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Gar nicht erst krank werden


Iss dich gesund - epaper ⋅ Ausgabe 6/2021 vom 10.09.2021

Prävention

Artikelbild für den Artikel "Gar nicht erst krank werden" aus der Ausgabe 6/2021 von Iss dich gesund. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Iss dich gesund, Ausgabe 6/2021

GESUND ESSEN

Du bist, was du isst: je mehr gute Nährstoffe, desto besser die Aufbau-Arbeit des Organismus

IN BEWEGUNG BLEIBEN

Wer sich körperlich wohlfühlen möchte, kommt an einem physisch aktiven Leben nicht vorbei

ENTSPANNT LEBEN

In der Ruhe liegt tatsächlich die Kraft. Besonders für einen gesunden Körper

Prävention Illus trationen: Adobe Stock (2) / Theseamuss / Iiierlok Xolms

REGELMÄSSIG ZUR VORSORGE

Der Masterplan der Vorbeugung ist ohne Früherkennungs-Checks unvollständig

EIN SOZIALES NETZ WEBEN

Das Wir, das Miteinander, das Zusammensein – ein riesen Gesund-Faktor für alle Mensc hen

GENUG SCHLAFEN

Yin und Yang der Nacht : Der Körper repariert, regeneriert, erholt sich

Der schlaue Volksmund weiß längst: Vorbeugen ist die beste Medizin. Auf Neudeutsch also die Prävention (lat: praevenire = zuvorkommen). Der lateinische Wortsinn passt haargenau, denn sie kann Entstehungsfaktoren von Krankheiten ...

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... ausschalten, ehe sie krank machen. Das Bundesministerium für Gesundheit sagt es bürokratischer: „Prävention ist im Gesundheitswesen ein Oberbegriff für zielgerichtete Maßnahmen und Aktivitäten, um Krankheiten oder gesundheitliche Schädigungen zu vermeiden, das Risiko der Erkrankung zu verringern, ihr Auftreten zu verzögern.“

➽EINE RENTABLE LEBENSVERSICHERUNG

Getragen wird eine richtig gute Gesundheitsvorsorge durch diese fünf Säulen: Ernährung, Bewegung, erholsamen Schlaf, entstressende Entspannung, ein breit gespanntes Netz an Menschen, die einem guttun. Doch diese Selbstfürsorge ist nicht die ganze Miete. Zur optimalen Prävention gehören auch Früherkennungs-Untersuchun gen. Sie entdecken im Idealfall bereits bestehende Krankheiten in einem so frühen Stadium, dass sie eine große Heilungschance haben. So ist z. B. Darmkrebs durch eine regelmäßige Spiegelung zu 90 Prozent heilbar! Gerade die Kombi nation aus Früherkennung und den anderen fünf Präventionssäulen ist der Schlüssel für körperliche und seelische Gesundheit. Beispiel Schlaganfall: Ultraschall der Halsschlag ader, regelmäßiger Blutdruck- und Cholesterin-Check, zusammen mit gefäßgesunder Ernährung,

ʼEine gesunde Präventiv-Ernährung sollte bereits in Kitas und Schulen beg innenʽ

DR. MATTHIAS RIEDL

Stress abbau und moderatem Aus- dauersport bieten größte Sicher- heit. Lesen Sie, welchen Beitrag die sechs Präventionssäulen leisten. Und wie Sie sie passend in Ihren Alltag einbauen können.

Säule 1 GESUND ESSEN

In den vergangenen 120 Jahren hat sich der Zuckerkonsum der Deutschen verzehnfacht – auf rund 40 Kilo pro Kopf und Jahr! Wir essen doppelt so viel tierisches Fett und Eiweiß. Nicht einmal jeder Fünfte schafft laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung die empfohlenen 650 Gramm Gemüse und Obst am Tag. Das Ergebnis: Eine Art Adipositas-Epidemie, jeder Dritte hat einen BMI über 30. Das führt unweigerlich z. B. zu Blut hochdruck, Diabetes, hohen Blutfetten, gefährlichem innerem Bauchfett, Herz-Kreislauf-Problemen, Gelenkerkrankungen. Beste Prävention ist diese kurze Formel für gesunde Ernährung: mehr pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte. Eiweiß besser aus Hülsenfrüchten und Nüssen als aus Fleisch. Zweimal die Woche Fisch und helles Fleisch wie Huhn, Pute. Wenig bis keine Wurstwaren, Zucker, Salz, aber viele Pflanzenöle. Auf Fast Food und industriell gefertigte Lebensmittel möglichst verzichten.

