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Garten voller Blüten!


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Liebes Land - epaper ⋅ Ausgabe 3/2022 vom 06.04.2022
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Bildquelle: Liebes Land, Ausgabe 3/2022

NACHHALTIG

Ein langer Weg schlängelt sich durch die blühenden Beet-Inseln der 400 Quadratmeter großen „Wunderwiese“ des Ehepaars Faber. Er könnte glatt das Sinnbild der letzten 15 Jahre sein, denn die Gestaltung und Erweiterung des „faberhaften Gartens“ war ebenfalls ein langer Weg. Er verlief wahrlich nicht immer nach Plan und ohne Überraschungen. Aber es zählt, was dabei rauskommt: in dem Fall ein üppiges Paradies, mit dem die Fabers sich selbst und vielen Gästen große Freude bereiten.

Der Garten als wachsende Aufgabe

1994 bezog das Ehepaar das Haus in Werther nordwestlich von Bielefeld – und machte sich sofort an die Arbeit. Apotheker Michael Faber erinnert sich: „Außer ein paar Koniferen und Rasen war da wenig gärtnerische Vielfalt vorhanden. Wir haben die gepflasterten Wege neu angelegt, eine Art Wintergarten gebaut, einen Teich ausgehoben und eine Schaukel aufgestellt.“ Die Schaukel steht bis ...

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... heute. Nach den fünf eigenen Kindern erfreut sie mittlerweile vier Enkel. Darüber hinaus ist der Garten ein blühendes Füllhorn aus Rosen, Stauden und allerlei Ziergehölzen. Sitzt man auf der sehr gemütlichen Hauptterrasse, hat man einen weiten Blick, denn das Haus grenzt direkt an ein Landschaftsschutzgebiet. Wenn man allerdings so leidenschaftlich gärtnert wie die Fabers, dann sind selbst 600 Quadratmeter Hausgarten irgendwann nicht mehr genug. Das Schicksal spielte den beiden in die Hand, wie Michael Faber erzählt: „Gegenüber lag ein Zimmereibetrieb, der nach der Geschäftsaufgabe abgewickelt wurde. Das Grundstück mit vielen alten Serbischen Fichten wurde für neue Wohnhäuser überplant. Da sind wir einfach auf den Bauträger zugegangen, haben gefragt, ob er eine Parzelle verkaufen würde. Er hat zugestimmt, und das war ein großes Glück.“

400 Quadratmeter Brachland

Service

Gartenwege: kreuz und quer, hart und weich

Wege sind eine Visitenkarte des Gartens, und wer nicht auf einen bestimmten Plan festgelegt ist, kann die Freiheiten in Sachen Route und Material nutzen. Warum nicht einen spiralförmigen Weg zur Mitte anlegen? Oder den Pfad immer wieder erweitern, um Ruheflächen zu schaffen? Vieles ist möglich.

Die Entscheidung, worauf man läuft, hängt auch mit der Bereitschaft zur Pflege zusammen. Genormte Steinplatten gelten als eher naturfremd, es sei denn, man verlegt sie einzeln wie eine Art Trittstufen. Wenn es in jedem Fall Stein sein soll, dann kommen auch altes Baumaterial infrage oder durchlässiger Kies, eventuell mit einem untergelegten Unkrautvlies.

Rindenmulch ist attraktiv und sorgt für einen weichen Tritt, verwittert aber und muss nachgefüllt werden. Immer mehr Freunde gewinnt die Wegbefestigung mit Holzplanken. Hier braucht es druckimprägniertes Material oder witterungsbeständige Holzarten.

Auch eine Option: robusten Rasen wild wachsen lassen und die Wege einfach zweimal in der Saison mit dem Rasenmäher freilegen.

