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GEBIRGSSEGELFLUG IN CHOS MALAL


segelfliegen - epaper ⋅ Ausgabe 3/2019 vom 30.04.2019

Nach drei Segelflug-Aufenthalten in Vitacura in Chile wollte ich mit einigen Kollegen der Segelfluggrupe Lägern (Schänis, Schweiz) im Winter 2018/2019 wieder ein Flugzeug dorthin verschiffen. Jedoch stellte sich heraus, dass in dieser Saison der „Chile-Container“ nach Neuseeland unterwegs sein würde. Ich sah ich mich also nach einem Alternativprogramm um.


Artikelbild für den Artikel "GEBIRGSSEGELFLUG IN CHOS MALAL" aus der Ausgabe 3/2019 von segelfliegen. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: segelfliegen, Ausgabe 3/2019

30 km nordöstlich der Stadt: der 4100 Meter hohe Vulkan Tromen


Cordiellera del Viento, „Windkordillere“


Im Jahr zuvor hatte ich in Vitacura einen argentinischen Piloten kennengelernt, der mich auf das Lager in Chos Malal, Argentinien, aufmerksam machte. ...

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Im Jahr zuvor hatte ich in Vitacura einen argentinischen Piloten kennengelernt, der mich auf das Lager in Chos Malal, Argentinien, aufmerksam machte. Dieses findet bereits zum 22. Mal jeweils zwischen Ende Oktober und Anfang Dezember auf dem Regionalflugplatz von Chos Malal statt. Teilnehmer sind Piloten aus Argentinien, Chile und Brasilien sowie aus USA und Europa.
Organisiert wird das Lager von Ramon Chialvo vom Centro Nacional de Vuelo a Vela de Montaña (CNVVM; Nationales Gebirgssegelflugzentrum). Die Teilnehmer werden für die Dauer des Lagers Mitglied beim CNVVM und können dann nach einem Checkflug auf dem Twin LV-EKE des CNVVM fliegen. Voraussetzung für das Fliegen als erster Pilot (PIC) ist, die Lizenz in Argentinien validieren zu lassen. Dies ist eine rein bürokratische Angelegenheit, welche allerdings bis zu drei Monate dauern kann. Deswegen sollte man den Prozess rechtzeitig in die Wege leiten. Ramon unterstützt die Gastpiloten dabei tatkräftig. Es bestehen außerdem vielfache Möglichkeiten, auf privaten Doppelsiztern von Lagerteilnehmern mitzufliegen. Die Argentinier sind diesbezüglich unglaublich gastfreundlich. 2018 konnten die Gastpiloten wunderbare Flüge auf dem Twin, einer DG1000M sowie auf Ramons Nimbus 3DM machen. Ich hatte einen Aufenthalt von zweieinhalb Wochen geplant und reiste am 11. November 2018 über Buenos Aires an.

Chos Malal ist eine kleine Stadt (13000 Einwohner) in der argentinischen Provinz Neuquén. Sie liegt am Zusammenfluss des Rio Neuquén mit dem Curi Leuvú am Fuß der Anden auf 850m MSL. Es herrscht kontinentales Klima mit kalten Wintern und heißen Tagen, aber frischen Nächten im Sommer. Der Wind weht meist aus Nordwest und kann an guten Wellentagen am Boden auf bis zu 50 Knoten auffrischen. An Tagen mit weniger Wind gibt es oft spektakuläre Wolkenthermik.
Die Stadt selbst ist sehr grün mit einladenden Parks am Flussufer und schattenspendenden Bäumen. Sie bezeichnet sich selbst nicht unbescheiden als Welthauptstadt des Gebirgssegelflugs, und auf einem großen Plakat an der Einfallsstrasse prangt Ramons Nimbus. Außerhalb des Siedlungsbereichs regieren gegen Osten die karge Pampa sowie Berghänge mit viel Geröll gegen Westen (Bilder vorherige Seite ). Chos Malal liegt genau am Halbierungspunkt der bei Südamerika-Touristen berühmten Ruta 40, welche entlang des Andenhauptkamms auf 5300 km von der nördlichsten Provinz Argentiniens (Jujuy) bis zur Magellanstraße verläuft.
30 km nordöstlich der Stadt erhebt sich der imposante Vulkan Tromen mit 4100 m. 30 km nordwestlich beginnt die bei den Südamerika-Fliegern berühmte Cordiellera del Viento, „Windkordillere“ (Bild oben links ), welche bei entsprechenden Wetterlagen eine der besten Wellen in den Anden generiert. Diese Cordillera setzt sich Richtung Norden fort bis zum Vulkan Domuyo, welcher mit seinen 4700 m auch als das „Dach Patagoniens“ bezeichnet wird. Segelfliegerisch liegt Chos Malal im nördlichen Bereich der Anden-Rennstrecke, auf denen die Pioniere Klaus Ohlmann, Jean-Marie Clément und mittlerweile auch viele andere fast routinemäßig Zweitausender oder mehr fliegen.

