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Geberit nur einstellig bei der Umsatzsteigerung


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sanitär + heizung news - epaper ⋅ Ausgabe 15/2022 vom 26.08.2022

Geberit, sonst der Primus der SHK-Branche, kann im ersten Halbjahr 2022 nur ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich vorweisen. Das Ergebnis sank sogar. Andere Unternehmen legen gut zweistellig zu.

Geberit

Die Geberit Gruppe, Rapperswil-Jona, hat im ersten Halbjahr 2022 einen Nettoumsatz von 1,934 Mrd. Schweizer Franken generiert – ein Plus von 5,5 Prozent. „Bereinigt um stark negative Währungseffekte resultierte sogar ein Plus von 11,3 Prozent“, so Geberit. Die Währungseffekte liegen vor allem am schwachen Euro und an der türkischen Lira. Das Nettoergebnis des Schweizer Konzerns nahm um 12,5 Prozent auf 402 Mio. CHF ab – bei einer Nettoumsatzrendite von 20,8 Prozent. Die Unternehmensleitung geht für das Gesamtjahr 2022 von einem hohen einstelligen Nettoumsatzwachstum in lokalen Währungen und einer Ebitda-Marge um 28 Prozent aus. Das Wachstumstempo habe im Vergleich zum zweiten ...

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... Halbjahr des Vorjahres trotz einer starken Vergleichsbasis auf hohem Niveau gehalten werden können. Dieses wiederum deutlich über dem normalen Niveau liegende Wachstum war nach Angaben von Geberit auf Verkaufspreiserhöhungen, die rund 60 Prozent zum Umsatzwachstum beitrugen, und auf positive Volumeneffekte zurückzuführen. Die positiven Volumeneffekte seien durch Vorzieheffekte im Hinblick auf Preiserhöhungen sowie durch eine nach wie vor gesunde Nachfrage in der Bauindustrie begründet. Trotz erheblichen Herausforderungen in den Lieferketten sei es auch in der ersten Hälfte des Jahres 2022 gelungen, die Verfügbarkeit der Produkte sicherzustellen. Die europäischen Märkte legten insgesamt währungsbereinigt um 11,4 Prozent zu. In Deutschland gab es ein Plus von 7,4 Prozent und in der Schweiz einen Zuwachs von 4,7 Prozent. Zweistellig wuchsen unter anderem Osteuropa (+ 25,9 Prozent), die Iberische Halbinsel (+ 25,2 Prozent), Italien (+ 18,5 Prozent) und die Benelux-Länder (+ 14,7 Prozent). Bei den Produktbereichen konnten die Rohrleitungssysteme um 15,3 Prozent und die Installations- und Spülsysteme um 12,8 zulegen. Der währungsbereinigte Nettoumsatz bei den Badezimmersystemen stieg aufgrund von Basiseffekten und tieferen Preiserhöhungen etwas geringer um 5,5 Prozent.

Purmo

Der finnische Heizkörper- und Lüftungshersteller Purmo hat seinen Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um 20 Prozent auf 481,2 Mio. Euro gesteigert (Vorjahr: 402,5 Mio. Euro). Das zweite Quartal lief mit einem Wachstum von 16 Prozent etwas schwächer als das erste Quartal. Das adjustierte Ebitda legt leicht um 2 Prozent von 55,9 auf 57 Mio. Euro zu. Das Segment Heizkörper generierte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 262,7 Mio. Euro, ein Plus von 14 Prozent. Die Klima-Systeme legten dagegen um 27 Prozent auf 171,7 Mio. Euro zu. Das Wachstum bei den Heizkörpern war von Preiserhöhungen getrieben, während das Volumen rückläufig war. Die Lüftungsdivision wuchs sowohl durch eine höhere Nachfrage als auch durch Preissteigerungen.

