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GARTENPRAXIS: DIE AUSSAAT


Landlust - epaper ⋅ Ausgabe 2/2020 vom 12.02.2020

Neueinsteiger im Gemüsebeet stehen vor vielen Fragen: Wie geht man bei der Aussaat vor? Wir geben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.


Artikelbild für den Artikel "GARTENPRAXIS: DIE AUSSAAT" aus der Ausgabe 2/2020 von Landlust. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Landlust, Ausgabe 2/2020

B ei der Aussaat im Frühjahr ist Geduld gefragt. Die Temperaturen müssen stimmen und der Boden sollte sich nach dem Winter bereits entsprechend erwärmt haben. Auf den Samentütchen erfährt man den frühestmöglichen Aussaattermin des jeweiligen Gemüses. Bei vielen Gemüsearten gibt es frühe und späte Sorten, darauf ist beim Kauf zu achten. Ab Anfang März können erfahrungsgemäß die ersten Samen von Radieschen, Möhren und einigen Salatsorten in die Erde.

BODENBEDINGUNGEN BEACHTEN ...

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...

Zur Aussaat muss der Boden gut abgetrocknet sein. Bei sandigen Böden ist das selten ein Problem. Ein nasser schwerer Lehmboden hingegen ist wenig durchlüftet und kalt, was die Keimung verzögert. Die widrigen Bedingungen können dazu führen, dass das Saatgut nicht keimt, sondern verfault. Einen ausreichend abgetrockneten Boden erkennt man daran, dass er nicht an den Gartenwerkzeugen klebt. Aufschlussreich ist auch ein Test mit einer Handvoll Erde: Lässt sich diese zu einem Ballen formen oder krümelt die Erde auseinander.

DEN BODEN VORBEREITEN

Die Bodenbearbeitung zur Aussaat soll ein feinkrümeliges abgesetztes Saatbett schaffen. Auf schweren Böden ist es sinnvoll, einige Tage vor der Aussaat den Boden mit der Harke zu lockern, damit Luft und Wärme in den Boden gelangen. Bei leichten Böden genügt es, unerwünschten Bewuchs zu entfernen und die Erde feinkrümelig zu ebnen. Dazu zieht man mit einer Harke gleichmäßig schräg über das Beet und wiederholt dasselbe noch einmal von der anderen Seite.

DER PASSENDE REIHENABSTAND

Die meisten Gemüsearten werden in Reihen gesät. Wie weit diese voneinander entfernt sind, hängt von der Größe der ausgewachsenen Pflanzen ab. Auf den Samentütchen steht meistens eine Empfehlung zum Abstand der Pflanzen von Reihe zu Reihe und innerhalb der Reihe: Ein Salatkopf benötigt 30 mal 25 Zentimeter Abstand. Möhren brauchen zwischen den Pflanzen nur drei bis fünf Zentimeter, von Reihe zu Reihe aber zwischen 30 bis 40 Zentimeter. Stehen die Pflanzen zu dicht, können sich Krankheiten eher ausbreiten. Die einzelnen Reihen markiert man am Anfang und Ende des Beetes mit Stöcken. Zwischen den Stöcken gezogene Schnüre erleichtern die Anlage einer geraden Saatreihe. Während die Schnur nach der Aussaat entfernt wird, bleiben die Stöcke zur Orientierung stehen.

DIE RICHTIGE AUSSAATTIEFE

Die Aussaattiefe hängt sowohl von der Größe der Samen als auch von ihrem Keimverhalten ab. Auf den Samentütchen findet man stets einen Hinweis darauf, wie tief der Samen in die Erde kommen soll. Dabei liegen größere Samen wie Bohnen und Erbsen in der Regel tiefer als die kleineren Samenkörner von Radieschen oder Möhren. Außerdem unterscheidet man zwischen sogenannten Licht- und Dunkelkeimern. Salat gehört zu den „Lichtkeimern“. Das bedeutet, dass die Saat einen Lichtreiz benötigt, um zu keimen. Daher werden diese Samen nur dünn mit Erde bedeckt. Die meisten Gemüsepflanzen gehören zu den „Dunkelkeimern“. Ihre Samen müssen so tief im Boden liegen, dass kein Licht auf sie trifft.

RILLEN ANLEGEN

Entsprechend der vorgegebenen Saattiefe werden die Rillen angelegt. Dafür zieht man den Stiel eines Gartengeräts durch den Boden. Bei kleinen Beeten ist es auch möglich, die Rillen mit einem Stöckchen oder einer quer gehaltenen Pflanzkelle entlang einer gespannten Schnur in der gewünschten Tiefe zu ziehen. Ohne Schnüre kann eine Rille auch entlang eines ausgelegten Bambusstockes oder einer Holzlatte gezogen werden.

