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Fw 190: BRINGT DIE STARKE FW 190 F-8 NOCH DIE WENDE? Die Hoffnung der Schlachtflieger


FLUGZEUG CLASSIC - epaper ⋅ Ausgabe 9/2019 vom 12.08.2019

Als die ersten Fw 190 F-8 im März 1944 die Taktstraßen verlassen, ist ihr Verwendungszweck klar: Sie sollen die veralteten Ju-87-Stukas in den Schlacht geschwadern schnellstens ersetzen. In kurzer Zeit wird so die neue F-8 zum kampfstärksten Schlachtflugzeug der Luftwaffe


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Bildquelle: FLUGZEUG CLASSIC, Ausgabe 9/2019

Sie ist 1944 der lange erhoffte Ersatz für die veraltete Junkers Ju 87 der Schlachtflieger: die Focke-Wulf Fw 190 F-8. Sie ist stärker bewaffnet und kann eine beträchtliche Zahl an Bomben tragen


Fw 190 F-8 der III./SG 2 mit voll bestückten Rumpf und Flächen-ETC


Wir schreiben das Jahr 1943. Der Ruf der Stukaflieger nach einem ...

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... leistungsstarken Ersatz ihrer völlig veralteten Ju 87 verhallte bislang ungehört. Die jahrelange Suche der Luftwaffe nach einem Nachfolger führte zu nichts, eine rechtzeitige Entscheidung hatte man versäumt. Der Erfolg der einigen wenigen Fw-190-Schlachtflugzeuge lässt nur noch eine Alternative offen. Die Fw 190 muss kommen und zwar in Massen. Auserkoren dafür ist die Fw 190 F-4 als Nachfolgebaureihe der F-3. Dass sie nicht vom Band läuft, ist die Schuld des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) – es hat nämlich neue Anforderungen an das Flugzeug.

Aus diesem Grund gibt Focke-Wulf bereits am 21. Juli 1943 bekannt, die Baureihe zu ändern, was auch die Schlächter-Serie betrifft. Dort heißt es jetzt: »Durch den geforderten Einbau des neuen Funkgeräts FuG 16 ZY und der GM-1-Anlage ist es erforderlich, eine Baureihenänderung durchzuführen. Die geforderte Umstellung kann bei Focke-Wulf und den Nachbaufirmen erst ab dem 15. Januar 1944 durchgeführt werden.

Mehr Kampfwert

Weil Focke-Wulf die Maschine für den Einbau des FuG 16 ZY (Ablieferungszustand ohne Y) ändern und für die GM-1-Anlage auch den Rumpf modifizieren muss, nennt man die alte F-4 nun F-8-Serie. Gegenüber der F-3 besitzt die neue Baureihe zudem die sogenannte große Abwurfelektrik (siehe Seite 18). Damit kann der Pilot die vier Flügel und vier Rumpfbomben einzeln abwerfen. Auch die Bewaffnung wird verbessert. Anstelle der bisherigen zwei 7,92-mm-MG-17 im Rumpf erhält die Fw 190 jetzt zwei stärkere 13-mm-MG-131. Dadurch verliert die Fw 190 nur rund fünf bis sieben km/h an Geschwindigkeit, erhöht aber ihren Kampfwert. Das elektrische Bordnetz vereinfacht man wie bei der A-7-Jägerserie.

Mit Wurfgranaten gegen Bodenziele

28-Zentimeter-Wurfgranate unter dem Flügel einer Fw 190 – sie bleibt ein Projekt


Obwohl bereits veraltet, blieb die Junkers Ju 87 D sogar bis Mitte 1944 bei den Schlachtfliegern an der Ostfront im Einsatz


Gegen Bodenziele will die Luftwaffe auch die vom Heer eingesetzten 28-Zentimeter Wurfgranaten einsetzen. Jeweils zwei dieser mit Sprengstoff gefüllten Wurfkörper sollen dafür links und rechts unter der Tragfläche zum Einsatz kommen. Dafür wird ein spezieller Gitterrahmen angebaut. Es kommt zum Bau zweier Prototypen. Doch die Ergebnisse entsprechen nicht den Erwartungen. Bei den Versuchen zeigen sich die Wurfkörper beim Luftbeschuss instabil. Erst mit Leitwerkflächen gelingt es, den Luftstrom vorzustabilisieren. Ein Serienbau findet nicht statt.

