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FUSSSCHMERZEN: Alles für einen guten: Auftritt


Hörzu Gesundheit - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 16.11.2018

Jeder zweite Deutsche hatProbleme mit seinen Füßen. Die sollte man ernst nehmen – damit sich das Leiden nicht verschlimmert


Würde ein Architekt ein gewaltiges Bauwerk auf nur zwei kleine Sockel stellen? Wohl kaum! Unsere Füße aber haben als Fundament des Körpers täglich ein Vielfaches ihres eigenen Gewichts zu tragen. Kein Wunder, dass mehr als die Hälfte aller Deutschen unter Fußproblemen leidet. Auch wenn die Schmerzen gleich mehrere Ursachen haben können, sind die meisten Probleme doch hausgemacht. Denn statt auf bequemen Schuhen unterwegs zu sein, ringen vor allem Frauen ihren Füßen auf zu hohen, zu spitzen und zu engen Schuhen manch Eiertanz ab.

Individuelle Lösungen für jedes Fußproblem

Der Hamburger Sportmediziner und Orthopäde Dr. Ernst-Helmut Schwer kennt sich aus mit leidenden Füßen. Und er weiß: „Kein Fußproblem gleicht dem anderen. Aber wir können heute die operative Strategie maßgeschneidert dem Einzelfall anpassen.“ Hier erklärt er, ...

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... welche Krankheitsformen es gibt – und was man dagegen tun kann.

Dr. Ernst-Helmut Schwer


Der Sportmediziner und Orthopäde praktiziert an derKlinik Fleetinsel sowie in der Facharztklinik in Hamburg.

KRANKHEITEN

Hallux valgus (Ballenzeh) PROBLEM Meist eine Frauensache: Der große Zeh wandert in Richtung der Nachbarzehen und rückt ihnen oft so sehr zu Leibe, dass sie sich übereinanderschieben. Das Zehengelenk flieht hingegen in die entgegengesetzte Richtung: Es entsteht am Innenfuß ein knöchernes Überbein. Zur Vorgeschichte gehört fast immer ein Spreizfuß. Weitere Schuldige: unbequeme Schuhe, eine genetische Disposition und alle Faktoren, die das Bindegewebe schwächen – hormonelle Schwankungen, Stoffwechselerkrankungen und Übergewicht.
THERAPIE Heilen lässt sich der Hallux nicht, aber manchmal aufhalten. Dabei spielen die Stabilisierung des Fußes und die Stärkung der Muskulatur – etwa durch die Spiraldynamil-uherapie – eine wichtige Rolle. Auch Physiotherapie kann helfen. Einlagen unterstützen das Quer- und Längsgewölbe. Eine Operation kommt erst infrage, wenn Folgekomplikationen wie eine Verrenkung im Grundgelenk der zweiten Zehe drohen.

Viel zu hoch High Heels? Schön, aber Gift für unsere Füße


Hallux rigidus (Großzehengrundgelenksarthrose)

PROBLEM Bei dieser Hallux-Variante kann der Zeh nur noch unter Schmerzen abgerollt werden, denn eine Arthrose hat sich über viele Jahre in das Großzehengrundgelenk geschlichen. Die Gründe für den Verschleiß: erbliche Faktoren, Verletzungen, Stoffwechselerkrankungen wie etwa Gicht, Rheuma oder Diabetes oder auch Überlastung durch Sport.
THERAPIE Spezielle Einlagen, eine Physiotherapie mit Zugbehandlung, entzündungshemmende Medikamente oder Injektionen mit Hyaluronsäure und Kortison können helfen. Lassen die Schmerzen nicht nach, kann eine Operation angezeigt sein, eine sogenannte Cheilektomie – kombiniert mit einer entlastenden Knochenkorrektur (Moberg-Osteotomie).