DAS AUSSÄEN

Große Saatkörner wie Bohnen, Erbsen oder Mangold werden am besten aus der Hand in die Rillen gelegt. Bei kleinerer Saat wie Radieschen lässt man die Samen entweder zwischen Zeige- und Mittelfinger oder aus der Falz eines geknickten Blatt Papiers in die Erde fallen. Schwieriger ist es bei sehr feinem Saatgut, wie z. B. Möhren oder Salat. Hier hilft es, die Saat mit Sand zu mischen. Das Gemisch lässt sich gleichmäßiger und einfacher entlang der Saatrille ausstreuen. Späteres Ausdünnen kann man sich dadurch zwar nicht ganz ersparen, aber es wird einfacher.

DIE RILLEN SCHLIEßEN

Liegen die Saatkörner im Boden, werden sie zuerst locker mit Erde bedeckt. Hierzu zieht man mit der Rückseite einer Harke so viel Erde in die Rille, dass sie gefüllt ist. Es ist auch möglich, aus einem Eimer ein Erde-Sand-Gemisch in die Rillen zu geben. Anschließend wird die Erde angedrückt, um die Verbindung zwischen Samen und Erde zu schaffen. Dabei hilft entweder der Zinkenrücken der aufgestellten Harke oder man tritt die Erde vorsichtig mit dem Fuß fest.

RICHTIG GIEßEN

Bis die Samen aufgelaufen sind, sollten die Beete nicht austrocknen. Je nach Bodenzustand muss gegossen werden. In der ersten Zeit verhindert der Brauseaufsatz der Gießkanne, dass die Saatkörner weggeschwemmt werden. Sobald die Pflanzen gekeimt sind, wird am besten selten, aber durchdringend gegossen. Das regt die Bildung starker, tiefer Wurzeln an. Dabei sollte nur in sehr trockenen Phasen gegossen werden, ansonsten erledigt das der nächste Regen auf schonende Weise.

BREITSAAT UND AUSSAATBEETE

Die meisten Kulturen werden in Reihe ausgesät. Doch es gibt auch andere Aussaatformen. Bei manchen, eher klein bleibenden Pflanzen wie Feldsalat, Spinat oder Rauke ist die sogenannte Breitsaat sinnvoll. Dabei wird das Saatgut flächig ausgestreut. Der Vorteil ist ein geringerer Aufwand bei der Aussaat, allerdings muss später noch mehr darauf geachtet werden, dass alle Pflänzchen genug Raum zum Wachsen haben. Die Bekämpfung von Unkraut ist aufwendiger, weil nicht gehackt werden kann, ohne die Saat zu beschädigen.

Die sogenannte Horst- oder Dibbelsaat wird vor allem beim Anbau von Bohnen und Erbsen eingesetzt. Pro Loch kommen zwei bis vier Samen in gleichmäßigem Abstand in die Reihe. Sie helfen sich gegenseitig, die Erde zu durchstoßen, und der Gärtner hat die Möglichkeit, schwächere Pflanzen auszuzupfen. Manche Gärtner legen vor allem für Nachkulturen spezielle Aussaatbeete an, in denen sie breitwürfig zum Beispiel Kohl- oder Salatpflanzen keimen lassen und diese etwas später auf die endgültigen Beete in Reihe verpflanzen. Mit dieser Methode erspart man sich das Vereinzeln und kann den Platz im Garten gezielt nutzt.

UNTERSCHIEDLICHE KEIMDAUER

Die Saaten benötigen je nach Temperaturen unterschiedlich lange, bis sie keimen. Um zu wissen, was wo wächst, werden die Reihen mit Schildern markiert. Auf den Saattüten stehen Hinweise zur Keimung. Dabei ist meist eine Spanne von Tagen und eine Temperaturspanne angegeben. Bei besonders langsam wachsenden Kulturen wie Möhre und Petersilie kann es sinnvoll sein, einige Körner einer schneller wachsenden Art, z. B. Radieschen, als Markierung mit in die Reihe zu geben. Sind die Möhren deutlich zu erkennen, zupft man die Radieschenkeimlinge einfach aus.

