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Gasoline News


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Gasoline - epaper ⋅ Ausgabe 5/2022 vom 22.09.2022

Muscle Car der elektrischen Ära

Dodge hat kürzlich die Last-Call-Editionen seiner Modelle Charger und Challenger vorgestellt und damit das Ende dieser populären Muscle Cars eingeläutet. Die beiden Modelle werden sich nach 2023 endgültig verabschieden. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Muscle Cars von Dodge inmitten der elektrifizierten Welt in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Im Gegenteil, der Hersteller bereitet sich mit seinem neuesten Dodge Charger Daytona SRT Concept auf den Übergang vor und gibt einen interessanten Ausblick darauf, wie Muscle Cars der Zukunft aussehen, klingen und sich anfühlen werden.

Das Konzept ist eindeutig von den legendären Charger-Modellen aus den Jahren 1968 bis 1970 inspiriert. Die Linien sind perfekt und alle sind überzeugt: wenn es sich dabei um die nächste Generation des Dodge mit muskulösem V8 handeln würde, hätte man einen echten Hit schon in der Tasche. ...

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Bildquelle: Gasoline, Ausgabe 5/2022

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Obwohl Dodge noch keine Details verrät, wird behauptet, dass der Daytona SRT„in allen wichtigen Leistungsbereichen“ besser sein wird als die Hellcat V8-angetriebenen Modelle. Man darf vermuten, dass damit sowohl die Beschleunigung als auch die Höchstgeschwindigkeit gemeint ist. Zur Erinnerung: Der 2023er Charger SRT Hellcat Redeye mit dem Jailbreak-Paket entwickelt monumentale 807 PS, die Redeye-Version schafft es in 3,5 Sekunden auf 60 mph (ca. 97 km/h).

Im Gegensatz zu den aktuellen Modellen mit Verbrennungsmotor verfügt der Daytona SRT über einen Allradantrieb. Er wird auch Sechskolbenbremsen erhalten und ein Rekuperations-System wird sicherlich ebenfalls an Bord sein.

Um dem Fahrer das Gefühl „ausgeprägter Schaltpunkte“ zu vermitteln, hat man das Auto mit einem Mehrganggetriebe ausgestattet. Der Daytona SRT ist beileibe nicht das erste Elektroauto, das vom traditionellen Direktantrieb abweicht: der Taycan und der e-tron GT nutzen beide ein Zweigang-Getriebe – eine Premiere bei den Elektrofahrzeugen. Dodge wollte mit seinem eRupt- Mehrganggetriebe etwas Besseres bieten; das Getriebe schaltet elektromechanisch über charakteristische Schaltpunkte, wie bei einem echten Muscle Car. GeschäftsführerTim Kuniskis sagte, der einzige Grund dafür sei, dass man den Fahrern das Gefühl von Gangwechseln bei harter Fahrt geben wollte.

Was dieses Fahrzeug jedoch so richtig aus der Masse heraushebt, ist seine Geräuschkulisse. Dazu hat man den „Fratzonic Chambered Exhaust“ entwickelt, eine Branchenneuheit, die mit bis zu 126 Dezibel grollt, genauso so laut wie die Hellcat. Das ist weit mehr als ein Rasenmäher (107 Dezibel) oder eine Motorsäge in einem Abstand von drei Metern (110 Dezibel) produzieren. Dieser Wert ist sogar höher als der Punkt, an dem Geräusche beim Menschen Schmerzen verursachen (125 Dezibel). Kuniskis betonte, dass es sich dabei nicht nur um ein einfaches externes Lautsprechersystem handelt, sondern um ein Rohrsystem mit verschiedenen Kammern, die so eingestellt sind, dass sie ein„Dark Matter“- Klangprofil erzeugen durch Luft, die durch sie hindurchströmt. Im Grunde ist es wie ein Blechblasinstrument, oder, wie Kuniskis es nannte, eine„Pfeifenorgel“.

Der Name „Fratzonic“ ist eine Abwandlung von „Fratzog“, dem Namen des Logos, das in den 60er und 70er Jahren auch auf Dodge Muscle Cars zu sehen war. Das „Fratzog“-Logo erschien erstmals 1962 bei den Dodge Polara 500, das letzte Mal 1981, als der Autohersteller begann, den bekanten„Pentastar“ zu verwenden. DasWort„Fratzog“ hat keine Bedeutung und war eine spontane Eingebung eines Dodge-Ingenieurs. Aber Dodge hielt an dem Namen fest, wahrscheinlich weil er so knallhart klingt.

