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Gartencenter 2035


TASPO - epaper ⋅ Ausgabe 34/2019 vom 24.08.2019

Eine kleine Utopie vonKarl-Heinz Dautz


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Könnte so oder so ähnlich das Gartencenter der Zukunft aussehen?


Foto: tollwasblumen machen.de/B[L]OOM! 2018 in der Mall of Berlin

Wir leben in der Stadt in einer sehr funktional eingerichteten kleinen 50 Quadrat-meter Wohnung. Meine Frau, meine 10- jährige Tochter und ich. Es ist manchmal zu dritt schon sehr anstrengend, weil meine Frau und ich in virtuellen Räumen zu-hause arbeiten. Heute nehmen wir uns ein paar Stunden Frei-zeit. Unser virtueller Hologramm-Assistent schlug uns vor ins Naturcenter zu fahren. Unsere Krankenver-sicherung hat uns aufgrund unserer ...

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Wir leben in der Stadt in einer sehr funktional eingerichteten kleinen 50 Quadrat-meter Wohnung. Meine Frau, meine 10- jährige Tochter und ich. Es ist manchmal zu dritt schon sehr anstrengend, weil meine Frau und ich in virtuellen Räumen zu-hause arbeiten. Heute nehmen wir uns ein paar Stunden Frei-zeit. Unser virtueller Hologramm-Assistent schlug uns vor ins Naturcenter zu fahren. Unsere Krankenver-sicherung hat uns aufgrund unserer Stress- und Leistungswerte in ein Präventions- und Bo-nusprogramm aufgenommen. Diese Werte werden von unserer Waage, einem Chip und unserer Zahnbürste automatisch täglich an die Krankenkasse übermit-telt. Die Datenfreigabe ist nicht ver-pflichtend. Aber wir erhielten so ei-nen erheblich günstigeren Tarif. Zum Präventionsprogramm gehört ein monatlicher Besuch im Naturcenter. Dafür bekommen wir von der Kran-kenversicherung einen Rabattgut-schein.
Wir lassen unseren virtuellen Assisten-ten Donald einen Wagen rufen und fahren ins Naturcenter. Wir bevorzugen die fahrer-losen Wagen, weil wir zu dritt einfach mehr Platz haben. Gerade wenn wir dann noch etwas einkaufen. Der Wagen setzt uns am Eingang der großen gläsernen Kuppel ab. Manche haben auch noch eigene Fahr-zeuge, die sind aber sehr teuer, in den Städten oft verboten und sie erhöhen die Stresswerte ungünstig, was wiederum die Versicherungsprämien erhöht.

Die Kuppeln wurden notwendig, weil die UV-Belastung sich in den letzten 20 Jahren dramatisch erhöht hat und weil das Wetter unberechenbar und auch extremer in seinen Auswirkungen geworden ist. Alle neu erbauten Gebäude müssen deshalb diesen Extremen standhalten.

Im Eingangsbereich werden wir alle persönlich mit Namen begrüßt. Ich finde das immer noch unheimlich, aber das sind wohl die Brillen der Begrüßungsassistenten in denen die uns betreffenden relevanten Daten automatisch eingeblendet werden. Unser Eintrittspreis, abzüglich des Rabatt-Gutscheins, wird automatisch mit Betreten des Eingangsbereichs abgebucht.

In vielen anderen Geschäften erwarten uns keine realen Menschen mehr, sondern jeder hat einen holographischen Assistenten, der einem nicht von der Seite weicht und alle Fragen beantwortet und Hilfestellung bietet.

Schon im Eingangsbereich duftet es umwerfend nach Pflanzen, Urwald und Blüten. Wir gehen durch die Schleuse ins Innere und es ist grün. Erholsam und ruhig! Überall stehen und wachsen und blühen Pflanzen. Mein Armband zeigt an, dass mein Stresspegel sinkt. Meiner Frau und meiner Tochter scheint es ähnlich zu gehen. Fast alles hier kann man auch kaufen. Aber die meisten Menschen kommen nur noch hierher, weil sie weder einen Garten noch genug Platz oder Zeit für Pflanzen haben.

