Bereits Kunde? Jetzt einloggen.
Lesezeit ca. 7 Min.

GARTEN MIT ASIATISCHEM FLAIR


TASPO GARTEN-DESIGN - epaper ⋅ Ausgabe 4/2018 vom 25.05.2018
Artikelbild für den Artikel "GARTEN MIT ASIATISCHEM FLAIR" aus der Ausgabe 4/2018 von TASPO GARTEN-DESIGN. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: TASPO GARTEN-DESIGN, Ausgabe 4/2018

Nach der ersten Gartenumgestaltung entschied sich der Kunde von Goroncy – Gärtner von Eden, doch noch einen Pool und einen großen Koiteich in den Garten bauen zu lassen.


Fotos und Pläne: Goroncy

DAS PRIVATE PROJEKT

Keinen strengen Zen-Garten, sondern einen Garten mit japanischen Elementen – das wünschten sich die Besitzer eines rund 1.000 Quadratmeter großen Grundstücks. Bei der ersten Umgestaltung wurde auf den Bau eines Pools verzichtet. Nach etwa einem Jahr wuchs jedoch der Wunsch nach einer Bademöglichkeit. Der daraufhin entstandene Wassergarten brachte dem Unternehmen Goroncy – Gärtner von Eden in ...

Weiterlesen
epaper-Einzelheft 17,99€
NEWS 14 Tage gratis testen
Bereits gekauft?Anmelden & Lesen
Leseprobe: Abdruck mit freundlicher Genehmigung von TASPO GARTEN-DESIGN. Alle Rechte vorbehalten.

Mehr aus dieser Ausgabe

Titelbild der Ausgabe 4/2018 von IM FOKUS: Aufgepickt. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
IM FOKUS: Aufgepickt
Titelbild der Ausgabe 4/2018 von Neue Module mit Gehölzen. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
Neue Module mit Gehölzen
Titelbild der Ausgabe 4/2018 von „Rendezvous im Garten“. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
„Rendezvous im Garten“
Titelbild der Ausgabe 4/2018 von TASPO Awards: Was zeichnet Ihren Betrieb aus?. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
TASPO Awards: Was zeichnet Ihren Betrieb aus?
Titelbild der Ausgabe 4/2018 von SO WIRD IHRE WEBSITE ABMAHNSICHER. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
SO WIRD IHRE WEBSITE ABMAHNSICHER
Titelbild der Ausgabe 4/2018 von NACHGEFRAGT. Zeitschriften als Abo oder epaper bei United Kiosk online kaufen.
NACHGEFRAGT
Vorheriger Artikel
SCHUTZ VOR SCHLAMMIGEN FLUTEN
aus dieser Ausgabe
Nächster Artikel ZEIT FÜRS WESENTLICHE
aus dieser Ausgabe

... Drensteinfurt 2017 den Einzug in das Finale der TASPO AWARDS.

Wenn Ende Mai, Anfang Juni auf Schloss Lembeck in Dorsten die „Landpartie“ stattfindet, ist Fritz Goroncy mit dabei. Seit Jahren präsentiert das Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen aus dem Münsterland gemeinsam mit einem Gärtner-von-Eden-Partner aus Marl, der Firma Kulmann-Rohkemper, auf der Ausstellung einen eindrucksvollen Schaugarten. Auf einer dieser „Landpartien“ gab es den erste Kontakt zwischen Fritz Goroncy und Herbert Jacobs (Name von der Redaktion geändert). Das 1.000 Quadratmeter große Gartengrundstück der Familie Jacobs sollte neu gestaltet werden.

Die Wünsche des Kunden

Herbert Jacobs ist Japanfan. „Ich war schon des Öfteren dort, da es auch private Verbindungen nach Japan gibt. Natürlich habe ich dort dutzende japanische Gärten durchwandert und bin insbesondere von den Landschaftsgärten begeistert.“ So entstand der Wunsch, einen Garten mit japanischen beziehungsweise asiatischen Stilelementen anzulegen. Ansätze eines europäisch interpretierten Japangartens wie Steinsetzungen waren bereits vorhanden. „Der Garten sollte kein strenger Zen-Garten werden, sondern ich wollte im Kleinen Elemente eines japanischen Landschaftsgartens erhalten“, sagt Jacobs.

