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Gebäudedämmung Endlich rundherum warm verpackt


ÖKO-TEST Spezial Wohnen und Leben - epaper ⋅ Ausgabe 9/2011 vom 02.09.2011

Ohne eine Dämmung der gesamten Gebäudehülle lässt sich der Energieverbrauch eines Hauses nicht ausreichend senken. Dach, Außenwand und Fenster zu dämmen beziehungsweise auszutauschen, kostet zwar viel Geld, bringt aber bei den hohen Energiepreisen eine ansehnliche Rendite – auch für die Umwelt.


Nur Trippelschritte sind es, die deutsche Hauseigentümer in Sachen Energieeinsparung unternehmen. Zwar wird allerorten gedämmt, Heizungen und Fenster ausgetauscht, aber der große Schritt ist das noch nicht. Das liegt an den hohen Kosten, dem Hin und Her bei Zuschüssen und Förderkrediten, aber auch an der ...

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Nur Trippelschritte sind es, die deutsche Hauseigentümer in Sachen Energieeinsparung unternehmen. Zwar wird allerorten gedämmt, Heizungen und Fenster ausgetauscht, aber der große Schritt ist das noch nicht. Das liegt an den hohen Kosten, dem Hin und Her bei Zuschüssen und Förderkrediten, aber auch an der Bequemlichkeit mancher Hausbesitzer. Wer im höheren Alter ist, mag das zu Recht den Kindern oder Erben überlassen, alle anderen sollten darüber nachdenken. Und wer die hohen Kosten und den Aufwand scheut, kann sich ja die Rendite vor Augen führen: Wer zum Beispiel 40.000 Euro in die Hand nimmt und damit 2.000 Liter Öl pro Jahr einspart, gibt Jahr für Jahr rund 1.700 Euro weniger fürs Heizen aus. Das ist immerhin 4,25 Prozent des eingesetzten Kapitals und unabhängig von den Turbulenzen der Finanzmärkte. Und bei steigenden Energiepreisen wird die Investition noch wertvoller. Dass nebenbei der Wert der eigenen Immobilie und der Wohnkomfort steigen, kann man als angenehmen Nebeneffekt verbuchen und sich einfach freuen.

Foto: Ingo Bartussek/Fotolia.com

Foto: STEICO

2.000 Liter Öl pro Jahr einspart, gibt Jahr für Jahr rund 1.700 Euro weniger fürs Heizen aus. Das ist immerhin 4,25 Prozent des eingesetzten Kapitals und unabhängig von den Turbulenzen der Finanzmärkte. Und bei steigenden Energiepreisen wird die Investition noch wertvoller. Dass nebenbei der Wert der eigenen Immobilie und der Wohnkomfort steigen, kann man als angenehmen Nebeneffekt verbuchen und sich einfach freuen.

Dämmen rechnet sich schnell

Auch gesamtgesellschaftlich hat die Zurückhaltung keinen Sinn. Wer in einigen Jahrzehnten ohne Atomstrom auskommen und den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid auf ein verträgliches Maß zurückschrauben will, muss jetzt mehr tun. Vor diesem Hintergrund sind die politischen Ränkespiele um die Kürzung der staatlichen Förderung wenig verständlich. Etwa ein Prozent der Gebäudesubstanz wird jährlich saniert; notwendig sind mindestens zwei Prozent, jeder Zehntel punkt mehr ergibt schon Sinn. Und wenn man weiß, dass jeder Förder-Euro acht bis zwölf Euro Investitionen auslöst, lässt sich das Geldausgeben für weniger Energieverbrauch auch als großes Konjunkturprogramm verstehen: Statt weiterhin Inflation durch die hohen Preise für Öl und Gas zu importieren, setzen wir auf Energieeffizienz und verringern so die Abhängigkeit von den Lieferländern. Die Technik und das Wissen sind vorhanden.

Umso wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt fürs Dämmen nicht zu verpassen. Muss das Haus sowieso neu verputzt oder das Dach neu gedeckt werden, sollte man die Dämmung auf jeden Fall verbessern. Unter diesen Bedingungen zahlt man viele Kosten, etwa für das Gerüst oder ohnehin anfallende Maler- oder Dachdeckerarbeiten, nur einmal. Lässt man die Gelegenheit verstreichen, ist die Chance, den eigenen Energieverbrauch relativ kostengünstig zu senken, für Jahrzehnte vertan. Dabei können die Ansätze völlig unterschiedlich sein: Entscheidet man sich für ein Wärmeverbundsystem oder beschränkt man sich auf eine Innendämmung, tauscht man die Fenster aus oder isoliert man auch das ganze Dach. Hier eine Auswahl der wichtigsten Maßnahmen

Wer klopft denn da?

Foto: epr/vinylit

Wärmedämmverbundsysteme finden nicht nur Energiesparer toll, sondern gelegentlich auch Spechte. Für sie klingen die meist aus Polystyrol hergestellten und mit einem Putz überzogenen Dämmplatten genauso hohl wie die Rinde eines Baumes, unter der sich leckere Insekten, die Hauptnahrungsquelle der Spechte, befinden. Nicht zuletzt sind Bruthöhlen im städtischen Umfeld rar. Die Folge sind etwa faustgroße Löcher in Fassaden mit Wärmedämmverbundsystem, vor allem an Hochhäusern. Durch die Löcher geht Wärme verloren und Feuchtigkeit dringt ein. Deshalb sollten Spechtlöcher umgehend fachmännisch mit Dämmstoff verschlossen und überputzt werden. Das gilt übrigens auch für selbstverschuldete oder durch Vandalismus entstandene Schäden an der Dämmschicht. In größeren Höhen können dies spezialisierte Fassadenkletterer ohne Gerüst erledigen (www.spechtschaden.de). Abhilfe gegen fehlgeleitete Spechte sollen Windspiele vor der Fassade – Blechstreifen an Nylonschnüren oder Drahtseilen – oder aufgeklebte Greifvogelsilhouetten vom Fensterbauer bringen.