Sanha

Die Sanha GmbH & Co. KG, Essen, hat dank starker Nachfrage im ersten Halbjahr 2022 eine Umsatzsteigerung um 13,1 Prozent auf 67,6 Mio. Euro (Vorjahr: 59,7 Mio. Euro) erzielt. Getragen wurde das Umsatzwachstum durch ein erneut starkes Auslandsgeschäft, speziell in den USA, Süd- und Osteuropa sowie in Skandinavien, so der Hersteller für Rohrleitungssysteme und Fittings. Wesentliche Herausforderungen waren nach Angaben des Unternehmens die zeitgerechte Weitergabe der gestiegenen Preise in praktisch allen Bereichen sowie eine frühzeitige Reaktion auf Materialengpässe. Beides sei Sanha im ersten Halbjahr gelungen, sodass eine Margenerosion und eine Unterbrechung der Lieferketten weitestgehend vermieden werden konnten. Der Rohertrag lag mit 36,7 Mio. Euro rund 27 Prozent über dem Vorjahr (28,8 Mio. Euro). Das Ebitda stieg überproportional um 4,3 Mio. Euro auf 9,1 Mio. Euro, was einer Ebitda-Marge von 13,5 Prozent entspricht (Vorjahr: 8,1 Prozent). Der Halbjahresüberschuss erhöhte sich im Berichtszeitraum auf 3,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,9 Mio. Euro). Bernd Kaimer, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens: „Die bisherige Entwicklung im Jahr 2022 ist umsatz- und ertragsseitig sehr zufriedenstellend verlaufen und bildet einen guten Puffer für die anstehenden Herausforderungen im zweiten Halbjahr.“ Sanha fühle sich in diesen volatilen Zeiten dennoch gut aufgestellt. Vor dem Hintergrund der seit Mitte Mai nachlassenden Auftragseingänge erwartet Sanha – trotz starker Halbjahreszahlen – bei Umsatzerlösen und Ergebnis zumindest das Vorjahresniveau.

NIBE

Die schwedische NIBE Group hat ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2022 um 25,9 Prozent auf umgerechnet rund 1,74 Mrd. Euro steigern können. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verbesserte sich auf knapp 232 Mio. Euro. „Die Nachfrage war im ersten Halbjahr in allen drei Geschäftsbereichen weiterhin sehr gut und weiterhin sehen wir drei Gründe hierfür. Wir profitieren von unserem klaren Nachhaltigkeitsprofil, da immer mehr Verbrauchern bewusst wird, wie bedeutsam ein Ausstieg aus fossilen Brennstoffen für den Kampf gegen den Klimawandel ist. Der während der Pandemie eingeleitete Renovierungstrend hält unvermindert stark an. Darüber hinaus ist durch die furchtbare Invasion Russlands in die Ukraine den meisten europäischen Ländern und ihren Einwohnern bewusst geworden, dass wir nicht länger abhängig von russischem Erdöl und Erdgas sein dürfen,“ sagt NIBEs Konzernchef, Gerteric Lindquist. Versorgungsseitig, vor allem bei Komponenten, gebe es weiterhin große Probleme. Die Unsicherheit sei aufgrund der Komplexität der Lieferprobleme beträchtlich, wobei Engpässe bei Halbleitern und Mitarbeitern sowie störanfällige Versorgungsketten und ein unsicherer Frachtmarkt zu den problematischsten Bereichen gehörten. „Unseren Kunden gegenüber hat dies wiederum die Liefersicherheit reduziert und die Vorlaufzeiten verlängert, was wir sehr bedauern“, betonte Lindquist und fügte hinzu: „Die starken Preiserhöhungen vonseiten der Zulieferer haben uns dazu gezwungen, die Preise deutlich zu erhöhen. Dies erfolgt jedoch aus verständlichen Gründen mit einer gewissen Verzögerung.“

Danfoss

Danfoss hat im ersten Halbjahr 2022 den Umsatz um 50 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro steigern können, inklusive des Zukaufs von Eaton‘s Hydraulics Business. Organisch lag das Wachstum bei 13 Prozent. Eaton‘s Hydraulics trug mit 1,1 Mrd. Euro zum Umsatz bei. Der Nettogewinn der Dänen wuchs leicht von 286 auf 289 Mio. Euro. Das Ergebnis wurde durch die Abschreibung des Russlandgeschäfts negativ beeinflusst. Für Forschung und Entwicklung gab Danfoss 212 Mio. Euro aus, gegenüber 154 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2021. Das Wachstum wurde in den Hauptmärkten Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik erzielt. Auch alle drei Segmente des Konzerns steigerten ihren Umsatz. Für das gesamte Jahr 2022 erhöhten die Dänen ihre Umsatzerwartung auf 9,5 bis 10,2 Mrd. Euro, gegenüber ursprünglich 8,8 bis 9,8 Mrd. Euro.