Säule 2 IN BEW EGUNG BLEIBEN

Jetzt kommen jede Menge Zahlen aus einer Übersichtsstudie der University of South Carolina in Columbia. Aber es lohnt sich wirklich, sie einmal zu verinnerlichen. Ein tägliches lockeres Ausdauertraining verringert das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 80, von Diabetes sogar um 90 Prozent. Und das Krebsrisiko sinkt um 33 Prozent. Gleichzeitig verbessert sich die Lungenfunktion, z. B. durch Walken, Schwimmen, Radfahren, Trampolinspringen, Tanzen, um 36 Prozent. Depressionen,Angststö- Demenzerkrankungen, rungen nehmen ab. Insgesamt gibt es nach Erkenntnissen der schwedischen Gesundheitsbehör- de Folkhälsomyndigheten 33 Krankheiten, die durch Bewegung vermieden werden können. Von A wie Asthma bis S wie Schlaganfall. Ideales Vorbeuge-Programm: pro Woche 150 Minuten mäßiges Ausdauertraining. Dazu alle zwei Tage 20 Minuten lang leichtes Muskel- Training, z. B. mit Hanteln, Kettlebells oder Therabändern.

Säule 3 ENTSPANNT LEBEN

Fein dosierte, kurzfristige Stress- Intervalle sind eine Art Bodybuilding für jede Funktionseinheit des Körpers, auch für die Psyche. Ohne die Bewegungs-Impulse von Stresshormonen z. B. würden wir an massiver Schwäche sterben. Stress ist also primär auch etwas Gutes. Das Dauerstresshormon Cortisol wirkt aber als Alt- und Krankmacher, ähnlich wie eine Dauertherapie mit dem verwandten Medikament Cortison. Es entwickeln sich Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte, die Gefäße verstopfen, Herzinfarkt, Schlaganfall drohen. Es kommt zu Osteoporose, Immunschwäche, Hautproblemen. Entstressendes Zauberwort: „Achtsamkeit“. Wer die MBSR-Methode (mindfulness-based stress reduction = Achtsamkeits-basierte Stressreduktion, Kurse z. B. an Volkshochschulen) beherrscht, kann sich blitzartig von Stress- Situationen distanzieren, sie entspannt von außen betrachten. Auch positive Glaubenssätze wie „Ich bin gut, ich schaffe das!“ stoppen die Stress-Kaskade. Was für ein ausgeschlafenes Kerlchen der Schlaf ist, zeigen allein schon diese Studien-Ergebnisse: Wer mehr als sechs Stunden pro Nacht schläft, erhöht seinen Immunschutz um stolze 400 Prozent. Das zeigt eine Studie der University of California in San Francisco. Eine Untersuchung des renommierten Centers for Disease Control and Prevention in Atlanta, Georgia, belegt die essenzielle Wechselbeziehung zwischen einer sieben- bis achtstündigen Nachtruhe und Hormonen. Melatonin fürs Schlafen, Serotonin fürs

Säule 4 GEN UG SCHLAFEN

Glücklichsein, Somatropin für Muskelauf bau, Fettabbau und Durchblutung, Leptin fürs Sättigungsgefühl, Östrogen fürs Frau- sein, Testosteron für die Männlichkeit, dazu Endorphine zum Entspannen: Sie alle werden auf Optimalniveau gebildet, fördern ihrerseits wiederum eine gute Nacht. Kommt das Gehirn im Schlaf mindestens sieben Stunden zur Ruhe, produziert es gerade genau so viel vom Eiweiß Beta-Amyloid, wie es wieder entsorgt. Das Alzheimer-Risiko sinkt um gut ein Drittel (Studie Université de Paris).