Inspiriert vom großen Flügel des Charger Daytona von 1969, dem ersten NASCAR-Fahrzeug, das 200 Meilen pro Stunde (322 km/h) überschritt, hat das Konzept eine Frontöffnung, den so genannten R-Wing. Die soll für eine bessere Aerodynamik und starken Abtrieb sorgen.

Trotz des unverkennbaren Schwerpunkts auf Leistung, darf der Daytona SRT auch einigermaßen praktisch sein – das Fließheckdesign mit umklappbaren Rücksitzen dürfte für reichlich Laderaum sorgen. Das Auto hat einen Hightech-Innenraum wie jeder andere EV und verfügt über ein fahrerzentriertes Cockpit mit einem 12,3-Zoll-Infotainment-Touchscreen, der um 10 Grad in Richtung des Fahrers geneigt ist. Es gibt auch eine gebogene digitale 16-Zoll- Instrumententafel und ein 8 x 3 Zoll großes Head-up-Display.

Die Muttergesellschaft Stellantis plant die Markteinführung des ersten Dodge Performance-Elektroautos für Anfang 2024, aber es wäre besser, wenn es schon früher auf den Markt käme, um der aufkeimenden Elektroauto-Szene den nötigen Schwung und die nötige Spannung zu verleihen.

Man könnte sich gut vorstellen, dass es sich dabei um ein Produkt handelt, das im Wesentlichen wie die aktuellen Charger und Challenger aufgeteilt wird, der eine ein Vier- und der andere ein Zweitürer. Es ist fast sicher, dass diese zukünftigen Modelle stark von diesem schon fast bis zur Produktionsreife gediehenen Konzept inspiriert sein werden.

Und wie sieht die aktuelle Situation aus? Es ist schon erstaunlich, was Dodge in den letzten zehn Jahren geleistet hat, um Amerikas bevorzugte Muscle Car-Marke zu werden. Natürlich sind Camaros und Mustangs auch gut, aber wenn es um Marktwachstum und Image geht, steht Dodge an der Spitze. Der Charger und der Challenger gehören – trotz ihres Alters – nach wie vor zu den begehrtesten Performance Cars in den USA. Und das aus gutem Grund: Sie sind schnell, sie klingen großartig und sie sind überraschend praktisch. Und vor allem – sie sind relativ erschwinglich. Vor den aktuellen Lieferkettenunterbrechungen konnte man einen brandneuen Scat Pack Charger oder Challenger mit fast 500 PS für weniger als 40.000 Dollar bekommen. Und für diejenigen, die mehr wollten, stand die allmächtige Hellcat bereit.

Die beiden Modelle erwiesen sich jedoch als Herausforderung für Stellantis. Die Einhaltung der CAFE-Normen und anderer behördlicher Auflagen außerhalb der USA geriet nicht nur bei den Basismodellen schwieriger, sondern besonders bei Leistungsvarianten. Ist doch klar – hohe Leistung bedeutet entsprechenden Kraftstoffverbrauch und damit verbundene höhere Emissionen. Diese Autos, vor allem ihreTop-Leistungsvarianten, waren nie ein Verkaufsschlager. Sie verkaufen sich zwar gut, aber nicht in den Zahlen, wie es bei erschwinglicheren und praktischeren Fahrzeugen der Fall ist.

Es muss gesagt werden, dass die Entscheidung, den Verkauf von V8-Fahrzeugen zugunsten von elektrischen Muscle Cars einzustellen, nicht aus eigenem Antrieb getroffen wurde.„Wir wollten nicht, dass sich die Regeln ändern, aber sie haben sich halt geändert“, sagte Kuniskis bei der Enthüllung des Charger Daytona SRT. „Wir könnten versuchen ihnen davonzulaufen, aber das würde nur eins bedeuten: Auszusterben.“

Die Regierungen machen deutlich, dass sie die Menschheit so schnell wie möglich von Benzinautos weg, hin zu Elektroautos bringen wollen. Der Staat Kalifornien hat gerade seinen Plan bestätigt, den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor ab 2035 zu verbieten. Dodge weiß, genau wie alle anderen Hersteller, dass es – unabhängig von der Kundennachfrage – nicht viel Sinn macht, weiter neue Plattformen zu entwickeln, die in etwa zehn Jahren nicht mehr verkauft werden dürfen.