■ Ausstattung sowie die meist verwendeten Rüstmöglichkeiten der Fw 109 F-8 – hier eine späte F-8 des SG 1 Zeichnung Herbert Ringlstetter/Aviaticus

■ Die Junkers Ju 87 D fand in der Fw 190 F-8 eine leistungsstärkere Nachfolgerin – hier eine Ju 87 D-5 der 1./SG 3, Finnland 1944 Zeichnung H. Ringlstetter/Aviaticus

Detailansicht des neuen ETC 71 mit eingehangener Bombenlast (Übungsbomben aus Beton)


Die Fw 190 F-8 ist stärker bewaffnet und mit vier ETC 71 unter den Tragflächen und einem ETC 501 unter dem Rumpf ausgerüstet


Weitere Modifikationen sind geplant, ab August 1944 soll der 115-Liter-Rumpfbehälter die Reichweite erhöhen. An einer R5-Rüstsatzvariante mit dem Reichweitentank im Rumpf hat das RLM kein Interesse. Das Ministerium fordert ab Juni 1944 die C3-Einspritzung, um die Leistung der Flugzeuge zu steigern. Im September soll die erhöhte Notleistung diese dann endgültig ablösen.

Neue Haube

Zunächst kommt bei der F-8 ab März 1944 noch die alte Abwurfanlage mit vier ETC 50 unter dem Flügel zum Einbau. Im Zuge der weiteren Produktion stellt Focke-Wulf ab August 1944 auf das neue ETC 71 um. Zudem ist es für Sondereinsätze möglich, durch entsprechende Änderungen einen 300-Liter-Reichweitenbehälter unter dem Rumpf mitzuführen und größere Bomben dann am ETC 503 unter dem Flügel anzuhängen. Im Laufe der weiteren Fertigung erhält die F-8 zwei markante Änderungen: Weil Überschläge an der Front zu tödlichen Unfällen führen, gestaltet Focke-Wulf den Kopfschutzpanzer um und verstärkt ihn deutlich. Nicht umsonst erhält er den treffenden Beinamen »Furchenzieher«.

Parallel dazu führt die Firma die gewölbte Schiebehaube, das sogenannte Buckeldach, für eine bessere Sicht ein. Die neue Haube ist aber nicht nur auf die Focke-Wulf Fw 190 F-8 beschränkt, auch andere Baureihen sollen davon profitieren.

Produktion wächst massiv

Neben Arado kommen nun auch noch die Norddeutschen Dornierwerke in Wismar (NDW) als neuer Hersteller für die F-8 dazu. Arado und NDW stellen ab Anfang 1944 ihre Produktion komplett auf die F-8-Serie um. Arado liefert im März 1944 die ersten 98 Serienmaschinen aus, NDW folgt im gleichen Monat mit 40 Stück. Im Folgemonat steigt die Produktion schnell auf 265-F-8 Schlachtflugzeuge weiter an. Mittlerweile haben die Fw-190-FSchlachtflugzeuge der parallel in Serie laufenden Fw 190 G Jaborei völlig den Rang abgelaufen. Im Westen und Osten liegt 1944 die Front praktisch vor der Haustür. Ein spezieller Langstrecken Jagdbomber ist, wie noch ein Jahr zuvor, nicht mehr nötig.

Es wundert daher kaum, dass die letzten Fw 190 G-8 im April 1944 entstehen. Danach wird die Jaborei-Version praktisch nur noch zu einer Unterbaureihe der F-Version. Rund 15 Fw 190 F-8 sollen durch entsprechende Änderungen in Truppenwerften als Fw 190 F-8/ U1 den Nachschub sicherstellen. Die Produktionsrate steigt weiter an, monatlich verlassen jetzt mehr als 300 F-8 die Fertigungsbänder. Im Juni 1944 knackt man dann die 1000er-Marke. Mit 1125 gebauten F-8-Maschinen übertrifft die Produktion in nur vier Monaten bei Weitem die gesamte Produktion der F-3-Vorgängerversion. Bis Ende 1944 schaffen beide Werke den Bau von über 3600 Maschinen. Innerhalb nur eines Jahres liefern sie zusammen bis zum März 1945 die riesige Menge von 4525 Schlachtflugzeugen aus. Damit ist die F-8 die zweitgrößte aller je gebauten Fw-190-Einzelserien im Deutschen Reich.

Schwere Flügelwaffen

Das Hauptaugenmerk bei der F-8 liegt auf der Variante R1 mit Flügelbomben. Die Hälfte der Serie soll damit vom Band laufen. Auch bei der Fw 190 F-8 scheint man die 3-Zentimeter Kanonen als Flügelbewaffnung immer noch nicht aufgegeben zu haben. Hier findet, wie schon bei der F-3, eine Umbenennung der Bezeichnungen statt. Anfangs plant man nur mit der MK 103 als Rüstsatz 2, von der ebenfalls die Hälfte vom Band laufen sollen.

