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Gardasee Bergwandern: Allein nach Arco


Bergsteiger - Das Tourenmagazin - epaper ⋅ Ausgabe 4/2020 vom 07.03.2020

Die Berge nördlich des Gardasees ziehen vor allem Kletterer und Mountainbiker magisch an. Deswegen kann man als Wanderer auf einer herrlichen Viertage- Wanderung selbst in den Osterferien dort fast alleine unterwegs sein.


Artikelbild für den Artikel "Gardasee Bergwandern: Allein nach Arco" aus der Ausgabe 4/2020 von Bergsteiger - Das Tourenmagazin. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Bergsteiger - Das Tourenmagazin, Ausgabe 4/2020

Schon bei der Anreise eröffnet sich bei Nago ein vielversprechender Blick auf den Gardasee.


Eigentlich lieben Kookie und Birgit verschneite Hänge und stiebenden Pulverschnee. Jetzt, Ende April, sehnen sich die Freundinnen aber nach bunten Blüten, frischem Grün, Sonne und Wärme. Dorthin bringt sie der Zug. Der tief verschneite Brenner liegt Jahreszeiten hinter ihnen, als der EC83 ...

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... pünktlich in Rovereto einfährt. Von der direkten Busverbindung nach Tenno fehlt allerdings jede Spur. Egal. Von einem Busfahrer zum nächsten werden die beiden weiter gereicht und gelangen so sogar noch früher zum Ausgangspunkt, als von Google Maps berechnet.

Noch schnell ein Espresso in der warmen Mittagssonne. Dann geht es endlich los. Vor allem Kookie ist gespannt. Wird die von ihr ausgetüftelte Viertagetour auch wirklich funktionieren? Die Route folgt im Großen und Ganzen den Wegen des »GardaTrek«, die in drei Schleifen in die Bergwelt rund um Arco führen (siehe Bergsteiger 7/2017). Da auf den hohen Gipfeln rund um Arco aber noch Schnee liegt, hat sie sich für eine alternative Schlussetappe mit Überschreitung von Monte Colt und Colodri entschieden.

Mehr Lodge als Berghütte

Oberhalb von Tenno führt der Weg durch das mittelalterliche Canale, dessen alte Steinhäuser bis zu 800 Jahre alt sind. Unter dunklen Steinbögen geht es entlang alter Trockenmauern in Richtung Tennosee. Gelbe Ginsterbüsche und blühende Obstbäume setzen erste Farbtupfer in die Berghänge. Nach einem fast zu kurzen Anstieg legen sich die zwei am Rifugio San Pietro in die Liegestühle und sind von der überwältigenden Aussicht auf den Gardasee begeistert.

Das liebevoll gestaltete Zweibettzimmer versprüht eher den Flair einer alternativen Lodge als einer Berghütte. Zum Abendessen servieren Wirt Andrea Berteotti und sein Hüttenteam zur Pasta mit frischem Salat entspannte Musik. Schon jetzt hat sich die weite Anreise gelohnt.

Im weichen Licht der Morgensonne werden die Wanderschuhe zum zweiten Mal geschnürt. Die einsamen Wald- wege zum Monte Biaina sind gut ausgeschildert. Am 1400 Meter hohen Gipfelrücken öffnet sich das Panorama in alle Richtungen. Vom schneebedeckten Monte Stivio grüßt der Spätwinter herüber, während Birgit und Kookie eine frühlingshaft warme Gipfelpause genießen.

1 Steil bricht der Monte Colodri zum Sarcatal hin ab.


Auch am Rifugio San Giovanni sind die Freundinnen die einzigen Gäste. Wirt Stefano Depentori reagiert etwas verstört, als Birgit ihre Übernachtung ankündigt. Die Reservierung hatte er vollkommen vergessen. Schnell wird improvisiert und seine Frau Chiara fährt ins Tal, um alle Zutaten für die Spezialität des Hauses »Polenta con Coniglio« zu besorgen.

»Free solo« gut zu verantworten

2 Am Sentiero di Scaloni muss man hin und wieder zupacken.


Foto: Michael Pröttel, Kookie Pröttel (2)

Die dritte Etappe Richtung Sarcatal führt zunächst durch lichte Buchenmischwälder, die von einer wohl vier Kilometer breiten, senkrecht abbrechenden Felsstufe begrenzt werden. Die auch bei Kletterern beliebte Wand auf einem weiten Umweg zu umgehen, ziehen die beiden Frauen nicht in Betracht. Trotzdem kommen auf dem Weg zum Klettersteig »Sentiero degli Scaloni« bei Kookie Zweifel auf. War es eine gute Idee, die steile Felspassage ohne Klettersteigausrüstung zu begehen? Immerhin tragen so gut wie alle Entgegenkommenden Gurt und Helm. Bereits nach den ersten mit Stahlseilen gesicherten Passagen wird jedoch klar: Bei entsprechender Erfahrung und Trockenheit ist der »Scaloni« auch »free solo« gut zu verantworten.