Es gibt überhaupt nur noch wenige Menschen, die außerhalb der Metropolen leben. Die Versorgung, auch medizinisch, und die Mobilität sind teuer und schwierig. Wer Platz in seiner Wohnung hat, mietet sich Pflanzen-Arrangements auf Zeit und lässt diese auch von Fachleuten pflegen. Nach der Blüte oder Ernte, oder wenn sie krank sind, werden die Pflanzen abgeholt und gegen neue ausgetauscht. Das ist zwar teuer, aber ist eine lebende, natürliche, nachhaltige Alternative zu anderer Wohnungsdekoration.

Hier im Naturcenter kann man sich beraten lassen und viele schöne duftende Arrangements bewundern. Diese vielen Arrangements werden mir direkt hier an Wandscreens in meiner Wohnung dargestellt. So kann meine Frau gleich sehen, ob sie zu unserer Einrichtung passen.

Zwei der ausgesuchten Arrangements werden von meiner Tochter abgelehnt. Ihr implantierter Chip hat mehrere Allergiegefahren mit den verwendeten Pflanzen und Substraten aufgezeigt. Dabei fällt mir ein, dass ich auch noch in das Allergiezentrum hier im Naturcenter wollte.

Mein jährlicher Allergiecheck und die regelmäßige Desensibilisierungs-Therapie gegen Heuschnupfen wollte ich bei der Gelegenheit gleich hier mit erledigen. Auch gegen FSME und gegen andere Krankheiten könnte ich mich direkt hier impfen lassen. Ohne Wartezeit.

Meine Tochter will unbedingt wieder in die Erdwurm-Show. Dort fahren wir einfach zwei Meter unter die Erde. Dort kann man die heimische Tier- und Insektenwelt unter der Erde beobachten. Maulwürfe, Wühlmäuse, Regenwürmer, Engerlinge usw.

Mir gefällt am besten der Teil mit der unterirdischen Wasserlandschaft direkt in der Zooabteilung. Hier kann man die heimischen Süßwasserfische, Flusskrebse, Neunaugen, Wasserpflanzen und Muscheln unter Einbeziehung zugewanderter Arten durch Klimawandel und Globalisierung beobachten.

Informationstafeln zeigen die Zusammenarbeit des Naturcenters mit dem örtlichen Angelverein. Hier im Naturcenter werden von ehrenamtlichen Helfern heimische Fischarten gezüchtet und dann als Setzlinge wieder in die umliegenden Flüsse ausgesetzt.

Auf virtuellen Screens an den Wänden werden uns immer wieder Artikel oder Geschenkideen die zum Gesehenen oder zu den Hobbies unserer Freunde passen angezeigt. Durch eine Geste landen sie im Warenkorb und werden auf Wunsch direkt nach Hause oder als Geschenk an eine Adresse meiner Wahl gesandt.

Ansonsten kann man in der Zooabteilung viele Tiere virtuell auf Bildschirmen aber auch real anschauen. Genauso kann man hier seinen Hundeführerscheinoder verschiedene Ausbildungszertifikate für Terrarien, Imkerei oder Aquarien machen. Je nach Interesse sind das tolle Gemeinschaftserlebnisse unter Gleichgesinnten.

Wieder oben angekommen treibt uns der Hunger in ein kleines Bistro. Wir gehen durch Regale mit Lebensmitteln allen möglichen Ernährungstrends. Bio, Paleo, synthetisch, vegan usw. Alles wird gleich auf Verträglichkeit von unseren Chips gecheckt, anschließend wie gewünscht zubereitet. Alles wurde unseren individuell erstellten Ernährungs- und Verträglichkeitsplänen entsprechend zubereitet. Lecker! Nachdem wir satt sind gehen wir in den Digital Detox- Bereich. Das ist ein reiner Naturbereich mit Sitz- und Liegemöglichkeiten. Eine Oase der Ruhe! Hier kann man entspannen, schlafen, ausruhen oder einfach nur dem Vogelgezwitscher und dem plätschernden Wasser des Bachlaufs lauschen. Hier gibt es keine Bildschirme und alle digitalen Helferlein bis auf einen kleinen Scanner sind abzugeben oder werden automatisch deaktiviert.