Später kommt die F-8 mit der MK 108 als F-8/R2 dazu, und die F-8 mit der MK 103 heißt fortan Fw 190 F-8/R3. Während die MK 108 dringend als Jägerwaffe nottut, um die schweren US-Bomber zu bekämpfen, richtet sich das Hauptaugenmerk für die Schlächter wieder auf die MK 103. Zwischenzeitlich hat die MK 103 eine Laufabstützung bekommen und sieht jetzt noch wuchtiger aus. Sie wird nicht nur bei der Erprobungsstelle für Waffen in Tarnewitz getestet, sondern auch beim Erprobungskommando 26 in Udetfeld. Hier erprobt man die neuesten Waffen der Schlachtflieger. Ihr Kommandeur ist der fronterfahrene Major Herbert Eggers, Staffelkapitän der 11. (Pz.) vom Schlachtgeschwader 9.

Diese Staffel hat die Luftwaffe Anfang Januar 1944 aus dem Einsatz gezogen und nach Udetfeld bei Kattowitz verlegt. Ihre neue Aufgabe ist nun, neue Waffen zu entwickeln und zu erproben, um Panzer zu bekämpfen. Der neue Liegeplatz Udetfeld ist keine zufällige Wahl, denn dort ist auch die Erprobungsstelle Udetfeld beheimatet, die dafür zuständig ist, neue Abwurfmunition zu testen. Ein idealer Ort also. Noch im Juli 1944 finden dort diverse Schießflüge, unter anderem auch auf Panzer, statt. Aus Anflughöhen zwischen 500 bis 600 Metern und einer Bahnneigung zwischen 30 bis 35 Grad liegen die Schussentfernungen bei 200 bis 400 Metern. Doch die Waffe ist weiterhin nicht einsetzbar. In dem Bericht vom 7. bis 13. August 1944 heißt es zur Funktionserprobung der MK 103: »Es treten noch viele Hemmungen an den Waffen auf, die Synchronschaltung der Waffen funktioniert nicht.

Innovationen in der F-8-Version

Die Bedienung der Anlage funktionierte folgendermaßen: Schrittschaltwerk einschalten, Drehschalter auf gewünschte Abwurffolge stellen, Zündschaltkasten einschalten, B2-Knopf drücken


Diese geheime Liste zeigt alle Baureihen auf, für die man die neue gewölbte Haube eingeplant hat. Gedacht war sie nicht nur ab der F-8, sondern auch für die Jägerbaureihe ab der A-8 und der Jabo-Rei-Version ab der G-8


Bei Notwurf konnte der Pilot die Flügelbomben zusammen abwerfen, indem er den roten Handgriff mit der Aufschrift »Flügellast« zog. Ansonsten konnte er die Reihenfolge mit dem Drehschalter selbst bestimmen


Mit der großen Abwurfelektrik war es möglich, die Bombenlasten einzeln oder in Reihe abzuwerfen. Die Reihenfolge des Abwurfs wird durch den Drehschalter im Gerätebrett für die Abwurfwaffe vorgewählt. Außerdem kann der Pilot durch das Schrittschaltwerk (hinter dem Gerätebrett) den Zeitabstand zwischen den fallenden Bomben entsprechend lang oder kurz wählen. Der Drehschalter wählt bei seinen verschiedenen Einstellungen die Abwurffolge wie unten gezeigt vor.

Fw 190 F-8 mit gewölbter Kabinenhaube der ungarischen Luftstreitkräfte, eingesetzt an der Ostfront im Winter 1944/45


Zeichnung Herbert Ringlstetter/Aviaticus


Die Fw 190 F-8 wird schnell zumfesten Bestandteil der Schlachtgeschwader im Osten.


In der folgenden Woche vom 14. bis zum 20. August wird die MK 103 mit fünf Scheibenanflügen ein letztes Mal in den Berichten erwähnt. Danach kommt es beim EK 26 zu keiner weiteren Erprobung mehr. Bis auf die wenigen Versuchsmuster findet ein Serienbau dieser Schlachtflugzeugvariante nicht statt.

Die Ju 87 verschwindet

Anfang 1944 sind die meisten Schlachtgeschwader immer noch mit der in die Jahre gekommenen Junkers Ju 87 D ausgerüstet. Der Stuka hat mittlerweile viel von seiner einstigen Schlagkraft eingebüßt. Selbst im Osten sind Einsätze ohne Jagdschutz kaum mehr möglich.