Neben „normalen“ F-Schlepps wird hier auch Push-Pull praktiziert: Start im F-Schlepp mit laufendem Motor

Untergebracht bin ich in einem ruhigen Zimmer in einer kleinen Familienpension mit sehr freundlichen Eigentümern, schönem Garten mit Grillplatz und vielen Tieren. Ich habe kein Auto gemietet, aber für die hilfsbereiten Argentinier ist es selbstverständlich, mich jeden Tag die paar Kilometer zum Flugplatz mitzunehmen.

Nach der Ankunft beginnt sogleich das Kennenlernen der anderen Lagerteilnehmer. Die Gruppe ist bunt gemischt und international. Von den Argentiniern ist Diego zu erwähnen, der sich fast jeden Tag im Hangar um Mittagessen sowie den Asado (Barbecue) am Abend kümmert und nebenbei noch mit seiner Pegase schöne Flüge macht.
Wolfgang Göring aus Deutschland fungiert mit seiner breiten Andenerfahrung als Einweisungspilot und gibt wertvolle Tips. Sebastian Plaza aus Argentinien hat einige Zeit in Deutschland gelebt, spricht perfekt deutsch und bringt eine Gruppe von deutschen und einem schwedischen Piloten mit. Sehr interessant auch Ekki und Flavia Schubert, ein Familiengespann aus São Paulo. Die beiden nehmen fünf Tage Anfahrt und die ebensolange Rückfahr mit dem Anhänger auf sich, um während zwei Wochen am Lager teilzunehmen! Ekki ist Brasilianer mit deutschen Wurzeln. Er spricht ebenfalls deutsch, ist einer der Gründungsingenieure von Embraer und kommt mit einem wunderschönen selbst entworfenen und gebauten Doppelsitzer mit elliptischen Flügeln.
Nicht zuletzt erwähnen möchte ich den Flugplatzhund Ondo, der einen Riesenspaß mit Laserpointern hat und sich gerne um die Überreste der Asados kümmert.

Bereits am ersten Tag bekomme ich die Gelegenheit, mit Wolfgang Göring, dem A380-Piloten und Anden-Crack, auf Ramons Nimbus 3DM zu fliegen. Der Wind ist ausnahmsweise schwach.
Zunächst machen wir ein ausführliches Briefing über das Fluggebiet, die Welleneinstiegspunkte und auch die ungewohnte Startart: Push-Pull (Bild oben rechts ). Für bessere Steigleistung und um mehr Optionen bei einem Problem in der Startphase zu haben, starten wir im F-Schlepp und mit laufendem Motor des Nimbus. Falls das Seil reißt, werden wir ganz normal im Eigenstart weiterfliegen. Falls der Nimbus-Motor stehenbleibt, bleiben wir am Seil und steigen weiter im F-Schlepp bzw. lassen uns schnellstmöglich zum Platz zurückschleppen, falls sich das Triebwerk nicht mehr einfahren lässt. Die Startprozedur und alle Checks sind recht komplex. Eine klare Arbeitsteilung zwischen den beiden Piloten ist unabdingbar für die Sicherheit.

Auffanghang „Barda“ am Platz


Wir starten kurz nach Mittag und unter der Anleitung von Wolfgang fliege ich die wichtigen Punkte an, orientiere mich. Wir versuchen mehrmals, in die Welle zu kommen, aber an diesem Tag ist der Wind tatsächlich zu schwach. Dafür funktioniert die Thermik gut und ist auch schön mit Cumuli markiert. Die phänomenale Gleitleistung des Nimbus erlaubt es uns, auf knappen 3000 m zum Tromen zu fliegen, was mit dem Twin Bauchweh bereiten würde. Wolfgang warnt mich, dass die Cordillera del Viento trotz schöner Wolkenoptik auf der Luv- und Sonnenseite dort oft nicht richtig funktioniert. Der Grund dafür dürfte sein, dass sie sich im absteigenden Ast der Welle vom Hauptkamm der Anden befindet und dies sowohl Thermik als auch Hangwind stört. In einem späteren Flug kann ich diese Erfahrung selbst eindrücklich bestätigen, glücklicherweise mit ausreichend Höhe in 6000 m vom Domuyo kommend.