Der Ortstermin

Bei der ersten Besichtigung des Gartengrundstücks fiel Fritz Goroncy zuerst das besondere Licht auf, das dort herrscht. „Es ist im Sommer hell, aber nicht heiß“. Grund dafür ist ein alter Eichenbestand, der unbedingt erhalten werden sollte und auch musste. „Die Eichen stehen unter Naturschutz. Einige mussten wir allerdings nach Genehmigung durch die Stadt fällen, um den Bestand zu erhalten“, erklärt Goroncy.

Beim Vor-Ort-Termin möchte der Landschaftsgärtner erst einmal mehr über die Vorlieben und Wünsche des Kunden erfahren. „Ich versetzte mich in ihn hinein, ziehe auch geistig in sein Haus und versuche, den Garten mit seinen Augen zu sehen.“ Mehr darüber zu erfahren, wie der Kunde eingerichtet ist, ist dabei ebenfalls wichtig. „Zu wissen, wie jemand wohnt ist am Ende nicht entscheidend für die Landschaftsarchitektur des Gartens, aber entscheidend für die Details einer Gestaltung. Wenn der Garten fertig ist, muss er aussehen, als sei er immer dagewesen“, beschreibt Goroncy seine Philosophie.

Die Planung

Um einen Garten mit asiatischen Elementen zu planen, muss man kein Asienspezialist sein. „Als guter Planer im Hausgartenbereich weiß man, worauf es da ankommt“, sagt Goroncy. Die Wahl der Gehölze, der Bepflanzung, der Materialien, die Wegeführung und das harmonische Verhältnis von formalen und organischen Elementen – das alles trägt zur asiatischen Anmutung bei.

Nach dem Ortstermin entstanden zwei Entwürfe, einer davon mit Pool, einer ohne. „Das zweite Treffen findet immer bei uns in der Firma statt“, erklärt Goroncy. „Der Kunde soll ebenfalls sehen, wie wir leben und wie wir arbeiten.“ Im Schaugarten der Firma kann nach Terminabsprache auch ein Biopool besichtigt werden. Trotz der attraktiven Anregung entschied sich Familie Jacobs erst einmal für die Variante ohne Pool. „Wir hatten Bedenken, dass eine Teichanlage aufgrund des Blüten-, Blätterund Eichelregens schwierig sauber zu halten ist“, erinnert sich Herbert Jacobs.

Der alte Eichenbestand auf dem Grundstück sorgte immer schon für interessante Lichtund Schattenspiele. Der Umbau von einem Garten mit großen Rasenflächen und geraden Wegen zu einem Wassergarten mit asiatischen Elementen erfolgte in zwei Stufen. Maschinen und Materialien konnten dabei zum Teil nur mit dem Kran auf die Baustelle gehoben werden.


Die Gestaltung

Zwar fiel die Entscheidung gegen einen Pool, allerdings sollte ein kleines Wasserbecken den Garten zieren. Das formale Becken mit externer Filtertechnik grenzt an die Terrasse und wird durch die angrenzenden Beete eingebunden. Unmittelbar am Wohnhaus befinden sich zwei Terrassen, die mit großformatigen Platten belegt sind. Gepflasterte Wege führen ums Haus herum. Die Pflasterungen werden immer wieder durch Flächen mit fest verfugten, polierten Kieselsteinen aufgelockert. Die Rasenfläche zieht sich in sanften Schwüngen bis zum Eichenwäldchen und ist gesäumt von Beeten. Über den Rasen führen Wege aus Trittsteinen an das andere Ende des Gartens, wo sich ein kleines Teehaus mit Teich befindet.

Die Änderung

Obwohl sich Familie Jacobs zunächst für die poolfreie Gestaltungsvariante entschieden hatte, ging ihnen die alternative Planung nicht wirklich aus dem Kopf. „Als der Garten fertig war, kam doch noch der Wunsch auf, einen Koiteich anzulegen, der im ersten Ansatz zu klein ausfiel. Bei der Planung des neuen, größeren Koiteichs reifte dann der Entschluss, ihn mit einem Pool zu verbinden“, sagt Jacobs.

