Updates wie SWOS 2020. Mehr Infos dazu findet ihr auf sensiblesoccer.de.

International Superstar Soccer Deluxe (1995) & International Superstar Soccer 64 (1997)

Wer sich in den 90ern mehr Realismus, Optionen und Steuerungsraffinessen wünschte, der kam nicht um Konamis Deluxe- Version von International Superstar Soccer für das Super Nintendo herum. Bereits der 1994 veröffentlichte Vorläufer begeisterte mit einer plastischen Grafik und äußerst vielschichtigen Animationen. Das Gamepad war voll belegt und ermöglichte verschiedene Arten von Pässen, Hackentricks oder kurzen Sprints. Ein Radar sorgte für die volle Übersicht, die sehr gut ausbalancierte Geschwindigkeit für eine hervorragende Spielbarkeit.

International Superstar Soccer mangelte es nur an Optionen, die dafür die Deluxe-Version umso mehr lieferte. So konnte man zu viert spielen oder den Schwierigkeitsgrad individuell für jedes Team einstellen, um übermächtige Nationen wie Deutschland an relativ schwachbrüstige wie Nordirland anzugleichen.

Ebenfalls erwähnenswert ist der direkte Nachfolger International Superstar Soccer 64, der zwei Jahre später auf dem Nintendo 64 debütierte und dank seiner fantastisch animierten Polygongrafik faszinierte. Zudem beeindruckte der geschwätzige Kommentator, auch wenn sich seine Sprüche schnell wiederholten.

Pro Evolution Soccer (2001 bis heute)

Konami hat bekanntermaßen noch eine weitere Fußballserie erfunden: Während International Superstar Soccer innerhalb der Playstation-2-Ära in der Versenkung verschwand, stieg parallel dazu Pro Evolution Soccer (kurz PES) zum neuen Meister auf und wird bis heute fortgesetzt.

Die Serie ist vor allem für ihren relativ hohen Anspruch und Realismus bekannt: Echte Fußball- Fans schwören jedenfalls darauf, dass PES rein spielerisch betrachtet ungeschlagen sei. In der Tat fühlen sich die Spiele im Vergleich zur Konkurrenz viel authentischer an, und das Treiben auf dem Platz erinnert an echte Fußballpartien.

Ungeachtet dessen hat Konami seine Reihe Jahr für Jahr weiter verfeinert, weshalb auch die audiovisuellen Unterschiede zu einer Live-Übertragung im Fernsehen immer geringer werden. Dafür sorgen unter anderem lebensnahe Animationen, eine grundsolide Präsentation und eine täuschend echte Soundkulisse, dank der man sogar die leisen Zurufe unter seinen Spielern heraushören kann. Unter PES-Liebhabern genießen vor allem die ersten Teile für die PS2 Kultstatus – für uns zählt PES 6 zum besten Ableger der Serie. Aber auch das aktuelle eFootball PES 2021 ist eine spielstarke Simulation.

Allerdings ist Pro Evolution Soccer nicht die einzige Serie, die sich stetig weiterentwickelt. Und der einzig noch relevante Konkurrent hat ein mächtig großes Plus- Argument auf seiner Seite …

FIFA International Soccer (1993 bis heute)

Bereits das Ur-FIFA für das Sega Mega Drive schlug ein wie ein Vollspannstoß in den Winkel und wurde anno 1993 von vielen als das bis dato ausgereifteste Fußballspiel bezeichnet. Die isometrische Perspektive machte das Spielgeschehen plastisch und übersichtlich zugleich und die Steuerung vollzog gekonnt die Gratwanderung zwischen Arcade und Simulation.

Auch von FIFA erscheint seitdem jedes Jahr eine neue Version, die sich dem aktuellen Stand der Technik anpasst und in Sachen Präsentation immer mehr einem realen Fußball-Match gleicht. Der große Unterschied zu Pro Evolution Soccer: Publisher Electronic Arts leistet sich ein fettes Lizenzpaket, das nahezu alle echten Spieler, Mannschaften und Klubs vereint und inzwischen sogar die Spielerinnen des Frauenfußballs berücksichtigt.

Die Qualität der einzelnen Versionen schwankt indes mehr als bei der Konkurrenz von Konami: Fanden frühe Ableger wie FIFA 98: Road to World Cup und Frankreich 98: Die Fußball-WM reichlich Anklang (nicht zuletzt wegen Kult-Songs wie Song 2 von Blur oder Tubthumping von Chumbawamba), ging es nach der Jahrtausendwende bei FIFA abwärts. Gerade zwischen 2000 und 2009 wurde FIFA von Profizockern als zu seicht und zu „arcadig“ bezeichnet. Zudem verzettelte sich EA schon früh mit unnötigen Ablegern, etwa dem actionorientierten Spinoff Bundesliga Stars und dessen Nachfolger (2000 beziehungsweise 2001 erschienen). Wieder deutlich beliebter war das 2005 veröffentlichte FIFA Street: eine sympathische Straßenfußballvariante, die seit FIFA 2020 in Form des Volta-Modus ein fester Bestandteil der Hauptserie ist.

All das gipfelt im „FIFA Ultimate Team“-Modus (kurz FUT), der gleichzeitig Segen und Fluch zu sein scheint: Seit FIFA 09 kann man sein eigenes Traumteam mit seinen Lieblingsspielern zusammenstellen, wofür man sie jedoch entweder in einem internationalen Online-Markt erwerben oder mit viel Glück über den Kauf von Kartenpäckchen erwerben muss. Hinter Letzterem steckt leider nichts Anderes als eine verkappte Lootbox-Mechanik, die FIFA zu einem Pay2Win-Produkt macht. Und solche Machenschaften sollte die langlebigste Fußballserie eigentlich nicht nötig haben.