Typisch: der starke Nordwestwind


Dust Devils („Remolinos“) markieren oft die Bärte


Für den Flug in die Welle werde ich am übernächsten Tag auf dem Twin des CNVVM mit Wolf Herold „eingeteilt“, einem deutschen Segelflieger und Auswanderer, der jetzt in San Martin de los Andes wohnt. Diesmal weht der typische starke Nordwestwind. Bei diesem Wetter werden die Flugzeuge mit drei Helfern auf die Piste gezogen und vor dem Start stellen sich zwei bis drei Autos vor dem Segelflugzeug auf, um den Wind etwas abzublocken. Das Wichtigste ist, so schärft uns Ramon immer wieder ein, die Haube am Boden wenn immer möglich zu verriegeln sowie sie festzuhalten, wann immer sie offen ist. Beim Einsteigen hält sie am besten ein Helfer.
Wir schleppen auf 1700 m Richtung Stadt gegen den Wind. In turbulentem Rotorsteigen klinke ich aus. Nach ein paar Such-Achten konsolidiert sich das Steigen, und bereits auf 2500 m ist es stark und laminar. Nach kurzer Zeit muss ich einer sich über uns bildenden Lenticulariswolke ausweichen und fliege Richtung Cordillera del Viento vor. Es gelingt uns problemlos, ins Wellensystem einzusteigen, und mit 3-4 m/s Steigen fliegen wir Richtung Norden zum Domuyo. Etwa 60 km nördlich des Platzes wird vor dem Vulkan das Steigen schwächer. Wir drehen um und fliegen die gleiche Linie Richtung Süden zurück bis über den Platz, wo wir auf 7000 m ankommen. Weiter Richtung Süden sieht man eine wunderschöne Föhnlücke und der weitere Weg wäre auch mit wenig Wellenerfahrung leicht erkennbar.
Wir wollen nicht über 7000 m steigen, da trotz der doppelt redundanten Sauerstoffanlage die Reaktionszeit bei einem Ausfall sehr kurz wird. Trotz meiner Overboots ist es empfindlich kalt. Ich bin also nicht unglücklich, dass der Twin noch für einen weiteren Flug gebraucht wird und wir nach ca. drei Stunden Flugzeit mit unvergesslichen Eindrücken landen. Ich bin bereits hellauf begeistert von diesem Fluggebiet und kann es kaum erwarten, wieder in die Luft zu gehen.
Die nächsten Tage fliege ich mit verschiedenen Piloten entweder auf dem Nimbus oder dem Twin. Wir haben verschiedene Wetterlagen, die es erlauben, die unterschiedlichen Aspekte der Geografie und Aerologie zu erkunden. Ich lerne den Auffanghang „Barda“ am Platz kennen (Bild oben links ) und wie man am Tromen im Hangwind bis über den Gipfel steigen kann.

Das Fluggebiet ist sehr vielseitig. Wenn der Wind stark genug ist, gibt es Wellen im Lee der Cordillera del Viento und des Andenhauptkamms. Wenn nicht, ist es meistens trocken und heiß. Ab Mittag gibt es Blauthermik und am Nachmittag starke Wolkenthermik mit Steigwerten über 5 m/s. Oft markieren Dust Devils oder Remolinos, wie die Argentinier sie nennen, die Bärte.

Wolkenstrassen soweit das Auge reicht


An einigen Thermiktagen standen Wolkenstraßen, soweit das Auge reicht. Fliegen kann man entlang der Anden, aber auch Richtung Osten in die flache Pampa, wobei die Basen über 4000 m sehr gute Arbeitshöhen erlauben. Diese braucht man allerdings auch, denn die Landemöglichkeiten sind beschränkt und erfordern sehr sorgfältige Flugvorbereitung.

Am 25.11. sind Sonnenschein, schwacher Wind und hohe Temperaturen vorhergesagt. Ramon lädt mich ein, mit dem Nimbus die Rennstrecke Richtung Süden zu erkunden. Wir starten um 13:25 Uhr und finden gleich nach dem Ausklinken gute Thermik, welche in Richtung der höheren Berge immer besser wird. Bereits nach einer halben Stunde sind wir thermisch auf fast 5000 m und fliegen bis Las Lajas, ein Flugplatz etwa 130 km südlich von Chos Malal. Dort wenden wir.
Richtung Norden peilen wir zunächst die Cordillera del Viento an, aber dann sehen wir eine wunderbare Wolkenstraße vom Tromen zum Domuyo (Bild rechts ). Diese lässt uns auf 5200 m für 50 km ohne Höhenverlust delfinieren und wir erreichen einen Punkt östlich des Domuyo, wo sich trotz des relativ schwachen Windes Lentis zeigen. Auf deren Luvseite steigen wir in sanften 2-3 m/s bis auf 6000 m und fliegen dann weiter Richtung Norden. Wir folgen einer klaren Wolkenvorderkante bis über die Grenze zur Provinz Mendoza. Dort haben wir eine wunderschöne Aussicht auf die Laguna del Maule auf der westlichen (chilenischen) Seite. Ich träume davon, eines Tages die Anden zu überqueren, nach Santiago weiterzufliegen und dort in Vitacura zu landen. Dies ist leider aufgrund der Zollvorschriften immer noch nicht möglich und außerdem wollen wir an diesem Tag nach Chos Malal zurück.
Wir wenden auf 6000 m und fliegen in der Welle die gleiche Linie zum Domuyo zurück. Die Wolkenstraße zum Tromen hat sich mittlerweile aufgelöst, aber dafür steht jetzt eine von Chos Malal Richtung Süden. Dieser folgen wir für etwa 50 km und Ramon zeigt mir noch die Piste von Chorriaca. Diese ist nichts anderes als ein drei Kilometer langes kerzengerades Stück der Ruta 40 mit zwei Pistenköpfen, wo Kampfjets bei Bedarf landen, wenden und wieder starten können. Von dort gleiten wir mit 200 km/h nach Chos Malal ab, wo wir nach einem fünfeinhalbstündigen Flug mit einem Schnitt von 115 km/h landen.