So kamen die Fabers 2009 in den Besitz einer weiteren großen Fläche, direkt auf der anderen Straßenseite gelegen: ein fast quadratisches Grundstück, das sie nach Lust und Laune urbar machen konnten. Was auch nötig war, wie sie schnell feststellten. Denn schwere Baumaschinen hatten den Boden verdichtet, und unter der dünnen Schicht Muttererde befand sich noch jede Menge Bauschutt. Das Ehepaar steckte viel Arbeit in die Aufbereitung der Fläche, beseitigte den verbuddelten Bauschutt ebenso wie Disteln und Schachtelhalm, die sich ausgebreitet hatten. Dann erst konnten sie sich an die Bepflanzung begeben. Die Idee: Streuobstbäume und jede Menge Bienenfreund (Phacelia), eine robuste Wasserblattpflanze mit schönen feinen Blüten, die Insekten anzieht und der Bodenverbesserung dient. Geli Faber war mit dem ersten Ergebnis schon sehr zufrieden: „Die Fläche sah wunderschön aus, ganz lila. Und dann stand wieder die Aktion Offene Gartenpforte an, an der wir schon seit 2004 teilnehmen. Wir haben bei der Antikscheune nebenan gefragt, ob wir einen rustikalen Eichenholztisch mit Stühlen leihweise in die Mitte der Wiese stellen dürfen, damit die Besucher sich auch mal hinsetzen können. Das fanden wir sehr hübsch und haben die Gartenmöbel letztlich gekauft. Der Eichentisch und die verwitterten Stühle stehen bis heute im Zentrum der Wunderwiese, wie wir sie jetzt nennen.“ Von da an entwickelte sich das Grundstück fast wie von selbst weiter, ergänzt Michael Faber: „Wir hatten immer wieder Pflanzen aus unserem Hausgarten übrig, zum Beispiel Fingerhutstauden, Astern und Phlox, sodass nach und nach die Beete entstanden sind. Mittlerweile wird die Wunderwiese (im Bild auf S. 25 unten) genauso geplant und bepflanzt wie der Hausgarten.“ Mit den Beeten, die sich wie gebogene Inseln harmonisch über das ganze Grundstück verteilen, wurde der Platz für die Wege dazwischen immer knapper, wie der Hobbygärtner lächelnd berichtet: „Die sind jetzt nur noch rasenmäherbreit – und wir haben einen schmalen Rasenmäher!“

✪ Service

Farbenprächtiges Deko-Hobby: Blumenbinden

Geli Faber bindet prächtige Blumensträuße. Uns hat sie ihre besten Tipps verraten:

■ Auch in der nahen Natur suchen, zum Beispiel am Feldrand: Kamille, Kornblumen, Acker-Witwenblumen, Wiesenkerbel

■ Noch nicht voll aufgeblühte Blumen und Füllpflanzen am frühen Morgen schneiden. Untere Blätter am Stängel entfernen, Blumen in Wasser zwei Stunden stehen lassen

■ Eine Form festlegen: Soll der Strauß locker-wiesig wirken oder kompakt sein?

■ Einige ausdrucksvolle Blumen mit Füllpflanzen drum herum gruppieren: Holunder, Frauenmantel, Fenchel, Schleierkraut

■ Am Ende die Blumen im Strauß noch mal auf gleiche Länge und schräg anschneiden

Blühende Vielfalt auf der Wiese

Zu Beginn eines jeden Jahres ist Michael Faber erst einmal dafür zuständig, die Altlasten zu entfernen, wie er es nennt: „Ich gehe durch den Boden und nehme raus, was stört. Die Grasnarbe, die reingeweht ist. Das Moos. Hier und da fülle ich Erde auf und dünge mit einem biologischen Volldünger.“

Seine Frau hat fleißig Samen gesammelt und über die Wintermonate sortiert, sie kümmert sich um die Planung für Hausgarten und Wunderwiese: „Ich fange im März an, vorzuziehen, in Kisten im Gewächshaus. Dabei schaue ich auch in Pflanzenkataloge, ob es Neuheiten gibt. Besonders gefallen mir pastellfarbene Blüten. Mein Mann warnt mich dann manchmal. Ich kaufe öfter zu viel, aber das verschenke ich dann einfach weiter. Davon profitieren letztlich auch unsere Nachbarn.“