Die Umgestaltung

Der südwestliche Bereich und damit gut die Hälfte des Gartens wurden daraufhin wieder komplett umgestaltet. Um Koiteich und Pool optisch zu verbinden, interpretierte Fritz Goroncy das japanische Teehaus neu. Platziert auf einem Holzdeck, an das sich auf der einen Seite der Pool und auf der anderen Seite der Teich anschließt, blickt man nun von einem überdachten Freisitz durch eine runde Öffnung – das „Mondfenster“ – auf das Schwimmbecken. Dieser Entwurf ist nicht nur schön, sondern auch praktisch: Die gesamte Technik für beide Wasserbecken verschwindet unsichtbar und dank Dämmung auch unhörbar unter Holzdeck und Freisitz.

Der Pool

Das Unternehmen Goroncy ist Partner von blueBase, dem Schwimmteich-System der Minnova BNS GmbH. Von Base1 bis Base5 unterscheiden sich die Pools durch Naturnähe und Komfort – je größer die Wasserpflanzenzone, desto mehr Pflege ist nötig und desto weniger Ausstattung wie beispielsweise Heizung ist möglich. Familie Jacobs wollte Natur und Komfort und entschied sich daher für Base3, den so genannten „Pool mit Naturnähe“. Hier gibt es einerseits ein komfortables Schimmbecken ohne Wasserpflanzen und einen getrennt angeordneten Pflanzenfilter. Da auf Pflanzen im Schwimmbereich keine Rücksicht genommen werden musste, war es problemlos möglich, Annehmlichkeiten wie Poolabdeckung und Heizung einzubauen. Der Biopool wird mit einer Luftwärmepumpe beheizt, die elektrische Poolabdeckung sorgt dafür, dass sich das Wasser nachts nicht abkühlt.

Eine Bedingung hatte Herbert Jacobs allerdings beim „Ja“ zum Poolbau: Er wollte keine Teichfolie im Becken haben. „Wir haben das Becken aus wasserdichtem Beton gegossen und Boden und Wände mit zehn Millimeter starken Granitfliesen in Anthrazit belegt“, sagt Goroncy.

WÜNSCHE DES KUNDEN

Erste Umgestaltungsphase
• Garten mit asiatischem Flair
• Erhaltung des alten Eichenbestandes

Zweite Umgestaltungsphase
• Koiteich und Pool
• keine Folie sondern Naturstein im Pool

BAUDATEN

• Grundstücksfläche: 1.000 Quadratmeter
• Bausumme: 500.000 Euro
• Bauzeit: 8 Monate (beide Umgestaltungsphasen)

Die Herausforderung

Fertige, bleibende Gartenteile nicht zu zerstören – das war eine der Herausforderungen beim Bau von Pool und Teich. Das Haus auf einem Eckgrundstück befindet sich in einem Wohngebiet, so dass man die Baustelle über eine wenig befahrene Straße und einen nur spärlich genutzten Parkstreifen erreichen konnte. Schwieriger war es, beim Bau von Pool und Koiteich die Konfrontation mit dem vorhandenen Wurzelwerk der alten Bäume auf ein Minimum zu reduzieren. Wo sich das Aufeinandertreffen von Bauwerk und Baum nicht vermeiden ließ, wurden die Wurzeln vorbehandelt, um ihre Widerstandskraft zu stärken. „Außerdem haben wir den Bautermin nicht in den Hochsommer gelegt“, sagt Goroncy.

Für die Bauherren selbst war trotz der vielen Änderungen die Bauphase keine Belastung. „Da ich zur Zeit der beiden Bauvorhaben beruflich sehr eingespannt war, konnte ich häufig erst am späten Abend die Baufortschritte begutachten. Freitags fanden regelmäßig Besprechungen statt, meist am frühen Morgen, bei denen wichtige Dinge zeitnah besprochen wurden. Alles lief reibungslos, bis auf den Umstand, dass außerhalb des Hauses gefühlt für uns eine Großbaustelle existierte“, erinnert sich Jacobs.