VORSORGE MIT MESSER UND GABEL

Die größten Beschützer der Gesund heit

Sie können Ihrem Körper einfach nichts Besseres tun als mit diesen 22 Fit-Foods

MEERRETTICH

Sein hoher Kaliumgehalt reguliert den Wasserhaushalt. Zusammen mit Magnesium ist er ein großer Herzschützer.

ARTISCHOCKEN

Cynarin, Flavonoide und Bitterstoffe senken den Cholesterinspiegel, stärken die Funktion von Leber und Galle.

ROTE CHILISCHOTEN

Ihr Scharfmacher-Stoff Capsaicin verringert das Risiko von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Auch von Krebs.

KEFIR

Milch-, Essigsäure- Bakterien und Hefen unterstützen das Mikrobiom im Darm. Und aktivieren so die Abwehr.

TOMATEN

Ihr roter Farbstoff Lycopin ist ein potenter Schützer der Zellen vor Krebs, in Herz und Gefäßen vor Infarkt.

LINSEN

Die Riesen-Portion an B-Vitaminen trägt ganz erheblich zu einem gesunden Nervensystem bei.

ZIMT

Sein ätherisches Öl, z. B. mit Zimtaldehyd und Eugenol, entlastet die Bauchspeicheldrüse, regt sie aber auch an.

GRÜNER TEE

Sekundäre Pflanzenstoffe verringern Entzündungen, helfen dem Körper beim Kampf gegen Krebszellen.

VOLLKORN- HAFERFLOCKEN

Sie enthalten reichlich Ballaststoffe, die den Darm zur Höchstleistung anfeuern, ihn von innen wie ein Besen reinigen.

SHIITAKE-PILZE

Der Wirkstoff Adenosin erweitert die Gefäße und verbessert die Herz-Durchblutung.

DINKELSPROSSEN

In Dinkel-Keimlingen stecken vor allem Enzyme (Amylasen), die den Darm beim Abbau von Kohlenhydraten helfen.

HIRSE

Sie ist Silicium-reich, stärkt so die Haut als erste Abwehr- Barriere des Immunsystems und hemmt auch Entzündungen.

APRIKOSEN

Mit viel Vitamin E, C, Antioxidanzien bewahren sie die Haut effektiv vor krebserregenden Sonnenschäden.

PORTULAK

Das Wildkraut enthält megaviele Omega-3-Fettsäuren, die Herz und Gehirn gesund halten.

CHICORÉE

Sein Bitterstoff Intybin heizt den Stoffwechsel an, ist ein natürlicher Fatburner, macht schön schlank.

SAURE ÄPFEL

Ein richtiger Jungbrunnen: mit Polyphenolen gegen Entzündungen, einem Super-Zellschutz.

ERDBEEREN

Ihre aromatisch-frische Ellagsäure beugt Krebserkrankungen vor und hemmt entartete Zellen am Wachstum.

MANDELN MIT HÄUTCHEN

Schon eine kleine Handvoll täglich kann das „böse“ LDL-Cholesterin senken, im Gegenzug „gutes“ HDL in die Höhe treiben.

BLAUBEERSAFT

Wer täglich ein Glas Direkt-Saft trinkt, behält lange ein fittes Gedächtnis .

HEILBUTT

Vor allem der weiße Heilbutt hält mit reichlich Omega-3-Fettsäuren Herz und Gefäße jung und gesund.

AVOCADOS

Die Vitamin-K-Bombe reguliert maßgeblich die Blutgerinnung. Schutz vor Infarkt, Thrombosen.

GERSTEN-GRASSAFT

Das Superfood der Extraklasse ist mit elfmal mehr Calcium als Kuhmilch ein Knochenstärker.