JÄTEN UND HACKEN

Nach der Aussaat muss man Unkräuter im Auge behalten. Gegen die Wildpflanzen, die oft schon bei niedrigen Temperaturen keimen und wachsen, kommen die Gemüsekeimlinge anfangs nicht an. Zwischen den Saatreihen werden die Unkräuter, solange sie noch klein sind, mit einer Hacke gekappt. Zugleich wird der Boden dabei gelockert, was die Verdunstung von Wasser reduziert und dafür sorgt, dass Sauerstoff an die Wurzeln gelangt. Innerhalb der Saatreihe ist das Jäten von Hand meist die einzige Möglichkeit, um die Pflanzen nicht zu beschädigen.

VEREINZELN

Bei zu dichter Aussaat in der Reihe müssen die kleinen Gemüsepflänzchen ausgedünnt und vereinzelt werden. Überzählige Exemplare zieht man vorsichtig mit den Fingern aus den Saatreihen. Das sollte spätestens dann passieren, wenn sich die Pflanzen berühren. Bei vielen Kulturen können die ausgezupften Pflänzchen als junges Salatgemüse zubereitet werden. Das gilt für Möhren, jungen Kohl, Radieschen, Mangold, Rote Bete, Zwiebeln und Spinat ebenso wie für junge Salatpflanzen.

DIE AUSSAAT SCHÜTZEN

In kalten Lagen oder bei früh ausgesäten Kulturen ist es sinnvoll, die jungen Pflanzen zu schützen. Einen Schutz vor Kahlfrost bieten Vliese, die über die Jungpflanzen gelegt werden. Vliese sind atmungsaktiv und so leicht, dass sie direkt aufs Beet gelegt und von den Pflanzen beim Wachsen angehoben werden.

Abstände auch bei vorgezogenen Pflanzen einhalten: Hierzu kann man sie vorher entsprechend auf dem Beet verteilen.


VORZIEHEN ODER KAUFEN

Generell lassen sich viele Gemüsearten vorziehen und ins Beet pflanzen, wenn kein Frost mehr droht. Vorgezogene Jungpflanzen haben einen Vorsprung gegenüber den im Freiland gesäten. Nur Wurzelgemüse wie Möhren und Pastinaken müssen direkt nach draußen gesät werden. Doch beim Vorziehen ist es wichtig, dass die Temperaturen stimmen und die Kultur genügend Licht erhält. Außerdem müssen die jungen Pflanzen abgehärtet werden, bevor sie ins Beet kommen. Besonders einfach lassen sich Kürbisgewächse im Haus kultivieren. Häufig werden zudem kälteempfindliche Kulturen wie Paprika, Tomaten und Auberginen im Haus vorgezogen. Wer genug Platz hat, kann auch Kohl und Bohnen vorziehen.

Gerade für Neulinge, Spätstarter oder bei fehlendem Platz ist es eine gute Möglichkeit, Jungpflanzen beim Gärtner oder auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Auch diese Pflanzen haben einen Vorsprung gegenüber den direkt gesäten. Beim Pflanzen müssen sie ausreichend gewässert werden, damit die Wurzeln rasch anwachsen.

Je nach Gemüseart ist eine mehr oder weniger große Auswahl an Sorten verfügbar. Besonders sinnvoll ist der Kauf vorgezogener Pflanzen bei Gemüsearten, die eine lange Vorkultur benötigen, wie Tomaten, Paprika und Auberginen.

Viele Pflanzen lassen sich schon auf der Fensterbank vorziehen.


@@Das Saatband wird in der passenden Tiefe ausgelegt, kräftig angegossen und mit Erde überdeckt.


FÜR FEINE SAAT

Im Handel sind einige Hilfsmittel erhältlich, um das Ausbringen von feiner Saat wie Möhren, Salat oder Kräutern zu vereinfachen:

SAATBÄNDER: Die Samen sind hier im richtigen Abstand auf einem Zelluloseband platziert, das nur noch im Beet in die Reihe gelegt und leicht mit Erde bedeckt werden muss. Zum Teil sind verschiedene Salatsorten oder Kräuter auf einem Band erhältlich. Wichtig ist, das Saatband gut anzugießen, damit Wasser zur Saat gelangt. Das Trägermaterial ist biologisch abbaubar und löst sich mit der Zeit auf.

PILLIERTE SAAT: Samenkörner, die z. B. mit Ton ummantelt sind. Die Saat hat eine einheitliche Größe, was das Auslegen erleichtert. Ursprünglich wurde es vor allem im Erwerbsgartenbau eingesetzt.

■Text: Dr. Karen Meyer-Rebentisch, Viola Manereck, Fotos: GAP (8), Die Grüne Kamera (3), Dr. Karen Meyer-Rebentisch (2), Flora Press (2), Friedrich Strauss (1)