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Gartner Tech Trends: Was 2022 auf die CIO-Agenda muss


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Computerwoche - epaper ⋅ Ausgabe 45/2021 vom 02.11.2021

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Angesichts der rasanten Veränderungsgeschwindigkeit wird es für IT-Entscheider wichtiger, sich bewusst zu machen, welche Techniken ihr Handeln mittelfristig bestimmen werden. Für David Groombridge, Research Vice President bei Gartner, geht es für CIOs darum, IT-Multiplikatoren zu finden, die Wachstum und Innovation ermöglichen. Für 2022 sieht Groombridge folgende Themen als strategische Trends:

1. Generative Artificial Intelligence: Eine der leistungsstärksten KI-Techniken ist für Gartner die generative KI. Dabei handelt es sich um maschinelle Lernmethoden, die aus Daten Inhalte oder Objekte kreieren. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich neue realistische Artefakte erzeugen.

Generative KI kann für eine Reihe von Aktivitäten eingesetzt werden – etwa für die Erstellung von Softwarecode, die Arzneimittelentwicklung oder gezieltes Marketing. Allerdings lässt sie sich auch für Betrug, politische Desinformation und gefälschte Identitäten nutzen.

Gartner geht davon aus, dass bis 2025 zehn Prozent aller erzeugten Daten durch generative KI entstehen werden. Heute sind es weniger als ein Prozent.

2. Data Fabric: Während Daten- und Anwendungssilos in den letzten zehn Jahren wuchsen, blieb die Zahl der qualifizierten Mitarbeiter in den Daten- und Analyseteams gleich oder sank sogar. Data Fabrics als eine flexible Form der Integration von Daten über Plattformen und Geschäftsbereiche hinweg können die Infrastruktur eines Unternehmens zur Unterstützung der Datenintegration vereinfachen und beim Aufbau einer skalierbaren Architektur helfen. Den eigentlichen Mehrwert einer Data Fabric sieht Gartner in der Möglichkeit, die Datennutzung mit ihren eingebauten Analysen dynamisch zu verbessern sowie den Aufwand für die Datenverwaltung um bis zu 70 Prozent zu senken.

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3. Distributed Enterprise: Klassische bürozentrierte Organisationen entwickeln sich hin zu Unternehmen, deren Mitarbeiter geographisch verteilt arbeiten. Für CIOs bedeutet dies umfangreiche technische und Service-Änderungen, um die Employee Experience auf dem bisherigen Niveau zu halten. Zudem verändern sich damit die Geschäftsmodelle. Laut Gartner muss jedes Unternehmen, von der Einzelhandelskette bis zum Bildungsinstitut, sein Bereitstellungsmodell umgestalten, um verteilte Dienste liefern und nutzen zu können.

Vor zwei Jahren, so Gartner, habe beim Einkauf noch kein Konsument daran gedacht, Kleider in einer digitalen Umkleidekabine anzuprobieren. Das ändere sich derzeit rasant. Gartner geht davon aus, dass bis 2023 drei Viertel der Unternehmen, die die Vorteile verteilter Unternehmensdienste nutzen, ein um 25 Prozent schnelleres Umsatzwachstum als ihre Wettbewerber erzielen werden.

4. Cloud-native Platforms: Um überall digitale Lösungen bereitstellen zu können, müssen sich Unternehmen von den bekannten „Liftand-Shift“-Migrationen abwenden und Cloudnative Platforms (CNP) einführen. CNPs nutzen die Kernfunktionen des Cloud Computing, um skalierbare und elastische IT-Funktionen „als Service“ bereitzustellen. Zudem ermöglichen CNPs eine schnellere Wertschöpfung und ver­ ursachen weniger Kosten. Aus diesem Grund prognostiziert Gartner, dass CNPs bis 2025 für mehr als 95 Prozent der neuen digitalen Projekte die technische Basis sein werden – im Vergleich zu weniger als 40 Prozent 2021.

5. Autonomic Systems: Wenn Unternehmen stark wachsen, stoßen herkömmliche Programmierung und einfache Automatisierung an ihre Grenzen. Dann sind autonome Systeme gefragt, die als sich selbst verwaltende phy si sche oder als Softwaresysteme von ihrer Umgebung lernen. Im Gegensatz zu automatisierten Systemen können solche autonomen Systeme ihre eigenen Algorithmen dynamisch und ohne externe Softwareaktualisierung ändern, sodass sie sich schnell an neue Gegebenheiten vor Ort anpassen – ähnlich, wie sich Menschen an ihre Umgebung anpassen. Laut Gartner hat sich autonomes Verhalten bereits in komplexen Sicherheitsumgebungen bewährt. Künftig dürfte es auch in physischen Systemen wie Robotern, Drohnen, Fertigungsmaschinen und intelligenten Räumen eingesetzt werden.