Zudem führt die deutlich zunehmende gegnerische Luftabwehr am Boden zu großen Verlusten, hauptsächlich wegen ihrer zu niedrigen Geschwindigkeit, aber auch wegen des beschussempfindlichen Jumo-211-Reihenmotors. Ein großer Teil der Ju-87-Verluste entsteht hauptsächlich durch Erdbeschuss in den Motor beziehungsweise dessen Kühlsystem. Mit der Fw 190 steht jetzt ein Nachfolger in den Startlöchern. Denn durch die hohen Produktionszahlen der F-8 scheint es nun erstmals möglich zu sein, die Ju 87 innerhalb von drei bis vier Monaten durch die neue Fw 190 abzulösen. Als erste Gruppe übernimmt die III./SG 10 im März 1944 das neue Schlachtflugzeug. Beim SG 3 beginnt die Umrüstungsphase im April bei der III./SG 3. Dann geht es Schlag auf Schlag, weitere Schlachtgruppen vom SG 1, SG 2, SG 5, SG 77 und SG 151 folgen dann ab Mai.

Im Juni sind bereits rund 400 Fw 190 F-8 im Einsatz. Als letzter Schlachtverband stellt die I./SG 1 im Dezember 1944 auf die Fw 190 F-8 um. Zug um Zug verschwindet die Ju 87 aus dem Einsatz. Als einziger Ju-87-Verband verbleibt bis Kriegsende die III./SG 2 auf der Maschine. Auch die beiden bestehenden Fw-190 Schlachtgeschwader SG 4 und SG 10 erhalten nachschubmäßig die neue Version. Die F-8 avanciert damit relativ schnell zum festen Bestandteil der zum Teil neu gebildeten Schlachtgeschwader im Osten. Dort ist sie auch am dringendsten vonnöten. Denn die sowjetische Sommeroffensive 1944 drängt die deutschen Armeen immer weiter Richtung Westen zurück. Daran können auch die erfolgreich operierenden Schlachtflugzeuge nichts ändern.

Von der Ju 87 D auf die F-8

Eine der Gruppen, die von der Ju 87 auf Fw 190 umgerüstet hat, ist die II./SG 1. Sie liegt bis zum 28. Juli 1944 verteilt auf Plätzen in Sudauen, einem Landkreis in Ostpreußen, und verlegt dann weiter westlich zurück bis zum 28. September 1944 nach Lobellen. Ihr Gruppenkommandeur ist zu dieser Zeit Major Ernst Christian Reusch. Die ersten 17 Fw 190 F-8 erhält die Gruppe schon im Mai 1944. Im Mai und Juni 1944 fliegt sie noch gemischt mit Fw 190 und Ju 87. Im Juli 1944 gibt sie dann ihre letzten 32 Ju 87 D-5 an andere Verbände ab. Ab August ist der Prozess komplett abgeschlossen und der Gruppenbestand liegt bei 31 Fw 190 F-8. Einer ihrer Staffelkapitäne ist Hauptmann Artur Pipan (siehe Kasten links). Als Staka der 5./SG 1 schildert er eindrucksvoll die Umrüstung auf die neue Fw 190:

Ju 87 stets unterlegen

»Das Hauptgewicht des Schlachtfliegereinsatzes hat während des Verlaufes des Krieges bis in die Zeit des Vorjahres bei den mit Ju 87 ausgerüsteten Verbänden gelegen. Obwohl die Baureihen der Ju 87 von Anfang des Krieges an ständig weiterentwickelt wurden, war dieses Frontflugzeugmuster den Feindjägern gegenüber stets unterlegen. Aufgrund dieser Unterlegenheit erforderte der Einsatz der Ju 87 Stuka-Verbände ständig einen mehr oder weniger starken Jagdschutz. Durch die schnell zunehmende feindliche Jagdwaffe wurde schließlich der eigene Begleitschutz zu untragbaren Stärken heraufgetrieben.

F-8-Experte – Pipan

Artur Pipan kam 1919 in Österreich zur Welt. Nach seiner Fliegerausbildung absolviert er seinen ersten Einsatz mit der Ju 87 Anfang 1941 von Sizilien aus gegen Malta. Ab dem 1. April 1943 ist Pipan Staffelkapitän der 5./St.G. 1, die dann am 5. Oktober 1943 in 5./SG 1 umbenannt wird. Im Mai 1944 erhält er die Beförderung zum Hauptmann und übernimmt ab dem 1. März 1945 das Kommando der I./SG 1. Er beendet den Krieg mit über 700 Feindflügen.