Unten im Tal geht es noch ein gutes Stück an der sprudelnden Sarca entlang. Wegen der Vorsaison liegt die nächste Unterkunft nicht in Ceniga, sondern im knapp zwei Kilometer entfernten Dro. Die Schlussetappe beginnt hinter der alten »Römer-Brücke« bei Ceniga mit dem steilen Anstieg zum Monte Colt. Kurz nach dem gleichnamigen Kreuz, das allerdings noch nicht den höchsten Punkt markiert, wird das Gelände zusehends felsiger. Angesichts kurzer Kraxel- Einlagen vergeht die Überschreitung vom Monte Colt zum beeindruckenden Colodri wie im Flug. Teils überhängend stürzt der berühmte Kletterfelsen nach Osten hin ab. Und wieder genießen Kookie und Birgit den schwindelerregenden Tief blick fast allein.

Erst nach dem Abstieg über die Oliven- Terrassen von Laghel geraten die beiden nach vier Tagen Bergeinsamkeit in den festlich gekleideten Menschenstrom einer Prozession. Was für ein Finale, hinter einem Osterkreuz in die Altstadt von Arco hinein zu flanieren!

Erst als der »Garda Trek« 2017 eröffnet wurde, erkannte Michael Pröttel, dass man rund um Arco nicht nur klettern, sondern auch wunderbar wandern kann.

Stille Ecken Am Gardasee

Obwohl Arco nicht gerade für Bergeinsamkeit steht, ist man bei dieser dort startenden Mehrtagestour weitgehend allein.

Service Gardasee | Bergwandern

Charakter: Gemütlicher Einstieg mit schönen Bergdörfern und idyllischem See

Ausgangspunkt: Tenno (427 m)

Endpunkt: Rifugio San Pietro (976 m)

Route: Tenno - Canale - Lago di Tenno - Bastiani - Rifugio San Pietro (Alternativ auch direkt von Canale nach Bastiani)

Charakter: Waldreiche Wanderung auf einsamen Wegen mit einem sehr schönen Aussichtsgipfel

Ausgangspunkt: Rifugio San Pietro (976 m)

Endpunkt: Rifugio Malga San Giovanni (1050 m)

Route: Rifugio San Pietro - Monte Calino - Monte Biaina - Rifugio Malga San Giovann

Charakter: Abstiegsetappe zum Sarca Tal, der nach einem waldreichen Beginn ein unschwerer Klettersteig folgt

Ausgangspunkt: Rifugio Malga San Giovanni (1050 m)

Route: Rifugio Malga San Giovanni - Sentiero di Scaloni - Ceniga, bzw. Dro

Charakter: Wunderschöne Bergüberschreitung, gewürzt mit felsigen Passagen und tollen Tiefblicken

Ausgangspunkt: Ceniga, bzw. Dro (110 m)

Endpunkt: Arco (90 m)

Route: Ceniga, bzw. Dro - Croce di Colt - Monte Colt - Colodri - Laghel - Arco

Tourenkarte Heftmitte:

AUF NACH ARCO

WOHIN?

Arco liegt rund fünf Kilometer nördlich des Gardasees in der Region Trient. Öffentlich erreicht man Arco via Rovereto (bis hier mit dem Zug), von wo aus vielfältige Busverbindungen nach Arco, bzw. Riva und weiter nach Tenno bestehen. Mit dem Auto: Auf der A22 bis Ausfahrt »Rovereto sud« und über die SS40 nach Arco. Weiter über Varone nach Tenno

WO SCHLAFEN?

1. Nacht: Rifugio San Pietro (976 m), ganzjährig geöffnet, Tel. 00 39/04 64/50 06 47 www.rifugiosanpietro.eu

2. Nacht: Rifugio/Ristorante Malga San Giovanni (1050 m) April bis Oktober täglich, ansonsten an Wochenenden geöffnet. Da nur wenige Schlafplätze und eher auf Tagesgäste ausgelegt, unbedingt zuvor Übernachtung reservieren: Tel. 00 39/04 64/54 11 01, www.ristorantemalgasangiovanni.it

3. Nacht: Pensionen und Hotels in Ceniga oder Dro (Rechtzeitig buchen z.B. über booking.com)

WANN?

WAS MITNEHMEN?

Normale Wanderausrüstung

SICH ORIENTIEREN:

Tabacco Karte 1:25 000, Nr. 055 »Arco - Valle del Sarca, Valle dei Laghi«

MEHR ERFAHRE

Garda Trentino S.p.A. - Ufficio Informazioni Arco , Tel. 00 39/04 64/53 22 55, www.gardatrentino.it/de/ Info-Buero-Arco-Gardasee

3 Die Hauptwege des »GardaTrek« sind bestens ausgeschildert.


Hinweis zur Tour

Ein Großteil der Viertagetour deckt sich mit dem Wanderkonzept »GardaTrek - Die Krone des Garda Trentino«, der in drei verschieden anspruchsvollen Schleifen in die Berge rund um Arco führt. Zudem sind alle Wege gut ausgeschildert.

Tipp: Wer nur drei Tage Zeit hat und rechtzeitig startet, legt am besten Etappe 2 und 3 zusammen.

Mehr Touren rund um Arco finden Sie in unserem Gardasee-Special. Ab 6. April am Kiosk