Ob man Muscle Cars mag oder nicht, sie werden nicht verschwinden. Die Umstellung auf Elektroautos ist unausweichlich, aber das bedeutet nicht, dass die gesamte Bevölkerung der USA plötzlich danach strebt, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Tesla wusste, dass dies nicht der richtige Weg war, insbesondere auf dem amerikanischen Markt. Also konzentrierte man sich auf leistungsstarke Fahrzeuge, anstatt zu versuchen, alle in lustig aussehende Öko-Karren zu locken. Daher sollte man sich nicht wundern, wenn Dodge das Gleiche plant.

Die wichtigste Frage bleibt, ob ein elektrisches Muscle Car tatsächlich den Platz eines benzinbetriebenen Pendants einnehmen kann und wird. Heutzutage muss man, wenn ein Performance-Elektroauto von Tesla, Ford, Audi oder einem der anderen Anbieter in der Garage stehen soll, eine ganz beträchtliche Summe aufbringen. Ein brandneuer Mustang GT V8 ist beispielsweise in den USA für weniger als 40.000 Dollar zu haben, während der elektrische Mustang Mach-E GT etwa 70.000 Dollar kostet. Zugegeben, der Mach-E mit seinen beiden Motoren und dem Allradantrieb beschleunigt besser, aber er kostet auch fast doppelt so viel.

So interessant das neue Dodge EV-Konzept auch sein mag, es ist schwer vorstellbar, dass die Serienversion eines elektrischen Challenger oder Charger unter 70.000 Dollar liegen wird. Es besteht kein Zweifel, dass die neuen Dodge Performance EVs überdurchschnittliche Leistungen liefern werden. Sie könnten sogar so aufregend sein wie die Hellcats und Scat Packs. Aber am Ende wird die Kundschaft von Dodge entscheiden, ob sie einträchtig in die elektrische Zukunft marschieren wird.

Zu schade für die Frankierung von Briefen

In den 1960er Jahren erkannten die amerikanischen Autohersteller, dass sie die Babyboomer ansprechen konnten, indem sie auffällige, erschwingliche und vor allem – leistungsstarke Pony Cars anboten. Und so fing es an mit dem „Pferdestärken-Krieg“. Diese Fahrzeuge von Ford, GM, Chrysler und AMC waren eine echte Alternative zu den Autos der Eltern und ermöglichten es der jungen Generation sich auch auf diese Weise abzuheben.

Wegen der heutzutage omnipräsenten digitalen Kommunikationsmittel, ist Briefe schicken keine allzu häufige Tätigkeit mehr, und Besuche des örtlichen Postamts sind auch seltener geworden. Vielleicht hat sich der United States Postal Service deshalb entschlossen, fünf klassische Pony Cars zu ehren und damit vielen Gearheads einen Grund zu geben das Postamt zu besuchen. Ein Briefmarkenheftchen ist ein Sammlerstück, es ist farbenfroh, und es zeigt, dass man ein bestimmtes Thema, ein Ereignis oder einen Ort unterstützt.

Mit diesen „Forever“- Briefmarken, deren Grundlage der berühmte Automobilkünstler Tom Fritz mit seinen Ölgemälden lieferte, werden der 1969er Ford Mustang Boss 302, der 1969er Chevrolet Camaro Z/28, der 1969er AMC Javelin SST, der 1970er Dodge Challenger R/T und der 1967er Mercury Cougar XR-7 GT gewürdigt.

Wie in der Pressemitteilung über die Herausgabe dieser neuen Briefmarken steht, verkörpert jedes Modell den „jugendlichen Geist“ der Automobilwelt aus dieser Zeit. USPS bezeichnet die Pony Cars auch als „eine einzigartige amerikanische Obsession“. Diese Symbolik setzt sich auch heute noch fort, weil einige aktuelle Modelle bestimmte Styling-Elemente ihrer Vorgänger wieder aufleben lassen.