→ Fersensporn

PROBLEM Eine Entzündung der Fußsohlensehne – oder auch: Plantarfasziitis. Seltener tritt sie an der Achillesferse auf. Ursache ist ein kleiner knöcherner Auswuchs in der Hacke – ein Fersensporn, der durch falsche Schuhe, Übergewicht, Sport oder eine Fehlstellung der Füße entstehen kann. Durch mikrofeine Haarrisse kommt es zu kleinen Entzündungen, die der Körper mit Kalkeinlagerungen zu reparieren versucht. Aus diesen entsteht in der Folge ein kleiner Dorn.
THERAPIE Das wichtigste Heilmittel beim unteren Fersensporn heißt Geduld. So langsam, wie er sich eingeschlichen hat, so schleppend macht er sich auch wieder davon. Gegen den Schmerz helfen Einlagen, Krankengymnastik, spezielle Injektionen. Auch eine Softlaserbehandlung, eine Neural- oder Stoßwellel-uherapie, bei der die schmerzhafte Stelle von außen mit stark gebündelten Druckwellen behandelt wird (kann von den Kassen übernommen werden), kann Linderung bringen.

→Schneiderballen

PROBLEM Er ist das Spiegelbild vom Hallux valgus, hier kippt der kleine Zeh in Richtung Großzeh. Durch den Druck vom Schuh entsteht an der Außenseite des Zehs ein schmerzhafter knöcherner Ballen. Seinen Namen trägt er, weil Schneider früher mit gekreuzten Beinen auf einer harten Oberfläche saßen und dadurch die Grundgelenke der kleinen Zehen belasteten. Vorerkrankung ist häufig der Spreizfuss.
THERAPIE Weite Schuhe und Polster entlasten den Zeh. Alle Therapien, die auch beim Spreizfuß sinnvoll sind, helfen. Die Chevron- Osteotomie des fünften Mittelfußknochens ist die häufigste Operation. Dabei wird der Mittelfußkopf nach innen verschoben. Der verbleibende Knochenüberstand wird abgetragen.

→Spreizfuß

PROBLEM Das Quergewölbe ist abgeflacht, die Zehen spreizen sich wie eine Gartenharke. Durch die Aufspreizung der Mittelfußknochen laufen der erste und der fünfte Zeh voneinander weg. Ursachen sind Bindegewebsschwäche, Übergewicht, wenig Bewegung, falsche Schuhe. Das alles schwächt die Fußinnenmuskulatur.
THERAPIE Barfuß laufen, Stabilitätsübungen mit der Spiraldynamikmethode. Oft kann eine „Pelotte“ – ein kleines orthopädisches Kissen im Schuh – das Quergewölbe abstützen und Schmerzen reduzieren. Operiert wird erst, wenn der Spreizfuß erhebliche Probleme bereitet.

→Morton-Neurom (Nerveneinengung)

PROBLEM Ein diffuser, uncharakteristischer Schmerz zwischen dem zweiten und dritten oder dem dritten und vierten Mittelfußknochen kann auf das Morton-Neurom hinweisen. Mal unter Belastung, mal aus heiterem Himmel. Manchmal fühlen sich die Zehen taub an oder brennen sogar. Das Morton-Neurom gleicht einem Chamäleon, verändert ständig sein Erscheinungsbild. Und oft ist diese weit verbreitete Schwellung des Plantarnervs im Vorfuß so klein, dass sie nicht einmal anhand von bildgebenden Verfahren zu erkennen ist. Das Neurom tritt meist bei einem weichen, lockeren Spreizfuß auf, ausgelöst durch sportliche Beanspruchung mit extremer Zehenbelastung wie beim Laufsport oder Balletttanzen oder durch High Heels. Durch den ständigen Druck auf den Vorfuß können Nerven chronisch anschwellen.
THERAPIE Manchmal reicht eine konservative Therapie mit bequemen Schuhen und Einlagen aus. Das nimmt Druck von den eingeklemmten Nerven. Außerdem helfen Physiotherapie und Injektionen. Bei hartnäckigen Beschwerden ist eine operative Behandlung angezeigt.

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FOTOS: KITCHEN/GETTY IMAGES, MASTERFILE, SABINE WENDLER