ʼDie richtige Ernährung beug t K rank heiten aktiv vor, linder t, heilt oft sogarʽ

DR. MATTHIAS RIEDL

FRAUEN TICK EN AN DERS ALS MÄNNER

Prävention – eine Frage des Geschlechts

Kaum eine Gesund-Maßnahme ist ihr zu viel, er muffelt da eher nur rum. Früherkennung ist für beide eine schwere Sache

In Sachen Vorbeugung sind Frauen klar besser informiert, engagierter und konsequenter bei der Umsetzung als Männer. Das hat eine repräsentative Umfrage eines Biotechnologie­ Unternehmens ergeben. Sie schätzen z. B. den Wert einer gesunden Ernährung und regelmäßigem Sport höher ein. Und sind eher bereit, auf ihre schlanke Linie zu achten, ihren Lebensstil umzustellen, z. B. auf Alkohol zu verzichten. Auch bei Vorsorge untersuchungen sind Frauen grundsätzlich besser informiert als Männer. Trotzdem geht nur jede zweite regelmäßig zur gynäkologischen Krebsvorsorge. Und nur 40 Prozent tasten ihre Brust selbst ab. Bei Männern sieht es noch schlimmer aus: Gerade mal jeder vierte lässt seine Prostata checken. Die Gründe, warum es bei beiden Geschlechtern an der Prävention hapert: 28 Prozent nennen fehlende Disziplin. Und 20 Prozent fühlen sich viel zu gesund für eine Vorbeugung.

Säule 5 EIN SOZI ALES NETZ W EBEN

Wer einen treuen Freundeskreis hat, bleibt länger vital und gesund. Das zeigen Dutzende internationale Studien sehr eindrucksvoll. Wer gut vernetzt ist, öfter mit Freunden und Bekannten telefoniert, ein reges Vereinsleben hat oder ein Herzens-Hobby mit Gleichgesinnten lebt, hat ein stärkeres Immunsystem, kann Stress besser abpuffern. Und eine Übersichtsanalyse der Harvard Medical School kommt zu dem Ergebnis: Blutzucker-Regulation, Infektionsschutz des Immunsystems, die Elastizität der Herzkranzgefäße und die Magen-Darm-Funktion verbessern sich erheblich. Das gilt auch für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Und noch einen enormen Pluspunkt für ein gut funktionierendes, soziales Netzwerk hat jetzt eine schwedische Studie aufgedeckt: Je mehr Kontakt ein Mensch mit Freunden, Bekannten und Verwandten hat, desto geringer läuft er Gefahr, eine Demenzerkrankung zu bekommen.

Säule 6 REGELM ÄSSIG ZUR VORSORGE

Mit diesem Früherkennungs-Programm können sie und er sich sicherer fühlen: ab 18 Jahren alle sechs Monate zu Karies-Kontroll- Check, Zahnsteinentfernung, alle zwei Jahre zur Parodontitis-Früherkennung. Mit dem Check-up 35 (ab dem 35. Lebensjahr) alle drei Jahre das Risiko für Herz-Kreislauf-, Nierenerkrankungen, Diabetes untersuchen lassen. Ab dem 34., 35. Lebensjahr auch alle zwei Jahre das Schilddrüsen-Hormon TSH im Blut bestimmen lassen. Zur Grünen-Star-Prophylaxe ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre den Augeninnendruck messen lassen. Anspruch auf ein Hautkrebs-Screening haben Frauen und Männer ab 35 alle zwei Jahre. Und natürlich Frauen ab 55 und Männer ab 50 alle zehn Jahre ab zur Darmspiegelung. Frauen: ab 20 jährliche Untersuchung von äußeren, inneren Geschlechtsorganen, ab 50 alle zwei Jahre zum Brustkrebs-Screening. Männer: ab 45 zum Prostata-Check.

Fotos: Mediengruppe KLAMBT / Ulrich Perrey, iStock / Foxys Forest Manufacture Illustrationen: Adobe Stock (2) / Theseamus / Iiierlok Xolms