Arbonia

Die Arbonia hat im ersten Halbjahr 2022 den Nettoumsatz in Schweizer Franken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7,2 Prozent von 588,6 Mio. auf 630,9 Mio. CHF steigern können. Das währungs- und akquisitionsbereinigte Wachstum betrug 9,8 Prozent, teilt das Unternehmen mit. Das Ebitda ging im gleichen Zeitraum von 67,6 Mio. auf 52,4 Mio. CHF zurück. Arbonia begründet dies mit der massiven Steigerung der Materialquote von 45,0 auf 51,4 Prozent. Die Materialpreissteigerungen lagen bei rund 68 Mio. CHF. Einen negativen Einfluss auf das absolute Ebitda hatte dabei unter anderem auch die Stärke des Schweizer Frankens, der sich gegenüber fast allen für die Arbonia relevanten Währungen um einen hohen einstelligen Prozentsatz aufwertete, womit die im Ausland anfallenden Ergebnisse in Schweizer Franken umgerechnet tiefer ausfielen als budgetiert. Das Konzernergebnis (nach Steuern) belief sich auf 11,7 Mio. CHF und liegt unter dem Vorjahreswert von 23,6 Mio. CHF. Die Division HLK hat den Umsatz um 13,1 Prozent auf 344,9 Mio. CHF steigern können. Bereinigt um Währungs- und Akquisitionseffekte betrug das Wachstum 15,7 Prozent. Die stark steigenden Materialpreise und Energiekosten hätten das Geschäft beeinträchtigt, so Arbonia. Infolge einer durchdachten Preisstrategie sei es der Division jedoch gelungen, eine Situation zu verhindern, in der es zu einer Überbevorratung auf Seiten der Groß- und Fachhändler kam. „In Kombination mit Preiserhöhungen sowie auf der Grundlage des in den letzten Jahren erreichten hohen Automatisierungsgrads der Werke gelang es der Division in einem volumenmässig rückläufigen Markt, Marktanteile zu gewinnen“, betonen die Schweizer. Die Nachfrage nach den Wachstumsprodukten für die Wärme-/Kälteerzeugung, die Energiespeicherung, die Wärme-/Kälteverteilung sowie Lüftung und Luftfilterung (Raumluftqualität) für den Wohnungsbau wie auch für den Gewerbebau sei ungebrochen hoch, sodass ein Teil dieser Produkte bis zum Jahresende ausverkauft sei. Der Entscheid zur Kapazitätserweiterung für die Fertigung von Wärmepumpen am neuen Standort in Tschechien in einem ersten Schritt auf über 10.000 Stück Wärmepumpen pro Jahr werde dadurch erneut bekräftigt und beschleunigt. Der Start der Produktion im neuen Werk ist im Juli 2022 erfolgt. Die Division Türen hat im ersten Halbjahr 2022 einen Nettoumsatz von 284,2 Mio. CHF erwirtschaftet und liegt somit 0,9 Prozent über dem Vorjahreswert von 281,6 Mio. CHF.

Baumärkte

Umsatz der Baumärkte in Deutschland stieg in den ersten sechs Monaten 2022 um 14,9 Prozent und erreichte einen Wert von 11,52 Mrd. Euro, wie der BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V. mitteilt. Der sehr hohe zweistellige Anstieg aus dem ersten Quartal, der aus dem direkten Vergleich zu Lockdown-Phasen in Deutschland 2021 resultierte, hat sich im 2. Quartal deutlich relativiert und weist nun aktuell eine Quasi-Stagnation (+0,4 Prozent) aus. In Österreich und der Schweiz zeigt sich die Zurückhaltung der Käuferinnen und Käufer ebenfalls. Bei einem Bruttoumsatz von 1,61 Mrd. Euro bleibt in Österreich ein Rückgang von 0,4 Prozent für die ersten sechs Monate zu verzeichnen. In der Schweiz setzten die Bau- und Gartenfachmärkte im Halbjahr 1,96 Mrd. Schweizer Franken um, dies entspricht einem Rückgang von 8,9 Prozent. Ein direkter Vergleich der Umsatzentwicklung zum Vorjahreszeitraum bleibt laut BHB weiter schwierig, da noch Phasen des (teilweisen) Lockdowns berücksichtigt werden müssen. BHB-Hauptgeschäftsführer Dr. Peter Wüst ist besorgt für die nächsten Monate: „Die Zahlenvergleiche liefern in allen drei Ländern angesichts der unterschiedlichen Lockdowns derzeit ein verzerrtes Bild. Aber überall zeichnen sich nun deutlich bereits die ersten Auswirkungen von Inflation und der aus den unterschiedlichsten Gründen gestörten Lieferketten ab.“ Zudem würden die Menschen angesichts extremer Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln viele andere, nicht zwingende Projekte eher zurückstellen. „Die Unsicherheit der Menschen angesichts der volatilen Entwicklungen wird die kommenden Monate deutlich prägen“, ist sich auch BHB-Vorstandssprecher Franz-Peter Tepaß sicher.