Ein Beet als riesiger Blumenstrauß

Für die konkrete Gestaltung der Beete hat sie einen originellen Ansatz: „Ich stelle mir Beete wie einen Blumenstrauß vor. Ich überlege mir, was gut aussieht. Das gibt am Ende eine Art großen gepflanzten Blumenstrauß, etwa mit Kosmeen, Berufkraut, Eisenkraut. Ich spiele mit den unterschiedlichen Höhen, manchmal setze ich an den Rand Gräser und Zinnien, je nachdem, was niedriger und höher wächst.“ Sie gesteht: „Letzten Endes ist es viel Arbeit, wir sind schon ein bisschen gartenverrückt.“ Nun gibt es gerade in den letzten Jahren den Trend zum sogenannten Blackbox Gardening, bei dem man Pflanzen den Raum lässt, sich selbst zu vermehren und sich den perfekten Standort im Garten autonom zu suchen. Geli Faber kann den Reiz dieses Ansatzes durchaus nachvollziehen: „Man arbeitet mit der Natur, nicht gegen sie. Dynamik und Zufall übernehmen eine wichtige Rolle. Das Unerwartete ist gerade oft das Schöne. Wir haben hier z. B. die Mazedonische Witwenblume, die ist ganz leicht und schwebt förmlich. Das ist so schön, die lassen wir stehen, wo sie wachsen will. Oder die Kornrade, das Berufkraut. Ein gutes Beispiel ist auch die Spornblume. Die sucht sich ja eher trockene Ecken, und da freuen wir uns, wenn sie wiederkommt.“ Trotzdem lässt es sich Geli Faber nicht nehmen, den Großteil der Einjährigen selbst heranzuziehen – am liebsten im wunderschönen Gewächshaus, das sich das Ehepaar vor ein paar Jahren angeschafft hat: „Es ist eine Menge Handarbeit, weil ich die Pflanzen vorziehe und oft noch pikiere. Ich setze sie dann einzeln an die entsprechenden Stellen.“ Aktuell blühen zum Beispiel ganz viel Zierlauch, Tulpen, Vergissmeinnicht, Goldlack, verschiedene Wolfsmilch-Arten, späte Märzenbecher. Die Wunderwiese ist ein derartiger Hingucker im Viertel, dass sie nicht nur geladene Besucher anzieht, wie die leidenschaftliche Hobbygärtnerin zu berichten weiß: „Es verselbstständigt sich manchmal, wenn Leute plötzlich auf der Wiese stehen. Die spazieren mit ihren Kindern durch die Labyrinth-Wege, und wenn mein Mann freundlich sagt, das ist eigentlich ein Privatgarten, dann sagen sie: Aber da steht doch ‚Willkommen‘ an der Pforte.“ Ein Problem ist das nicht: Seit vielen Jahren öffnen die Fabers ihren

KONTAKT

Geli und Michael Faber Am Winkel 6, 33824 Werther E-Mail: michael_faber@gmx.net Internet: faberhafter-garten.de Instagram: gelifaber und faberhaftergarten

Garten regelmäßig der Öffentlichkeit. Geli Faber freut sich bereits auf die neue Gartenpforten-Saison, die am 12. Juni beginnt: „Viele Leute sagen, es ist etwas Besonderes, hier sein zu dürfen. Manche Gäste empfinden das wie ein Geschenk, das aber auch auf Gegenseitigkeit beruht.“ Ohne Vorbereitung geht das alles natürlich nicht, wie Michael Faber schmunzelnd erklärt: „Da werden vorher noch alle Kanten ordentlich gemacht, das bringt einen Hauch von Ordnung in die Üppigkeit. Und wenn da ein Väschen steht, sind auch ein paar Blümchen drin. Wie man Gäste zu Hause empfängt, so bereitet man auch den Garten vor.“ Also dann: auf zur Wunderwiese in Werther! ■

Service

Geli Fabers Gartentipps

■ Blühzeiten durch Rückschnitt einiger Pflanzen Ende Mai verlängern (z. B. Phlox, Astern, Fette Henne)

■ Kleine Gartenräume schaffen – ein Garten will vom Besucher erkundet und entdeckt werden.

■ Kleinere Gärten profitieren davon, wenn man sich bei den Möbeln auf wenige helle Farben konzentriert.

■ Bei der Pflanzenauswahl (Rosen, Stauden, Ein-oder Mehrjährige) auf offenblütige Arten achten – das fördert die Insektenvielfalt

■ Ein gewisses Maß an „Unordnung“ für Insekten und andere Tiere lassen (Steinhaufen, Brennnesseln, Totholz)

■ Im Frühjahr für den Sommer vorplanen (Kataloge, Sammenbestellung), ab März Einjährige vorziehen (Kosmeen, Ziertabak, Einjähriger Phlox, Ringelblumen)

■ Gemüse und Kräuter als Deko in die Blumenbeete pflanzen (Gewürzfenchel, Pastinaken, Dill, Petersilie)

■ Schöne Pflanzgefäße aus Emaille, Zink oder Keramik bepflanzen – gerne gebrauchte vom Flohmarkt

■ Auch alte Kinderstiefel oder Holzpantinen lassen sich als Deko-und Pflanzgefäße nutzen