Unsere Tochter hat sich einer geführten Kindergruppe angeschlossen „Werte und Tugenden der Zukunft am Beispiel von tierischem Schwarmverhalten”. Meine Frau schaut mich verschmitzt an und wir beide lachen. Die Liegen, auf denen wir gerade entspannen gefallen uns beiden. Wir scannen den Code und schon morgen werden wir beide Liegen mit den passenden Auflagen in unsere kleine Dachgarten-Parzelle geliefert und aufgebaut bekommen.

Letztes Jahr haben meine Frau und ich unseren „Gartenführerschein” hier gemacht. Das hat uns viel Spaß gemacht zusammen in der Gemeinschaft zu lernen und mit Pflanzen umzugehen. Wir hatten beide keinerlei Wissen über Pflanzen, Pflanzenernährung und Pflege und den vielen anderen ging es genauso. Früher wurde dieses Wissen in der Familie weiter gegeben. Aber unsere Eltern und Großeltern hatten auch schon keinen Garten mehr.

Wir diskutieren, ob wir uns einen der ein bis zwei Quadratmeter großen Mietgärten buchen sollten. Dann könnten wir das Erlernte gleich anwenden. Außerdem sind hier einige Fachleute immer ansprechbar und helfen bei Fragen.

Es gibt auch eine parkähnliche Anlage, die dann in einer größeren Gemeinschaft gepflegt wird. Eine der beiden Alternativen möchten wir mal buchen und ausprobieren.

Auch hierin gibt es verschiedene Plätze zum Entspannen oder für gemeinschaftliche Spiele, Yogakurse, Thai Chi und ähnliches. Außerdem gibt es noch einen Saunabereich der in die Parkanlage integriert ist.

Wir verlassen den Digital-Detox-Bereich, sammeln unsere Tochter wieder ein und versorgen uns noch mit heimischen, regionalen, saisonalen Bio-Produkten.

In zwei Wochen sind dort die Handwerker-und Berufsfindungs-Wochen! Dann werden dort Schuhmacher, Weber, Schneider, Gärtner, Goldschmiede und viele andere ihre fast ausgestorbenen Handwerke zeigen, ausüben und gegen Gebühr in Abend- und Wochenend-Kursen anbieten. Hier kann man sich dann mit Hilfe nachhaltiger Handwerkskunst in zwei Wochen beispielsweise ein eigenes Paar Schuhe herstellen, etwas Nähen oder einfach gegen Gebühr ein Fachpraktikum machen.

Dann ruft Donald uns einen Mietwagen und wir fahren alle drei zufrieden, nach einem wunderschönen, entspannenden Tag, zurück in das hektische Leben der Stadt.

Strategie für den Mittelstand

Karl-Heinz Dautz.


Foto: privat

In Zeiten der zunehmender Veränderungsgeschwindigkeit in Folge disruptiver, branchenübergreifender Prozesse wird es auch und vielleicht gerade in mittelständischen Unternehmen von essenzieller Bedeutung sein, die eigene Strategie professionell zu entwickeln.

Kann Ihr Unternehmen in zehn bis 15 Jahren noch genauso wie heute oder mit nur wenigen reaktiven Veränderungen erfolgreich sein?

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Haben Sie einen ständigen Strategie-Prozess, der auch die zukünftige nachhaltige Personalpolitik in Anzahl und fachlicher Kompetenz sicherstellt?

Haben Sie auf all diese Fragen eine Antwort? Rufen Sie an und gestalten Sie die Zukunft! Ich helfe Ihnen Lösungen und Antworten auf diese Fragen zu finden!

Karl-Heinz Dautz Unternehmerberater | Aufsichtsrat
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