Einer der „Grease“-Hauptdarsteller zu haben

Berühmte Autos aus Film und Fernsehen sind eine interessante Untergruppe der Oldtimerwelt. Trotz ihrer Berühmtheit auf dem Bildschirm ist die Realität nach den Dreharbeiten oft düster und trostlos – vor allem bei Autos, die in Stunts involviert waren. In den meisten Fällen wird ein Filmauto entweder während der Dreharbeiten zerstört, oder es verrottet ganz verlassen. Oft wird es bis zur Unkenntlichkeit verändert und für eine andere Rolle umfunktioniert. Und von einem „Star-Auto“ entstehen oft mehrere Exemplare.

Die 1970er Jahre brachten in den USA ein reges Interesse an den 1950er Jahren mit sich. Viele Fernsehsendungen und Filme wie z.B. „American Graffiti“ versetzten die Zuschauer ein paar Jahrzehnte zurück. Diese Nostalgie wurde wohl durch das Theaterstück „Grease“ ausgelöst, das in vielerlei Hinsicht ein überwältigender Erfolg war. Die 1971 uraufgeführte romantische Komödie wurde von Paramount Pictures verfilmt und kam im Juni 1978 in die Kinos. Es war ein ungeheurer Erfolg, der Film landete auf dem zweiten Platz hinter „Der weiße Hai 2“, eine Position, die er nur kurz halten sollte, weil „Grease“ in 66 Wochen 100 Millionen Dollar einspielte und damit zum zweiterfolgreichsten Film von Paramount wurde, nur übertroffen von „Der Pate“ mit mehr als 132 Millionen Dollar im Jahr 1972. Der„Grease“-Soundtrack, spätere Veröffentlichungen und Jubiläumsausgaben bringen Paramount weiterhin Geld ein.

Ein Teil der Popularität von „Grease“ beruht darauf, dass für jeden etwas dabei war, auch für Autofans. Während der Film vor coolen Autos im Hintergrund nur so strotzte, war eines der Hauptautos „Hell‘s Chariot“, ein 1949er Mercury Cabriolet, das vom legendären Eddie Paul umgebaut worden war und die Nostalgiker der damaligen Zeit stark ansprach.

Der berühmte Mercury spielte in dem unvergesslichen „Thunder Road Drag Race“ im Los Angeles River Basin. In diesen Szenen tritt Danny Zuko (John Travolta) am Steuer von „Greased Lightning“, einem 1948er Ford De Luxe Cabriolet, gegen seinen Rivalen und Schultyrannen Leo „Craterface“ Balmundo (Dennis Stewart) an. Balmundo fährt in der rasanten Verfolgungsjagd den „Hell‘s Chariot“, ein schwarzes Auto mit rabiat abgetrenntem Dach und gelber Flammenlackierung. Das Fahrzeug wurde bedrohlich gestaltet um den Charakter des Anführers der Scorpions zu betonen: an den Radkappen drehen sich nichts Gutes verheißende Klingen.

Heute hat der Wagen immer noch seinen originalen 255-ci- Flathead V8-Motor und das 3-Gang-Schaltgetriebe mit Touch-O-Matic-Overdrive sowie „Scorpions“-Aufkleber an beiden Türen, Firestone Wide Oval-Reifen und einen Mercury-Kühlergrill von 1950.

Nachdem Olivia Newton-John am 8. August im Alter von 73 Jahren verstarb, ist es nicht verwunderlich, dass„Grease“ und die dazugehörigen Erinnerungsstücke wieder in den Fokus rückten. Der Merc, eines der wichtigsten Requisiten aus diesem Filmklassiker – das die beliebte Sängerin noch Monate vor dem Tod signierte – wurde am 20. August bei einer Mecum-Auktion in Monterey, Kalifornien, versteigert. Der Schätzwert lag bei 600.000 bis 750.000 Dollar, jedoch niemand war bereit annähernd so hoch zu bieten – also blieb dieses berühmte Exemplar bei seinem jetzigen Besitzer. Aber wie es so schön bei solchen Gelegenheiten heißt: „The bid goes on“. Das Angebot gilt weiter.

Auf die nächsten 100 Jahre!

Der Ford-Konzern feiert heuer das hundertjährige Bestehen seiner Luxusmarke – Lincoln. Jedoch wird bei dieser großen Feier verschwiegen, dass das Unternehmen 1917 von Henry Leland gegründet wurde, der zuvor die Firma Cadillac erschuf, welche er später an GM verkaufte.