Die Bepflanzung

Der Garten ist rundherum von Hainbuchen- und Eibenhecken eingerahmt. Sie waren bereits im ursprünglichen Garten vorhanden. Die weitere Bepflanzung prägen schön gewachsene Groß- und Formgehölze, darunter ein Taxus- und ein Kiefer-Bonsai aus Japan, außerdem Kasten-Linden, Blumenhartriegel und Japanischer Ahorn. Wenn es um die Auswahl von Bäumen geht, fährt Goroncy gerne gemeinsam mit seinen Kunden zur Baumschule Bruns in Bad Zwischenahn. „Wir nehmen uns Zeit und gehen durch die Baumschule. Der Kunde erkennt schnell die Wertigkeit der Bäume und uns gelingt es auf diese Weise, die Menschen für Bäume und Pflanzen zu begeistern.“ Die Linden, die Bonsais, den Ahorn – alle Bäume hat sich Familie Jacobs persönlich ausgesucht. Verschiedene Bambusarten und Rhododendrongruppen sowie hunderte von Azaleen, die im Frühjahr ein wahres Blütenfeuerwerk entfachen, komplettieren im Garten den grünen Rahmen entlang der Beetfläche und um die Wasserbecken.

Für den Landschaftsgärtner aus Drensteinfurt wird ein Garten erst durch Pflanzen zum Garten. Dazu gehören auch große Bäume, mit denen man dem Haus optisch etwas entgegensetzen kann. „Natürlich kosten große Bäume Geld. Aber viele Menschen haben Fahrzeuge für mehrere zehntausend Euro vor der Tür stehen, die innerhalb kürzester Zeit an Wert verlieren – da darf man doch auch einmal etwas mehr für Bäume ausgeben“, findet Goroncy. „Schön ist, dass wir vielen Kunden vermitteln können, wie wertvoll Bäume für ihr Grundstück sind.“

Für das Teehaus ließ sich Fritz Goroncy etwas besonderes einfallen: Ein Mondfenster, durch das man vom Sitzplatz aus den Pool sehen kann. Das Wasserbecken vor der Terrasse macht den Wassergarten mit Pool und Teich komplett.


Die Pflege

Für die Pflege des Gartens beschäftigt das Ehepaar Jacobs einen Gärtner, zweimal jährlich kümmert sich ein Pflegeteam von Goroncy um Düngung, Schnitt, wintert den Pool ein und nimmt ihn im Frühjahr wieder in Betrieb. Auch wenn die Versuchung groß ist, einen beheizten Pool schon an den ersten sonnigen Frühlingstagen einsatzbereit zu machen, rät Fritz Goroncy dazu, grundsätzlich zu warten, bis konstant mindestens zwölf bis dreizehn Grad herrschen. „Wenn man einen Pool schon am ersten März wegen ein paar warmer Tage aufheizt, ist das eine enorme Energieverschwendung.“

Das Fazit

Von Anfang an stimmte für das Ehepaar Jacobs die Chemie mit der Firma Goroncy. „Bei den Planungen und dem Bau wurde explizit auf unsere Wünsche und Vorstellungen eingegangen, Das geht nicht‘ oder,Das ist schwierig‘ gab es nicht“, erinnert sich Jacobs. Trotz diverser Planänderungen wurde der Zeitplan eingehalten. „Besonders hervorzuheben ist die fast schon familiäre Atmosphäre, in der die Zusammenarbeit vonstatten ging. Und fachlich hat uns insbesondere das spezifische Know-how bei der Umsetzung der Wasserlandschaft beeindruckt.“

Letztendlich überzeugte auch das Gesamtergebnis. „Wir fühlen uns sehr wohl in unserem Garten, der sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt und verändert“, schwärmt Herbert Jacobs. „Im Frühjahr und Sommer findet unser Leben zu Hause fast überwiegend im oder mit dem Garten statt. Durch die Konstruktion unseres Hauses mit großen, raumhohen Fensterflächen und Blickachsen in den Garten und den angrenzenden Wald ist der Garten auch Bestandteil des Wohnraums.“