Focke-Wulf erprobte diese Fw 190 F-8, Werknummer 580383, CM+WL, mit der neuen Abwurfanlage. Zu sehen sind unter der Fläche vier ETC 71 und unter dem Rumpf ETC 501 mit Einhängerost für vier Bomben


Fw 190 F-8, W.Nr. 588 717, der II./SG 2, Kummer am See/ Tschechoslowakei im Frühjahr 1945 Zeichnung Herbert Ringlstetter/Aviaticus

So wurde mit Anwachsen der erhöhten feindlichen Jagdabwehr als dringendste Zielsetzung die Umrüstung der Ju 87 Verbände auf ein Schlachtflugzeugmuster, welches nicht in dem Maße Jagdschutz benötigte und sich zum Teil selbst den erforderlichen Schutz geben konnte, vom General der Schlachtflieger erkannt. Diese geplante Umrüstung ist mit der Ablösung der Ju 87 durch die Fw 190 bis zum heutigen Zeitpunkt vollständig durchgeführt.«

Splitterbomben gegen Bodenziele

Pipan berichtet sodann über die von den Schlachtfliegern im Sommer 1944 verwendeten Waffen und Taktiken, mit denen sie die sowjetischen Panzer, Fahrzeuge und Truppen am Boden bekämpften:

»Beim Hauptkampfmittel des Schlachtfliegers, der Bombe, lag der Nachdruck in der Verwendung des Abwurfbehälters. AB 250 und AB 500 mit SD 1 oder SD 10 gegen Truppenbereitstellungen, Artillerie und Granatwerferstellungen, Nachschubansammlungen, AB 250 mit SD 4 HL gegen Panzer und Panzerbereitstellungen. Grundsätzlich wurde bei jedem Angriff im Verband bis einschließlich in den Staffeln so gemischt geladen, dass ein Teil (20 bis 30 Prozent) mit AB zum Einsatz gelangte. Bei der Anwendung von Abwurfbehältern gegen Flakstellungen, Truppen und Fahrzeugansammlungen sowie Stellungssystem des Feindes wurden große Erfolge erzielt. Die blutigen Verluste des Feindes waren häufig sehr hoch, daneben steht die moralische Wirkung (laut Gefangenenaussage war der Abwurf von Abwurfbehältern gefürchteter als der anderer Bomben).

Sehr gute Erfolge wurden durch Bordwaffenangriffe auf Fahrzeuge, Fahrzeugkolonnen und Fahrzeugansammlungen erzielt. In der ersten Zeit der Einsätze auf Fw 190 (Juli bis Anfang August) gelang es so, eine erhebliche Anzahl von Lkw, Zugmaschinen und anderen Trossfahrzeugen zu vernichten. Die starke Abhängigkeit bei derartigen Tiefangriffen von der Erd und Luftlage zeigte sich aber später sehr bald. Sie äußerte sich in empfindlichen Verlusten und zwang zur Rücknahme, z. T. der Einstellung dieser Angriffsart

Schlechte Plätze, Treibstoffmangel

Pipan spart aber auch Probleme nicht aus, mit denen man tagtäglich zu kämpfen hatte. Die Flugplätze im Osten sind ein großer Mangel, ein anderer die sich zuspitzende Lage durch fehlenden Treibstoff: »Die Einsatzhäfen des Verbandes liegen meist 60–100 km von der Front entfernt. Die Größe der Plätze war für den Fw 190 Verband sehr gering. Es gab nur eine Start und Landerichtung, da die Plätze schmal waren. Die Bodenbeschaffenheit war schlecht. Da keine Grassnarben vorhanden waren, waren die Plätze teils stark versandet, teils weichten sie bei Niederschlägen so schnell auf, dass der Flugbetrieb stark gehindert wurde.

Infolge des Treibstoffmangels wurden nur verhältnismäßig wenige Einsätze geflogen. Die Bevorratung mit Bomben, Munition und Ersatzteilen konnte in dem geforderten Maße durchgeführt werden. Durch die geringe Anzahl der Einsätze sind ein prozentuales Herabsinken der Einsatzbereitschaft und technische Wartungsschwierigkeiten nicht aufgetreten.«

Ziel nicht erreicht

Von größter Bedeutung für den Schlachtflieger beim Angriff ist es generell, das eigentliche Ziel aufzufinden. Hier war man auf exakte Informationen durch das Heer angewiesen. Und genau bei dieser Koordination zwischen Heer und Luftwaffe haperte es erheblich, wenn ein wichtiger Mann fehlte: der Schlachtfliegerleitoffizier. Auch über diesen Umstand berichtet Artur Pipan.

»Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Heer steht an markantester Stelle der Schlachtfliegerleitoffizier. Die Erfahrungen, die mit der Schlachtfliegerleittruppe an festen Fronten (zum Beispiel Kampf um die Festung Krim 1943/1944) gemacht wurden, hat die Wichtigkeit dieses Verfahrens und die Genauigkeit hinsichtlich der Zielanweisung ergeben. Trotz zahlreicher Hinweise durch den Verband ist der Einsatz des Leitoffiziers in den Rückzugskämpfen im Baltikum nur im geringsten Maße veranlasst worden. Auch bei schnellen Feindlageveränderung im Bewegungskrieg können durch Zielanweisungen durch den Leitoffizier an den Verband die vernichtendsten Angriffsschläge gegen den Feind geführt werden. Bei der laufenden Veränderung der eigenen vorderen Linie wird dem Verbandsführer durch Fehlen dieser Zielleitung ein hohes Maß von Verantwortung durch die Gefährdung der eigenen Truppe aufgebürdet.

Infolgedessen musste häufig bei ungeklärter eigener Erdlage ein tiefer im Kampfraum gelegenes Ziel angegriffen werden. Der höchste Angriffserfolg wurde so in manchen Fällen nicht erreicht. Sichtzeichen, Rauchkörper und Deutmunition fehlten meist beim Heer. Als beste Kennzeichnung der eigenen Truppen ist das orange Rauchzeichen anzusehen. Erfahrungsgemäß sind weiße Leuchtkugeln unzuverlässig, da sie häufig auch vom Feind angewendet wurden. Beim Angriff auf front-

Die Fw 190 F-8 sollte mit zwei MK 103 als F-8/R3-Schlachtflugzeug fungieren. Der Serienbau kam nie zustande


Die sowjetische leichte Flak entwickelte sich zum größten Feind der deutschen Schlachtflieger. Sie war nur schwer auszumachen und schoss unvermittelt


Schlechte Plätze, Treibstoffmangel

Pipan spart aber auch Probleme nicht aus, mit denen man tagtäglich zu kämpfen hatte. Die Flugplätze im Osten sind ein großer Mangel, ein anderer die sich zuspitzende Lage durch fehlenden Treibstoff: »Die Einsatzhäfen des Verbandes liegen meist 60–100 km von der Front entfernt. Die Größe der Plätze war für den Fw 190 Verband sehr gering. Es gab nur eine Start und Landerichtung, da die Plätze schmal waren. Die Bodenbeschaffenheit war schlecht. Da keine Grassnarben vorhanden waren, waren die Plätze teils stark versandet, teils weichten sie bei Niederschlägen so schnell auf, dass der Flugbetrieb stark gehindert wurde. Infolge des Treibstoffmangels wurden nur verhältnismäßig wenige Einsätze geflogen. Die Bevorratung mit Bomben, Munition und Ersatzteilen konnte in dem geforderten Maße durchgeführt werden. Durch die geringe Anzahl der Einsätze sind ein prozentuales Herabsinken der Einsatzbereitschaft und technische Wartungsschwierigkeiten nicht aufgetreten.«

Ziel nicht erreicht

Von größter Bedeutung für den Schlachtflieger beim Angriff ist es generell, das eigentliche Ziel aufzufinden. Hier war man auf exakte Informationen durch das Heer angewiesen. Und genau bei dieser Koordination zwischen Heer und Luftwaffe haperte es erheblich, wenn ein wichtiger Mann fehlte: der Schlachtfliegerleitoffizier. Auch über diesen Umstand berichtet Artur Pipan.

»Im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Heer steht an markantester Stelle der Schlachtfliegerleitoffizier. Die Erfahrungen, die mit der Schlachtfliegerleittruppe an festen Fronten (zum Beispiel Kampf um die Festung Krim 1943/1944) gemacht wurden, hat die Wichtigkeit dieses Verfahrens und die Genauigkeit hinsichtlich der Zielanweisung ergeben. Trotz zahlreicher Hinweise durch den Verband ist der Einsatz des Leitoffiziers in den Rückzugskämpfen im Baltikum nur im geringsten Maße veranlasst worden. Auch bei schnellen Feindlageveränderung im Bewegungskrieg können durch Zielanweisungen durch den Leitoffizier an den Verband die vernichtendsten Angriffsschläge gegen den Feind geführt werden. Bei der laufenden Veränderung der eigenen vorderen Linie wird dem Verbandsführer durch Fehlen dieser Zielleitung ein hohes Maß von Verantwortung durch die Gefährdung der eigenen Truppe aufgebürdet.