Im Delfinflug 50 Kilometer ohne Höhenverlust auf dem Weg vom Tromen zum Domuyo


Der Flugplatz von Chos Malal liegt etwa fünf Kilomeer außerhalb der Stadt auf einem kleinen Plateau ca. 50 müber dem Neuquén-Fluss. Die Asphaltpiste ist ist 1500 m lang und 30 m breit. Es gibt ein kleines Terminalgebäude und einen Tower, der vom „Custodio“ allerdings meist nur dann besetzt ist, wenn ein Learjet landet – entweder für einen medizinischen Notfall oder für einen VIP-Transport. Leider funktioniert die Koordination zwischen dem Jet-Verkehr und uns Segelfliegern noch nicht perfekt und oft müssen wir den Flugbetrieb wegen einer einzigen Jet-Flugbewegung bis zu einer Stunde unterbrechen. Aber an den meisten Tagen gehört der riesige Flugplatz uns allein. 2017 wurden zwei Hangars gebaut: Ein großer für die Schleppmaschine und den Arcus von Dennis Tito und ein kleinerer für den CNVVM, wo die CNVVM-Schleppmaschine (Aero Boero; ein argentinisches Flugzeug ähnlich einer Super Cub) untergebracht ist. Die Segelflugzeuge verzurren wir meist draußen im Windschatten der Hangars oder des Terminalgebäudes.

Immer wieder atemberaubend: die Landschaft und die wechselnden Stimmungen


Zum Auffüllen des Sauerstoffs gibt es eine kompressor- betriebene Booster-Pumpe, die es erlaubt, die Flaschen im Segelflugzeug immer auf den Maximaldruck zu füllen. Außerdem gibt es im Hangar einen Kochplatz mit Gasherd, Grill und Kaffeemaschine. Vor allem Diego sorgt für unser leibliches Wohl zum sehr günstigen Selbst- kostenpreis.

Während einiger Tage haben wir auch Gelegenheit, Dennis Tito und sein Team kennenzulernen. Dennis Tito ist ein amerikanischer Geschäftsmann und Rekordflieger. Außerdem ist er ein wichtiger Sponsor des Perlan-Projekts, welches auch dieses Jahr wieder neue Höhenweltrekorde im Segelflug gesetzt hat.
Dennis Tito hat an vier Standorten in Nord- und Südame rika jeweils einen Arcus mit Jet-Triebwerk stationiert. In Südamerika ist dies in Chos Malal sowie im ca. 500 km südlich gelegenen Bariloche. Wenn an einem seiner Standorte gutes Wellenwetter herrscht, kommt er mit seinem Team für ein paar Tage dorthin und fliegt. Im OLC hat er wenige Flüge unter 1000 km und viele über 2000 km. Wer in Südamerika große Strecken fliegen will, sollte sich seine Flüge ansehen, die er meist auch mit ausführlichen Kommentaren versieht.

Am 29. November rüsten wir den Twin und den Nimbus ab. Der Hangar wird entrümpelt und gereinigt. Wir verabschieden uns vom „Custodio“ und von Ondo mit dem Versprechen, nächstes Jahr wiederzukommen.
Ramon macht sich mit seinem Hilux und LV-EPA auf den 1570 km langen Weg nach Córdoba via Neuquén. Ich fahre mit Tomas, einem Piloten aus Bariloche, und seiner Frau in dessen Stadt, um danach weiter in den Süden Pata- goniens zu reisen. 2019, so nehme ich mir vor, werde ich mich rechtzeitig anzumelden, damit ich mit einer validierten Lizenz auch als PIC die argentinisch zugelassenen Flugzeuge fliegen kann. Ich hoffe, mit der gewonnenen Erfahrung dann schöne und schnelle Strecken in der Welle zu fliegen.

Weiterführende Infos zu Flugplatz, Infrastruktur und Reise sowie Links zu den OLC-Flügen in Chos Malal finden Sie in unseren Zusatzinfos zum Artikel:
www.segelfliegen-magazin/ausgaben/2019-2/ausgaben/2019-2/