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Gefühle steuern, ob wir abnehmen


Frau im Leben Happy - epaper ⋅ Ausgabe 3/2020 vom 08.07.2020

Viele Menschen wollen abnehmen. Dann bloß keine Diät!, sagt Prof. Michael Macht. Die seien Stress für die Seele und das erzeuge Hunger. Doch was hilft dann?


Artikelbild für den Artikel "Gefühle steuern, ob wir abnehmen" aus der Ausgabe 3/2020 von Frau im Leben Happy. Dieses epaper sofort kaufen oder online lesen mit der Zeitschriften-Flatrate United Kiosk NEWS.

Bildquelle: Frau im Leben Happy, Ausgabe 3/2020

Lieber Professor Macht, sehr viele Frauen lieben Schokolade, belohnen sich zum Beispiel mit einem Stuckchen. Wieso ist das so? Und was passiert in unserem Kopf, wenn wir das Gefuhl haben, uns so belohnen zu mussen?
PROF. MACHT Das ist eigentlich ganz einfach … Zuerst einmal kommen wir mit einer Präferenz für süßen Geschmack auf die Welt, schon als Neugeborenes reagieren wir emotional positiv auf Süßes. Das fördert auch die Bereitschaft, Muttermilch ...

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... zu trinken. Gleiches finden wir auch bei Affen bis hin zu Ratten. Aber Essen und Gefühle sind noch auf anderer Ebene eng miteinander verknüpft. Bei allen Säugetieren ist Nahrungsaufnahme von Geburt an mit sozialer Zuwendung verbunden – mit der Erfahrung von Geborgenheit und Liebe. Und: Je häufiger und konsequenter die Mutter ihrem Kind Nahrung anbietet, wenn es emotional erregt, aber nicht hungrig ist, desto eher werden wir später dazu neigen, die negativen Emotionen durch Essen auszuglei- chen. Befragungen zufolge isst jeder Dritte bei Stress mehr als normalerweise.

Michael Macht ist Professor an der Uni Wurzburg. Sein Spezial- Gebiet: Gefuhle und Essen.


„Diäten sind für unser Gehirn purer Stress“


Das heist, wer zu viel wiegt, hat heute oder in der Vergangenheit besonders viel Stress gehabt?
PROF. MACHT Ja, der Ausdruck Kummerspeck beschreibt dies ziemlich treffend.
Hat dies etwas mit der sozialen Schicht zu tun, aus der man kommt, ob man also als Kind schon gelernt hat, Stress oder Kummer mit Essen zu beruhigen?
PROF. MACHT Insoweit, als dass sich die Nahrungsgewohnheiten der sozialen Schichten schon unterscheiden. Das beginnt schon bei den Kosten für Lebensmittel. Es spielt auch eine Rolle, dass man in bestimmten Lebenssituationen ausgeprägten emotionalen Stress hat. Und wir wissen, dass großer Stress die Aufnahme von energiedichter Nahrung, also von fetter oder zuckerhaltiger Nahrung, fördert. Diese dämpft die Stress-Hormone.
Aber es gibt ja den Begriff Soulfood – Essen wird also als etwas Schones fur die Seele verstanden.
PROF. MACHT Ja, wenn Menschen Trost über Nahrung finden, sind die oft an Erinnerungen aus ihrem Leben geknüpft. Wenn Sie etwa beim Essen mit der Familie das Gefühl von viel Sicherheit, Geborgenheit und Zugehörigkeit erlebt haben. Wenn Sie heute dieses Gericht wieder zu sich nehmen, kann es sein, dass durch das Essen die Erinnerungen an diese schöne Situation ausgelöst werden.
Heist das auch, solange wir uns uber das Gewicht oder die Figur argern, wird es schwierig mit dem Abnehmen?
PROF. MACHT Ja. Denn eine Diät versetzt den Körper, besonders den Kopf, in Stress: „Man darf dies nicht mehr essen“, „Man muss mehr Sport machen“, „Man muss täglich das Gewicht kontrollieren“ usw. Die praktische Umsetzung einer Diät ist das Problem. Denn das bedeutet ja, dass es an das erlernte Essverhalten geht. Aber wenn man davon ausgeht, dass das überwiegende Essverhalten erlernt ist, kann man Gewohnheiten auch wieder umlernen. Das Alter ist dabei für ein verändertes Essverhalten nicht so entscheidend.
Beim Fasten gelingt dies vielen ja relativ einfach …
PROF. MACHT Weil wir erleben, dass das veränderte Essverhalten etwas Positives mit unserem Kopf und Körper macht. Fasten hat ja eine lange Tradition in verschiedenen Religionen als Läuterung. Es ist aber keine Diät. Und auch wie wir das Fasten erleben, hat mit unserer Motivation zu tun. Wenn wir zur Läuterung fasten, vermittelt uns das ein Hochgefühl.
Also ist Fasten ideal, wenn man die Gefuhlsblockaden einer normalen Diat uberlisten will?
PROF. MACHT Nicht ganz. Für denjenigen, der abnehmen will, ist Fasten nur eine Variante einer Diät. Dann kann es ähnlich belastend erlebt werden, weil ja wieder Verbote im Vordergrund stehen. Das Erstaunliche: Im Körper geschieht dann etwas Ähnliches, aber die Psyche verarbeitet es anders. Für unsere Psyche sind Diäten Stress, den besänftigt man am besten mit Essen – ein Teufelskreis.
Also mussen wir zuerst unsere Gefuhlswelt besanftigen und uns mit uns selbst versohnen, bevor wir abnehmen?
PROF. MACHT Das scheint so. Studien deuten darauf hin.


Foto: privat; Illustration: Picture Alliance/Ikon Images