Infolgedessen musste häufig bei ungeklärter eigener Erdlage ein tiefer im Kampfraum gelegenes Ziel angegriffen werden. Der höchste Angriffserfolg wurde so in manchen Fällen nicht erreicht. Sichtzeichen, Rauchkörper und Deutmunition fehlten meist beim Heer. Als beste Kennzeichnung der eigenen Truppen ist das orange Rauchzeichen anzusehen. Erfahrungsgemäß sind weiße Leuchtkugeln unzuverlässig, da sie häufig auch vom Feind angewendet wurden. Beim Angriff auf frontnächste Ziele hat es sich bewährt, dass während des Angriffs die eigene Artillerie erkannte feindliche Flakstellungen unter Feuer nimmt und niederhält.«

Bei dieser Fw 190 F-8 der II./SG 10 sind unter der Fläche SC-50-Bomben mit einem Dinortstab angebracht. Beim Auftreffen des Stabes auf dem Boden detoniert die Bombe noch in der Luft und richtet so schwerere Schäden an


Der Hammerschlag

Bei ihren eigentlichen Angriffsflügen mit der neuen F-8 nutzte die II./SG 1 dann sehr effektiv ihre taktischen Erfahrungen mit der Ju 87: »Aus den Erfahrungen hat sich ein Zurückgreifen auf den Stuka-Angriff ergeben, nämlich der geballte Angriffsschlag (Hammerschlag), der den größten Erfolg und die höchste moralische Wirkung beim Feind zeigt. Der gleichzeitige Bombenwurf des im Sturz geschlossenen Verbandes ist daher einem schwarm oder staffelweise einzelnen Vertröpfeln der Bomben vorzuziehen. Die Abwurfhöhe der Bombe entspricht der Art des Zieles, der auftretenden feindlichen Bodenabwehr und der Bombengattung.

Die normale Abwurfhöhe für die Fw 190 liegt bei einem Ansetzen des Sturzes aus 3 bis 5000 m Höhe bei 1000 bis 1400 m. Mit SD 1 oder SD 10 gefüllte Abwurfbehälter werden nicht unter 1000 m abgeworfen, da sich die Streuung sonst zu gering auswirkt. Bei starker feindlicher Jagdabwehr kann bei großer Anflughöhe schon vor dem Sturz in das Ziel hineingedrückt werden. Dadurch wird mit der beladenen Fw 190 überlegene Fahrt aufgeholt und es kann so einem Angriff feindlicher Jäger vor dem Sturz vorgebeugt werden.«

Gleiche Trefferwirkung

Der Sturzwinkel liegt gewöhnlich zwischen 50 und 60 Grad. Auch bei steilerem Sturz kann man die Flugzeuglage zum Ziel verbessern. Die Treffergenauigkeit auf der Fw 190 ist gleichwertig mit der auf der Ju 87, wenn der Flieger Erfahrung gesammelt hat.

Bei starker Bodenabwehr musste meist eine Staffel aus dem Gruppenverband die Flak bekämpfen. Der Sturz dieser Flakstaffel musste vor dem Verband geschehen. Die Maschinen sind ausschließlich mit Abwurfbehältern beladen. Der als Jagdschutz abgestellte Verbandsteil wirft in etwas größerer Höhe als die Masse des Verbandes. Es ist möglich, dass er als Erster in das Ziel hineindrückt und wirft, um für die anschließend stürzende Masse wieder den Schutz zu übernehmen.

Angriffslustige Jäger

Und es gab noch eine wichtige Sache, die den Einsatz immer gefährlicher machte: die sowjetischen Jäger. Und die erschienen nicht nur zahlreicher, sondern auch besser. Pipan dazu:

»Die russische Jagdwaffe hat sich in der letzten Zeit nicht nur in der Quantität, sondern auch in der Qualität des Flugmaterials sowie der Ausbildung erheblich gesteigert. Bei jedem Einsatz musste mit Jagdberührung mit stärkeren Kräften gerechnet werden, bei denen ein besseres Können, verbesserte Luftkampftaktik und draufgängerischer Angriffsgeist zu erkennen war. Dabei flogen die russischen Jäger nicht nur Sperre über den Kampfraum, sondern versuchten schon vor Erreichen des Angriffsraumes den Verband über eigenem Gebiet zu stellen und abzudrängen.