6. Decision Intelligence: Die Entscheidungskompetenz eines Unternehmens kann die Basis für Wettbewerbsvorteile sein. Wer hier vorankommen will, muss verstehen, wie Entscheidungen getroffen werden. Neue Systeme werden „Entscheidungsintelligenz“ übernehmen, die Ergebnisse entsprechender Prozesse bewerten und Feedback geben. Gartner prognostiziert, dass ein Drittel der großen Unternehmen in den nächsten zwei Jahren Decision Intelligence für die strukturierte Entscheidungsfindung einsetzen werden, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

7. Composable Applications: Ein sich ständig veränderndes Geschäftsumfeld erfordert eine hohe Anpassungsfähigkeit der Unternehmen. Sie ist nur mit einer Technologiearchitektur zu realisieren, die schnelle, sichere und effiziente Anwendungsänderungen unterstützt. Eine Composable-App-Architektur ermöglicht eine solche Anpassungsfähigkeit. Unternehmen, die einen solchen oder ähnlichen Ansatz verfolgen, werden laut Gartner neue Features 80 Prozent schneller als ihre Mitbewerber implementieren können.

8. Hyperautomation: Hyperautomation ermöglicht ein schnelleres Wachstum. Zudem stärkt es die Widerstandsfähigkeit, wenn Prozesse so schnell wie möglich identifiziert, überprüft und automatisiert werden. Laut Gartner sollten dabei drei Punkte Priorität haben: die Verbesserung der Arbeitsqualität, die Beschleunigung der Abläufe sowie die Erhöhung der Agilität bei der Entscheidungsfindung.

9. Privacy-enhancing Computation: CIOs müssen sich nicht nur mit der immer strengeren Regulatorik zum Schutz von Pri vatsphäre und Daten auseinandersetzen, sondern auch verhindern, dass das Vertrauen ihrer Kunden aufgrund von Datenschutzvorfällen verloren geht. Gartner geht davon aus, dass 60 Prozent der großen Unternehmen bis 2025 eine oder mehrere Techniken zur Verbesserung des Datenschutzes einsetzen werden. Privacy-enhancing Computation (PEC), die persönliche und sensible Informationen auf Daten-, Software- oder Hardwareebene schützt, ermöglicht die sichere gemeinsame Nutzung, Zusammenführung und Analyse von Daten, ohne die Vertraulichkeit oder den Datenschutz zu gefährden. Anwendungsfälle gibt es laut Gartner in vielen Branchen sowie in Public-Cloud-Infrastrukturen.

10. Cybersecurity Mesh: „Daten ziehen sich wie ein roter Faden durch viele der diesjährigen Trends, aber sie sind nur dann nützlich,

wenn Unternehmen ihnen vertrauen können“, erklärt Gartner-Manager Groombridge. Dabei können sich die Systeme und Benutzer heute überall befinden – mit der Folge, dass es den klassischen Security-Perimeter nicht mehr gibt. Gefordert sei, so Groombridge, „eine Cybersecurity-Mesh-Architektur (CSMA).“

Security-Tools als Ökosystem

CSMA hilft dabei, eine integrierte Sicherheitsstruktur zu schaffen, um alle Systeme unabhängig vom Standort zu schützen. Dazu werden die Security-Tools so integriert, dass sie als ein Ökosystem agieren. Bis 2024 werden Unternehmen, die CSMA nutzen, die finanziellen Schäden einzelner Sicherheitsvorfälle um durchschnittlich 90 Prozent reduzieren, prognostiziert Gartner.

11. AI Engineering: IT-Führungskräfte tun sich schwer, KI in Anwendungen zu integrieren. Häufig wird Zeit und Geld für KI-Projekte verschwendet, die nie in Produktion gehen. Oder es ergibt sich kein Mehrwert, wenn ein KI- Projekt in der Praxis eingesetzt wird. Abhilfe schafft laut Gartner KI-Engineering, ein integrierter Ansatz zur Operationalisierung von KI-Modellen. Bis 2025 werden die zehn Prozent der Unternehmen, die Best Practices für das KI-Engineering einführen, einen dreimal so hohen Mehrwert aus ihren KI-Projekten generieren als die 90 Prozent der Unternehmen, die das nicht tun, sagen die Auguren.

12. Total Experience: Total Experience (TX) ist eine Geschäftsstrategie, die die Disziplinen Customer Experience (CX), Employee Experience (EX), User Experience (UX) und Multi-Experience (MX) kombiniert. Das Ziel von TX ist laut Gartner, das Vertrauen, die Zufriedenheit, die Loyalität und die Fürsprache von Kunden und Mitarbeitern zu steigern. Und letztendlich verbessern Unternehmen Umsatz und Gewinn, indem sie anpassungsfähige und widerstandsfähige TX-Geschäftsergebnisse erzielen.

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