In den letzten zehn Jahren hat Lincoln ziemlich unklar agiert. Während der Rest des Luxusmarktes, von den deutschen Marken bis hin zu Cadillac, alle den Schwerpunkt auf sportliche Charaktere gelegt haben, hat sich Lincoln eher auf die amerikanische Tradition komfortabler Fahrzeuge konzentriert, die in der Lage sind, Meile um Meile auf dem Interstate Highway ohne jegliche Hektik abzuspulen. Um den aktuellen „Quiet Flight“-Gedanken zu unterstreichen, wurde neulich das L100-Konzept vorgestellt, ein selbstfahrendes Fahrzeug, das über eine Kabine im Lounge- Stil verfügt. Das Auto sieht entsprechend groß und opulent aus – eine weitere Reminiszenz an die erfolgreichste Ära dieser Firma.

Obwohl das Auto ein futuristisches Flair versprüht, zelebriert es auch das Design-Erbe der Marke, indem es an das Model L von 1922 erinnert – das erste neu konstruierte Auto, nachdem Ford das Unternehmen 1922 für 8 Millionen Dollar (heute würde das 130 Millionen Dollar entsprechen) vom Konkursgericht gekauft hatte. Ein kristallenes Windhund-Ornament auf der Motorhaube, ursprünglich von Edsel Ford in den 1920er Jahren ausgewählt, symbolisiert Anmut, Eleganz und Geschwindigkeit und ist durch die transparente Motorhaube hindurch sichtbar.

Es scheint unwahrscheinlich, dass der L100 in ein Serienfahrzeug umgesetzt wird, auch weil Coupés eine immer seltenere Spezies sind. Mit der Einstellung des Continental und des MKZ im Jahr 2020 wurden auch die Limousinen aus dem US-Angebot der Marke gestrichen. Wie sein stärkster Konkurrent Cadillac, verkauft auch Lincoln inzwischen mehr Autos in China als in den USA.

Alle Lincolns basieren auf Ford-Plattformen, in den letzten Jahren hat das Blaue Oval mehr Zeit und Geld investiert, um die Lincolns stärker von den Ford-Geschwistern abzuheben. Obwohl diese Marke einige Plug-in-Hybride anbietet, hat sie den Übergang zu Elektrofahrzeugen langsamer vollzogen als viele andere Luxusmarken.

Anfang des Jahres wurde das SUV-Konzept namens„Star“ vorgestellt, das einen Hinweis auf die Designsprache der künftigen Elektrofahrzeuge gibt, von denen das Unternehmen bis 2025 drei auf den Markt bringen will. Ein viertes wird 2026 folgen, und man geht davon aus, dass bis Mitte des Jahrzehnts mehr als die Hälfte des weltweiten Absatzes auf Elektrofahrzeuge entfallen wird.

Auf dem roten Pfad

Harley-Davidson hat den Low Rider El Diablo enthüllt, das neueste Angebot im Rahmen des limitierten „Icons Collection“ Programms. Die weltweite Produktion des Modells ist auf eine Auflage von 1500 Exemplaren beschränkt, die noch in diesem Jahr an autorisierte Händler ausgeliefert werden sollen.

„Das Modell ist eine Anspielung auf den Geist der Gegenkultur in Südkalifornien in den 80er Jahren und ein moderner Ausdruck der kultigen Harley-Davidson FXRT aus dem Jahr 1983, eine Repräsentation der kreativen Zeit, in der sie geboren wurde“, sagte Brad Richards, Vice President of Design und Creative Director.

Die ausgefallene, mehrschichtige Lackierung wurde von den Kunsthandwerkern von Gunslinger Custom Paint in Golden, Colorado, von Hand aufgetragen. Das Gunslinger-Team, das aus talentierten Lackierern, Designern, Künstlern und Leitern von Fertigungsteams besteht, verfügt über jahrzehntelange Erfahrung als Lieferant von individuell lackierten Komponenten für Harley-Davidson Custom Vehicle Operations-Motorräder und Limited-Edition-Lackierungen.

Als Antriebsquelle dient der Milwaukee-Eight 117, ein V2-Motor mit 1923 cm³ Hubraum, 105 PS und 168 Nm Drehmoment, das größte serienmäßige Triebwerk von HD.

Das neue Bike bekommt das in der Low Rider ST optionale Soundsystem von Rockford Fosgate, das bedeutet einen 250-Watt-Verstärker in der Verkleidung, 5,25-Zoll-Tieftöner und ein Paar abgesetzte Hochtöner.