Amerikanische Gegner

Die Bell P-39 war an der Ostfront erfolgreicher als im Pazifik


Die Bell P-39 Airacobra war eine äußerst interessante Konstruktion, denn ihr Motor saß hinter dem Piloten und trieb die Luftschraube über eine verlängerte Welle an. Dadurch war es möglich, die P-39 mit einem Bugrad zu bauen, das für eine bessere Sicht bei Start und Landung sorgte. Die Amerikaner setzten die P-39 zunächst im Pazifikraum ein, doch sie war der japanischen Zero in puncto Wendigkeit und Steigleistung unterlegen. Im Rahmen des Pacht und Leihabkommens lieferte Bell fast 5000 Maschinen an die Sowjetunion. An der Ostfront war die P-39 als Jagdflugzeug für niedrige Höhen erfolgreicher, auch wenn sie den deutschen Jägern im Luftkampf unterlegen blieb. Gegen bombenbeladene deutsche Schlachtflugzeuge witterte sie aber ihre Chance.

Links SD-70-Bomben, im Hintergrund Lagerkästen mit AB-500-Behältern vor dem Bombenwagen. Der Bombenwart im Vordergrund ist gerade dabei, mit einem Schlüssel den Gewindering mit dem Zünder der Bombe einzuschrauben. Die Bombe ist damit scharf


Die Feindjäger flogen rottenweise, in starker Höhenstaffelung von 2000–6000 m unter geschickter Ausnutzung des Wetters und der Sonne. Durch diese Taktik kam es vor, dass beim Angriff auf eine Rotte durch eigene Jagdrotten vorher nicht ausgemachte feindliche Jägerrotten aus verschiedenen Höhen und Richtungen überraschend in den Luftkampf eingriffen.«

Keine Scheu mehr

Der Angriffsgeist der Sowjets hatte sich, anscheinend durch ihre überlegene Zahl, die Propaganda über die Unterlegenheit der deutschen Luftwaffe und den baldigen Sieg der UdSSR sowie durch bessere Ausbildung ganz erheblich gesteigert.

Der sowjetische Flieger bot in überlegener Position stets Luftkampf an, seine Scheu vor der Fw 190 war in den meisten Fällen nicht mehr vorhanden. Besonders dann nicht, wenn er erkannte, dass es sich um bombentragende Schlachtflugzeuge und nicht um Jäger handelte. Wenn die Erfolge der sowjetischen Jäger auch gering waren und meist aus Zufallstreffern bestanden, so musste sich der Verband doch auf diese Tatsache einstellen. Durch die starke Jagdabwehr der sowjetischen Luftwaffe war der Schlachtverband gezwungen, das Ziel in großer Höhe anzufliegen.

Bei feindlichen Jägern in Zielnähe drückte der Verband massiert unter Fahrtaufholung das Ziel an, um die Jagdsperre zu durchbrechen und einen sauber gezielten Bombenwurf zu gewährleisten. In den meisten Fällen gelang es auch dem eigenen Jagdschutz, seine Bomben ins Ziel zu bringen. Nur unter dem äußersten Zwang der Umstände soll der Jagdschutz seine Bomben im Notwurf schon vorher auslösen, um in den Luftkampf die feindlichen Jäger vom Verband abzudrängen. Die feindlichen Jagdmuster sind nach der Häufigkeit Airacobras (siehe Kasten links) und die Lawotschkin La-5. Dazu tritt als neuestes Muster die Jakowlew Jak-3. So, wie es der II./SG 1 beim Wechsel von der Junkers Ju 87 D auf die Fw 190 F-8 erging, dürfte es ähnlich auch bei den anderen Schlachtverbänden ausgesehen haben.

Zusätzlich zur materiellen Unterlegenheit macht sich insbesondere die Kraftstoffknappheit ab Sommer 1944 immer eklatanter bemerkbar. Trotz vorhandener Bomben und Munition müssen einsatzbereite Maschinen am Boden bleiben und können die schwer am Boden ringende Truppe nicht unterstützen.

Wie es weitergeht mit der Fw 190 F-8, lesen Sie in einer kommenden Ausgabe.

Bisher zur Fw 190 erschienen (Auswahl):
FC 05/2017 Das fliegende Auge
FC 08/2017 Druck machen
FC 11/2017 Daimlers Bester
FC 04/2018 Turbokraft für die Fw 190
FC 05/2019 Masse statt Klasse
Weitere Artikel zur Fw 190 finden Sie in Flugzeug Classic Extra 6, 7, 9 und 11.

Technische Daten– Fw 190 F-8/R1


Fotos, soweit nicht anders angegeben, Sammlung Dietmar Hermann